Loom (Computerspiel)

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Loom
Loom Logo.png
Studio Lucasfilm Games
Publisher WeltWelt Lucasfilm Games
DeutschlandDeutschland Softgold
Erstveröffent-
lichung
1990
Plattform Amiga, Atari ST, CDTV, FM Towns, Mac OS Classic, MS-DOS, PC Engine
Spiel-Engine SCUMM
Genre Adventure
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus oder Joystick
Medium Diskette, CD-ROM, Download
Sprache Deutsch, Englisch, Japanisch
Information Eine Sprachausgabe existiert nur in der englischen MS-DOS CD-Version.

Loom ist ein 1990 veröffentlichtes Grafikadventure der Firma Lucasfilm Games (heute LucasArts), das eine Handlung im Märchenumfeld hat. Anders als bei den bis dahin bekannten Lucasfilm-Spielen erfolgt die Steuerung nicht über Aktionsverben, sondern über Melodien, denen bestimmte Aktionen zugeordnet sind.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loom spielt in einer fiktiven Welt. Die Handwerker des Landes haben sich zu Gilden zusammengeschlossen, um ihre Interessen zu vertreten und ihre Geheimnisse zu beschützen. Jede Gilde strebt nach absoluter Kontrolle über ihr Wissen, nach Macht und Ruhm. Nicht so jedoch die Gilde der Weber. Ihre Mitgliederzahl war klein, und Politik interessierte sie nicht. Sie wollten nur ohne Einmischung ihrer Arbeit nachgehen und zogen sich zurück. Ihre Regeln verboten die Heirat mit Fremden. Außenstehende misstrauten der verschlossenen Gemeinschaft der Weber. Jedoch hatten diese Regeln auch ihren Sinn. Ihre natürlichen Talente wurden vererbt und verfeinert. Bald schufen die Weber Stoffe und Gewebe von außerordentlicher Schönheit, über welche die ganze Welt staunte.

Später fanden die Weber Wege, Muster der Beeinflussung in ihre Tücher einzuweben. Ihre Stoffe wurden berühmt dafür, nicht nur schön zu sein: Einige verhalfen Kranken zur Genesung, andere brachten Glück. Im Laufe der Zeit ließen die Weber die Grenzen des handwerklichen Webens hinter sich und webten mit Licht und Musik. So sponnen sie neue Muster direkt in das Gewebe von Zeit und Raum. Die anderen Gilden sahen dies mit Misstrauen und Angst. Sie bezeichneten diese Arbeit als Hexenwerk und verfolgten die Weber. Um ihr Erbe zu schützen, zogen sich die Weber auf die abgelegen Insel Loom zurück. Sie lebten dort in Abgeschiedenheit und arbeiteten daran, ihre Künste zu perfektionieren. Im Rest der Welt gab es Kriege und Seuchen, große Gilden stürzten in den Ruin, andere stiegen auf. Die Gilde der Weber jedoch geriet langsam in Vergessenheit.

Mit der Zeit verblasste aber auch das Wissen der Weber. Die alten Regeln brachten einen Fluch über die Gilde. Kinder wurden tot geboren, Überlebende waren auf schreckliche Weise verstümmelt. Das Gewebe des heiligen Teppichs, in dem das Schicksal des Universums erkennbar war, löste sich auf. Der Rat der Ältesten sah dies mit Sorge, wagte es aber nicht, die Macht des heiligen Webstuhls zu benutzen, um wieder Ordnung in das Gewebe zu bringen.

Eine Frau, Lady Cygna, Mutter eines totgeborenen Kindes, lehnte sich schließlich gegen die alten Regeln und den Rat der Ältesten auf. Sie veränderte das Gewebe und zeugte so ein Kind, das Kind des Webstuhls. Für diese Tat wurde sie verbannt und das Kind unter strenger Beobachtung aufgezogen. Mit großem Entsetzen erkannten die Ältesten sehr bald, dass die Macht und das Können dieses Kindes weit über jedes bekannte Maß hinausgingen. Seine Macht war größer als die ihre, und sie begannen es zu fürchten. Sie verboten ihm, das Weben zu erlernen, um zu verhindern, dass es seine unglaubliche Macht gebrauchen lernen würde. An seinem 17. Geburtstag sollte über das Schicksal Bobbin Threadbares, dem Kind des Webstuhls, entschieden werden.

Spielhandlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spieler übernimmt die Rolle des jungen Webers Bobbin Threadbare, der auf Loom Island von seiner Ziehmutter Hetchel aufgezogen wurde. An seinem 17. Geburtstag steigt er alleine auf die Felsen an der Küste und erwartet einen Schwan, der jedes Jahr an diesem Tag wiederkommt – seine verwandelte leibliche Mutter. Nach seiner Rückkehr ins Dorf wird er Zeuge, wie seine Ziehmutter nach einem Urteil des Ältestenrates aus Versehen in ein Schwanenei verwandelt wird. Von einem hereinfliegenden Schwan werden Hetchels Richter daraufhin in Schwäne verwandelt, die von der Insel davonfliegen. Zwar gelingt es Bobbin, Hetchel wieder aus dem Ei schlüpfen zu lassen, als ansonsten letzter verbliebener Mensch auf der Insel muss er sich dann aber alleine auf die Suche nach seinen verzauberten Mitmenschen machen. Dabei hilft ihm sein Spinnrocken, der wie ein Zauberstab wirkt, mit dessen Hilfe er durch magische Melodien seine Umwelt verändern kann.

Im Laufe der Geschichte trifft Bobbin auf andere Gilden und deren Mitglieder wie Schäfer, Glasmacher, Schmiede und Kleriker und auch auf magische Wesen wie einen Drachen und die Geister Verstorbener und kommt einer Verschwörung auf die Spur.

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Loom agiert der Spieler nicht, wie bei vorhergehenden LucasArts-Titeln üblich, durch das Auswählen von Tätigkeitsbegriffen. Jeder Aktion (zum Beispiel Öffnen, Färben, Ausleeren) ist vielmehr eine Melodie aus anfänglich 4 Noten zugeordnet, die der Spieler auf Bobbins Zauberstab (der als Instrument dient) nachspielen muss, um die Aktion auszuführen. Wird die Melodie umgedreht, verkehrt sich auch die Aktion ins Gegenteil (aus Öffnen wird zum Beispiel Schließen, Färben wird Bleichen, Ausleeren wird Füllen). Im Laufe des Spiels nimmt die Zahl der Noten zu. Trotz dieser deutlichen Unterschiede zu vorherigen Spielen wurde wieder die Engine SCUMM in der Version 3 verwendet.

Das Spiel ist in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt. Die Schwierigkeiten werden durch die Hilfen beim Erkennen der Melodien bestimmt. In der leichtesten Stufe sieht man die Töne auf Notenlinien zur Erläuterung und der Stab leuchtet an den richtigen Stellen, wenn eine Melodie vorgespielt wird. In der schwierigsten Stufe hört man nur die Zaubermelodien und muss die Töne nach Gehör herausfinden.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel erschien 1990 für MS-DOS und wurde auch für Amiga, Atari ST, CDTV, FM Towns, Mac und PC Engine (TurboGrafx 16) umgesetzt.

Es gibt eine CD-ROM-Version für MS-DOS mit VGA-Grafik, englischer Sprachausgabe und digitaler CD-Musik. Aufgrund der Schwierigkeiten in der Synchronisation von Bild und Ton wird in dieser Version auf viele Nahaufnahmen von Spielfiguren und auch auf einige Cutszenen verzichtet. Diese Version erschien sowohl als Vollversion (mit Spielekarton) als auch als OEM-Version (nur CD-ROM und Anleitung). Die OEM-Version wurde zusammen mit einigen CD-ROM-Laufwerken auf dem amerikanischen Markt verkauft.

Dem Originalspiel war eine Musikkassette (bzw. Audio-CD) mit einem Hörspiel beigelegt, das die Geschichte bis kurz vor Spielbeginn erläutert. Dieses Hörspiel – im Original in englischer Sprache produziert – wurde ins Deutsche, Französische und Japanische übersetzt.

