Kyburg ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Kyburgf zu vermeiden.
Kyburg
Wappen von Kyburg
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
Politische Gemeinde: Illnau-Effretikoni2
Postleitzahl: 8314
UN/LOCODE: CH ILL
Koordinaten: 698466 / 257076Koordinaten: 47° 27′ 26″ N, 8° 44′ 40″ O; CH1903: 698466 / 257076
Höhe: 625 m ü. M.
Fläche: 7,58 km²
Einwohner: 405 (31. Dezember 2014)
Einwohnerdichte: 53 Einw. pro km²
Website: www.kyburg.ch
Dorf und Schloss Kyburg

Dorf und Schloss Kyburg

Karte
Kyburg ZH (Schweiz)
Kyburg ZH
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2016

Kyburg (zürichdeutsch älter Chibèèrg [ˈχibɛːrɡ]) war bis zum 31. Dezember 2015 eine politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Schweizer Kantons Zürich. Am 1. Januar 2016 fusionierte sie mit der politischen Gemeinde Illnau-Effretikon.

Zu Kyburg gehören die Weiler Billikon, Brünggen, Ettenhusen, Mülau, Neu-Brünggen und Seemerrüti.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Schwarz ein goldener Schrägbalken, begleitet von zwei schreitenden goldenen Löwen

Das Wappen wurde aus dem Wappen der Grafen zu Kyburg entnommen (siehe für einen geschichtlichen Abriss den Artikel Wappen des Kantons Thurgau).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kyburg liegt auf einem Molassehügel 5 km südlich von Winterthur und der Töss. Das ehemalige Gemeindegebiet ist stark bewaldet (61,2 % der Fläche), der Landwirtschaft dienen 32 % der Gemeindefläche.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 148
1771 296
1850 374
1900 358
1950 386
2000 396
2010 419

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP hatte zuletzt 44 %, die SP 16,2 %, die FDP 15,3 %, die Grüne 13,1 %, die CVP 1,8 %, und die EVP 3,1 % der Wählerstimmen.

Gemeindepräsident war der Parteilose Kurt Bosshard (Stand 2014).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Siedlung Kyburg wurde 1262–1264 erstmals erwähnt. Die Geschichte des Dorfes ist eng verbunden mit derjenigen des gleichnamigen Schlosses Kyburg. Kyburg liegt an der Stelle der ehemaligen Vorburg. Diese war durch zwei Trockengräben von der Ebene abgetrennt, die die Siedlungsentwicklung prägten.

Durch Schenkungen erweiterten die Habsburger die städtischen Vorrechte der Siedlung. Durch Herzog Albrecht erhielt die Siedlung 1337 ein eigenes Gericht und wurde von den Steuern befreit. Als die Siedlung 1362 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde, konnte sie sich weitere Vorrechte sichern. Herzog Leopold sprach der Siedlung 1370 einen Jahr- und einen Wochenmarkt zu. Der Markt wurde erst im 18. Jahrhundert aufgegeben.

Im Verlauf des Appenzellerkrieges 1407 wurde das Städtchen und Schloss von den Schwyzern eingenommen. Im alten Zürichkrieg wurde das befestigte Städtchen stark in Mitleidenschaft gezogen und wurde als offenes Dorf wieder aufgebaut. Als im Jahr 1424 die Grafschaft Kyburg an Zürich kam, blieben die Rechte des Städtchens gewahrt; es wurde ihm die niedere Gerichtsbarkeit verliehen und das Marktrecht bestätigt. 1671 wurde die Landschreiberei von Pfäffikon nach Kyburg verlegt. 1798 gingen alle mittelalterlichen Privilegien verloren und die Gemeinde wurde dem Distrikt Fehraltorf zugeteilt. Zwischen 1803 und 1815 gehörte sie zum Bezirk Uster-Grünigen. Während der Restauration wurde sie nochmals Sitz des Oberamtes Kyburg. Seit der Verwaltungsreform von 1831 gehört die Gemeinde Kyburg zum Bezirk Pfäffikon.

Am 24. November 2013 sprach sich das stimmberechtigte Volk von Kyburg mit einem Ja-Anteil von 75 % für eine Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit Illnau-Effretikon aus. Den endgültigen Entscheid zur Fusion fällten die Stimmberechtigten in einer Volksabstimmung am 14. Juni 2015, die Kyburger mit 81 %, die Illnau-Effretiker mit 89 % Zustimmung. Der Regierungsrat des Kantons Zürich subventionierte die Fusion mit 1.9 Millionen Franken.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) führte Kyburg bis zur Fusion mit Illnau-Effretikon unter der BFS-Nummer 0175.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden Sommer findet auf der Kyburg jeweils die Kyburgiade, ein internationales Kammermusikfestival, statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Schloss Kyburg mit seiner Burgkapelle mit mittelalterlichen Wandmalereien gibt es etliche stattliche Gebäude. Neben der Kirche mit Pfarrhaus sind die ehemalige Kanzlei und das Gasthaus Hirschen erwähnenswert.

An der Strasse nach Winterthur-Sennhof führt eine gedeckte Holzbrücke von 1846 über die Töss.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler: Kyburg ZH. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 251). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1997, ISBN 978-3-85782-251-3.
  • Hans Martin Gubler, Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 66). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1978, ISBN 3-7643-0991-1, S. 141–200.
  • Martin Lee: Kyburg in 33 Geschichten. Gemeinde und Schloss Kyburg: von der Vergangenheit zur Gegenwart. Gemeinde Kyburg, Kyburg 2011.
  • Ueli Müller: Kyburg (Gemeinde) im Historischen Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyburg ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnis der Wahl 2014 im Zürcher Oberländer.