Antonow An-12

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Antonow An-12
An12 ZLZ.JPG
Eine Antonow An-12 in Zagreb
Typ: Militärischer Transporter
Entwurfsland:

SowjetunionSowjetunion Sowjetunion

Hersteller: OKB Antonow
Erstflug: 16. Dezember 1957[1]
Produktionszeit:

1957–1972

Stückzahl: 1243

Die Antonow An-12 (NATO-Codename: Cub) ist ein Transportflugzeug mit vier Propellerturbinentriebwerken, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. Der Erstflug fand am 16. Dezember 1957 statt. Ihr Einsatzzweck ist vorwiegend militärisch. Eine Besonderheit dieses Flugzeugs ist die Heckrampe zum Be- und Entladen von Fahrzeugen und sperrigen Gütern.

Technischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbereitung einer An-12 zum Flug (Foto von 1973)

Die An-12, entwickelt aus der An-10, einem Passagierflugzeug mit Druckkabine, ist ein freitragender Ganzmetall-Schulterdecker mit vier Propellerturbinen als Antrieb. Der stromlinienförmige Rumpf hat einen runden Querschnitt mit einem Durchmesser von 4,10 Metern. Auf Höhe des Tragflächenmittelstückes befinden sich langgezogene Fahrwerksbehälter. Der hintere Rumpf ist hochgezogen, um Raum für die Laderampe und zur Beladung durch Bodenfahrzeuge zu schaffen. Am Bug befindet sich die Kanzel des Navigators, dahinter in erhöhter Position das Cockpit mit einer vierköpfigen Besatzung. Dieser Teil der Kabine ist druckbelüftet. Der Kabinenfrachtraum ist 3,5 m breit und 2,6 m hoch. Der Kabinenboden ist aus Stahl und Titan konstruiert und mit 1500 kg/m² belastbar. Die auch im Flug zu öffnenden Frachtraumklappen am Heck sind dreiteilig ausgeführt, wobei die beiden vorderen Rampentüren seitlich nach innen und die Heckklappe nach oben öffnet. Für die Beladung mit Fahrzeugen muss eine separate Rampe mitgeführt werden. Zum Frachtladesystem gehört weiterhin ein schienengeführter Elektro-Deckenkran mit einer Traglast von bis zu 2300 kg. Im Rumpf konnten Panzerfahrzeuge wie PT-76, ASU-57, ASU-85 oder ZSU-23-4 transportiert werden.

Die Tragflächen sind als Trapezflügel ausgelegt. Die Tragflächenvorderkante ist mit einer leichten Pfeilung versehen, während die hintere Kante gerade ausgeführt wird. Die An-12 verfügt nicht über Vorflügel, jedoch sind die Teile der Nasenkantenverkleidung für die Triebwerkswartung abnehmbar. Die Landeklappen an der Tragflächenhinterkante sind als zweiteilige Fowlerklappen ausgelegt und werden hydraulisch betätigt. Die Außenflügel der An-12 haben eine 4° negative V-Stellung. Im Bereich der Außenflügel ist die Nasenkante mit Warmluftkanälen zur Enteisung ausgerüstet. Die Querruder sind zweiteilig ausgelegt und haben Trimmruder. Die Querruder werden manuell angesteuert. In den Tragflächen sind 22 Gummitanks zur Aufnahme von maximal 18.100 Liter Treibstoff ausgelegt.

Das Leitwerk ist als konventionelles Kreuzleitwerk ausgeführt. Das verhältnismäßig kleine Seitenleitwerk sitzt dabei auf einer relativ voluminösen Rückenfinne. Höhen- und Seitenleitwerk sind eine Zweiholm-Torsionskasten-Konstruktion. Die Ruder sind einteilig und mit elektrisch angesteuerten Trimmrudern ausgestattet. Die Vorderkanten der Leitwerke werden elektrisch enteist.

Das Bugfahrwerk ist zweirädrig und hydraulisch lenkbar. Das Hauptfahrwerk besteht aus zwei Fahrwerksbeinen mit je vier Fahrwerksrädern an je zwei Achsträgern. Das Hauptfahrwerk ist mit hydraulisch betätigten Scheibenbremsen ausgestattet, die über ein Antiblockiersystem verfügen. Die Reifen haben einen niedrigen Reifeninnendruck, um sie für den Einsatz auf Feldflugplätzen verwenden zu können. Für den Einsatz auf verschneiten Feldflugplätzen stehen weiterhin Leichtmetall-Schneekufen zur Verfügung, die zusätzlich elektrisch beheizt sind. Das Hauptfahrwerk ist in den seitlichen länglichen Fahrwerksbehältern untergebracht. Im Backbord- Fahrwerksbehälter ist im vorderen Teil die Klimaanlage untergebracht, im hinteren Teil befindet sich das Hilfstriebwerk. An beiden Fahrwerksbehältern sind einziehbare Landescheinwerfer eingebaut.

