Landshut (Bay) Hauptbahnhof

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Landshut (Bay) Hbf
Straßenseite des Bahnhofsgebäudes
Straßenseite des Bahnhofsgebäudes
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Abkürzung MLA
IBNR 8000217
Kategorie 2
Eröffnung 3. November 1858
Profil auf Bahnhof.de 3513
Lage
Stadt/Gemeinde Landshut
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 32′ 53,8″ N, 12° 8′ 7,9″ O48.54826812.135533Koordinaten: 48° 32′ 53,8″ N, 12° 8′ 7,9″ O
Höhe (SO) 393 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i16i18

Landshut (Bay) Hauptbahnhof (offiziell: Landshut (Bay) Hbf, Abkürzung: MLA) ist der Bahnhof der bayerischen kreisfreien Stadt Landshut. Daneben gibt es noch den Haltepunkt Landshut (Bay) Süd an der Bahnstrecke Neumarkt-Sankt Veit–Landshut. Der Bahnhof besitzt sieben Bahnsteiggleise und gehört der Bahnhofskategorie 2 der DB Station&Service an. Er wird täglich von ungefähr 120 Zügen der DB Regio, der Länderbahn und der Agilis bedient. Landshut liegt an den Bahnstrecken München–Regensburg, München–Landshut–Passau und Landshut–Mühldorf. Außerdem befindet der Bahnhof sich an der Museumsbahnlinie Landshut–Neuhausen.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich nördlich des Stadtzentrums von Landshut. Das Bahnhofsareal wird südöstlich durch die Bahnhofsstraße begrenzt, die auf dem Bahnhofsplatz einmündende Luitpoldstraße ist eine Verbindung zur Landshuter Innenstadt. Östlich des Bahnhofes verläuft die Altdorfer Straße, diese führt mit einer 1964 bis 1966 erbauten und 2007 bis 2008 sanierten Brücke über das Bahngelände. Nördlich des Areals wird der Bahnhof von der Oberndorferstraße begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Alten Bahnhofes Landshut

Alter Bahnhof Landshut[Bearbeiten]

Im Jahr 1854 wurde die Bauarbeiten für einen Kopfbahnhof in der Nähe der kleinen Isar begonnen. Um den Bahnhof vor Hochwasser zu schützen, mussten auch zahlreiche Erdarbeiten durchgeführt werden. Im Jahr 1857 wurde begonnen das Empfangsgebäude zu bauen, das heute unter Denkmalschutz steht. Es wurde aus Backstein gebaut und vom Maurermeister Simon Pausinger entworfen. Erst kurz vor der Eröffnung des Bahnhofes wurde im April 1858 eine Bahnsteighalle errichtet.

Der Bahnhof konnte am 3. November 1858 mit der Eröffnung der Bahnstrecke München–Landshut eröffnet werden. Am 12. Dezember 1859 folgte die Weiterführung dieser Strecke über Geiselhöring nach Regensburg. Am 6. August 1873 wurde zwischen Landshut und Regensburg die Strecke NeufahrnEggmühlObertraubling errichtet, die den Umweg über Geiselhöring unnötig machte. Aber schon in den 1870er Jahren erkannte man, dass die geplanten Bahnstrecken rund um Landshut nicht mehr sinnvoll in den Bahnhof eingeführt werden konnten. Außerdem war der Bahnhof zu klein, um Ausgangspunkt neuer Bahnstrecken zu sein.[1]

Neuer Bahnhof Landshut[Bearbeiten]

Schließlich wurde sich zum Bau eines neuen Durchgangsbahnhofes entschieden. Die Bauarbeiten fanden in den Jahren 1876 bis 1880 statt. Um die Baumaterialien zu befördern, war ein Anschlussgleis zum alten Bahnhof vorhanden. Am 11. Mai 1880 wurde der Bahnhof verlegt, vom alten Bahnhof blieb nur noch das heute denkmalgeschützte Empfangsgebäude übrig, die Gleisanlagen wurden zurückgebaut.

