Liste von in der DDR hingerichteten Personen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Liste von in der DDR hingerichteten Personen bietet einen Überblick über die in der Zeit der deutschen Teilung auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik hingerichteten Personen.

Insgesamt wurden von der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik im Jahr 1949 bis zur letzten Verurteilung zum Tode im Jahre 1981 166 Personen auf Grund von Urteilen der ostdeutschen Justiz hingerichtet. Die DDR schaffte die Todesstrafe 1987 ab.

Hinrichtungsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinrichtungen in der DDR wurden ab 1952 in einer zentralen Hinrichtungsstätte durchgeführt. Diese befand sich anfangs in Dresden im Gebäude des ehemaligen königlich-sächsischen Landgerichts, wo die Hinrichtungen mit einem Fallbeil aus der Zeit des Nationalsozialismus erfolgten. Die Leichen der Hingerichteten wurden im Urnenhain Tolkewitz anonym verbrannt. Die Asche wurde in „Sammelstelle C, Feld III“ vergraben, wo die Urnen der Hingerichteten auf einem unbepflanzten Teil der Sammelstelle liegen.[1] 1957 wurde das Dresdner Gerichtsgebäude von der TH Dresden übernommen und die zentrale Hinrichtungsstätte nach Leipzig in die Justizvollzugsanstalt im Gebäude des ehemaligen Königlichen Landgerichts verlegt. Die Hinrichtungen erfolgten zunächst weiterhin mit dem Fallbeil, seit 1968 jedoch durch Erschießen. Als Schütze fungierte von 1969 bis 1981 der Hauptmann Hermann Lorenz. Die Leichen der in Leipzig Hingerichteten wurden nicht den Angehörigen übergeben, sondern unter größter Geheimhaltung zum nahe gelegenen Südfriedhof gebracht und anonym verbrannt.

Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945–1981[2] 1949–1981[3] 1959–1981[4]
verhängt vollstreckt verhängt vollstreckt verhängt vollstreckt
Summe 372 206 227 >160 65 64
NS-Verbrechen (NS) 136 88 ? 64 18 18
Politische Straftaten (Po) 72 52 ? 52 11 11
(Sonstige) Tötungsdelikte (Tö) 164 66 ? 44 36 35

Liste der Hingerichteten (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle listet einen Teil der Personen auf, die durch deutsche Gerichte zum Tode verurteilt und in der Deutschen Demokratischen Republik hingerichtet wurden. Personen, die von der sowjetischen Besatzungsarmee exekutiert wurden, sind nicht berücksichtigt (Tö = Tötungsverbrechen, NS = nationalsozialistische Verbrechen, Po = politische Straftat).

Datum Person Tat Gericht Anmerkung
26. Juli 1950 Willi Kimmritz LG Potsdam Wegen mehrfachen Mordes und Vergewaltigungen am 18. Februar 1949 zum Tode verurteilt und in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
04. November 1950 Ernst Kendzia NS LG Chemnitz Treuhänder der Arbeit“ für Wartheland und Posen; in den Waldheimer Prozessen zum Tode verurteilt und in Waldheim hingerichtet.
04. November 1950 Hellmut Peitsch LG Chemnitz[5] NS-Politiker; in den Waldheimer Prozessen (Hohnsteinprozess) zum Tode verurteilt und in Waldheim hingerichtet.
04. November 1950 Gerhard Wischer LG Chemnitz[6] Psychiater (T4-Gutachter); in den Waldheimer Prozessen zum Tode verurteilt und in Waldheim hingerichtet.