Angetrieben wird die An-12 von vier Propellerturbinen vom Typ Iwtschenko AI-20K mit einer Leistung von 2942 kW (4000 WPS). Einige Modelle sollen die Triebwerksversion AI-20M verwenden. Die Triebwerke sind in Motorgondeln unter den Tragflächen hängend nach vorn gerichtet angebracht. Die Enteisung erfolgt mit Zapfluft. Für den Vortrieb sorgen linksdrehende Vierblatt-Verstellpropeller des Typs AW-68 oder AW-68B mit einem Durchmesser von 4,50 m. Die Propellerblätter sind mit elektrischen Enteisungsmatten an den Blattwurzeln ausgestattet.

Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Details, mit Antennen über dem Rumpf

Die Besatzung der An-12 umfasst in der Variante des Militärtransporters sechs Mann. Im druckbelüfteten Cockpit sitzen vorn backbord Pilot/Flugkapitän und steuerbord Copilot. Hinter dem Flugkapitän sitzt mit Blick in Flugrichtung der Bordfunker/Radarbeobachter. Hinter dem Copiloten sitzt der Bordingenieur mit Blickrichtung zur Seite. Er kann seinen Stuhl nach vorn drehen, um die Besatzung bei Start- und Landemanövern zu unterstützen. Durch eine Verbindungstür gelangt der Navigator in den verglasten Bugraum. Dort verfügt er über einen Drehschemel und einen seitlichen Kartentisch. Die vordere Besatzung steigt über eine nach vorn ausschlagende Tür mit Rollscheinwerfer unterhalb des Cockpits ein. Bei den militärischen Versionen befindet sich am Heck noch eine Kanzel für den Heckschützen.

Die An-12 ist in der Lage, bis zu 100 Fallschirmjäger aufzunehmen und innerhalb von 20 Sekunden über die Heckrampe abzusetzen. Für 60 Fallschirmjäger sind an den Seitenwänden ständig 60 Klappsitze angebracht. Für 90 Personen lassen sich Sitze in den Bodenverankerungen installieren. Der Besatzung sowie die Passagiere steigen entweder über die Hecktore oder über eine Einstiegstür auf der Backbordseite ein.

Zur sicheren Evakuierung sind an den Kabinenseiten mehrere Notausstiegsfenster mit Bullaugen integriert. Zwei weitere Notausstiegsluken sind auf der hinteren Rumpfoberseite vor der Rückenfinne sowie eine Notausstiegsluke auf der Rumpfoberseite auf Höhe des Cockpits eingelassen.

Avionik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die An-12 ist standardmäßig mit einer Funk- und Navigationausrüstung aus den 1950-/1960er-Jahren ausgestattet. Ursprünglich musste der Navigator das Flugzeug noch mit Koppelnavigation dirigieren. Auf dem hinteren Rumpfrücken befindet sich eine lange Blattantenne als ADF-Peilantenne. Zwei weitere Schleifenantennen auf dem vorderen Rumpfrücken sind ebenfalls Peilantennen. Auf den Unterseiten des Höhenleitwerkes sind zwei Antennen des Funkhöhenmessers angebracht. Unter der Navigatorenkanzel befindet sich unter einem Radom das Bodendarstellungs- und Wetterradar. Frühere Ausführungen der An-12 verfügten dabei über das im I-Band-Bereich arbeitende Toadstool. Weitere Antennen zur Funknavigation befinden sich auf der vorderen Rumpfunterseite.

Für den Funkverkehr im Kurzwellenbereich sind versenkte Antennen im Seitenleitwerk und, für Verbindungen über große Entfernungen, zwei Antennendrähte vom Seitenleitwerk zum Cockpit vorhanden. Vor den Frontscheiben ist die SRO-2M-IFF-Antenne angebracht.

