Weisslingen

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Weisslingen
Wappen von Weisslingen
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
BFS-Nr.: 0180i1f3f4
Postleitzahl: 8308 Agasul
8484 Neschwil
8484 Theilingen
8484 Weisslingen
8486 Rikon im Tösstal
Koordinaten: 699998 / 254397Koordinaten: 47° 25′ 58″ N, 8° 45′ 51″ O; CH1903: 699998 / 254397
Höhe: 576 m ü. M.
Höhenbereich: 489–735 m ü. M.[1]
Fläche: 12,81 km²[2]
Einwohner: 3365 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 263 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
10,1 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Pascal Martin (SVP)
Website: www.weisslingen.ch
Weisslingen von Westen.jpg

Lage der Gemeinde
GreifenseePfäffikerseeKanton St. GallenKanton ThurgauBezirk BülachBezirk HinwilBezirk MeilenBezirk UsterBezirk WinterthurBaumaFehraltorfHittnauIllnau-EffretikonLindau ZHPfäffikon ZHRussikonWeisslingenWilaWildberg ZHKarte von Weisslingen
Über dieses Bild
w
Kirche von Weisslingen

Weisslingen, zürichdeutsch (im) Wislig,[5] ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Zürich. Sie liegt im Zürcher Oberland und gehört zum Bezirk Pfäffikon.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Silber eine geschweifte schwarze Spitze, belegt und beseitet von drei Sternen in verwechselten Farben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weisslingen umfasst auch die Weiler Dettenried, Lendikon, Theilingen, Neschwil und die Aussenwacht Schwändi. Die Gemeinde Weisslingen liegt im Zürcher Oberland auf einer Anhöhe der Almenkette, die im Norden gegen das Tösstal, im Süden gegen das Kemptthal abfällt. Dominantes Merkmal ist der Brauiweiher ca. 1 km südlich des Dorfes Weisslingen, welcher im 19. Jahrhundert künstlich angelegt wurde, um die damals bestehende Brauerei mit Eis zu beliefern. Ein zweiter, kleinerer künstlicher Weiher, der Theiliger Weiher, befindet sich zwischen Weisslingen und Theilingen.

Die Gemeinde Weisslingen grenzt im Nordosten an die Gemeinde Zell, im Osten an Wildberg, im Süden an Russikon und im Nordwesten an Illnau-Effretikon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild von Walter Mittelholzer (1920)

Das Gebiet der Gemeinde Weisslingen wurde vermutlich bereits zur Hallstattzeit und Latènezeit besiedelt. Im Zihlacker gab es eine römische Siedlung. Von der Besiedlung durch die Alemannen zeugten Grabstätten aus dem 5. und 6. Jh. nach Chr. Die erste urkundliche Erwähnung von Weisslingen und Theilingen erfolgte am 10. September 745 und am 22. Dezember 764 bei einer Güterübertragung an das Kloster St. Gallen. In der Urkunde von 764 wird eine molino (Mühle) zu Weisslingen erwähnt, die damit als älteste im Kanton Zürich gilt. Mit der Geschichte der Gemeinde befasst sich der Historische Verein Weisslingen[6], der auch das Ortsmuseum betreibt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weisslingen verfügt neben zahlreichen Kleinbetrieben in den typischen Handwerkerbranchen über einen zentral gelegenen Prima-Laden, der die Güter des täglichen Bedarfes anbietet. Eingegliedert in den Prima-Laden sind eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Poststelle und eine Landi-Filiale mit Artikeln für Gärtner und Bauern. Mehrere Gaststätten sind über das Gemeindegebiet verteilt.

Die Gemeinde hat einen der höchsten Anteile an Einfamilienhäusern des Kantons.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfzentrum von Weisslingen 2008

Weisslingen ist im Zürcher Verkehrsverbund eingebunden und mit der Buslinie 832 von Kollbrunn und Pfäffikon ZH sowie mit der Buslinie 640 von Illnau-Effretikon zu erreichen. An all diesen Orten gibt es Anschlüsse ans Netz der S-Bahn Zürich.

