Khaudum-Nationalpark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Khaudum-Nationalpark

IUCN-Kategorie II – National Park

f1
Lage Kavango-Ost, Namibia
Fläche 4000 km²
WDPA-ID 17999
Geographische Lage 18° 50′ S, 20° 50′ OKoordinaten: 18° 50′ 0″ S, 20° 50′ 0″ O
Markierung
Karte der staatlichen Schutzgebiete in Namibia
Einrichtungsdatum 1989
Verwaltung Ministerium für Umwelt und Tourismus

Der Khaudum-Nationalpark (englisch Khaudum National Park), früher Khaudum-Wildpark (englisch Khaudum Game Park), fälschlicherweise auch häufig Kaudom oder Kaudum, ist ein Nationalpark in Namibia. Er liegt in der Region Kavango-Ost im Nordosten des Landes, südlich des westlichen Endes des Caprivi-Streifens.

Khaudum ist 4000 Quadratkilometer groß und eines der unberührtesten Wildschutzgebiete Namibias. Er ist nur schwer zugänglich und touristisch kaum erschlossen. Landschaftlich bietet der Park ausgedehnte Trockenwälder auf überwiegend sandigem Boden mit ebenem Relief und eine zahl- und artenreiche Fauna mit Großwild, Raubtieren, vielen Antilopenarten und über 320 Vogelarten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Khaudum-Nationalpark liegt im Bereich des Kalahari-Sandsees, der durch orange-rote, in Ost-West-Richtung verlaufende Längsdünen geprägt ist. Diese Dünen sind heute durch die Vegetation stabilisiert und werden daher nicht mehr verlagert. Das Sandmeer ist an vielen Stellen von trockenen Wasserläufen, sogenannten Omuramba durchzogen. Die drei größten Omiramba, Nhoma, Cwiba und Khaudum (Rivier) durchziehen den Khaudum-Wildpark in südöstlicher Richtung. Sie spielen eine bedeutende ökologische Rolle, da ihr torfiges Flussbett während der Regenzeit die Niederschläge aufnimmt und auch bis über die Trockenzeit erhält.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Kavango-Ost bietet eine lange Trockenzeit von April bis November und eine anschließende Feuchtzeit von Dezember bis März. In der Trockenzeit im Winter liegt die Luftfeuchte bei 30 %, die Tageshöchsttemperaturen liegen tagsüber über bei 25 °C, nachts kann die Temperatur in kalten Tagen aber bis unter 5 °C fallen. Die Regenzeit im Sommer ist durch eine Luftfeuchte von 60 % und Tageshöchstwerte zwischen 30 und 40 °C charakterisiert. Auch nachts fallen die Temperaturen nicht unter 15 °C. Die Jahresniederschläge in der Khaudum-Region liegen bei 550 mm, wobei 80 % zwischen Dezember und März fallen.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die relativ hohen Niederschläge erlauben auch außerhalb der Omiramba ausgedehnte Trockenwälder, auch wenn ein Großteil der Niederschläge in den Kalahari-Sanden versickert. Die dominierende Vegetation im Park sind artenreicher, hoher und kurzer Trockenwald sowie entlang der den Park durchziehenden Omiramba Akazien-Trockenwald.

Im hohen Trockenwald erreichen die Bäume eine Wuchshöhe bis zu 10 m und es findet sich relativ dichter Unterwuchs. Das Artenspektrum besteht überwiegend aus Mukwa (Pterocarpus angolensis), Rhodesischer Teak (Baikiaea plurijuga), Sandseringe (Burkea africana) und Falscher Mopane (Guibourtia coleosperma). Im Unterwuchs finden sich verschiedene Bauhinien und Baphia massaiensis.

Im Gegensatz zum hohen Trockenwald erreichen die Bäume des kurzen Trockenwalds nur etwa 5 m Wuchshöhe. Unterwuchs kommt hier wegen der fehlenden Beschattung kaum vor. Bestimmende Arten sind Weisstamm (Boscia angustifolia), Apfelblattbaum (Lonchocarpus neisii) und Gelbholz (Terminalia serica). Eingestreut finden sich auch Anabaum (Faidherbia albida) und Grewia spp.

Entlang der Omiramba finden sich dichtere Bestände von Akazien-Trockenwald mit oft sehr großen Individuen von Kameldorn (Acacia erioloba), Sandfeld-Akazie (Acacia fleckii), Kerzen-Akazie (Acacia hebeclada) und Ringhülsenakazie (Vachellia tortilis). Gelegentlich finden sich aber auch Ahnenbaum-Arten (Combretum imberbe) und (Combretum hereroense). Die Talsohlen der Omiramba sind sumpfig-torfig und weisen ein dichtes Riedbett mit vielen Gräsern und Schilf (Phragmites) auf, in das Bauhinienarten, aber auch Wasserlilien eingestreut sind.

Einige kalkhaltigen Erhebungen weisen eine davon abweichende Vegetation auf, in der Blutfruchtbaum (Terminalia prunoides) dominiert.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Unberührtheit des Naturschutzgebietes findet sich in den ausgedehnten Trockenwäldern eine reiche und vielseitige Tierwelt. Die ideale Zeit für Wildbeobachtung liegt zwischen Juni und Oktober. Vogelfreunde finden in der Zeit von November bis März über 320 Vogelarten, darunter mehrere Papageien- und über 50 Raubvogelarten.

An Großwild finden sich im Park zeitweise mehr als 500 Elefanten, zahlreiche Giraffen und viele Antilopenarten, darunter Pferdeantilope, Gemsbock, Streifengnu, Kudu, Steinböckchen, Leierantilope (Tsessebe), Kuhantilope, Eland und Riedbock. Auch der Bestand an Raubtieren ist hoch. Neben kleineren Katzen gibt es eine größere Population von Löwen, aber auch Leoparden, Fleckhyänen, Schakale sowie gelegentlich Geparden und sogar Hyänenhunde.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Khaudum-Nationalpark liegt sehr abgelegen und ist nur über tiefsandige Pisten zu erreichen. Die Zufahrt ist nur mit Allradfahrzeugen und im Konvoi möglich. Der Park ist touristisch kaum erschlossen und bietet keinerlei Versorgungsmöglichkeiten.

Beide Camps sowie der Nationalpark wurden im Mai 2013 geschlossen,[1] Ende Juni 2013 wurden sie wieder geöffnet.[2] Erstmals hat mit der Xaudum Lodge eine feste Unterkunft 2018 im Nationalpark eröffnet.[3] Ein neuer Campingplatz wurde 2016 eröffnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Riley, W. Riley: Natures Strongholds – The Worlds great Wildlife Reserves. Princeton University Press, 2004.
  • S. Olivier, W. Olivier: Naturschutzgebiete in Namibia. Longman Namibia, 1994.
  • K. Hüser u. a.: Namibia – Eine Landeskunde in Bildern. Klaus Hess, 2001.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 22.5.2013 Nachrichten am Abend. Hitradio Namibia, 22. Mai 2013 abgerufen am 24. Mai 2013.
  2. Travel-Namibia: Khaudum National Park, abgerufen am 27. August 2013.
  3. Xaudum Lodge. Namibia Exclusive. Abgerufen am 23. September 2015.