Lindern (Geilenkirchen)

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Koordinaten: 50° 59′ 47″ N, 6° 12′ 50″ O

Lindern
Wappen von Lindern
Höhe: [1] 80 (77–82) m
Einwohner: 1292 (30. Nov. 2015)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52511
Vorwahl: 02462
Karte

Ortsplan von Lindern

RE 4 im Bahnhof von Lindern

RE 4 im Bahnhof von Lindern

Bahnhof Lindern um 1900
Realistisches Kirchenfenster
Agrarhandel in Lindern
Denkmalgeschützte Hofanlage
Gewerbebetriebe
Katholische Pfarrkirche in Lindern
Bahnhof
Freistehender Kirchturm in Lindern
Hubertuskreuz zwischen Lindern und Linnich
Lindern auf der Urkatasterkarte von 1846
Lindern auf der Tranchotkarte 1803–1820

Lindern ist ein Ortsteil der Stadt Geilenkirchen im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindern liegt circa sieben Kilometer nordöstlich von Geilenkirchen an der Landesstraße 228 und Landesstraße 364. Der Ort liegt oberhalb des Wurmtals zwischen den Ortschaften Brachelen, Linnich und Randerath und ca. 20 Meter höher als seine Nachbarorte. Die daraus resultierenden anderen Windbedingungen hatten zur Folge, dass in den letzten zehn Jahren mehrere Windkrafträder um den Ort herum errichtet wurden.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Lindern verläuft entlang der Linnicher Straße eine oberirdische Wasserscheide. Während der westliche Ortsteil eine Neigung in Richtung Wurm aufweist, ist der östliche Ortsteil in Richtung Rur geneigt.

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Lindern-West (GEBKZ 282889)[2] über das Beeckfließ in Richtung Wurm ab. Der Bereich Lindern-Ost fließt über den Linnicher Mühlenteich (GEWKZ 2826)[3] in die Rur.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Randerath Hilfarth Brachelen
Leiffarth Nachbargemeinden Körrenzig
Beeck Gereonsweiler Linnich

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindern ist ein beidseitig, locker bebautes Haufendorf und zugleich ein Kirchdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Lindern bedeutet so viel wie Siedlung an der Linde, wie die ältere Bezeichnung Lintlar andeutet.

  • 945 Lintlar
  • 1343 Lynnar
  • 14.Jh. Lynnair
  • 1456 Lynner
  • 1666 Linner
  • 1820 Linderen

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindern hat eine tausendjährige Geschichte und gehörte früher zum Jülicher Amt Heinsberg. Ein Hof zu Lindern kam im Jahre 945 durch Schenkung des Erzbischofs Wichfrid (um 900; † 9. Juli 953) von Köln an das dortige Ursulakloster. Landesherren waren bis im 15. Jahrhundert die Herren von Heinsberg als Inhaber des Gerichts Brachelen, zu dem der Ort gehörte. Sie besaßen im Ort auch Lehnsgüter. 1437 erwarb das Heinsberger Gangolfusstift vom dortigen Norbertinerstift einen zu Lindern gelegenen Hof. Ein anderer Hof (Burg) erschien als Randerather Lehen.

Besondere Bedeutung kam Lindern im Kriegsfall zu, da die Anhöhe zwischen Lindern und Linnich taktischen Wert besaß. Dem Inhaber dieser Anhöhe war es möglich, ganz Linnich wie auch Lindern zu überblicken. In der Schlacht bei Linnich kam es 1444 im Bereich der Gemeinde zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den damaligen Kriegsparteien, an die das Denkmal am Hubertuskreuz heute noch erinnert.

Lindern hatte 1828 insgesamt 383 Einwohner, 1852 waren es 345 Einwohner und gehörte zum Amt Brachelen. Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. Januar 1972[4] die Bürgermeisterei aufgelöst und Lindern kam zu Geilenkirchen. Rechtsnachfolger ist nach § 29 des Aachen-Gesetzes die Stadt Geilenkirchen. 1973 wurde die Marienkapelle erbaut.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre St. Johann Baptist war bis 1857 eine Filiale der Kirche in Brachelen. Nach der Aufhebung der Diözese Aachen wurde 1827 Lindern mit seiner Mutterpfarre dem Dekanat Geilenkirchen zugeschrieben. Seit dem 5. Juni 1857 ist Lindern selbstständige Pfarre. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Johann Baptist Lindern in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Bonifatius Geilenkirchen eingegliedert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) f) der Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen ist Lindern ein Stadtbezirk. Der wird durch einen Ortsvorsteher im Stadtrat der Stadt Geilenkirchen vertreten.[5] Ortsvorsteher des Stadtbezirks ist Raimund Tartler. Stand 2013

