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Les Verrières

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Les Verrières
Wappen von Les Verrières
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Neuenburg Neuenburg (NE)
Bezirk: keine Bezirkseinteilung
BFS-Nr.: 6511i1f3f4
Postleitzahl: 2126
UN/LOCODE: CH LVR
Koordinaten: 527112 / 195385Koordinaten: 46° 54′ 20″ N,  28′ 55″ O; CH1903: 527112 / 195385
Höhe: 931 m ü. M.
Bahnhof
Höhenbereich: 910–1286 m ü. M.[1]
Fläche: 28,87 km²[2]
Einwohner: 658 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 23 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
9,7 %
(31. Dezember 2024)[4]
Website: www.lesverrieres.ch
Les Verrières
Les Verrières
Lage der Gemeinde
Karte von Les VerrièresNeuenburgerseeBielerseeMurtenseeFrankreichKanton BernKanton BernKanton FreiburgKanton FreiburgKanton JuraKanton WaadtKanton WaadtKanton WaadtBoudryLa BrévineBrot-PlambozLe Cerneux-PéquignotLa Chaux-de-FondsLa Chaux-du-MilieuCornauxCortaillodLa Côte-aux-FéesCressier NELa Grande BérocheLe LanderonLignières NELe LocleMilvignesNeuenburg NELes PlanchettesLes Ponts-de-MartelRochefort NELa SagneLaténaVal-de-Ruz NEVal-de-Travers NELes Verrières
Karte von Les Verrières
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Les Verrières ist eine politische Gemeinde des Kantons Neuenburg in der Schweiz.

Les Verrières liegt auf 931 m ü. M., 36 km westsüdwestlich der Kantonshauptstadt Neuenburg (Luftlinie). Das Strassenzeilendorf erstreckt sich im Hochtal Vallon des Verrières an der Bahnstrecke NeuchâtelPontarlier (seit 1860) umgeben von den Höhen des westlichen Neuenburger Juras, nahe der Grenze zu Frankreich mit der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Die Fläche des 28,9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den zentralen Abschnitt des Vallon des Verrières, einer Synklinalen, die oberirdisch durch das Flüsschen Morte nach Westen zum Doubs und damit zum Mittelmeer entwässert wird. Die Wasserscheide der oberirdischen Fliessgewässer ist bei Les Verrières allerdings nicht deckungsgleich mit derjenigen des Sickerwassers. Das im Boden versickernde Wasser läuft entlang von Kluftsystemen nach Osten, gehört zum Einzugsgebiet der Areuse und fliesst mit dieser in Richtung Rhein zur Nordsee.

Südlich des breiten Tales reicht der Gemeindeboden über den Steilhang La Côtière auf die Antiklinale des Mont des Verrières (1244 m ü. M.). Nach Norden erstreckt sich das Gebiet über die Waldhöhe Les Cornées und die Senke Loge de la Grande Planée (im äussersten Südwesten des Vallée de la Brévine) auf den Höhenzug von Chez le Brandt (1230 m ü. M.) und Les Divois (mit 1286 m ü. M. höchster Punkt von Les Verrières), der zum System der Montagne du Larmont gehört. Nördlich dieses Höhenrückens liegt das Tal des Ruisseau des Entreportes, dessen Wasser bei Pontarlier in den Doubs fliesst. Die Nordgrenze verläuft auf der Waldkrete Les Passages (bis 1164 m ü. M.).

Auf den Höhen um Les Verrières befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 3 % auf Siedlungen, 50 % auf Wald und Gehölze, 46 % auf Landwirtschaft, und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.

Les Verrières besteht aus dem Zentralort Grand-Bourgeau, den östlich davon gelegenen Weilern Belle-Perche und Le Crêt und den westlich gelegenen Weilern Croix-Blanche und Meudon. Ferner gehören zu Les Verrières die Weiler Mont-des-Verrières (1200 m ü. M.) auf dem gleichnamigen Berg südlich des Tals, Les Petits-Cernets (1143 m ü. M.) und Les Grands-Cernets (1164 m ü. M.) am Südhang der Larmont-Kette sowie zahlreiche Einzelhöfe weit verstreut auf den Jurahöhen.

