Agilis

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agilis Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG
Logo von Agilis
Basisinformationen
Unternehmenssitz Regensburg
Webpräsenz agilis.de
Eigentümer agilis Eisenbahngesellschaft: Hamburger Hochbahn (51 %) und BeNEX (49 %)
agilis Verkehrsgesellschaft: BeNEX (100 %)[1]
Geschäftsführung Axel Hennighausen, Markus Schiefer
Verkehrsverbund RVV, DING, VGN, INVG
Mitarbeiter 140 (Eisenbahngesellschaft), 150 (Verkehrsgesellschaft)
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 14
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 26 Alstom Coradia Continental (E-Netz Regensburg), 38 Stadler Regio-Shuttle RS1 (Dieselnetz Oberfranken)
Statistik
Fahrgäste rund 7 Mio. (E-Netz Regensburg inkl. Donautalbahn), rund 4 Mio. (Dieselnetz Oberfranken)
Fahrleistung 5,5 Mio. Kilometer (E-Netz Regensburg inkl. Donautalbahn), 4,5 Mio. Kilometer (Dieselnetz Oberfranken)
Haltestellen 59 (E-Netz Regensburg inkl. Donautalbahn), 102 (Dieselnetz Oberfranken)
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 449 Kilometer (E-Netz Regensburg inkl. Donautalbahn), 429 Kilometer (Dieselnetz Oberfranken)dep1

Agilis Eisenbahngesellschaft (agilis E) und Agilis Verkehrsgesellschaft (agilis V) (eigene Schreibweise agilis) sind Eisenbahnverkehrsunternehmen, die Teile des Schienenpersonennahverkehrs in Bayern bedienen. agilis V ist ein Tochterunternehmen der Benex; agilis E ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Benex (49 %) und der Hamburger Hochbahn (HHA) (51 %).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Mai 2008 gewann die Hamburger Hochbahn die Ausschreibung des sogenannten Regensburger Sterns (auch E-Netz Regensburg), der die elektrifizierten Regionalbahnstrecken um Regensburg umfasst.[2] Am 30. Juli 2008 unterzeichneten Vertreter des Aufgabenträgers (d. h. die Bayerische Eisenbahngesellschaft), der Hochbahn und der BeNEX den Verkehrsvertrag für dieses Projekt. Für das Dieselnetz Oberfranken, das seit Juni 2011 bedient wird, erhielt BeNEX den Zuschlag. Um diese Strecken betreiben zu können, wurden im ersten Halbjahr 2009 die beiden „agilis“-Gesellschaften mit Sitz in Regensburg gegründet.

Die Verwaltung befindet sich in unmittelbarer Nähe des Regensburger Hauptbahnhofs im sogenannten Posthof. Das Betriebswerk für das „E-Netz“ wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik im Osten der Stadt errichtet. Der Spatenstich hierfür erfolgte am 29. Oktober 2009.

Anfang August 2016 wurde mit Betriebseinstellung in Bayern gedroht, um höhere Zuschüsse durchzusetzen. Begründet wurde dies mit der bei Vertragsabschluss noch nicht vorhandenen Konkurrenz durch Fernbusse.[3]

Ausschreibungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

E-Netz Regensburg mit Donautalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2007 gewann die HHA die Ausschreibung des E-Netzes Regensburg,[4][5] das insgesamt 5,5 Mio. Zugkilometer pro Jahr auf den Strecken von Regensburg nach Neumarkt in der Oberpfalz, Plattling, Landshut, Ulm und Ingolstadt umfasst.[6] Das von DB Regio Bayern veranlasste Nachprüfungsverfahren wurde am 21. Mai 2008 vom Oberlandesgericht München zurückgewiesen. Entsprechend erteilte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) der HHA den Zuschlag.[2] Für den Verkehr wurden insgesamt 26 neue Alstom Coradia-Continental-Triebzüge beschafft.[7]