10. November 1950 Werner Gladow LG Berlin[7] Als Chef der Berliner Gladow-Bande, deren Überfälle mehrere Tote und Verletzte gefordert hatten, zum Tode verurteilt und in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
10. November 1950 Kurt Gäbler Als Mitglied der Gladow-Bande zum Tode verurteilt und in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
10. November 1950 Gerhard Rogasch Als Mitglied der Gladow-Bande zum Tode verurteilt und in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Wilhelm Beyer NS LG Berlin[8] Beyer wurde im Plönzke-Prozess wegen seiner Beteiligung an im Juni 1933 während der Köpenicker Blutwoche verübten Mordtaten zum Tode verurteilt und in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Gustav Erpel Erpel, ein ehemaliger SA-Scharführer, wurde im Plönzke-Prozess wegen der Beteiligung an der Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1951 in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Erich Haller Haller, ein ehemaliger SA-Angehöriger, wurde im Plönzke-Prozess wegen der Beteiligung an der Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1951 in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Fritz Letz Letz, ein ehemaliger SA-Angehöriger, wurde im Plönzke-Prozess wegen der Beteiligung an der Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1951 in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Friedrich Plönzke Plönzke, ein ehemaliger SA-Angehöriger, wurde im Plönzke-Prozess wegen der Beteiligung an der Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1951 in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. Februar 1951 Paul Thermann Thermann, ein ehemaliger SA-Angehöriger, wurde im Plönzke-Prozess wegen der Beteiligung an der Köpenicker Blutwoche zum Tode verurteilt und am 20. Februar 1951 in Frankfurt/Oder mit dem Fallbeil hingerichtet.
23. Juni 1951 Max Ernst Gröschel NS LG Dresden[9] SS-Oberscharführer, wegen seiner Tätigkeit in den KZs Flossenbürg, Neuengamme, Ravensbrück und Kaiserwald zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
02. August 1952 Johann Burianek Po OG[10] Als Hauptangeklagter in einem Schauprozess gegen Angehörige der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) wegen „Planung von Terror- und Diversionshandlungen“ zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Erstes Todesurteil des OG.
22. August 1952 Herbert Fink NS LG Bautzen[11] Wegen Ermordung von Häftlingen im KZ Auschwitz zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
30. August 1952 Julius Bergmann NS LG Berlin[12] Ehemaliger SA-Führer in Berlin, wegen der Misshandlung von Gefangenen im Jahr 1933 vom Landgericht in Ost-Berlin 1951 zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
30. August 1952 Emil Nitz NS LG Berlin[13] Am 10. April 1951 vom Ost-Berliner Landgericht wegen NS-Verbrechen zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
06. September 1952 Wolfgang Kaiser Po OG[14] In einem Schauprozess wegen der Bereitstellung von hochprozentigen Säuren, Brand- und Sprengsätzen sowie Gift für die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
06. September 1952 Johann Muras Po LG Mühlhausen[15] In Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Todesursache laut offiziellem Bestattungsschein: „akutes Herz- und Kreislaufversagen“.[16]
06. September 1952 Ernst Wilhelm In Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Todesursache laut offiziellem Bestattungsschein: „akutes Herz- und Kreislaufversagen“.[16]
24. Januar 1953 Hermann Gerhard Walter Lindecke Tö? ? In Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Todesursache laut offiziellem Bestattungsschein: „Myocardinfarkt“.[16]
01. Oktober 1953 Erna Dorn Po BG Halle Wegen „faschistischer und Kriegshetze“ gegen die Deutsche Demokratische Republik am 22. Juni 1953 zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Todesursache laut Bestattungsschein: „Bronchopneumonie, acute Herz- und Kreislaufschwäche.“[16]
03. Oktober 1953 Kurt König Po BG Leipzig Wegen Militärspionage[17] zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
05. März 1954 Paul Bruno Rebenstock Po OG[18] Offizier des MfS (Leiter der Kreisdienststelle Prenzlau); floh am 2. Februar 1953 aus dem disziplinarischen Gewahrsam nach West-Berlin; am 20. September 1953 bei einem konspirativen Treffen in Ost-Berlin verhaftet, zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet (Todesursache „Herzmuskelinsuffizienz, Herzinfarkt“).
