Spartak Moskau

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Spartak Moskau
FK Spartak Moskau Logo.png
Voller Name OAO Futbolni klub Spartak-Moskwa
Ort Moskau
Gegründet 1922
Vereinsfarben rot-weiß
Stadion Olympiastadion Luschniki
Lokomotiv-Stadion (Moskau) (2013/2014)
Otkrytije Arena (ab 08/2014)
Plätze 30.075
Präsident RusslandRussland Leonid Fedun
Vorstand Roman Aschabadse
Trainer RusslandRussland Dmitri Alenitschew
Homepage spartak.com
Liga Premjer-Liga
2014/15 6. Platz
Heim
Auswärts
Spartak-Fans beim Derby gegen ZSKA (1:5) am 12. Juli 2008
Die Gründungsmannschaft von 1922

Spartak Moskau (russisch Спартак Москва, Spartak Moskwa, wiss. Transliteration Spartak Moskva, vollständiger Name auf russisch ОАО «Футбольный клуб „Спартак-Москва“, OAO Futbolni klub Spartak-Moskwa) ist ein russischer Fußballverein aus der Hauptstadt Moskau. Der heutige Verein ging aus dem sowjetischen Sportclub Spartak Moskau hervor. Der Club gehört mit 12 sowjetischen und neun russischen Meisterschaften zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Neben der Fußball- ist auch die Eishockeyabteilung HK Spartak Moskau international bekannt. Die Vereinsfarben sind Rot-Weiß. Rechtsform der Fußballmannschaft ist die einer offenen Aktiengesellschaft (OAO/Otkrytoje Akzionernoje Obschtschestwo). Spartak Moskau ist nach einer Umfrage knapp die populärste Fußballmannschaft Russlands. Deswegen lautet einer ihrer Spitznamen „das Volksteam“. Des Weiteren ist der Verein russischer Rekordmeister.

Geschichte[Bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten]

Spartak Moskau wurde 1922 als MKS (russisch Московский кружок спорта Краснопресненского района/Moskowski kruschok sporta Krasnopresnenskowo rajona) von Nikolai Starostin gegründet. Die Fußballmannschaft spielte damals im Stadion des Stadtteils Presnenski oder Presnja und benannte sich nach dem Stadtteil bald in Krasnaja Presnja (russisch Красная Пресня/Rotes Presnja) um.

1936 suchte der Verein nach einem neuen Namen. Starostin schlug den Namen Spartak vor, welcher auf allgemeine Zustimmung der Beteiligten stieß. Über den Ursprung dieses Namens gibt es verschiedene Versionen, nach einer Version kam Starostin beim Lesen eines Buches über den Sklavenführer Spartacus auf diese Idee,[1] nach einer anderen Version soll der Name auf ein Spiel zurückzuführen sein, das 1927 gegen eine deutsche Arbeitermannschaft stattfand, die nach dem Spartakusbund benannt war.[2]

Als die sowjetische Fußballliga 1936 gegründet wurde, war Spartak die zweite Mannschaft überhaupt, die diesen Wettbewerb gewinnen konnte. Bis 1960 wurde der sowjetische Fußball von den Moskauer Mannschaften dominiert, zu denen auch Spartak gehörte. Die Mannschaft gehörte während des gesamten Bestehens der Sowjetunionen zu den Spitzenteams der Liga.

Spartak Moskau ist zwölffacher sowjetischer Meister und wurde nur von dem ukrainischen Verein Dynamo Kiew, der mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften der Rekordtitelträger ist, übertroffen. Außerdem ist Spartak Moskau Rekordsieger im sowjetischen Fußballpokal, der zehn Mal gewonnen werden konnte. In der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga belegt Spartak mit 2483 Toren und 722 gewonnenen Spielen den ersten Platz.

Russland[Bearbeiten]

Spartak ist mit neun gewonnenen Meisterschaften russischer Rekordmeister. Daneben stehen drei Gewinne des Russischen Pokals aus den Jahren 1994, 1998 und 2003 zu Buche. Von den ersten Spielzeiten der russischen Premjer-Liga nach dem Ende der Sowjetunion (ab 1992) konnte Spartak nur eine (1995 wurde nur der dritte Platz erreicht) nicht als Meister abschließen und hat die heimische Liga nach Belieben dominiert. Die Mannschaft rangiert in der ewigen Tabelle der russischen Premjer-Liga mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Nach 2001 wurde diese beeindruckende Siegesserie unterbrochen und Spartak beendete die folgenden Spielzeiten teilweise lediglich als Zehnter. Durch die erheblichen finanziellen Mittel des Hauptsponsors Lukoil gelang es jedoch dem Verein die Qualität der Mannschaft zu verstärken und von 2005 bis 2007 wieder um die Meisterschaft mitzuspielen und dreimal in Folge Vizemeister zu werden. Gegen Ende der enttäuschenden Saison 2008, als Spartak Moskau nur den achten Platz erreichte, wurde im September 2008 der Däne Michael Laudrup als neuer Cheftrainer verpflichtet[3], der allerdings bereits am 15. April 2009 entlassen worden war. Neuer Trainer wurde Spartaks Generaldirektor Waleri Karpin. Mit ihm konnte das Team in der Spielzeit 2009 erneut den zweiten Tabellenplatz belegen.