Strassenverbindungen bestehen ins Tösstal nach Kollbrunn und Rikon, über Wildberg nach Turbenthal und ins Kemptthal nach Illnau und Fehraltorf. Zudem liegt Weisslingen an der Höhenstrasse, die auf der Längsachse der Allmenkette von Kyburg über Bäretswil bis zum Bachtel führt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weisslingen gibt es fünf lokale Parteien: EVP, GLP, SP, SVP und Wisliger Forum.[7] Gemeindepräsident seit 2022 ist Pascal Martin (SVP), Vorgänger bis 2022 war Andrea Conzett (Wisliger Forum).[8][9]

Mitglieder des Weisslinger Gemeinderats (2018–2022)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Pascal Martin 2018 / 2022 Gemeindepräsident SVP
Geiser Patrick 2018 Tiefbau / Werke / Verkehr / 1. Vizepräsident (WF Wisliger Forum)
Bachofner Marianne 2014 Bildung / Schulpräsidentin / 2. Vizepräsidentin SVP
Wangler Clemens 2018 Soziales / Jugend / Kultur / Gesellschaft (WF Wisliger Forum)
Markus Moser 2022 Gesundheit / Umwelt und Bestattungswesen / Sicherheit / Land- und Forstwirtschaft / Naturschutz SVP
Roland Bischofberger 2022 Finanzen / Liegenschaften (WF Wisliger Forum)

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulangebot umfasst Kindergärten, eine Primar- und eine Sekundarschule. Letztere wird auch von den Schülern der Nachbargemeinde Kyburg benutzt. Die Stimmberechtigten der Gemeinde haben 2004 beschlossen, Weisslingen zu einer Einheitsgemeinde zu machen, d. h. die Primar-, Oberstufen- und politische Gemeinde zusammenzulegen. Ausserdem existiert im Nachbardorf Neschwil eine Tagesschule, die hauptsächlich von Schülern aus Illnau besucht wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gubel und Giessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mülibach-Giessen, 4 m Fallhöhe, Koord. 700021/254891

Seckitobel-Giessen des Tollenbachs, 15 m, Koord. 700435/255451

Steigtobel-Giessen des Steigbachs, 4 m, Koord.699807/255178[10]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In jüngster Zeit hat in Weisslingen vor allem das Thema Fluglärm für Diskussionen gesorgt. Die Gemeinde liegt rund 25 km Luftlinie vom Flughafen Zürich entfernt und wird von Flugzeugen überflogen, die auf der Piste 28 landen («Ostanflug»).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Jakob Ulrich (1798–1877), Zeichner und Maler, wuchs in Weisslingen auf
  • Ernst Meier (1897–1979), in Weisslingen geborener Gewerkschafter und Politiker, Nationalrat
  • Thomas Kessler (* 1959), Agronom, Politiker und Drogenbeauftragter, wuchs zeitweise in Weisslingen auf
  • Tiana Angelina Moser (* 1979), Politikerin, Nationalrätin, wuchs in Weisslingen auf

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dies sind alles Weiler der Gemeinde Weisslingen. Schwändi zählt als Aussenwacht, denn sie besteht nur aus wenigen Häusern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler, Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1978 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66). ISBN 3-7643-0991-1. S. 201–224.
  • Ueli Müller: Weisslingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Bernhard Schneider (Hrsg.), unter Mitarbeit von Daniel Meienberger; Autorinnen: Charlotte Heer, Eva Krähenbühl, Claudia Weilenmann; Fotos: Martin Müller: Weisslingen. Chronos Verlag Zürich 1993, ISBN 3-905311-20-8
  • Das Dorf (Über: wie der Bauboom nach Weisslingen kam und das Leben der Alteingesessenen veränderte; Kommunalpolitik, Dorfbeiz, Asylanten und Neuzuzüger). In: NZZ Folio. 05/2007, Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weisslingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Sprachatlas der deutschen Schweiz, Band V, 1b; Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 670.
  6. Historischer Verein Weisslingen. Abgerufen am 19. November 2018.
  7. http://www.weisslingen.ch/parteien.html
  8. http://www.weisslingen.ch/gemeinderat.html
  9. http://www.landbote.ch/region/pfaeffikon/dass-weisslingen-als-svphochburg-gilt-stoert-mich-nicht/story/25912881?track
  10. Rudolf Bolliger: Giessen im Tösstal. 1. Auflage. Rudolf Bolliger, Weisslingen ZH 2020, ISBN 978-3-03307989-2, S. 24, 99–100, 126.