20. März 1954 Ernst Jennrich Po BG Magdeburg[19] Nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 wegen „Mord am Volkspolizisten Georg Gaidzik“ zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
20. März 1954 Christian Lange-Werner Po BG Cottbus[20] Leutnant der Volkspolizei; wegen Spionage zum Tode verurteilt.
11. November 1954 Karli Bandelow Po OG[21] In einem Spionage-Schauprozess (Gehlen-Prozess) zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet. Todesursache laut offiziellem Bestattungsschein: „akutes Herz- und Kreislaufversagen“.
11. November 1954 Ewald Misera Als Mitangeklagter im Schauprozess gegen Karli Bandelow zum Tode verurteilt und zusammen mit ihm in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
17. Mai 1955 Heinz Georg Ebeling Po BG Halle[22] ehemaliger Mitarbeiter des MfS; in den Westen geflohen
17. Mai 1955 Paul Köppe Po BG Cottbus[23] Kraftfahrer in der Hauptabteilung I des MfS; nach West-Berlin geflohen
10. Juni 1955 Karl Helmuth Theiner NS StG Berlin[24] SS-Sanitäter in den KZs Dachau, Sachsenhausen, Vaivara und Gusen. Wegen Beteiligung an medizinischen Versuchen an Häftlingen sowie an der Erschießung von sowjetischen Kriegsgefangenen zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
29. Juni 1955 Wilhelm Lehmann Po OG[25] Wegen Spionage zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
29. Juni 1955 Hans-Joachim Koch Als Mitangeklagter im Prozess gegen Wilhelm Lehmann zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
29. Juni 1955 Gerhard Benkowitz Po OG[26] In einem Schauprozess wegen „Spionage“ und Planung der Sprengung von unter anderem einer Talsperre zum Tode verurteilt und zusammen mit Hans-Dietrich Kogel in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet (KgU-Prozess).
29. Juni 1955 Hans-Dietrich Kogel Als Mitangeklagter im Schauprozess gegen Gerhard Benkowitz zum Tode verurteilt und zusammen mit ihm in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet (KgU-Prozess).
26. Juli 1955 Karl-Albrecht Tiemann Po BG Cottbus[27] Wegen Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
13. September 1955 Joachim Wiebach Po OG[28] Wegen Militärspionage im RIAS-Prozess zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
14. September 1955 Bruno Krüger Po OG[29] Vernehmungsoffizier beim SfS; zusammen mit seiner Frau Susanne verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
14. September 1955 Susanne Krüger Sekretärin beim SfS; zusammen mit ihrem Mann Bruno verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
23. November 1955 Elli Barczatis Po OG[30] Wegen Spionage (formal „Boykotthetze“ nach Art. 6 der Verfassung) zusammen mit ihrem Geliebten Karl Laurenz zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
23. November 1955 Karl Laurenz Wegen Spionage (formal „Boykotthetze“ nach Art. 6 der Verfassung) zusammen mit seiner Geliebten Elli Barczatis zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
13. Januar 1956 Ulrich Koslowsky Po BG Halle[31] Polizeimeister der Volkspolizei; wegen Spionage für die KgU zum Tode verurteilt.
11. Februar 1956 Werner Alfred Flach Po BG Neubrandenburg[32] Oberfeldwebel der Volkspolizei; wegen Spionage (Art. 6 der Verfassung) in Prenzlau zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
16. Mai 1956 Sylvester Murau Po BG Cottbus[33] Major des MfS, wurde nach seiner Flucht in den Westen, wo er mit westlichen Geheimdiensten zusammenarbeitete, zurück in die DDR entführt, zum Tode verurteilt und in Dresden mit dem Fallbeil hingerichtet.
16. Mai 1956 Horst Klinger Po BG Schwerin[34] Zahnarzt der Volkspolizei; wegen Spionage (Art. 6 der Verfassung) zum Tode verurteilt.
16. Mai 1956 Joachim Flegel Po BG Schwerin[35] Zahnarzt der Volkspolizei; wegen Anwerbung von Klinger für den britischen Geheimdienst zunächst zu 15 Jahren Freiheitsstrafe, dann nach Kassationsantrag des Generalstaatsanwalts zum Tode verurteilt.