Nachbargemeinden von Les Verrières sind Val-de-Travers und La Côte-aux-Fées im Kanton Neuenburg sowie Verrières-de-Joux, Pontarlier und Les Alliés im angrenzenden Frankreich.

Les Verrières (inkl. Belle-Perche und Meudon, Fusion 1878): Einwohnerzahlen von 1750 bis 2024
Jahr  Einwohner
1750
 
900
1770
 
765
1783
 
840
1810
 
1.357
1820
 
1.326
1830
 
1.365
1836
 
1.400
1850
 
1.635
1860
 
1.850
1870
 
1.910
1880
 
1.791
1888
 
1.838
1900
 
1.765
1910
 
1.738
1920
 
1.444
1930
 
1.202
1941
 
1.191
1950
 
1.119
1960
 
1.084
1970
 
898
1980
 
744
1990
 
728
1991
 
723
1992
 
719
1993
 
746
1994
 
753
1995
 
736
1996
 
719
1997
 
717
1998
 
736
1999
 
734
2000
 
709
2001
 
709
2002
 
730
2003
 
726
2004
 
731
2005
 
720
2006
 
694
2007
 
669
2008
 
669
2009
 
660
2010
 
665
2011
 
683
2012
 
702
2013
 
704
2014
 
718
2015
 
699
2016
 
706
2017
 
718
2018
 
669
2019
 
644
2020
 
646
2021
 
639
2022
 
652
2023
 
649
2024
 
658
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[5][6] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[7]
Dorfzentrum

Mit 658 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Les Verrières zu den kleineren Gemeinden des Kantons Neuenburg. Von den Bewohnern sind 89,9 % französischsprachig, 4,4 % deutschsprachig und 1,0 % englischsprachig (Stand 2000). Die Amtssprache im Kanton ist französisch. Die Bevölkerungszahl von Les Verrières stieg im 19. Jahrhundert rasch an und erreichte 1870 den Höchststand mit 1910 Einwohnern. Seither ging sie durch kontinuierliche Abwanderung um fast zwei Drittel zurück.

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen seit 2015 schwanken beträchtlich.

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 36,5 %, FDP 27,1 %, SP 21,4 %, PdA 6,7 %, CVP 2,4 %, GPS 1,7 %, glp 1,3 %, Nouveau Parti Libéral 1,3 %, BDP 0,7 %.[8]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2019 betrugen: FDP 36,9 %, SVP 24,0 %, SP 12,6 %, GPS 12,0 %, PdA 5,6 %, glp 4,7 %, CVP 3,6 %, übrige 0,8 %.[9]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2023 betrugen: SVP 43,9 %, FDP 21,0 %, SP 14,7 %, PdA 7,9 %, GPS 7,2 %, EDU 2,6 %, Die Mitte (vormals CVP) 2,0 %, EVP 0,4 %, glp 0,1 %.[9]

Les Verrières war lange Zeit ein hauptsächlich durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung mit der Einführung der Spitzenklöppelei und der Uhrmacherei. Bis zum Verbot 1908 aufgrund eines nationalen Volksentscheides war auch die Absinthherstellung von Bedeutung. Schon seit dem Mittelalter war der Durchgangsverkehr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Dorf. Auch heute noch spielt der Grenzverkehr eine bedeutende Rolle, die industrielle Tätigkeit ist wegen der Krise in der Uhrenindustrie in den 1970er-Jahren stark zurückgegangen. In der Landwirtschaft überwiegen die Viehzucht und Milchwirtschaft und dank der grossen Waldgebiete auch die Forstwirtschaft.

