Kropywnyzkyj

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Person, siehe Marko Kropywnyzkyj.
Kropywnyzkyj
Кропивницький
Wappen von Kropywnyzkyj
Kropywnyzkyj (Ukraine)
Kropywnyzkyj
Kropywnyzkyj
Basisdaten
Oblast: Oblast Kirowohrad
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 124 m
Fläche: 103,0 km²
Einwohner: 232.314 (2015)
Bevölkerungsdichte: 2.255 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25000-490
Vorwahl: +380 522
Geographische Lage: 48° 30′ N, 32° 16′ OKoordinaten: 48° 30′ 13″ N, 32° 15′ 47″ O
KOATUU: 3510100000
Verwaltungsgliederung: 2 Stadtrajone, 1 Siedlung städtischen Typs
Bürgermeister: Alexander Sainsus
Adresse: вул. Карла Маркса 41
25006 м. Кіровоград
Website: http://www.rks.kr.ua/
Statistische Informationen
Kropywnyzkyj (Oblast Kirowohrad)
Kropywnyzkyj
Kropywnyzkyj
i1

Kropywnyzkyj (ukrainisch Кропивницький; bis 1924 Jelisawetgrad, deutsch auch Elisabethgrad, Елизаветград, 1924–1934 Sinowjewsk, 1934–1939 Kirowo, 1940–2016 Kirowohrad) ist eine Industriestadt in der Ukraine und Hauptstadt der Oblast Kirowohrad mit 232.000 Einwohnern (2015).[1] Die Stadt ist in die zwei Stadtrajone Rajon Fortezja (bis 2016 Rajon Kirow) und Rajon Podil (bis 2016 Rajon Lenin) und die Siedlung städtischen Typs Nowe gegliedert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutiger Namensgeber der Stadt: Marko Kropywnyzkyj (1840–1910)

Die Stadt wurde 1754 am Oberlauf des Ingul, eines Nebenflusses des Südlichen Bug, gegründet und hieß bis 1924 Jelisawetgrad (Елисаветград) zu Ehren der russischen Zarin Elisabeth (Елисавет), danach Sinowjewsk, nach dem dort gebürtigen Politiker Grigori Jewsejewitsch Sinowjew, ab 1934 Kirowo und ab 1939 Kirowohrad ( Кіровоград), nach dem Staats- und Parteifunktionär Sergei Mironowitsch Kirow. Zwischen 1941 und 1944 war die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt und wurde am 8. Januar 1944 im Zuge der Kirowograder Operation befreit. Insgesamt starben während der Besatzungszeit mehr als 50.000 Menschen. Ihrer wird gegenüber dem Monument des Zweiten Weltkrieges in einem gesonderten Gräberfeld gedacht. Am 14. Juli 2016 wurde die Stadt nach dem Mitbegründer des ukrainischen professionellen Theaters Marko Kropywnyzkyj, der hier lebte und arbeitete, benannt.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt verfügt über gute Verbindungswege und breite Straßen, die sich mittlerweile in einem passablen Zustand befinden. Die Nebenstraßen sind oft in einem sehr schlechten Zustand.

Sowohl für Benzin wie für Autogas (LPG) ist ein flächendeckendes Netz vorhanden.

Seit 2001 hat die Zahl der Supermärkte deutlich zugenommen. Inzwischen gibt es an jeder Ecke einen ATB-Supermarkt und viele kleinere Geschäfte und in jedem Stadtteil größere Einkaufsmärkte verschiedener Ketten, in denen sich fast alles kaufen lässt. Außerdem hat die Stadt diverse Märkte (Rinok) mit kleinen Ständen, in denen sich einige Waren noch günstiger einkaufen lassen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptpostamt
Das Zentrum von Kropywnyzkyj

In Kropywnyzkyj liegt die staatliche zivile Flugakademie der Ukraine, die Ausbildung der Piloten sowie anderer Crewmitglieder und des Bodenpersonals auf diversen Flugzeugtypen (An-2, An-12, An-24, An-26, An-32, L-410, Il-76, Jak-18, Jak-40) durchführt. Die Akademie beherbergt einen größeren nationalen Flughafen. Dieser ist allerdings seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr als Zivilflughafen in Betrieb. Eine Wiedereröffnung soll es geben. Derzeit (2010) dient das Flughafengebäude nur als Busbahnhof.

Die Stadt verfügt über einen Bahnhof mit regelmäßigem Zugverkehr sowie über diverse Busbahnhöfe. Der innerstädtische Verkehr wird seit der Perestroika durch private sog. Marschrouten-Taxis durchgeführt. Diese fahren zwischen 7.00 Uhr und ca. 24.00 Uhr jeweils entlang einer bestimmten vorgegebenen Route durch die Stadt. Die Routen sind mit Nummern gekennzeichnet. Möchte man mitfahren, so wartet man am Straßenrand oder an einer Haltestelle und winkt dem Fahrer zu. Dieser hält dann an und öffnet die Tür. Die Mitfahrt kostete 2005 noch 0,80 Hrywnja, 2010 bereits 1,50 Hrywnja. Der Fahrpreis ist unabhängig davon, wie weit man fahren möchte. Eine Hrywnja entsprach am 1. April 2010 etwa 10,5 Eurocent. Möchte man aussteigen, so muss man das dem Fahrer ebenfalls mitteilen.