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine An-12BK „Cub“ (UR-CAH) am Flughafen Kisangani-Bangoka im Januar 2017
  • An-12A „Cub“ – erste Serienvariante als taktischer Kampfzonentransporter, welche ab 1963 für die sowjetischen Luftstreitkräfte in 600 Exemplaren produziert wurden.
  • An-12AB „Cub“ – Bezeichnung für Variante die 1963 mit zusätzlichen Treibstofftanks unter dem Frachtraum ausgerüstet wurde.
  • An-12B – Bezeichnung für die zivile Versionen, die mit 200 Stück ab 1966 an die Aeroflot ausgeliefert wurde. Im Vergleich zur An-12A verfügt sie über keinen Heckturm und rein zivile Avionik.
  • An-12BP – verbesserte Versionen der An-12B mit Avionik, um im westlichen Luftraum operieren zu dürfen sowie Treibstofftanks unter dem Frachtraum.
  • An-12PL – zwei Versuchsmaschinen wurden 1964 mit Skiern für Einsätze in der Arktis ausgerüstet.
  • An-12D – Version ab 1965 mit angehobener Ladefläche und AI-20K-Turbinen.
  • An-12BK „Cub“ – Variante für Luftlandungen auf unvorbereiteten Pisten mit verstärktem Fahrwerk.
  • An-12BK-I „Cub-A“ – Bezeichnung für ELINT-Version mit Fasol-Störgerät (zusätzlichen Blattantennen am Rumpf)
  • An-12BK-IS „Cub-C“ – ELINT-Version ab 1970 mit auswechselbaren „Fasol“- und „Siren“-Störgeräten
  • An-12PP „Cub-B“ – zu ELINT umgerüstete An-12B, bei den GUS-Marinefliegern im Einsatz
  • An-12PPS „Cub-D“ – Bezeichnung für verbesserte An-12PP mit „Siren“-Störsender (ELINT-Version zur aktiven elektronischen Störung, Störsender in Verkleidungen auf der Rumpfunterseite und eine blasenförmige Verkleidung anstelle der Heckkanzel)
  • An-12BKW – Bezeichnung für ab 1973 verstärkte An-12AB, die 20 Tonnen laden können, Verwendung als Hilfsbomber
  • An-12P – Bezeichnung für Variante, die 1963 mit zusätzlichen Treibstofftanks unter dem Frachtraum ausgerüstet wurde.
  • An-12PS – SAR-Versionen SAR mit „Jersch“- oder „Gagara“-Rettungsbooten zum Abwurf ab 1965.
  • An-12SN – ungebauter Umbau als Transporter für T-54-Kampfpanzer
  • Shaanxi Y-8 – chinesisches Lizenzmodell der An-12BP mit einigen Modifizierungen und Wojiang-6-Triebwerken (modifizierte AI-20K)
  • Shaanxi Y-8A – chinesisches Lizenzmodell zum Transport von S-70-Hubschraubern
  • Shaanxi Y-8B – chinesisches Lizenzmodell der An-12B
  • Shaanxi Y-8C – chinesisches Lizenzmodell für Airliner mit durchgehender Druckkabine.
  • Shaanxi Y-8D – chinesisches Lizenzmodell als Exportversion mit westlicher Avionik
  • Shaanxi Y-8E – chinesisches Lizenzmodell zum Tragen von zwei Drohnen unter den Tragflächen
  • Shaanxi Y-8F – chinesisches Lizenzmodell als Tiertransporter für bis zu 350 Ziegen oder Schafe
  • Shaanxi Y-8MP – chinesisches Lizenzmodell für Langstrecken-Seepatrouillen für die chinesischen Marineflieger (PLAN)
  • Shaanxi Y-8X – chinesische Seepatrouillenversion

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Zeit gehörte die An-12 zu den am meisten benutzten Transportflugzeugen der sowjetischen Luftstreitkräfte. Bis zum Produktionsende 1973 wurden etwa 1.250 Maschinen dieses Typs gefertigt, davon wurden etwa 200 für zivile Zwecke beispielsweise bei der Aeroflot eingesetzt, wobei viele Maschinen militärische Einsätze im Anstrich der Aeroflot flogen. Die An-12 bewährte sich als robustes und zuverlässiges Flugzeug in vielen Einsätzen. Die Sowjetunion setzte die An-12 als Transporter und zur elektronischen Kampfführung (ELINT) in Afghanistan ein, wobei mehrere Flugzeuge verloren gingen. Oft wurden Seepatrouillenflugzeuge und Aufklärer über der Ostsee abgefangen. Indien verwendete die An-12 im Krieg gegen Pakistan in einer Vielzahl von Rollen. Dabei wurden FAB-500 (500-kg-Bomben) auf Paletten gepackt und per Hand aus dem Hecktor geworfen. Jugoslawien setzte zwei zivile An-12 im Frachtcharterverkehr ein, wobei eine Maschine, YU-AID, im Rahmen der UN-Hungerhilfe in Afrika abstürzte.