Die FM-Towns-Version wurde vor der CD-ROM-Version für MS-DOS produziert. Sie enthält das gesamte Spiel inklusive der Nahaufnahmen der Spielfiguren in VGA-Grafik und digitale CD-Musik, jedoch keine Sprachausgabe. Diese Version ist nur in Japan erschienen und beinhaltet je eine Fassung des Spiels in Japanisch und Englisch. Auf der dieser Version beiliegenden Audio-CD ist das Hörspiel in japanischer und in englischer Sprache enthalten. In der PC-CD-ROM-Version ist die Figur Chaos weiblich, während sie in allen anderen Versionen männlich ist. Dies liegt daran, dass die Sprachausgabe von einer Frau gesprochen wurde.

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loom sollte ursprünglich der erste Teil einer Spiele-Trilogie werden. Die Entwicklung des zweiten Teils unter dem Titel Forge fand 1991–1992 bei LucasArts unter der Leitung von Mike Stemmle und Sean Clark statt. Die Geschichte sollte direkt an Loom anschließen und der geplante Titelheld, der aus dem ersten Teil bekannte Schmied Rusty Nailbender, sollte in der zwischen Lebenden und Toten geteilten Welt seinen Vater retten müssen. Für das Spiel war die Verwendung einiger bereits aus Loom bekannter, dort aber nicht benötigter Zaubersprüche geplant.[1] Der dritte Teil mit dem Titel The Fold und der Schafhirtin Fleece als Heldin hätte die Auflösung des Konfliktes bringen sollen.[2]

Eine Fertigstellung der Nachfolger erfolgte nie, da Designer Moriarty das Interesse am Projekt verloren hatte.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
Publikation Wertung
Amiga DOS
Advanced Computer Entertainment k. A. 845 / 1000 [4]
ASM k. A. 6 / 12 [5]
Power Play k. A. 54 % [6]
Zzap!64 83 % [7] k. A.
Metawertungen
GameRankings k. A. 75 % [8]

Aus 6 aggregierten Wertungen erzielt Loom auf GameRankings einen Score von 75 %.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den anderen klassischen Adventures von LucasArts hat Loom keine Auszeichnungen erhalten. Das Fachmagazin Adventure Gamers ordnete das Spiel 2011 in seiner Liste Top 100 All-Time Adventure Games auf Platz 61 ein.[9]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursprünglich war geplant, im Zentrum der Glasergilde eine Halle mit drei großen Sanduhren aufzustellen. Diese wurde aber aus Platzgründen aus der finalen Version entfernt.
  • Ein Hinweis auf den nie erschienenen Nachfolger Forge findet sich in einer der Glaskugeln bei der Glasergilde.
  • In The Secret of Monkey Island sitzt Cob (aus Loom) als Pirat verkleidet in der Scumm-Bar. Er trägt einen Button mit der Aufschrift: „Ask me about Loom“
  • In Indiana Jones and the Last Crusade befindet sich im Gemäldeabstellraum auf Schloss Brunwald ein Gemälde, welches die Strandszene vor Chrystalgard porträtiert.
  • In Space Quest IV befindet sich auf einem Wühltisch eines Softwarehändlers eine Parodie auf Loom namens "Boom", welche sich über das fehlende Interface u.a. lustig macht.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forge (englisch) mixnmojo.com. Archiviert vom Original am 1. April 2009. Abgerufen am 7. November 2011.
  2. The Fold (englisch) mixnmojo.com. Archiviert vom Original am 9. Februar 2010. Abgerufen am 7. November 2011.
  3. MixnMojo.com: LucasArts' Secret History: Loom. Abgerufen am 4. September 2017.
  4. Loom. In: Advanced Computer Entertainment. Nr. 33, Juni 1990, S. 81.
  5. Torsten Blum: So klein und schon ein Loom. In: ASM. Juli 1990.
  6. Anatol Locker: Loom. In: Power Play. September 1990.
  7. Loom. In: Zzap!64. Nr. 70, Februar 1991, S. 42.
  8. a b GameRankings.com: Loom. Abgerufen am 4. September 2017.
  9. AdventureGamers.com: Top 100 All-Time Adventure Games. Abgerufen am 26. August 2016.
  10. http://www.spacequest.net/archives/sq4/spoofref/