Mit der Eröffnung des Bahnhofes wurde am 15. Mai 1880 die Bahnstrecke über Pilsting nach Plattling eröffnet, am 4. Oktober 1883 folgte die Inbetriebnahme der Bahnstrecke Mühldorf–Landshut. Am 28. September 1892 wurde die Strecke München–Landshut zweigleisig ausgebaut. Am 3. November 1900 wurde die Stichstrecke von Landshut nach Rottenburg an der Laaber eröffnet.

Am 30. Juni 1902 wurde eine Pferdebahn vom Landshuter Hauptbahnhof zum Dreifaltigkeitsplatz eröffnet. Am 15. Januar 1913 wurde auf der Straßenbahn Landshut der elektrische Betrieb eingeführt.

Am 3. Oktober 1925 wurde die Bahnstrecke München–Landshut elektrifiziert, am 1. Oktober 1926 folgte die Elektrifizierung des Abschnittes Landshut–Neufahrn und am 10. Mai 1927 konnte schließlich die Elektrifizierung der Gesamtstrecke München–Regensburg fertiggestellt werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde am 19. März 1945 das gesamte Bahnhofsareal durch einen Bombenangriff zerstört. Die Gleisanlagen wurden in den Nachkriegsjahren wiederhergestellt, das Bahnhofsgebäude musste wegen umfangreicher Schäden neu gebaut werden. Das Gebäude wurde am 19. März 1954 durch einen neuen Zweckbau ersetzt.[1] Am selben Tag wurde der Betrieb der Landshuter Straßenbahn aufgrund der Zerstörung des Trambahndepots durch Luftangriffe eingestellt. Als Ersatz für die Straßenbahn wurde am 27. November 1948 der Oberleitungsbus Landshut eröffnet, der am 22. Mai 1966 wieder eingestellt wurde.

Am 25. Mai 1976 wurde die Strecke von Landshut nach Plattling elektrifiziert. Am 25. Mai 1974 wurde der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Landshut–Rottenburg eingestellt. Am 27. September 1998 folgte der Güterverkehr und der Streckenabschnitt Neuhausen–Rottenburg wurde abgebaut. Auf dem Restabschnitt verkehren seit dem 4. Juni 2011 Museumszüge.

Am 1. März 1984 wurde das Bahnbetriebswerk Landshut (Bay) aufgelöst.[2]

Betriebssteuerung[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1950 wurde der Hauptbahnhof Landshut von rein mechanischen Stellwerken betrieben. Im Januar 1950 nahm die Deutsche Bundesbahn zwei neue Drucktastenstellwerke der Bauart Siemens Dr 1 in Betrieb. Das Stellwerk Lo diente als Wärterstellwerk, Lwf als Fahrdienstleiterstellwerk.

Im Jahr 1982 erfolgte dann die Umrüstung auf ein Spurplandrucktastenstellwerk der Bauart Siemens S600. Damals war das Stellwerk Landshut bis zur Errichtung des ersten ESTW für einige Jahre das modernste Stellwerk Europas. Zu den von Landshut abhängigen Streckenabschnitten gehören neben dem Hauptbahnhof selbst auch Teile der Bahnstrecke Landshut–Neumarkt Sankt-Veit und bis 2007 auch ein Streckenblock auf der Bahnstrecke München–Landshut.[3]

Des Weiteren werden auf der Strecke Landshut–Plattling die beiden zweigleisigen Kreuzungsbahnhöfe Altheim und Ahrain sowie die dazwischen liegenden Streckenabschnitte im Fernsteuerverfahren betrieben. Der nächste örtlich besetzte Bahnhof befindet sich erst wieder in Wörth (Isar).

Infrastruktur[Bearbeiten]

Gleisanlagen

Der Bahnhof besitzt sieben Gleise an vier Bahnsteigen. Gleis 1 befindet sich am Hausbahnsteig und wird von den Regionalbahnen in Richtung Mühldorf bedient. Das bahnsteiglose Gleis 2 dient als Durchfahrtsgleis für den Güterverkehr. An Gleis 3 halten ebenfalls Regionalbahnen in Richtung Mühldorf. An den Gleisen 4 und 5 halten die Regionalzüge in Richtung Regensburg und Passau und an Gleis 6 die Regionalzüge nach München. Gleis 7 wird von einzelnen Zügen der Agilis in Richtung Regensburg und Gleis 8 von den Regionalbahnen nach Freising bedient. Jeder Bahnsteig ist überdacht und verfügt über digitale Zugzielanzeiger. Alle Bahnsteige sind über eine Fußgängerunterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden. Nur die ersten fünf Gleise sind barrierefrei zu erreichen, da sich an den Gleisen 7 und 8 keine behindertengerechten Zugänge befinden. Am Bahnhof sind Parkplätze und Busanschlüsse vorhanden.

