Lorenz Luidl

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Lorenz Luidl (* um 1645 in Mering; † 14. Januar 1719 in Landsberg am Lech) war ein bayerischer Barockbildhauer.

Lorenz Luidl ist das bedeutendste Mitglied einer weitverzweigten Bildhauersippe im westlichen Oberbayern. Schon sein Vater Michael († 1683) unterhielt im kurbairischen Markt Mering eine Bildhauerwerkstatt. Von 1662 bis 1667 bestritt er eine Bildhauerlehre bei David Degler in Weilheim. 1668 ist er als Bürger der Stadt Landsberg aufgenommen worden und im selben Jahr heiratete er Maria Miller († 1678). Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau ehelichte er 1678 die Bäckerstochter Ursula Ludwig. 1669 kaufte er ein Haus in der Ledergasse und 1679 ein weiteres Haus in der Nachbarschaft. 1699 wurde Luidl in den äußeren Rat der Stadt berufen. 1717 übergab er seine Werkstatt und das Gesamtvermögen an den Sohn Johann Luidl (* 1686 in Landsberg, † 1765 in Landsberg). Neben diesem waren die Söhne Ferdinand (* 1670, † 1736 in Hegelhofen b. Weissenhorn) und Stephan (* 1684, † 1736 in Dillingen) als Bildhauer tätig. Weitere Familienmitglieder die Bildhauer waren sind sein Bruder Adam Luidl († 1681 in Dachau) sowie die Vettern Joseph (* 1682, † um 1729 in Mering) und Gabriel (* 1688, † 1748 in München). Die Luidl-Werkstatt in Landsberg gehörte zu den produktivsten Bildhauerwerkstätten im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert in Bayern. Die Luidls statteten vor allem in Oberbayern und Mittelschwaben Kirchen und Klöster aus.

Zu den charakteristischen Merkmalen der Luidl-Plastiken gehören die bewegte Gesamthaltung der Figuren und der manieristische Faltenwurf der Gewänder.

„Luidls Originalität liegt wohl gerade in einer kleinmeisterlichen Beschränkung auf die nach der Gotik erstmals in Süddeutschland durch Jörg Zürn wieder aufgenommene irrationale Formensprache.“

Herbert Nagel

Das erhaltene Gesamtwerk Lorenz Luidls umfasst etwa 650 Objekte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonius der Große in der Pfarrkirche Hl. Kreuz in Oberfinning
Ölberggruppe in der Oberfinninger Pfarrkirche
Christus als guter Hirte im Augsburger Maximilianmuseum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Nagel: Lorenz Luidl, ein schwäbisch-bayerischer Bildhauer und seine Werkstatt in Landsberg am Lech. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, 79.1954, S. 1–86
  • Norbert Lieb: Die Luidl, eine Bildhauerfamilie des baierischen und schwäbischen Barock. In: Das Münster 3. Jg. München 1950.
  • Wilhelm Neu: Die Bildhauerfamilie Luidl und ihre Werke in Stadt und Landkreis Landsberg. In: Lech-Isar-Land 1966, S. 3–29.
  • Wilhelm Neu: Der Landsberger Bildhauer Lorenz Luidl und seine Werke in Bayerisch-Schwaben. In: Ars Bavarica, 7.1977, S. 67–82
  • Wilhelm Neu: Lorenz Luidl oder Heinrich Hagn? – neue Erkenntnisse zum Werk eines wenig bekannten Weilheimer Bildhauers. In: Lech-Isar-Land, 1975, S. 20–27
  • Herbert Schindler: Große Bayerische Kunstgeschichte, Bd. II, München 1976, S. 244 f.
  • Matthias Klein: Neues über Lorenz Luidl. 1991. In: Beiträge zur Heimatforschung: Wilhelm Neu zum 70. Geburtstag. – München: Bayer. LA für Denkmalpflege [u.a.], 1991. – (Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege; 54), S. 87–93
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Bayern IV: München und Oberbayern. München, Berlin, 3. Aufl. 2006. ISBN 3-422-03115-4
  • Gerd Michael Köhler: Lorenz Luidl aus Mering (um 1645–1719). In: Landkreis Aichach-Friedberg (Hrsg.): Altbayern in Schwaben 2016. Jahrbuch für Geschichte und Kultur. 2016, ISBN 978-3-9813801-4-9, ISSN 0178-2878, S. 35–68.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lorenz Luidl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien