Johannstadt

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Wappen von Johannstadt-Nord und -Süd
Wappen von Dresden
Johannstadt
-Nord und -Süd

Stadtteil und Statistische Stadtteile Nr. 06 und 07 von Dresden
Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Meißen Äußere Neustadt (Antonstadt) Albertstadt Blasewitz Briesnitz Bühlau/Weißer Hirsch Coschütz/Gittersee Cossebaude/Mobschatz/Oberwartha Cotta Friedrichstadt Gönnsdorf/Pappritz Gompitz/Altfranken Gorbitz-Süd Gorbitz-Ost Gorbitz-Nord/Neuomsewitz Großzschachwitz Gruna Dresdner Heide Hellerau/Wilschdorf Hellerberge Hosterwitz/Pillnitz Innere Altstadt Innere Neustadt Johannstadt-Nord Johannstadt-Süd Kaditz Kleinpestitz/Mockritz Kleinzschachwitz Flughafen/Industriegebiet Klotzsche Klotzsche Langebrück/Schönborn Laubegast Leipziger Vorstadt Leuben Leubnitz-Neuostra Lockwitz Löbtau-Nord Löbtau-Süd Loschwitz/Wachwitz Mickten Naußlitz Niedersedlitz Pieschen-Nord/Trachenberge Pieschen-Süd Pirnaische Vorstadt Plauen Prohlis-Nord Prohlis-Süd Radeberger Vorstadt Räcknitz/Zschertnitz Reick Schönfeld/Schullwitz Seevorstadt-Ost/Großer Garten Seidnitz/Dobritz Strehlen Striesen-Ost Striesen-Süd Striesen-West Südvorstadt-West Südvorstadt-Ost Tolkewitz/Seidnitz-Nord Trachau Weixdorf Weißig Wilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-WestLage des statistischen Stadtteils Johannstadt in Dresden
Über dieses Bild
Koordinaten 51° 3′ 10″ N, 13° 46′ 8″ O51.05277777777813.768888888889111Koordinaten: 51° 3′ 10″ N, 13° 46′ 8″ O.
Höhe 111 m ü. NN
Fläche 3,51 km²
Einwohner 24.037 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 6848 Einwohner/km²
Postleitzahl 01307
Vorwahl 0351
Website www.dresden.de
Ortsamtsbereich Altstadt
Verkehrsanbindung
Straßenbahn 1, 2, 4, 6, 10, 12, 13
Bus 62, 74
Einteilung des Stadtteils Johannstadt in zwei Statistische Stadtteile

Die Johannstadt ist eine der Vorstädte von Dresden. Sie liegt östlich der Altstadt an der Elbe und gehört zum Ortsamtsbereich Altstadt, wobei sie in die beiden statistischen Stadtteile Johannstadt-Nord und -Süd gegliedert und Teil der Gemarkung Altstadt II ist.

Benannt ist der Stadtteil nach König Johann (1801–1873) von Sachsen. Historisch begann sich die Johannstadt vor allem ab 1877 zu entwickeln, als sie durch die Albertbrücke mit der Neustadt verbunden wurde.

Mit dem aus der 1954 gegründeten Medizinischen Akademie Dresden entstandenen Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden befindet sich das größte Dresdner Krankenhaus in der Johannstadt. Außerdem befindet sich das Krankenhaus St. Joseph-Stift im Süden des Stadtteils.

Im Stadtteilgebiet herrschen Plattenbauten aus der DDR-Zeit vor, welche zum großen Teil nach der Wende renoviert wurden. In der östlichen Johannstadt stehen hingegen viele Gründerzeitgebäude. Im Osten grenzt Blasewitz an, südöstlich liegt Striesen, südlich Seevorstadt-Ost/Großer Garten und westlich die Pirnaische Vorstadt. Im Norden befindet sich die Elbe.