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen

  • die Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist in Lindern als Denkmal Nr. 36, insbesondere die Buntverglasung in der katholischen Pfarrkirche[6]
  • das Missionskreuz an der Kirche in Lindern als Denkmal Nr. 37
  • das Wegekreuz in Lindern als Denkmal Nr. 3
  • die Hofanlage in Lindern als Denkmal Nr. 61
  • der Bahnhof in Lindern

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im November 2012 lebten in Lindern 1299 Personen.
  • In der Nähe des Ortes liegt ein noch unbebautes 280 ha großes Industriegebiet.[7]
  • Lindern verfügt über einen katholischen Kindergarten.

Schulwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Lindern, 1925: 2 Klassen, 2 Stufen, 1 Lehrer, 1 Lehrerin, 61 Kinder
  • Volksschule Lindern, 1965: 3 Klassen, 3 Lehrerstellen, 86 Kinder

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinschaft der Ortsvereine Lindern e. V.
  • St.-Johannes-Schützenbruderschaft Lindern 1925 e. V.
  • Trommler- und Pfeiferverein Lindern 1914 e. V.
  • Sportverein Spiel Gemeinschaft SG Union 94 Würm-Lindern e. V.
  • Pfarrcäcilienverein St. Helena Lindern
  • DJK Sportverband Diözesanverband Aachen e. V. Lindern

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Lindern

1852 erhielt Lindern einen Bahnhof mit Güterabfertigung an der neuen Aachen-Düsseldorf-Ruhrorter Eisenbahn. Die Bahnverbindung Aachen-Mönchengladbach-Düsseldorf ist heute für Pendler der näheren Umgebung (Heinsberg/Linnich) von Bedeutung. Hier befindet sich mit der Bahnstrecke Heinsberg–Lindern ein Abzweig nach Heinsberg. Seit Dezember 2013 wird auf der elektrifizierten Strecke wieder planmäßig Personenverkehr durchgeführt.[8]

Bahnverbindungen (Stand 2013):

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express Aachen Hbf – Herzogenrath – Lindern – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal Hbf – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Lindern (Flügelung) – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf
Heinsberg (Rheinl)

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindern liegt zentral zwischen der A 46 (Heinsberg-Düsseldorf) und der B 57 (Aachen-Krefeld).

Öffentlicher Nahverkehr Zeichen 224 - Straßenbahn-Haltestelle, StVO 1970.svg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindern ist mit diversen Bus-Linien der RVE Euregio Maas-Rhein GmbH und der WestVerkehr GmbH an das ÖPNV-Netz des Aachener Verkehrsverbundes angeschlossen.[9]
Neben dem nach Fahrplan auf festgelegten Linien verkehrenden Bussen kann auch der Multi-Bus angefordert werden.[10]

Linie Verlauf
409 Wassenberg – Ratheim – Hückelhoven Bf. – Hilfarth – Lindern Bf. – Linnich Bf.
493 Heinsberg Bf. – Oberbruch – Dremmen Bf. – Randerath – Lindern Bf.
494 Geilenkirchen Bf. – Süggerath – Müllendorf – Würm – Beeck – Leiffarth – Lindern Bf. – (Kogenbroich – Nirm – Kraudorf / Honsdorf – Flahstraß)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 712–714
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, S. 130
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lindern (Geilenkirchen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  3. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  5. Hauptsatzung
  6. http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2980/b2980.shtml
  7. http://www.geilenkirchen.de/wirtschaftsfoerderung/industrie-u-gewerbegebiete/industriegebiet-lindern
  8. Website.wurmtalbahn.de, abgerufen am 4. November 2012
  9. http://www.rheinlandbus.de/rheinlandbus/view/mdb/kursbuch/mdb_209033_rve_494_13_12.pdf
  10. http://www.west-verkehr.de/images/pdf/west_multibus_karte.pdf Multibusbetrieb im Kreis Heinsberg