15. Januar 1960 Otto Bergemann NS BG Potsdam[36] Wegen Mord und Mordversuch sowie wegen Beteiligung an Sonderkommandos zur Erschießung von Juden am 11. Juni 1959 zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.[37]
12. Juli 1960 Manfred Smolka Po BG Erfurt[38] Wegen „Militärspionage“ zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
01. März 1961 Kurt Goercke NS BG Neubrandenburg[39] Als Kriegsverbrecher wegen der Ermordung von Zivilisten in der Sowjetunion zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
16. Juni 1961 Wilhelm Schäfer NS OG[40] SS-Hauptscharführer, stellvertretender Leiter der Lagerwäscherei im Konzentrationslager Buchenwald, wurde am 20. Mai 1961 in Berlin vom Obersten Gericht der DDR zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet[41]
21. Oktober 1961 Fritz Fehrmann Po BG Frankfurt/Oder[42] Oberleutnant der Volkspolizei; wegen „Spionage im schweren Fall“ (§§ 14, 24 StEG) zum Tode verurteilt und nach Ablehnung seines Gnadengesuchs in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet (Todesursache „Schädelbasisfraktur“, nähere Umstände „Unfall“). Seine Frau Elisabeth wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, aber nach vier Jahren von der Bundesrepublik freigekauft.
25. Januar 1962 Walter Praedel Po BG Frankfurt/Oder Landarbeiter; nicht eindeutig geklärte Schreibweise, manchmal in den Gerichtsunterlagen auch „Prädel“ oder „Praedl“. Am 21. Dezember 1961 am Bezirksgericht Frankfurt/Oder wegen Brandstiftung an zwei mit Erntegut gefüllten Scheunen zum Tode verurteilt und am 25. Januar 1962 in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet. Der Vorsitzende Richter Walter Ziegler wertete die Tat als besonders schwere politische Straftat, weil Praedel genossenschaftliche LPG-Scheunen am zwölften Jahrestag der DDR-Gründung in Brand gesteckt hatte.[43] Der Prozess ist in großen Teilen auf Tonband überliefert und liegt im Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU).[44]
21. Juni 1962 Gottfried Strympe Po BG Dresden[45] Schuldunfähiger Pyromane, aus Propagandagründen zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
12. Dezember 1962 Horst Petri NS BG Erfurt[46] Leiter eines SS-Gutes wurde wegen NS-Verbrechen (u. a. Ermordung von Juden) zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
15. April 1964 Roland Puhr NS BG Neubrandenburg[47] Wegen der Beteiligung an der Ermordung von Kriegsgefangenen im KZ Sachsenhausen zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
08. Juli 1964 Siegfried Rogge BG Halle Wegen Sexualmordes am 10. April 1964 zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
08. Juli 1964 Joachim Säume BG Halle Wegen Sexualmordes am 17. April 1964 zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
14. Dezember 1965 Klaus Schuricht BG Dresden Am 28. Mai 1965 wegen Doppelmordes zum Tode verurteilt und (nach offiziellen Angaben) in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet. Nach Aussage von Zeugen soll Schuricht erst 1988 in der Strafanstalt Brandenburg-Görden eines natürlichen Todes gestorben sein.[48]
08. Juli 1966 Horst Fischer NS OG[49] Wegen seiner Tätigkeit als Lagerarzt im KZ Auschwitz III Monowitz zum Tode verurteilt und in Leipzig mit dem Fallbeil hingerichtet.