Dieselnetz Oberfranken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Gewinn der Ausschreibung des E-Netzes Regensburg erhielt BeNEX auch bei der Ausschreibung des Dieselnetzes Oberfranken im Oktober 2008 den Zuschlag. Der Betrieb wurde zweistufig im Juni 2011 und im Dezember 2012 auf zahlreichen nicht elektrifizierten Haupt- und Nebenbahnen zwischen Bad Steben, Weiden, Bamberg und Bad Rodach aufgenommen. Die Neigetechnik-Verbindungen und die Alex-Züge sind davon nicht betroffen. Das Verkehrsvolumen beläuft sich auf vier Millionen Zugkilometer jährlich, und der Vertrag läuft bis Ende 2023. Damit wurde das vorherige Angebot um ein Drittel erhöht, sodass auf fast allen Strecken ein durchgängiger Stundentakt gefahren wird (Bad Rodach – Weiden, Hof – Bayreuth).

Streckennetze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regensburger Stern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 nahm die agilis Eisenbahngesellschaft den Betrieb des Regensburger Sterns in einer ersten Stufe auf. Agilis ersetzt seitdem die Regionalbahnleistungen von DB Regio auf den Strecken Neumarkt in der OberpfalzRegensburgPlattling, Regensburg – Ingolstadt und Ulm – Regensburg – Landshut. Das bestehende Angebot wurde verdichtet und vor allem in den Früh- und Abendstunden ergänzt, wobei aber meist Züge mit weniger Sitzplätzen eingesetzt werden als zuvor bei DB Regio. Die Strecken werden überwiegend im Stundentakt, im Schul- und Berufsverkehr teilweise auch in einem 30-Minuten-Takt bedient. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 wurde das Netz von Ingolstadt bis Ulm erweitert („zweite Stufe“). Neben gewöhnlichen Regionalzügen mit allen Unterwegshalten („ag“) verkehren Express-Züge „as“ (agilis Schnellzug) von Regensburg nach Ulm im 4-Stunden-Takt an Werktagen (sind auf dem Abschnitt Regensburg – Donauwörth zusätzliche Fahrten zum bestehenden 1-Stunden-Takt) und im 2-Stunden-Takt an Wochenenden (alternierend mit 2-Stunden-Takt der normalen „ag“-Züge). Der Betrieb läuft im gesamten Netz mit Zügen des Typs Alstom Coradia Continental, bei den meisten Fahrten werden Zugbegleiter eingesetzt. Die Ansagen und Hinweise werden von Bernhard Fleischmann gesprochen.[8]

Die als Schnellzüge bezeichneten Züge gelten als Nahverkehrszüge und können mit Nahverkehrsfahrkarten wie etwa dem Bayern-Ticket benutzt werden.

Der Regensburger Stern besteht aus den folgenden Strecken:

KBS Bahnstrecke Verlauf Bemerkung
880 Nürnberg–Regensburg, Regensburg–Passau Neumarkt (Oberpf)Regensburg HbfStraubingPlattling
930 Regensburg–München Regensburg Hbf – Neufahrn (Niederbay) – Landshut Hbf
993 Donautalbahn Regensburg Hbf – Ingolstadt HbfUlm Hbf

Die jährliche Kilometerleistung in diesem Netz beträgt 5,5 Millionen Kilometer.

Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 fahren die agilis-Züge montags bis freitags aus beiden Richtungen (Donauwörth/Ulm und Regensburg) auch Ingolstadt Nord an, um die Anbindung des Audi-Werks zu verbessern. Dafür entfallen einige nur schwach genutzte Express-Züge.[9]

Dieselnetz Oberfranken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen VT 650.725 der Agilis in Bad Steben
Triebwagen der Agilis in Bayreuth Hbf
Triebwagen RS1 aus Weiden nach Bad Rodach in Bayreuth

Am 12. Juni 2011 übernahm die agilis Verkehrsgesellschaft den Betrieb auf den nicht-elektrifizierten Nahverkehrsstrecken in Oberfranken um die Städte Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof. Dort sind 38 Züge des Typs Stadler Regio-Shuttle RS1 im Einsatz.[10] Der Verkehrsvertrag läuft bis 2023. Bis 2011 hatte DB Regio die Strecken bedient.

