Schönborn (Dresden)

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Wappen von Schönborn
Wappen von Dresden
Schönborn
Ortschaft von Dresden
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Über dieses Bild
Koordinaten 51° 8′ 50″ N, 13° 51′ 57″ OKoordinaten: 51° 8′ 50″ N, 13° 51′ 57″ O.
Höhe 220 m ü. NN .
Fläche 5,20 km²
Einwohner 512 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 98 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1996
Postleitzahl 01465 (vor 1993: O-8101)
Vorwahl 03528
Politik
Ortsvorsteher Torsten Heidel
Sitzverteilung (Ortschaftsrat)
Freie Wählervereinigung Schönborn 7
CDU 1
Kirche Schönborn (gegenüber dem Gemeindehaus)

Schönborn ist eine Ortschaft und ein Ortsteil von Dresden. Die zuvor eigenständige Gemeinde im Nordosten der sächsischen Landeshauptstadt wurde am 1. Januar 1996 nach Langebrück eingemeindet und erhielt den Status einer Ortschaft. Mit Langebrück kam Schönborn 1999 durch Eingliederung nach Dresden und bildet den gemeinsamen statistischen Stadtteil Langebrück/Schönborn. Der rund 500 Einwohner zählende Ort gehört landschaftlich zum Radeberger Land.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönborn ist ein typisches Bauerndorf, besitzt eine knapp 50 Hektar große Waldhufenflur, die sich in über zwei Kilometern Breite zwischen dem Roter-Graben-Weg und der Großen Röder sowie zwischen der Grundmühle und der Kunathmühle (Seifersdorfer Tal) ausdehnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wird 1350 als Schonenburn erwähnt. Sein Name ist als Ort am schönen, lichten Bach beziehungsweise Quell zu deuten und steht wohl in Verbindung mit der Lage an der Quelle eines linken Zuflusses der Großen Röder. In Verbindung eines Personennamens hat der Ort eine noch ältere gesicherte urkundliche Erwähnung. In dieser heißt es:

„Am 3. Oktober 1297 erwerben Hermannus de Schonenburne und der praefato Heinrico de Schonenburne Brachland vor dem Dresdner Frauentor.“

Auch soll nach Mitteilung des Landesamtes für Archäologie und des Landesamtes für Vorgeschichte in Dresden das Dorf Schönborn schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts (um 1250) eine steinerne Kapelle (Kirche) im romanischen Stil besessen haben. Nach der Zerstörung 1653 wurde sie bis 1664 wieder aufgebaut. Der Kirchenraum wird als Saal mit eingezogenem, rechteckigem Chor charakterisiert. Schönborn war herrschaftliches Dorf, dessen Einwohner zumeist den Besitzern des Rittergutes Seifersdorf unterstanden und ihnen Frondienste zu leisten hatten. Als Anrainer der Dresdner Heide durften die Bewohner im Wald Holz sammeln und Vieh dorthin auf die Hutung treiben, sogar bis zum fünf Kilometer entfernten Dachsenberg. Dafür mussten sie noch im 17. Jahrhundert bei Hofjagden als Treiber helfen.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1351 6 besessene Mann
1551 26 besessene Mann, 4 Häusler, 44 Inwohner
1587 28 Hufner, 7 Häusler
1595 18 Hufner
1764 26 besessene Mann, 19 Häusler
1834 329
1840 160
1871 352
1890 427
1910 435
1925 485
1939 470
1946 577
1950 543
1964 558
1985 547
1990 426
1991 361
1992 351
1993 349
1994 345
1995 395
1999 451
2000 478
2001 496
2002 503
2003 501
2004 497
2005 487
2006 490
2007 478
2008 499
2009 497
2010 494
2011 496
2012 492
2013 500
2014 513
2015 511
2016 506

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 27). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 52.
  • Mörtzsch, Otto, Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Großenhain, Dresden, 1935
  • Franke, Hanns, Radeberger Kulturleben: Heimatschrift für Radeberg und Umgebung, Schönborn – eine Ortscharakteristik, Stadtrat der Stadt Radeberg, Juni 1958
  • Melderegister der Landeshauptstadt Dresden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Schönborn im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen