Zak McKracken and the Alien Mindbenders

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Zak McKracken and the Alien Mindbenders ist ein 1988 erschienenes Point-and-Click-Adventure.[2][3] Es ist nach Maniac Mansion das zweite Spiel dieser Art der Firma Lucasfilm Games (später LucasArts).

Inhalt und Handlung[Bearbeiten]

Der Spieler übernimmt die Rolle von Zak McKracken, einem frustrierten Boulevardreporter aus San Francisco. Im Vorspann des Spiels erscheinen ihm in einem Traum Außerirdische, eine uralte Karte der Erde, ein merkwürdiges Gerät sowie eine ihm unbekannte Frau, die er am nächsten Morgen in einer Fernsehsendung wiedersieht. Im Verlauf der Handlung wird klar, dass Zak McKracken die Erde vor einer Invasion durch Außerirdische retten muss, die die Menschheit verdummen wollen. Unterstützung erhält er dabei von der Archäologin Annie, die ihm im Traum erschienen ist und ebenfalls in San Francisco wohnt, sowie ihren beiden Freundinnen Melissa und Leslie, die mit einem umgebauten VW-Bus auf den Mars geflogen sind. Ziel des Spieles ist es, das sogenannte Skolarische Gerät zusammenzubauen, dessen Einzelteile aus Artefakten bestehen, die auf der ganzen Welt verteilt sind.

Die Handlung des Spiels verwendet in geschickter Weise verschiedene populärwissenschaftliche, vermeintliche Rätsel der Menschheitsgeschichte. Neben dem großen Kapitel Prä-Astronautik, das den Rahmen für die Geschichte bildet, werden u. a. auch die Hochkultur der Inka, das Rätsel der Pyramiden und der Sphinx in Ägypten, El Astronauto, die ungeklärte Funktion von Stonehenge, das Mysterium des Bermudadreiecks, der Mythos Atlantis und das vermeintliche Marsgesicht aufgegriffen. Entsprechend dieser Vielzahl von Einflüssen werden im Spiel zahlreiche Orte auf allen Kontinenten und auf dem Mars aufgesucht. Aufgegriffen und vermeintlich erklärt wird auch das Brummton-Phänomen: Die "Caponier"-Aliens benutzen es, um die Menschheit zu verdummen und schließlich zu versklaven.

Im Spiel, dessen gesamte Handlung im Jahr 1997, also neun Jahre in der Zukunft des Jahres 1988, angesiedelt ist, werden einige Aussagen hinsichtlich zukünftiger Techniktrends getroffen. Beispiele sind das ausschließliche Bezahlen mit einer sogenannten CashCard und die Verwendung von DAT-Kassetten. Ersteres hat heute eine reale Entsprechung beim bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Kreditkarte und Geldkarte, während sich letztere nie wirklich durchsetzen konnten und heute weitestgehend durch CDs verdrängt wurden.

Spielmechanik[Bearbeiten]

Die Spielmechanik ist um LucasArts' SCUMM-Engine für Point-and-Click-Adventures entwickelt: der Bildschirm ist dreigeteilt in einen Bereich für Aktionsverben, ein darunter angeordnetes, aus Worten bestehendes Inventar der Spielfigur und den Spielbildschirm, der den größten Teil des Bildes einnimmt. In speziellen Situationen kann es im Spiel vorkommen, dass die Aktionsverben nach und nach ausgeblendet werden. Dies soll eine Verdummung der Spielfigur darstellen, die aber mit der Zeit wieder voll reversibel ist.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Zak McKracken and the Alien Mindbenders wurde 1988 von Lucasfilm Games (später LucasArts) entwickelt. Es ist nach Maniac Mansion das zweite Spiel dieser Art der Firma Lucasfilm Games auf Basis der SCUMM-Engine. Abhängig von der Plattform basiert der Titel auf Version eins, zwei oder drei von LucasArts' SCUMM-Sprache. Trotz der verschiedenen SCUMM-Versionen wurde für alle portierten Systeme ein zu Maniac Mansion identischer Look and Feel erreicht.

Entwickler[Bearbeiten]

  • Entwurf: David Fox, Ron Gilbert, Matthew Kane, David Spangler
  • Programmierung: David Fox, Ron Gilbert, Matthew Kane
  • Grafik/Animation: Basilio Amaro, Martin Cameron, Mark J. Ferrari, Gary Winnick
  • Musik: Matthew Kane

Veröffentlichung und Versionen[Bearbeiten]

Das Spiel erschien 1988 für C64, MS-DOS mit EGA-Grafik, Amiga, Atari ST und Apple II, später auch für den FM Towns mit 256-farbigen Grafiken und verändertem Soundtrack. Entgegen der späteren Praxis wurde die technisch erheblich verbesserte FM-Towns-Version aber nicht mehr für MS-DOS rückportiert.