Nachbarstadtteile[Bearbeiten]

Innere Neustadt Radeberger Vorstadt
Pirnaische Vorstadt Nachbargemeinden Blasewitz
Seevorstadt-Ost / Großer Garten Striesen

Geschichte[Bearbeiten]

Johannstädter Ufer mit der Jäger-Kaserne, Postkarte 1910. Keines dieser Gebäude steht noch.
Universitätsklinikum, Eingang zur Notaufnahme

Im Gebiet der heutigen Johannstadt lag etwa an der Kreuzung von Striesener Straße und Hans-Grundig-Straße das Dorf Ranvoltitz (deutsch/slawisch: Leute des Ramfolg). Die wahrscheinlich von einem deutschen Kolonisten mit Namen Ramfolg gegründete Siedlung wurde 1310 in einer Urkunde Markgraf Friedrichs von Dresden erstmals erwähnt. In der befestigten Stadt verlief die nach dem Dorf benannte Rampische Gasse nach Osten, seit 1530 bestand an ihrem Ausgang das Rampische Tor als eines der Stadttore der Dresdner Befestigungsanlagen. Die Bewohner waren Elbfischer oder Ackerbauern. Ein Teil lebte vom Abbau des Lehms, der im Gebiet eines ehemaligen Elbarms zwischen Dürerstraße und Holbeinstraße zu finden ist. An der Stelle des Sachsenplatzes befand sich eine Ziegelei. Am Tatzberg wurde 1735 ein Galgen eingeweiht.

Auf Initiative von König Friedrich August I. wurde 1823 ein 4,3 Meter breiter Rundweg zwischen den Zollstationen des Dresdner Akziserings (Mautring) angelegt. Dabei handelt es sich um den Vorläufer des 26er Rings, der über die Güntzstraße und den Sachsenplatz am Westrand der Johannstadt verläuft. Nach dem Bau wurde das Gebiet zwischen Ring und Stadtzentrum als Pirnaische Vorstadt, das Gebiet außerhalb des Rings als Äußere Pirnaische Vorstadt bezeichnet, aus welcher sich die Johannstadt entwickelte.

Während die Pirnaische Vorstadt ab 1813 stark bebaut wurde, galt für die weiter östlich gelegenen Flächen eine Baubeschränkung, um eine ausufernde Bebauung insbesondere in der Umgebung des Großen Gartens zu verhindern. Erst 1874 wurde das Bauverbot aufgehoben. Die 1872 gegründete Zentralbank für Landerwerb und Bauten kaufte einen großen Teil der Flächen zwischen Großem Garten und Blasewitzer Straße, um spätere Gewinne beim Landverkauf zu erzielen. Aufgrund der schlechten Erschließung, insbesondere der fehlenden befestigten Straße, blieb der Erfolg aus. Der Bauverein Johannstadt übernahm 1878 die Flurstücke der insolventen Bank. Die Einweihung der Grunaer Straße als Verbindung zur Innenstadt im Jahr 1880 löste schließlich einen Bauboom aus. Von 1891 bis 1893 wurde die Trinitatiskirche für die 10.000 Mitglieder fassende Trinitatisgemeinde errichtet.

Die Luftangriffe auf Dresden hinterließen 1945 in der Johannstadt die größte zusammenhängende Trümmerfläche der Stadt, viele der Historismus- und Jugendstil-Häuser wurden zerstört. Nach dem Krieg lebten nur noch rund 4000 Einwohner in der Johannstadt. Ende der 1950er Jahre begann der Wiederaufbau der Johannstadt südlich der Striesener Straße. Ab Anfang der 1970er Jahre wurden dann an vielen Stellen der Johannstadt große Plattenbauten (die meisten vom Typ IW 67) errichtet.