Außerhalb dieser Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel gibt es jede Menge Taxis. Der durchschnittliche Fahrpreis lag im Jahr 2001 bei 8 Hrywnja, 2009 bei 20 Hrywnja.

Außerdem gibt es einige Buslinien und die sog. Trolleybusse, die mit einer elektrischen Oberleitung versorgt werden. Diese Trolleybusse wurden seit 2008 erneuert, so dass sie sich mittlerweile in einem akzeptablen Zustand befinden. Eine Fahrt kostet ca. 1 Hrywnja.

Für den Fernverkehr eignen sich hauptsächlich Busse, die zwischen den größeren Zentren des Landes regelmäßig verkehren. Auch die Bahn fährt, ist allerdings sehr langsam.

Die 1897 eröffnete Straßenbahn wurde 1941 im Zuge der Kampfhandlungen eingestellt und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut.

Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtzentrum, aber auch außerhalb, gibt es viele Restaurants und Cafés. Es gibt auch Diskotheken, Clubs mit Livemusik und eine Bowlingbahn. Viel davon konzentriert sich in der Nähe der Universität. Auch gibt es inzwischen in der Peripherie von Kropywnyzkyj einige neuere Hotels und Motels.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater

Im Zentrum der Stadt liegt die Pädagogische Universität. Hier werden Fremdsprachen, Geschichte, Kunst, Musik, Sport, ukrainische und russische Sprache, Mathematik, Physik und Biologie gelehrt. Außerdem gibt es etwas außerhalb ein Kolleg für Statistik sowie diverse andere Bildungseinrichtungen, z. B. ein Musikkolleg und ein Agrartechnikum sowie ein Institut für Agrarmechanik.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Philharmonie im Leninpark sowie ein Puppentheater und das Akademische ukrainische Dramentheater M.L. Kropywnyzkyj.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erfolgreichste Fußballverein der Stadt ist der FK Sirka Kropywnyzkyj, der ab der Fußballsaison 2016/7 in der Premjer-Liha, der höchsten ukrainischen Spielklasse, spielt. Seine Heimspiele finden im über 14.000 Zuschauer fassenden Sirka-Stadion statt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima der Stadt ist gemäßigt kontinental mit im Allgemeinen milden Wintern und warmen (manchmal heißen) Sommern. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,0 ° C. Die niedrigste ist im Januar (minus 5,7 ° C), die höchsten Temperaturen sind im Juli (20,0 ° C).

Klimatabelle Kropywnyzkyj[4]
Monat Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Ø – Temperatur in °C -5,7 -4,3 0,5 8,9 15,3 18,6 20,0 19,4 14,7 8,1 2,3 -2,3 8,0
Ø – Höchsttemperatur in °C -2 -1 3 13 20 23 25 24 19 12 5 0 11
Ø – Tiefsttemperatur in °C -8 -6 -2 5 10 13 15 14 10 4 0 -4 5
Ø – Niederschlag in mm 32 31 27 36 45 66 72 48 38 27 35 42 499
relative Luftfeuchtigkeit in % 85 84 80 68 62 65 66 64 66 76 86 88 74
Windgeschwindigkeit in m / s 4,5 4,8 4,6 4,4 3,9 3,5 3,4 3,5 3,6 3,8 4,2 4,4 4,1

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1897 61.488
1959 128.207
1970 188.795
1979 236.652
1989 269.803
2001 254.103
2005 248.367
2015 232.314

Quellen: 1897[5] 1959[6] 1970[7] 1979-2015[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kropywnyzkyj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org.
  2. Verordnung des Bürgermeisters von Kirowohrad Nr. 24 vom 19. Februar 2016; abgerufen am 18. April 2016
  3. Верховна Рада України; Постанова від 14.07.2016 № 1468-VIII Про приведення назви міста Кіровоград Кіровоградської області у відповідність із вимогами Закону України "Про засудження комуністичного та націонал-соціалістичного (нацистського) тоталітарних режимів в Україні та заборону пропаганди їхньої символіки"
  4. Klimadaten auf meteoprog.ua.
  5. Erste allgemeine Volkszählung des russischen Reiches im Jahre 1897 auf demoscope weekly.
  6. Die Volkszählung der UdSSR im Jahr 1959 (Memento vom 20. November 2012 im Internet Archive) auf webgeo.ru.
  7. Die Volkszählung der UdSSR im Jahr 1970 (Memento vom 11. Dezember 2007 im Internet Archive) auf webgeo.ru.