Wiederveröffentlichung[Bearbeiten]

Am 19. März 2015 wurde Zak MacKracken auf der Digitale Distribution Plattform gog.com, nach Jahren der Nicht-Verfügbarkeit (Abandonware), wiederveröffentlicht.[1]

Auch existiert eine Version auf dem Internet Archive, bereitgestellt auf der Webseite via emscripten-DOSBox.[4]

Rezeption[Bearbeiten]

Bewertungen in Spielezeitschriften

Auszeichnungen von Spielezeitschriften

Trivia[Bearbeiten]

Im Spiel finden sich abhängig von der Version zahlreiche Querverweise auf andere LucasArts-Spiele. Beispiele sind u. a.:

  • ein Kanister Kettensägenbenzin, der in Maniac Mansion fehlt
  • ein Fahndungsplakat nach dem Meteor aus Maniac Mansion
  • diverse Poster
  • Chuck die Pflanze, ein in mehreren Spielen von LucasArts beliebter Running Gag
  • McKracken soll am Anfang des Spiels eine Telefonrechnung von 1138$ bezahlen, eine Zahl, die immer wieder im Lucas-Universum auftaucht. Diese bezieht sich auf George Lucas’ ersten Spielfilm THX 1138.

Die Namen der drei Begleiterinnen von Zak sind die Namen der damaligen Freundinnen der Hauptprogrammierer. David Fox ist mittlerweile mit Annie verheiratet. Der Gag, dass Leslie beim Ausziehen ihres Helmes immer eine andere Haarfarbe hat, ist darauf zurückzuführen, dass die als Vorbild fungierende reale Leslie sich zur Zeit der Entwicklung von Zak McKracken oft die Haare gefärbt hat.

Der Flughafen von Miami war zwar als Reiseziel nicht nutzlos, doch über den Flughafen hinaus kam man nie, da ein Schild an der Flughafentür erklärte, dass Miami wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sei.

Der Nachname McKracken wurde vom Programmiererteam zufällig aus einem Telefonbuch ausgesucht.

Die Titelmelodie des Spiels ist aufgrund zahlreicher Remixes und Coverversionen mittlerweile zu einiger Berühmtheit gelangt.

Der Monolith auf dem Mars, der als Fahrkartenautomat dient, ist eine Anspielung auf die Monolithen im Film 2001: Odyssee im Weltraum, die sich an verschiedenen Orten im Sonnensystem (Erde, Mond, Jupiter) befinden.

Der Name der Boulevardzeitung, bei der Zak arbeitet, The National Inquisitor, ist eine Anspielung auf die reale Zeitung The National Enquirer.

Inoffizielle Nachfolger[Bearbeiten]

Da LucasArts, anders als bei Maniac Mansion, nie einen zweiten Teil veröffentlicht hat, entstanden inzwischen mehrere Fanprojekte. Fertiggestellt sind dabei mittlerweile die folgenden Spiele:

  • Mit Zak McKracken – Between Time and Space existiert ein Projekt, das mit aufgewerteter, handgezeichneter Grafik versehen wurde. Dieser inoffizielle Nachfolger wurde am 19. April 2008 veröffentlicht, 20 Jahre nach dem Erscheinen des Originals.[5]
  • Die neuen Abenteuer des Zak McKracken, veröffentlicht im März 2002, erinnert mit der ursprünglichen, grobpixeligen VGA-Grafik sehr an den Vorgänger und enthält viele humorvolle Anspielungen auf LucasArts im Allgemeinen und die Vorgänger Zak McKracken und Maniac Mansion im Besonderen.[6]

Ein weiteres Fanprojekt, das auf Basis des FM-Towns-Spieles eine 256-Farben-Version für PCs erstellen wollte, ist mittlerweile zugunsten einer Unterstützung in ScummVM eingestellt. Auch Zak McKracken and the Alien Rockstars blieb unvollendet: nach einer Demo-Veröffentlichungen war ein Fertigstellung 2007 angepeilt, jedoch wurde das Projekt nach mehreren Wiederanlaufversuchen eingestellt.[7][8] Immerhin wurde der Quelltext der Game Engine auf Sourceforge veröffentlicht.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b John Paul Jones: Outlaws, Zak McKracken among new line up of classic Lucasarts games hitting GOG.com (english) gamewatcher.com. 19. März 2015. Abgerufen am 19. März 2015: „Following on from their agreement with Disney last year to release the Lucasarts back catalogue, digital retailer GOG.com have gone and put five more classic titles from the house that George built on their store. There are some real gems there too. From underrated wild west FPS Outlaws to cult point and click adventure Zak McKracken and the Alien Mindbenders[...]
  2. The Making Of: Zak McKracken And The Alien Mindbenders. In: Edge. Future plc. 19. Mai 2013. Archiviert vom Original am 10. Juni 2013. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  3. Clayton Chan: Zak McKracken and the Alien Mindbenders - Commodore 64 Review. In: Netjak. 25. Januar 2005. Archiviert vom Original am 25. Mai 2009. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  4. Zak McKracken and the Alien Mindbenders Enhanced (engl.)
  5. Timo Steinhaus: Zak McKracken - Between Time and Space – Special - Fanprojekt holt den sympatischen Reporter zurück.. gamona.de. 12. Mai 2008. Abgerufen am 9. Juli 2013.
  6. Die neuen Abenteuer des Zak McKracken (2002) auf IMDB
  7. Zak McKracken and the Alien Rockstars (ZMAR) - ZMAR history auf zak-site.com (engl.)
  8. zak2project.net/ im Webarchive (engl.)
  9. mindbender Quelltext auf Sourceforge