28. April 1969 Kurt Willi Wachholz NS StG Berlin[50] Aufseher des KZ Theresienstadt, vom Ostberliner Stadtgericht wegen Tötung von über 300 Häftlingen durch Erschlagen, Tottreten, Steinigen, Ertränken und der Teilnahme an der Erschießung von mindestens 183 Menschen in über 25 Erschießungsaktionen zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
29. Juli 1969 Josef Blösche NS BG Erfurt[51] Wegen seiner Beteiligung als SS-Unterscharführer u. a. an der Liquidierung des Warschauer Ghettos und an der Bekämpfung des Warschauer Aufstandes zum Tode verurteilt; in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
01. Oktober 1970 Hilmar Swinka StG Berlin Als dreifacher Mörder am 22. Juni 1970 zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
25. November 1971 Hans Baumgartner NS StG Berlin[52] Wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
28. April 1972 Horst Schulz BG Rostock Wegen Mordes am 25. Oktober 1971 zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
15. September 1972 Erwin Hagedorn BG Frankfurt/Oder Am 15. Mai 1972 vom Bezirksgericht Frankfurt (Oder) zum Tode verurteilter Mörder von drei Kindern; in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
26. September 1972 Wolfgang Mischner Po OG[53] Oberleutnant in der HA Personenschutz des MfS, der seine Frau ermordet hatte, wurde zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.[54]
03. November 1972 Hubert Schwerhoff NS StG Berlin[55] Wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
17. November 1972 Manfred Horst Leisner Po OG[56] Zeitsoldat; besorgte sich Waffen für Republikflucht und verletzte durch Schusswaffeneinsatz zwei VP-Angehörige.
08. Mai 1973 Paul Feustel NS StG Berlin[57] Gestapodienststellenleiter, der unter anderem nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich den Befehl zur Erschießung von 42 tschechischen Bürgern gab. Er wurde zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
31. Mai 1973 Albert Schuster NS BG Karl-Marx-Stadt[58] SS-Obersturmführer, wurde wegen der Beteiligung an Exekutionen in Polen als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.[59]
10. August 1973 Klaus Jarosch BG Magdeburg Wegen Mordes am 23. März 1973 zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
02. Oktober 1973 Horst Günther Dohle MOG Leipzig[60] Der Oberleutnant der Grenztruppen ermordete am 29. Oktober 1971 seine Frau und seine Tochter. Das MOG Leipzig verurteilte ihn am 22. Februar 1973 zum Tode. Nach Zurückweisung der Berufung wurde das Urteil in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ vollstreckt.
02. Oktober 1973 Werner Liebig BG Erfurt Wegen Mordes am 6. Juni 1973 zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
30. Januar 1975 Karl Gorny NS BG Erfurt[61] Als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.[62]
11. Juli 1975 Egon Glombik Po OG[63] Untersuchungsführer und Oberleutnant in der BV Cottbus des MfS, wegen Spionage für den Bundesnachrichtendienst zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.[64]
21. Oktober 1978 (?) Johannes Kinder NS BG Karl-Marx-Stadt[65] Für die Mitwirkung an der Ermordung Tausender sowjetischer Bürger als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet. Er hatte als Mitglied eines Einsatzkommandos mindestens 260 Menschen persönlich erschossen und sich an der Tötung von 214 psychisch kranken und z. T. behinderten Kindern und Jugendlichen in einem Gaswagen beteiligt.[66]
10. Dezember 1979 Gert Trebeljahr Po OG[67] Major des MfS, wurde nach einem missglückten Fluchtversuch in die Bundesrepublik wegen Spionage und Fahnenflucht zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.[68]
18. Juli 1980 Winfried Baumann Po OG[69] Fregattenkapitän a. D. im NVA-Nachrichtendienst, wegen Militärspionage zum Tode verurteilt. In Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet.
26. Juni 1981 Werner Teske Po OG[70] Hauptmann in der HVA des MfS, wegen vorgeblich „begangener, vollendeter und vorbereiteter Spionage besonders schweren Falls in Tateinheit mit Fahnenflucht in schwerem Fall“ von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und in Leipzig durch „unerwarteten Nahschuss“ hingerichtet. Letztes vollstrecktes Todesurteil in der DDR.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hinrichtungen: Großes weißes Kuvert, Zugriff am 12. August 2015