Zivile Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugzeugtyp wurde und wird auch noch im Jahr 2018 von zivilen Gesellschaften betrieben.

Aufgrund einer Häufung von Unfällen unter Beteiligung dieses Flugzeugtyps haben die Vereinigten Arabischen Emirate Flüge der An-12 in ihrem Luftraum ab März 2010 verboten.[2]

Einsatzländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AgyptenÄgypten Ägypten: erhielt ursprünglich 24 Maschinen, von denen Mitte der 1990er-Jahre noch fünf Maschinen in Betrieb gewesen sein sollen. In den 1970er-Jahren sollen von Ägypten aus mehrere sowjetische Cub-B mit sowjetischen Besatzungen zur elektronischen Aufklärung operiert haben.
  • AlgerienAlgerien Algerien: erhielt ursprünglich acht Maschinen.
  • AngolaAngola Angola: 10 Flugzeuge, teils sicher bis 2012 aktiv, zum Teil nicht neu geliefert[3]
  • ArmenienArmenien Armenien: die staatl. Fluggesellschaft AirArmenia betrieb noch mindestens zwei Maschinen
  • AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan: eine Maschine
  • AthiopienÄthiopien Äthiopien: 15 Maschinen wurden geliefert, bis 2014 auf 3 Maschinen reduziert[4]
  • BangladeschBangladesch Bangladesch: verfügte im 2008 möglicherweise noch über eine Maschine.
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China: baut die An-12 als Shaanxi Y-8 in Lizenz. Die Y-8 wird als Transporter, Lufttanker und als Seepatrouillenflugzeug eingesetzt.
  • GuineaGuinea Guinea: erhielt mindestens zwei Maschinen
  • GUSGUS GUS: in der Transporterrolle soll die An-12 größtenteils durch die Il-76 abgelöst sein, aber bis zu 260 Exemplare stehen noch in Sonderausführungen bei den Luftstreitkräften. Etwa 25 Flugzeuge werden von der Marine betrieben.
  • IndienIndien Indien: erhielt in mehreren Schüben insgesamt 41 Maschinen. Diese Flugzeuge wurden als Transporter, Bomber, Seeaufklärer, SAR-Flugzeuge und als luftgestützte Jägerleitstellen eingesetzt. Die An-12 ist in Indien größtenteils durch die Il-76 ersetzt worden.
  • IrakIrak Irak: der Irak erwarb zehn An-12. Neben dem Einsatz als Transporter wurden einige Exemplare als Lufttanker für Mirage F1 zum Angriff auf iranische Ölförderanlagen eingesetzt.
  • Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien: verfügte über eine Transportstaffel mit zwölf Flugzeugen.
  • MadagaskarMadagaskar Madagaskar: das Land soll mindestens eine Maschine erworben haben.
  • PolenPolen Polen: 2 Flugzeuge hatten militärisch die Nummern 50 und 51[5] getragen, die späteren SP-LZA[6] und SP-LZB; zweitere wurde LZ-SFS bis 2007[7]
  • SyrienSyrien Syrien: erhielt sechs An-12.
  • TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei: betrieben bis zur Teilung zwei Maschinen, von denen später mindestens eine an die Slowakei ging.
  • VenezuelaVenezuela Venezuela: am 27. November 2010 wurde bekannt, dass das Land plant, zehn bis zwölf Y-8-Transportmaschinen für seine Luftwaffe zu beschaffen. Die Flugzeuge sollen 2011 ausgeliefert werden.[8]
  • WeissrusslandWeißrussland Weißrussland: 6

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Erstflug 1957 bis November 2017 kam es mit Antonow An-12 zu 232 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 129 davon kamen 1785 Menschen ums Leben.[9] Auswahl:

  • Am 26. Mai 2008 verunglückte nahe Tscheljabinsk eine An-12BP der Moskovia Airlines (RA-12957), nachdem ein Feuer an Bord ausgebrochen war. Alle neun Personen an Bord starben.[11]
  • Am 27. Juni 2008 kam es zum Absturz einer An-12BK der sudanesischen Fluggesellschaft Juba Air Cargo nördlich von Malakal, Sudan. Unglücksursache war der kurz aufeinander folgende Ausfall dreier Triebwerke, verursacht durch Eisbildung an den Triebwerkseinläufen während eines starken Gewitters. Bei dem Unglück kamen sieben Personen ums Leben, ein Bordmitglied überlebte mit leichten Verletzungen.[12]
  • Am 13. November 2008 gab es sieben Tote beim Absturz einer von FedEx gecharterten An-12 im westlichen Irak. Die Besatzung des Flugzeugs der British Gulf International (Kennzeichen S9-SAO) verlor Sekunden nach dem Start von der Al Asad Airbase aufgrund technischer Probleme die Kontrolle über das Flugzeug.[13]
  • Am 20. Februar 2009 geriet auf dem Flughafen Luxor in Ägypten eine in São Tomé und Príncipe registrierte An-12B (S9-SVN) nach dem Auftanken aufgrund eines Treibstofflecks beim anschließendem Start in Brand. Alle fünf Besatzungsmitglieder wurden bei dem Absturz kurz hinter dem Startbahnende getötet.[14]
  • Am 22. April 2010 kamen bei der Notlandung eines brennenden Frachtflugzeugs auf den Philippinen, ausgelöst durch einen Kurzschluss, drei Besatzungsmitglieder ums Leben, drei weitere wurden verletzt.[16]
  • Am 7. Oktober 2012 stürzte eine mit Nachschub für die Armee in die Krisen-Region Darfur beladene An-12BP der Azza Transport (ST-ARV) etwa 40 km südwestlich der sudanesischen Hauptstadt Khartum ab, nachdem es zu Triebwerksproblemen gekommen war. Bei dem Unfall kamen 15 Armeeangehörige ums Leben, 7 weitere wurden verletzt.[19]
  • Am 9. August 2013 geriet während der Startvorbereitung auf dem Flughafen Leipzig/Halle das Hilfstriebwerk einer An-12BP (UR-CAG) der Ukraine Air Alliance in Brand. Während die sieben Besatzungsmitglieder unverletzt entkommen konnten, starben fast 49.000 zuvor verladene Hühnerküken in den Flammen.[20]
  • Am 4. November 2015 stürzte am Flughafen Juba, Südsudan, kurz nach dem Start eine An-12 der Asia Airways (EY-406) rund 800 Meter hinter der Startbahn ab. Die in Tadschikistan registrierte Maschine wurde im Auftrag von Allied Services Limited durch eine Besatzung geflogen, die aus fünf Armeniern und einem Russen bestand. Der Hersteller Antonow teilte in einer Presseerklärung mit, die Maschine sei nicht lufttüchtig gewesen, da wichtige Wartungsarbeiten nicht durchgeführt worden seien. Die Zahl der Todesopfer wird mit „wenigstens 36“ angegeben.[22][23][24][25]
  • Am 15. März 2018 verlor eine An-12 in Jakutsk einen Teil einer Werttransport-Ladung, wobei aus der beschädigten Heckrampe rund dreieinhalb Tonnen Gold und andere Wertstoffe auf der Piste und im Gebiet des weiteren Abflug-Pfades landeten. Dieser Vorfall erweckte weltweit großes mediales Interesse.[26][27]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersichtskarte mit den Betreiberländern der Antonow An-12
Antonow An-12
Cockpit einer Antonow An-12
Antonow An-12
An-12 der Kosmos Airlines
Kenngröße Daten (Grundversion)[28] Daten (An-12BP)
Besatzung 5
Passagiere 130 (An-12B) max. 132 (siehe Versionen)
Spannweite 38,00 m
Länge 36,95 m 33,10 m
Höhe 9,78 m 10,53 m
Flügelfläche 120,50 m² 121,70 m²
Flügelstreckung 10,6 11,87
Leermasse 28.000 kg
Zuladung normal 16.000 kg
maximal 20.000 kg
ca. 22.000 kg
Startmasse normal 54.000 kg
maximal 61.000 kg
ca. 61.000 kg
Flächenbelastung normal 448,1 kg/m² k. A.
Leistungsbelastung normal 3,42 kg/PS k. A.
Höchstgeschwindigkeit 777 km/h
Reisegeschwindigkeit maximal 600 km/h
wirtschaftlich 550 km/h
670 km/h
Dienstgipfelhöhe k. A. 10.200 m
benötigter Startweg/Landeweg k. A. ca. 350 m
Start- und Landerollstrecke 850 m / 860 m k. A.
Reichweite maximal 5.500 km mit Zusatztanks
normal 3.600 km
1.200 km mit maximaler Nutzlast
3.600 km
Triebwerke 4 × Iwtschenko-AI-20M-Propellerturbinen
Leistung je 2.942 kW (4.000 PS) je 3.126 kW (4.250 PS)

