La Brévine

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La Brévine
Wappen von La Brévine
Staat: Schweiz
Kanton: Neuenburg (NE)
Bezirk: Keine Bezirkseinteilung
BFS-Nr.: 6432i1f3f4
Postleitzahl: 2406
Koordinaten: 536726 / 203768Koordinaten: 46° 58′ 55″ N, 6° 36′ 25″ O; CH1903: 536726 / 203768
Höhe: 1043 m ü. M.
Fläche: 41,82 km²
Einwohner: 632 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 15 Einw. pro km²
Website: www.labrevine.ch
Blick auf La Brévine

Blick auf La Brévine

Karte
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La Brévine ist eine politische Gemeinde des Kantons Neuenburg in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Brévine bei mindestens −20 °C

La Brévine liegt auf 1043 m ü. M., 24 km westlich der Kantonshauptstadt Neuenburg (Luftlinie). Das Bauerndorf erstreckt sich in der ebenen Fläche des Hochtals Vallée de la Brévine im Neuenburger Jura, beidseits des Dorfbaches Le Bied, nahe der Grenze zu Frankreich.

Die Fläche des 41,8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst den zentralen und westlichen Teil der Synklinalen des Vallée de la Brévine mit dem oberirdisch abflusslosen Lac des Taillères. Im Süden erstreckt sich der Gemeindeboden auf die Höhen von Les Fontenettes (1242 m ü. M.) und Crêt du Cervelet, auf dem mit 1308 m ü. M. der höchste Punkt von La Brévine erreicht wird. Die nördliche Grenze verläuft auf dem bewaldeten Kamm des Armont, der bis 1266 m ü. M. ansteigt. Ganz im Westen erstreckt sich das Gebiet in einem schmalen Zipfel über die Höhe des Bois des Vaux (1220 m ü. M.) ins Einzugsgebiet des Doubs und bis zur Felskrete Rochers du Cerf (1195 m ü. M.). Auf den Höhen südlich des Vallée de la Brévine befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 2 % auf Siedlungen, 43 % auf Wald und Gehölze, 53 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 2 % war unproduktives Land.

Zu La Brévine gehören die Weiler Le Brouillet (1060 m ü. M.) und Bémont (1050 m ü. M.) im südwestlichen Vallée de la Brévine, Les Taillères (1055 m ü. M.) nördlich des Lac des Taillères, La Chatagne (1056 m ü. M.) östlich von La Brévine am Rand des Marais de la Chatagne sowie weit verstreut über das Hochtal und die Jurahöhen zahlreiche Einzelhöfe. Nachbargemeinden von La Brévine sind Val-de-Travers, Les Ponts-de-Martel, La Chaux-du-Milieu und Le Cerneux-Péquignot im Kanton Neuenburg sowie Grand’Combe-Châteleu, Les Gras, Ville-du-Pont und Hauterive-la-Fresse im angrenzenden Frankreich.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messstation

La Brévine zeichnet sich durch ein raues und verhältnismässig feuchtes Klima aus. Im Winter bildet sich im komplett abgeschlossenen Vallée de la Brévine während Strahlungsnächten ein Kaltluftsee aus (klarer Himmel und wenig bis kein Wind sorgen für maximales Auskühlen des Bodens via Abstrahlung). Dabei werden nicht selten Temperaturen von −30 °C erreicht, was dem Ort den Namen Sibirien der Schweiz eintrug. An der Messstation La Brévine wurde am 12. Januar 1987 mit −41,8 °C die tiefste je an einer offiziellen Station der MeteoSchweiz gemessene Temperatur der Schweiz registriert.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1750 1220
1850 1339
1880 1703
1900 1494
1950 1008
1960 876
1970 783
1980 654
1990 626
2000 647
2005 703