  2. Schlußbericht der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit“, BT-Drs. 13/11000 (1998), S. 19 f.
  3. Klaus Behling: Die Kriminalgeschichte der DDR (2017)
  4. Wolfgang Krüger: Todesurteile in der DDR 1959 bis 1981 (2013)
  5. 27. Juni 1950, StKs 2043/50; OLG Dresden, 12. Juli 1950, Ws 1310/50; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #2081
  6. 23. Juni 1950, StKs 2053/50; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #2078
  7. 8. April 1950; KG, 29. August 1950
  8. 19. Juli 1950, (4) 35 PKLs 32/50 (44/50); KG, 22. Dezember 1950, 1 Ss 110/50; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1293
  9. 21. Dezember 1950, StKs 66/49; zuvor OLG Dresden, 20. September 1950, 21 ERKs 116/50; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1350
  10. 25. Mai 1952, 1 Zst (I) 6/52, OGSt 2, 37
  11. 29. Juni 1951, 3 KLs 32/51; OLG Dresden, 21 ERKs 136/51; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1218
  12. 23. Februar 1951, (4) 35 PKLs 121/50 (1/51); KG, 28. August 1951, 1 Ss 77/51 (76/51); DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1250
  13. 10. April 1951, (4) 35 PKLs 9/51 (47/51); KG, 11. September 1951, 1 Ss 97/51 (94/51); DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1241
  14. 9. August 1952, 1 Zst (I) 11/52
  15. 17. Mai 1952, 1 KLs 15/52
  16. a b c d Spiegel TV Magazin: Hinrichtungen in der DDR, YouTube-Video hochgeladen am 31. März 2010.
  17. Video Dokumentation: Deckname Annett (21. September 2010, 20:15 Uhr, 43:29 Min.) in der ZDFmediathek – Abgerufen am 3. Februar 2014.
  18. 3. März 1954, 1 Zst (I) 1/54; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.III.1; Der Spiegel 50/1997
  19. 6. Oktober 1953, I Ks 515/53; zuvor OG, 8. September 1953, 1b USt 476/53
  20. 31. Oktober 1953, 1/472/53; OG, 24. Oktober 1953, 1a USt 582/53; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.1
  21. 9. November 1954, 1 Zst (I) 9/54, NJ 22/1954; „Konzentrierte Schläge“, 6.2
  22. 11. März 1955, 1 Ks 45/55; OG, 5. April 1955, 1b Ust 67/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.III.2
  23. 14. März 1955; OG, 15 April 1955, 1a Ust 50/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.III.3
  24. 4. Februar 1955, (101a) 1b 182/54 (165/54); DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1109
  25. 13. Juni 1955, 1 Zst (I) 3/55; „Konzentrierte Schläge“, 6.3
  26. 23. Juni 1955, 1 Zst (I) 4/55; „Konzentrierte Schläge“, 6.5
  27. 3. März 1955, 1 Ks 23/55
  28. 27. Juni 1955, 1 Zst (I) 5/55; „Konzentrierte Schläge“, 6.6
  29. 27. Juni 1955, 1 Zst (I) 6/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.III.6
  30. 23. September 1955, 1 Zst (I) 7/55; „Konzentrierte Schläge“, 6.7
  31. 15. November 1955; OG, 11. November 1955, 1b Ust 344/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.3a
  32. 7. Februar 1956, 1 Ks 13/56; keine Berufung; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.4; Gedenkrede zu Ehren von Werner Alfred Flach (2016)
  33. 22. Februar 1956; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.III.7
  34. 14. Oktober 1955, 1 Ks 143/55; OG, 11. November 1955, 1a Ust 245/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.2a
  35. 6. Februar 1956, 1 Ks 6/56; OG, 16. Februar 1956, 1a Ust 31/56; zuvor OG, 3. Januar 1956, 1a Zst 14/55; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.2b
  36. 11. Juni 1959, 1 Bs 15/59; OG, 6. August 1959, 3 Ust III 24/59; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1093
  37. Heinz Mohnhaupt: Normdurchsetzung in osteuropäischen Nachkriegsgesellschaften. Klostermann, Frankfurt a. M. 2003 ISBN 978-3-465-03241-0
  38. 26. April 1960, 1 Bs 34/60; OG, 14. Juni 1960, 1b USt 62/60; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.5
  39. 22. Februar 1961, 1 Bs 160/60; OG, 25. April 1961, 3 Ust III 8/61; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1082
  40. 20. Mai 1961, 1 Zst (I) 1/61; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1079
  41. Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora@1@2Vorlage:Toter Link/www.buchenwald.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  42. 22. September 1961, 1 Bs 158/61; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.II.6; Fachhochschule Polizei Brandenburg
  43. Jens Niederhut: Stimmen der Diktatur Tonaufnahmen von politischen Prozessen im Stasi-Unterlagen-Archiv. in: Zeithistorische Forschungen, abgerufen am 12. April 2018.