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2 × 23-mm-Maschinenkanone AM-23 in Zwillingslafette mit 225 Schuss Munition im Heckstand, die über ein optisches Visier manuell vom Heckschützen bedient wird. Der Einbau erfolgte nur in Militärvarianten und umfasste eine separate Druckkabine und ist gleich aufgebaut wie in der Tu-16, verfügt jedoch nicht über ein „Bee Hind“-Feuerleitradar.
  • 28 × FAB-500-Freifallbomben (500-kg-Eisenbomben) auf Paletten verpackt als Hilfsbomber bei der Indian Air Force

Selbstverteidigungssysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1 × Radarwarnsensor, im Heck oberhalb der Heckschützenkanzel befindet sich der Sensor des „Gamma-A“-Radarwarnsystems
  • 1 × IFF-Antenne SRO-2M „Odd Rods“
  • 1 × EKSP-39-Signalraketenwerfer für je vier verschiedenfarbige Signalraketen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Dohrn (Hrsg.): Aircraft. Die neue Enzyklopädie der Luftfahrt. TNT / de Havilland Venom / Antonow An-12. Nr. 131. TOPIC, München-Karlsfeld 1995, S. 3642–3668.
  • Helmut Herfurth: Antonow An-12. In: Illustrierte Reihe für den Typensammler. Nr. 4. Deutscher Militärverlag, Berlin 1964.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antonow An-12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antonov offizielle website (en). Archiviert vom Original am 12. November 2012. Abgerufen am 31. Januar 2017.
  2. RIA Novosti: Ukrainische Militärflugzeuge AN-12 dürfen nicht mehr in Arabische Emirate abgerufen am 19. Februar 2010
  3. Geschichte des Flugzeugs D2-MBV, aerotransport.org, abgerufen am 12. März 2017
  4. bicc Informationsdienst Sicherheit, Rüstung und Entwicklung in Empfängerländern deutscher Rüstungsexporte: Länderporträt Äthiopien (Memento vom 6. März 2016 im Internet Archive). Dezember 2014.
  5. Geschichte der 1977 abgestürzten 50 (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive), erweitert aus einem Artikel des Newsweek: 1977 der vergessene Flug 6883
  6. Absturz LZ-LZA
  7. Geschichte des Flugzeugs mit der Seriennummer 6344308, planelogger.com
  8. RIA Novosti: Venezuela bestellt zwölf Transportflugzeuge
  9. Unfallstatistik Antonov An-12, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2017.
  10. Unfallbericht AN-12 ST-ADE, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2017.
  11. Unfallbericht AN-12 RA-12957, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2017.
  12. Crash: Juba Air Cargo AN12 near Malakal on June 27th 2008, triple engine failure enroute. The Aviation Herald vom 20. Mai 2013 (englisch).
  13. Laut: Aero International, Heft 1/2009, S. 42
  14. Unfallbericht An-12B S9-SVN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2017.
  15. Kongo: Flugzeug stürzt auf Vorort von Brazzaville, orf.at
  16. Brennendes Frachtflugzeug notgelandet (Panorama, NZZ Online)
  17. Flugzeug stürzt in Wohnviertel – Mindestens 19 Tote, focus.de
  18. RIA Novosti: Wrack von An-12 entdeckt: Elf Tote
  19. Unfallbericht AN-12 ST-ARV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2017.
  20. Accident: Ukraine Air Alliance AN12 at Leipzig on Aug 9th 2013, aircraft burned down during engine start. The Aviation Herald, abgerufen am 11. August 2013.
  21. Crash: Ukraine Air Alliance AN12 near Tamanrasset on Aug 30th 2014, impacted Terrain. The Aviation Herald, abgerufen am 3. August 2015.
  22. [1] The Guardian, abgerufen am 4. November 2015
  23. South Sudan plane crash: 'Dozens killed' near Juba airport. BBC, 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015 (englisch).
  24. ASN Aircraft accident Antonov 12BK EY-406 Juba Airport (JUB). Aviation Safety Network, 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015 (englisch).
  25. Scores dead in South Sudan plane crash, Al Jazeera, 4. November 2015
  26. Russian Plane Loses Gold Bars Worth $378 M After Door Breaks, 15. März 2018
  27. Unfallbeschreibung im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017
  28. Heinz A. F. Schmidt: Sowjetische Flugzeuge. Transpress, Berlin 1971, S. 39.