Mit 632 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehört La Brévine zu den kleineren Gemeinden des Kantons Neuenburg. Von den Bewohnern sind 95,2 % französischsprachig, 3,4 % deutschsprachig und 0,6 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Talschaft von La Brévine war im 18. und 19. Jahrhundert vergleichsweise dicht besiedelt. Nach dem Höchststand um 1880 wurde durch starke Abwanderung eine Bevölkerungsabnahme um mehr als 60 % verzeichnet, die erst in den letzten Jahren verlangsamt und gestoppt werden konnte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahl 2015 betrugen: SVP 48,7 %, FDP 21,8 %, SP 11,3 %, PdA 10,0 %, GPS 4,1 %, CVP 2,8 %, glp 0,4 %, BDP 0,2 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Brévine war bis ins 19. Jahrhundert ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Im 18. Jahrhundert wurden die Spinnerei und die Spitzenklöppelei in Heimarbeit eingeführt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde dieser Erwerbszweig durch die Uhrenherstellung abgelöst, die dem Tal einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Seit dem 18. Jahrhundert wurde in den Moorgebieten des Vallée de la Brévine Torf gestochen. Heute ist der Torfabbau eingestellt. Einziger Industriebetrieb ist eine Uhrenfabrik. Die Landwirtschaft hat immer noch eine grosse Bedeutung, etwa 50 % der Erwerbstätigen sind im primären Sektor beschäftigt. Es überwiegen die Viehzucht und Milchwirtschaft (Käseherstellung), daneben gibt es auch Holzhandel.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt weit abseits der grösseren Durchgangsstrassen an der Kantonsstrasse von Le Locle nach Fleurier. Durch drei Postautolinien (nach Le Locle, Fleurier und Les Bayards) ist La Brévine an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region von La Brévine ist ein Ausflugsziel für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Im Sommer laden die Jurahöhen zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen ein. Das ebene Vallée de la Brévine eignet sich im Winter optimal für den Skilanglauf.

Die Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckten Mineralquellen von La Chatagne und Bonne-Fontaine wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts für Kuren genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vallée de la Brévine wurde ab dem 13. Jahrhundert von Siedlern aus dem Val de Travers urbar gemacht. Während des 14. Jahrhunderts wanderten Emigranten aus dem Burgund ein. Die Etymologie des Namens La Brévine ist umstritten. Einige Quellen deuten ihn als Abwandlung des Wortes abreuvoir (Tränke), andere führen ihn auf das keltische Bebrona zurück, das Biberbach bedeutet. Der erste urkundlich erwähnte Weiler ist Bémont (1266 Bemont), auch Les Taillères wird bereits 1304 genannt (Chaul de Estaleres).

Nachdem im Laufe des 16. Jahrhunderts Siedler aus Le Locle und La Sagne eingewandert waren, kam das Tal immer mehr in den Einflussbereich der Herrschaft Valangin. Bis 1624 gehörte La Brévine zur Kastlanei Val de Travers, danach wurde es eine eigene Gemeinde mit Mairie und Zivilgericht, das erst 1848 aufgelöst wurde. Der Name La Brévine galt zunächst nur für den Zentralort, erst im 18. Jahrhundert wurde er auf das ganze heutige Gemeindegebiet ausgedehnt. Im Jahr 1831 fielen zahlreiche Häuser einer Feuersbrunst zum Opfer.

Die Oberhoheit über La Brévine hatte die Grafschaft Neuenburg inne, die 1648 Fürstentum wurde und ab 1707 durch Personalunion mit dem Königreich Preussen verbunden war. 1806 wurde das Gebiet an Napoleon I. abgetreten und kam 1815 im Zuge des Wiener Kongresses an die Schweizerische Eidgenossenschaft, wobei die Könige von Preussen bis zum Neuenburgerhandel 1857 auch Fürsten von Neuenburg blieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reformierte Kirche La Brévine wurde 1604 erbaut und vor ihrem 400. Geburtstag im Jahr 2003 restauriert. Seit 1622 bildet das vorher von Le Locle abhängige Dorf eine eigene Pfarrei. Im Dorf sowie in den Weilern sind zahlreiche charakteristische Bauernhäuser des Hochjuras aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten. In Bémont steht eine Kapelle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Brévine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Election du Conseil National du 18.10.2015, Résultats des partis - Les suffrages. Chancellerie d'État neuchâtelois, 18. Oktober 2015, abgerufen am 30. Oktober 2016 (aspx, französisch).