Von Betriebsstart am 12. Juni an mussten auf drei Strecken am Wochenende Züge durch Busse ersetzt werden, weil sich bei agilis nicht genügend Triebfahrzeugführer beworben hatten und nicht genügend Leihlokführer gefunden werden konnten.[11] Seit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 verkehren jedoch planmäßig auf allen Linien wieder Züge.[12]

Im Gegensatz zum Netz agilis Mitte sind die Züge auf den Linien agilis Nord (Oberfranken) mit Fahrscheinautomaten ausgestattet.

Das Dieselnetz Oberfranken umfasst die Strecken:

KBS Bahnstrecke Verlauf Bemerkung
820 Coburg – Lichtenfels CoburgLichtenfels einzelne Fahrten bis Bamberg
821 Forchheim – Ebermannstadt ForchheimEbermannstadt einzelne Fahrten ab Bamberg
826 (Bamberg –) Breitengüßbach – Ebern BambergEbern
831 Coburg – Bad Rodach Coburg – Bad Rodach
850 Bamberg – Hof Bamberg – Lichtenfels – KulmbachHof Hbf einzelne Fahrten
853 Münchberg – Selbitz MünchbergHelmbrechts
857 Hof – Bad Steben Hof Hbf – NailaBad Steben
858 Cheb – Oberkotzau Hof Hbf – Selb
860 Nürnberg – Cheb Marktredwitz – Kirchenlaibach
862 Bayreuth – Warmensteinach Bayreuth Hbf – Weidenberg
867 Bayreuth – Weiden (Oberpfalz) Weiden (Oberpf) – Kirchenlaibach – Bayreuth Hbf

Bei den Regionalbahnen gibt es folgende durchgängige Verbindungen:

Art Linie Länge in km
ag Ebermannstadt – Forchheim (– Bamberg) 14,8
ag Bamberg – Ebern 25,3
ag Bad Rodach – Coburg – Lichtenfels – Kulmbach – Bayreuth Hbf – Weiden (Oberpf) 160,9
ag Hof Hbf – Münchberg – Kulmbach 65,2
ag Helmbrechts – Münchberg 9,3
ag Hof Hbf – Marktredwitz – Kirchenlaibach – Bayreuth Hbf 90,8
ag Bad Steben – Hof Hbf 27
ag Hof Hbf – Selb Stadt 29,1
ag Bayreuth Hbf – Weidenberg 13,9

Im August 2012 gab der Aufgabenträger, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), bekannt, dass das Dieselnetz der agilis in Oberfranken das beste unter den fünfzehn Regionalnetzen Bayerns sei[13]; vier Jahre später immerhin noch auf dem 3. Platz von inzwischen 28 Netzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agilis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europäische Bahnen ’11: Verzeichnis der Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen. DVV Media / Eurailpress, Hamburg 2010, ISBN 978-3-7771-0413-3.
  2. a b Zuschlag für Hamburger Hochbahn AG im Rahmen der Ausschreibung „Raum Regensburg inkl. Donautalbahn“. 21. Mai 2008, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung der BEG vom 21. Mai 2008).
  3. Agilis-Bahn will den Zugverkehr in Bayern einstellen. In: süddeutsche.de vom 12. September 2016
  4. Huber: „Startschuss für weiteres Wettbewerbsprojekt in Bayern“. 10. April 2007, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung des BStMWIVT vom 4. April 2007).
  5. Regionalnetz Regensburg mit Donautalbahn (PDF; 752 kB)
  6. Müller: „Zugangebot wird um 30 Prozent gesteigert“. 30. November 2007, abgerufen am 7. November 2010 (Pressemitteilung des BStMWIVT vom 30. November 2007).
  7. Newstix: BeNEX bestellt von Alstom 26 Coradia Continental-Regionalzüge im Wert von rund 100 Mio. Euro.
  8. Unsere Stimme im Regensburger Netz.
  9. Pressemitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft vom 1. Oktober 2015
  10. BeNEX gewinnt Ausschreibung des Dieselnetzes Oberfranken.
  11. Kein reibungsloser Ablauf: agilis-Kunden müssen immer wieder auf Busse umsteigen. – Radio Plassenburg.
  12. Fahrplanabweichungen – agilis Nord.
  13. Bayerns beste Bahn heißt agilis. Frankenpost vom 14. August 2012