Wasserflugplatz[Bearbeiten]

Am Elbufer, unterhalb des heutigen Käthe-Kollwitz-Ufers, befand sich am Elbausschiffungsplatz für kurze Zeit ein Wasserflugplatz. Am 10. August 1925 eröffnete die Junkers Luftverkehrs A. G. Deutschlands erste Wasserfluglinie: Sie verband bis zum Winter des Jahres mit F-13-Flugzeugen die damals noch selbständige Stadt Altona mit Dresden und führte entlang der Elbe über Magdeburg zum Wasserflughafen in Altona-Neumühlen.[1] Pro Tag – außer sonntags – fand je ein Flug nach Johannstadt und Altona statt, die Reisezeit betrug etwa vier Stunden mit zwanzigminütigem Zwischenaufenthalt in Magdeburg. Bereits 1926 wurde die Linie mit Beginn der Saison nicht mehr in Betrieb genommen, stattdessen übernahm der Flughafen Dresden-Kaditz die Flüge nach Hamburg.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Wichtige Straßen und Plätze der Johannstadt sind: Pfotenhauerstraße, Käthe-Kollwitz-Ufer, Gerokstraße, Trinitatisplatz, Blasewitzer Straße, Striesener Straße, Güntzplatz, Sachsenplatz, Straßburger Platz.

Straßenbahnlinien der DVB in der Johannstadt sind die 4, 6, 10 und 12. Außerdem durchqueren die Buslinien 62 in Ost-West-Richtung zum Universitätsklinikum und, seit Eröffnung der Waldschlößchenbrücke, die Linie 64 in Nord-Süd-Richtung die Johannstadt.

Einer der größten Dresdner Friedhöfe ist der Johannstädter Trinitatisfriedhof, auf dem unter anderem der Maler Caspar David Friedrich seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Östlich an den Trinitatisfriedhof grenzt der Neue Jüdische Friedhof, dessen Totenhalle von 1950 bis 2002 als Synagoge umgewidmet war.

Bildungseinrichtungen sind die Volkshochschule, das Bertolt-Brecht-Gymnasium und die 101. Oberschule. An der Grenze zur Pirnaischen Vorstadt ist außerdem das St. Benno-Gymnasium zu finden. Ein Teil der Technischen Universität Dresden befindet sich am westlichen Rand des Stadtteils.

Bauwerke unter Denkmalschutz[Bearbeiten]

Neben einer Vielzahl von Wohngebäuden (unter anderem in der Pfotenhauerstraße und ihren Nebenstraßen) stehen verschiedene weitere Bauwerke in der Johannstadt unter Denkmalschutz:

Übrige Bebauung[Bearbeiten]

Wohnkomplex Johannstadt-Süd in Dresden, Hans-Grundig-Straße
Johannstadt-Nord

Der Wohnkomplex Johannstadt-Süd wurde von 1969 bis 1971 unter der städtebaulichen Leitung des Architekten Udo Fehrmann und der Komplexarchitekten Horst Linge und Siegmar Schreiber errichtet. Die Neubauten wurden unter Beibehaltung des alten Straßensystems der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wohnbebauung zwischen der Striesener-, Gerok-, Holbein- und Dürerstraße errichtet. Der Gebäudekomplex besteht aus zehngeschossigen Hochhäusern und fünfgeschossigen Wohnbauten. Die Bauten stellen 2523 Wohnungen zur Verfügung.

Der Wohnkomplex Johannstadt-Nord wurde von 1972 bis 1975 unter der städtebaulichen Leitung des Architekten Kurt Röthig und der Komplexarchitekten Horst Linge und Siegmar Schreiber errichtet. Der Neubau war nach der 90-prozentigen Zerstörung des Mischgebietes zwischen Gerokstraße, Käthe-Kollwitz-Ufer, Sachsenplatz und Arnoldstraße bei den Luftangriffen auf Dresden nötig geworden. Der Gebäudekomplex besteht aus 15-geschossigen Hochhäusern und zehngeschossigen Wohnbauten. Des Weiteren stellt der Komplex die nordöstliche Bebauung des Sachsenplatzes dar. Die Bauten stellen 3800 Wohnungen zur Verfügung.

Auf dem ehemaligen Gelände des einzigen stationären Plattenwerkes Dresdens befand sich bis 2007 ein Museum zur industriellen Modulbauweise.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. johannstaedter.de: Bilder vom Wasserflugplatz Johannstadt
  2. Andreas Kieselbach: Dresden-Johannstadt - Der Wasserflughafen auf der Elbe. In: Flieger Revue 6/1993. S. 46/47.