Kerstin und ich

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Kerstin und ich (Originaltitel: Kerstin och jag) ist der Titel eines Jugendbuchs der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren, das 1945 bei Rabén & Sjögren erschien.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der 16-jährigen Barbro. Barbo lebt mit ihren Eltern und ihrer Zwillingsschwester Kerstin in der Stadt. Als ihr Vater pensioniert wird, möchte er gerne mit seiner Familie aufs Land nach Gut Lillhamra ziehen. Dort hatte er seine Kindheit verbracht. Schon kurz nach der Ankunft muss die Familie erkennen, dass das Gut ziemlich heruntergekommen ist. Die gesamte Familie muss helfen es wieder aufzubauen. Als Kerstin im Dorf den reichen Südländer Eric kennenlernt und von nun an viel Zeit mit ihm verbringt, fühlt sich Barbro ein wenig allein gelassen und zurückgesetzt. Sie sehnt sich nach anderen gleichaltrigen, um sich mit diesen auszutauschen. Nur wenig später trifft sie, Björn, den Sohn eines Oberingenieurs und verliebt sich in ihn. Doch die Beziehung der beiden wird auf die Probe gestellt, als Barbro den gutaussehenden Christoph trifft, der sie mit seinem Sportauto herumfährt. Barbro vernachlässigt Björn und unternimmt nur noch etwas mit Christoph. Nach und nach stellt Barbro jedoch fest, dass sie die Zeit mit Christoph immer weniger genießt und beendet die Beziehung mit ihm. Sie sehnt sich zurück nach Björn. Um sich abzulenken, hilft Barbro im Kinderheim aus. Nach einem stressigen, konfliktreichen Tag im Heim rennt sie weinend zu der Birke, an der sie sich immer mit Björn getroffen hatte. Auch Björn ist dort. Sie bittet ihn um Verzeihung und die beiden verbringen einen schönen Sommertag!

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Buch ist unter anderem auf Schwedisch, Russisch, Deutsch, Dänisch, Finnisch, Italienisch, Bulgarisch und Estnisch erschienen.[1] Die erste Ausgabe erschien 1945 unter dem schwedischen Titel Kerstin och jag bei Rabén & Sjögren, gleichzeitig mit Pippi Langstrumpf.[2] In Deutschland erschien die erste Übersetzung 1953. Sie stammt von Else von Hollander-Lossow.[3] Kerstin und ich basiert zum Teil auf Lindgrens eigenen Erlebnissen als Mädchen in Vimmerby. Einige Forscher meinen, dass Kerstin und ich, den "engsten autobiographischen Bezug zu Astrid Lindgrens Zeit als Bauerntochter" aufweise.[4]

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde vom SWR ein 50 minütiges, deutsches Hörspiel zum Buch herausgebracht. Die Regie führte Oliver Sturm. Die Musik zum Hörspiel stammt von Henrik Albrecht und Gerd Bessler.[2] Das Hörspiel wurde später von Oetinger Audio auf CD veröffentlicht.[5]

Sprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolle Sprecher Europa
Barbro Effi Rabsilber
Kerstin Tanya Kahana
Papa Helmut Krauss
Mama Uta Hallant
Johan Klaus Manchen
Björn Kostja Ullmann
Erik Peter Sikorski
Christoph Tobias Graupner
Knut Nikolaos Eleftheriadis
Ann Mandy Rudski
Viveka Caroline Junghans
Kalle Niclas Tutsch
Ferm Achim Hall
Klas Florian Bossert

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Glaus vom SRF meint, dass Kerstin und ich ein "übermütiges und zugleich etwas wehmütiges Jugendbuch" sei, in dem die "ernsthafte Art der Ausgelassenheit" herrsche, die Lindgrens Werk unverwechselbar mache.[2]

Die Redaktion der Webseite hoerspieltipps.net findet, dass das Buch und Hörspiel nicht ganz der üblichen Lindgren-Erzählung entspreche. Daher könnten diejenigen, die selbiges erwarten, eher enttäuscht werden. Die Geschichte sei nicht so zeitlos wie ihre anderen Bücher, sondern könne eher als "Bild einer Epoche" gelten. Nur Lindgrens "Humor, ihre erzählerische Leichtigkeit und ihre moderne Einstellung" ließen sich in diesem Werk wiederfinden. In der SWR-Hörspielfassung sei die Geschichte jedoch durchaus hörenswert. Sie sei unterhaltsam und kurzweilig.[6]

Die Mitteldeutsche Zeitung meint, dass man sich durch die Geschichte, in der die Schwestern die "wohltuende Nähe zur Natur, ein unbeschwertes, heiteres Familienleben und die stürmische Zeit der ersten Liebe" erleben würden, unwillkürlich in die 1950er Jahre versetzt fühle. Astrid Lindgren beschwöre mit ihrer Erzählung "die Zeiten jugendlichen Sehnens und süßen Hoffens herauf".[5]

Dr. Jana Mikota lobt, dass die Kerstin und ich kein typischer Mädchenroman aus den 1950er und 1960er Jahren sei. Anders als andere Autoren, versuche Lindgren nicht die Mädchen durch die Arbeit auf dem Lande zähmen zu lassen oder zu "tüchtigen Hausfrauen zu erziehen". Die Eltern nähmen die Mädchen "als ernste Gesprächspartner wahr" und ließen ihnen gewisse Freiheiten.[4]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Sohn von dem Stier Adam Engelbrecht aus dem Buch Als Adam Engelbrecht so richtig wütend wurde (När Adam Engelbrekt blev tvärarg), der den gleichen Namen wie sein Vater trägt, lebt auf Gut Lillhamra. Stallknecht Johann berichtet den Zwillingen Barbro und Kerstin von den Ereignissen aus dem Buch.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstin und ich. Editions. Abgerufen am 6. September 2018.
  2. a b c «Kerstin und ich» von Astrid Lindgren. Abgerufen am 6. September 2018.
  3. Kerstin und ich. Abgerufen am 6. September 2018.
  4. a b Dr. Jana Mikota: Astrid Lindgrens Mädchenbücher. „Aber vorher will ich selber etwas werden!!! Viel lernen, einen Beruf haben und selbständig sein.“ Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  5. a b Retro-Hörspiel nach Lindgrens «Kerstin und ich» . Abgerufen am 6. September 2018.
  6. Kerstin und ich. Kinderhörspiel - ein Hörspiel von Astrid Lindgren. Abgerufen am 6. September 2018.