Bahnsteigdaten[Bearbeiten]

  • Gleis 1: Bahnsteighöhe 76 Zentimeter, Bahnsteiglänge 365 Meter
  • Gleis 3: Bahnsteighöhe 76 Zentimeter, Bahnsteiglänge 334 Meter
  • Gleis 4: Bahnsteighöhe 76 Zentimeter, Bahnsteiglänge 334 Meter
  • Gleis 5: Bahnsteighöhe 76 Zentimeter, Bahnsteiglänge 366 Meter
  • Gleis 6: Bahnsteighöhe 76 Zentimeter, Bahnsteiglänge 366 Meter
  • Gleis 7: Bahnsteighöhe 30 Zentimeter, Bahnsteiglänge 452 Meter
  • Gleis 8: Bahnsteighöhe 30 Zentimeter, Bahnsteiglänge 452 Meter[4]

Verkehr[Bearbeiten]

ALX nach Hof Hbf

Seit dem 9. Dezember 2007 verkehrt im Zweistundentakt der alex (bis 2010 Arriva-Länderbahn-Express), der von der Länderbahn betrieben wird. Außerdem halten der Donau-Isar-Express von München nach Passau im Stundentakt und die Regional-Express-Linie München–Regensburg–Nürnberg im Zweistundentakt. Zudem fahren im Stundentakt Regionalbahnen zwischen Freising und Landshut, die alle Zwischenhalte bedienen, an denen die Regional-Expresse nicht halten.

Der Landshuter Hauptbahnhof gehört zum Linienstern Mühldorf, sodass im Stundentakt Regionalbahnen der Südostbayernbahn über Mühldorf nach Freilassing oder Rosenheim verkehren. Außerdem ist Landshut Endstation einzelner Agilis-Züge, die über Regensburg nach Ingolstadt fahren.

Die letzten Fernverkehrszüge, EuroCitys nach Prag, verlor der Bahnhof wenige Jahre vor der Inbetriebnahme des alex, der diese Leistungen jetzt übernommen hat.

Zuggattung Linienverlauf Taktfrequenz
ALX MünchenLandshutRegensburg (– Schwandorf – Weiden – MarktredwitzHof) 2-Stundentakt
ALX München – Landshut – Regensburg – Schwandorf – Prag / (Hof) einzelne Züge
RE München – Landshut – Regensburg – NeumarktNürnberg 2-Stundentakt
RE Donau-Isar-Express:
München – LandshutPlattlingPassau
Stundentakt
RB (München –) FreisingLangenbach (Oberbayern) – Moosburg – Landshut Stundentakt
RB (Bogen – Straubing –) Landshut – Neumarkt-Sankt Veit – Mühldorf (Oberbayern)Freilassing (– Salzburg) 2-Stundentakt
RB Landshut – Neumarkt-Sankt Veit – Mühldorf – Wasserburg (Inn) – Rosenheim 2-Stundentakt
RB Landshut – Neumarkt-Sankt Veit – Mühldorf (Oberbayern) – München einzelne Züge
ag Landshut – Neufahrn (Niederbayern) – Regensburg – Ingolstadt (– DonauwörthGünzburgUlm) Mo-Fr einzelne Züge

Des Weiteren findet an einigen Tagen im Jahr auf der Bahnstrecke Landshut–Rottenburg auf dem Abschnitt von Landshut bis Neuhausen ein Museumsbahnbetrieb statt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Informationen zur Geschichte des Landshuter Hauptbahnhofes des Stadtarchives Landshutes
  2. Statistik der Bundesbahndirektion München auf bahnstatistik.de. Abgerufen 27. August 2012.
  3. Liste Deutscher Stellwerke. In: stellwerke.de. Abgerufen am 11. Januar 2014
  4. Bahnsteiginformationen auf deutschebahn.com