Bahnhof

Die Gemeinde ist verkehrsmässig gut erschlossen. Sie ist ein wichtiger Grenzübergang an der Hauptstrasse von Neuenburg nach Pontarlier in Frankreich. Am 25. Juli 1860 fand die Einweihung der Eisenbahnlinie von Auvernier nach Pontarlier mit einem Bahnhof in Les Verrières statt (Bahnstrecke Neuchâtel–Pontarlier). Mittlerweile fahren auf dieser Linie keine Regionalzüge mehr. Les Verrières ist durch einen Buskurs der Linie 590 von TransN, der von Couvet über Fleurier in den Grenzort und teilweise weiter bis Pontarlier verkehrt, an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

In Les Verrières beginnt die Hauptstrasse 10, die über Neuenburg, Kerzers, Bern, das Emmental und das Entlebuch bis nach Luzern führt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1311 unter dem Namen Myezour. Danach erschienen die Bezeichnungen Mey Joulz (1337) und Mijoux und 1344 villa de Verreriis beziehungsweise Mi-Joux dit ès Verrières. Les Verrières gehörte seit dem späten 14. Jahrhundert bis 1848 zur Kastlanei Val-de-Travers. Während dieser Zeit hatte die Grafschaft Neuenburg die Oberhoheit über das Gebiet inne. Seit 1648 war Neuenburg Fürstentum und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden. 1806 wurde das Gebiet an Napoleon I. abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Schweizerische Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben.

Les Verrières bildete seit dem 16. Jahrhundert eine Gesamtgemeinde, aus der sich 1826 La Côte-aux-Fées löste. 1878 wurde der Gemeindeverband aufgelöst, Grand Bayard und Petit Bayard wurden selbständig und Meudon, Belle-Perche und Grand-Bourgeau fusionierten zur heutigen Gemeinde Les Verrières.

Bei Les Verrières überschritt am 1. Februar 1871 nach der Unterzeichnung des Vertrages von Les Verrières die im Deutsch-Französischen Krieg geschlagene Bourbaki-Armee die Grenze zur Schweiz, wo sie von Schweizer Soldaten entwaffnet und schweizweit interniert wurde. Dieses Ereignis wird grafisch verdichtet auf dem noch heute grossteils erhaltenen Bourbaki-Panorama in Luzern dargestellt. Zeitgenössische Filme oder Fotografien zur Berichterstattung gab es ja noch nicht. Dieses Grossgemälde in einem dazu errichteten Rundbau war als eine zirkusähnliche Präsentation des Ereignisses zehn Jahre später für ein breites Publikum angelegt worden.

Von 1987 bis 2005 gab es in Les Verrières ein Empfangszentrum für Asylbewerber in Les Cernets.[10]

Sehenswürdigkeiten

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Die reformierte Kirche Saint-Nicolas wurde 1517 im spätgotischen Stil erbaut. Eine katholische Kapelle existiert seit 1942.

Persönlichkeiten

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  • Jean Courvoisier: Die Kunstdenkmäler des Kantons Neuchâtel, Band III: Les districts du Valde-Travers, du Val-de-Ruz, du Locle et de La Chaux-de-Fonds. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 56). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1968.
Commons: Les Verrières – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Martin Schuler: Canton de Neuchâtel – Les effectifs de la population au niveau local avant 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 17. Mai 2026.
  6. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 17. Mai 2026.
  8. Election du Conseil National du 18.10.2015, Résultats des partis - Les suffrages. (aspx) Chancellerie d'État neuchâtelois, 18. Oktober 2015, archiviert vom Original am 1. November 2015; abgerufen am 30. Oktober 2016 (französisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. 1 2 Eidgenössische Wahlen 2023. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 24. April 2024, abgerufen am 17. Mai 2026.
  10. Robin Stünzi: La gestion politique et administrative du domaine de l’asile dans le Canton de Neuchâtel. In: Gianni D’Amato (Hrsg.): Identités neuchâteloises – Le Canton de Neuchâtel au fil de la migration (= Cahiers de l’Institut neuchâtelois – nouvelle série). Éditions G d’Encre, Le Locle 2016, ISBN 978-2-94050162-5, Kap. 10, S. 213–226, hier S. 219.