  44. BStU, MfS, HA IX, Tb, Nr. 1465–1477, 2121f.
  45. 2. Februar 1962, 1 BS 6/62
  46. 15. September 1962, 1 Bs 8/62 253; OG, 12. Oktober 1962, 1b Ust 185/62; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1073
  47. 16. Dezember 1963, 1 Bs 48/63 43; OG, 17. Januar 1964, 1a Ust 153/63; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1066
  48. Kathrin Krüger-Mlaouhia: Der Mörder, der seine Hinrichtung überlebt haben soll (Memento des Originals vom 23. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sz-online.de: in Sächsische Zeitung, 18. Dezember 2015 (abgerufen am 23. Dezember 2015)
  49. 25. März 1966, 1 Zst (I) 1/66; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1060
  50. 13. Dezember 1968, 101a Bs 23/68 421; OG, 24. Januar 1969, 1a Ust 62/68; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1050
  51. 30. April 1969, 1 Bs 10/69 397; OG, 13. Juni 1969, 1b Ust 18/69; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1049
  52. 18. März 1971, 101a Bs 24/70; OG, 7. Mai 1971, 1a Ust 13/71; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1046
  53. 19. Mai 1972, ZMSt I-1/72; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.2
  54. Krimi aus dem Kalten Krieg, Der Spiegel 22/1999, 31. Mai 1999 (abgerufen am 8. Dezember 2013)
  55. 9. Mai 1972, 101a Bs 7/72; OG, 29. Juni 1972, 1a Ust 16/72; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1043
  56. 20. Juli 1972, ZMSt I-3/72; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.3
  57. 11. Dezember 1972, 101a Bs 55/72; OG, 26. Januar 1973, 1a Ust 36/72; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1042
  58. 9. Februar 1973, 1 Bs 17/72; OG, 6. April 1973, 1b Ust 7/73; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1041
  59. Henry Leide: NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-35018-8, S. 121.
  60. 28. Juni 1973, S 1a 22/72 MOG-Le; OG, 28. Juni 1973, 2 UMSt 4/73; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.4
  61. 6. September 1974, 1 Bs 23/74; OG, 8.Oktober 1974, 1b Ust 39/74; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1034
  62. Anja Mihr: Amnesty International in der DDR. Christoph Links, 2002, ISBN 3-86153-263-8, S. 249 f.
  63. 25. April 1975, 1a ZMSt I-1/75; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.5
  64. Dirk Schneider: Der „Fall“ Egon Glombik, Beitrag des Studios Cottbus des RBB
  65. 11. Juni 1976, 1 Bs 1/76; OG, 23. Juli 1976, 1b OSB 20/76; DDR-Justiz und NS-Verbrechen #1024
  66. Henry Leide: NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-35018-8, S. 249 f.
  67. 7. Dezember 1979, 1 OMS 01/79; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.6 (online)
  68. Information des BStU zu Trebeljahr
  69. 9. Juli 1980, 1 OMS 01/80; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.7
  70. 11. Juni 1981, OMS-1-01/81; Stasi und DDR-Militärjustiz, 4.B.IV.8