In der Saison 2010 wurde der vierte Tabellenrang erreicht. Somit nahm Spartak an der Qualifikation für die UEFA Europa League 2011/12 teil, wo sie allerdings gegen den polnischen Vertreter Legia Warschau nach 2:2 und 2:3 in der Play-Off-Runde ausschieden. In der Saison 2012/13 war Spartak Moskau als russischer Vizemeister der Spielzeit 2011/12 der Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League gelungen. In der Play-off-Runde genügte dazu nach einem 2:1-Heimspielsieg gegen den türkischen Vizemeister Fenerbahçe Istanbul im auswärtigen Rückspiel ein 1:1-Unentschieden. Zusammen mit dem FC Barcelona, Benfica Lissabon und Celtic Glasgow wurde Spartak Moskau in die Gruppe G des Wettbewerbs gelost. Mit nur einem Sieg sowie fünf Niederlagen schied die Mannschaft nach sechs Spielen als Tabellenletzter aus dem Turnier aus.

Im Juni 2012 wurde Unai Emery als neuer Cheftrainer verpflichtet.[4] Jedoch bereits Ende November 2012 wegen Erfolgslosigkeit wieder entlassen.[5] Danach übernahm Waleri Karpin erneut den Posten des Cheftrainers zunächst interimistisch, später fest. In der Premjer-Liga 2012/13 wurde der vierte Tabellenplatz belegt, der zu der Teilnahme an der Qualifikation zu der UEFA Europa League 2013/14 berechtigte, wo sie allerdings gegen den FC St. Gallen nach 1:1 und 2:4 in der Play-Off-Runde ausschieden. Durch den sechsten Tabellenplatz aus der Spielzeit 2013/14 wurde die Startberechtigung für Teilnahme an den europäischen Pokalwettbewerben verpasst. Am 18. März 2014 wurde Waleri Karpin nach einer Reihe von Niederlagen beurlaubt. Infolge dessen wurde dem Schweizer Murat Yakın der Chef-Trainerposten bei Spartak für die Saison 2014/15 anvertraut.[6] Im Mai 2015 gab der Verein bekannt, sich mit sofortiger Wirkung vom Murat Yakın zu trennen, da lediglich der sechste Tabellenplatz erreicht werden konnte und somit der Auftritt auf der europäischen Bühne dem Verein erneut verwehrt geblieben ist.[7] Im Juni 2015 übernahm der Russe Dmitri Alenitschew, der als Spieler insgesamt 143 Ligapartien für den Verein absolvierte, den Chef-Trainerposten bei Spartak.[8]

Stadion[Bearbeiten]

Die Fußballabteilung von Spartak Moskau trug bis Ende 2014 ihre Heimspiele im 84.864 Zuschauer fassenden Olympiastadion Luschniki aus, das bereits im Jahre 1956 erbaut wurde. Spartak Moskau besaß nie ein eigenes Stadion und musste in seiner Geschichte immer auf die Stadien anderer Moskauer Vereine ausweichen.

Ende des Jahres 2006 wurde dem Bau eines eigenen neuen, reinen Fußballstadions ohne Laufbahn zugestimmt. Entstehen soll das Objekt, welches von den ar.te.plan-Architekten aus Dortmund entworfen wurde, auf einem Teil des ehemaligen Flugfeldes Tuschino in der Nähe von Moskau. Zwar sank die Zuschauer-Kapazität im Vergleich zum Olympiastadion Luschniki auf ca. 42.000, doch hat der Verein nun eines der modernsten Stadien der Welt. Ein weiterer wichtiger und vor allem für die Fans von Spartak bedeutender Grund für den Neubau war, dass sich das Luschniki-Stadion im Besitz des Lokalrivalen Torpedo Moskau befindet. Da das Luschniki-Stadion für die Saison 2013/2014 wegen Renovierungsarbeiten im Zuge der Vorbereitung für die Weltmeisterschaft nicht zur Verfügung stand, einigte man sich mit der Lokomotive Moskau auf Benutzung deren Stadions. Die Inbetriebnahme des Stasions war bereits für 2009 angedacht, wurde aber infolge der Weltwirtschaftskrise zunächst auf das Jahr 2012, zuletzt auf den 24. Juli 2014 verschoben.[9] Schließlich wurde am 5. September 2014 Spartaks neue Spielstätte mit einem Freundschaftsspiel vor 37.734 Zuschauern gegen Roter Stern Belgrad (1:1) eingeweiht.[10]

Sponsoren[Bearbeiten]

Der Hauptsponsor des Vereins ist der größte russische Mineralölkonzern Lukoil.

Erfolge[Bearbeiten]

National[Bearbeiten]

  • Pokalsieger:
    • Sowjetunion (10×): 1938, 1939, 1946, 1947, 1950, 1958, 1963, 1965, 1971, 1992
    • Russland (3×): 1994, 1998, 2003

International[Bearbeiten]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Rekordtorschützen[Bearbeiten]

Von 1949 bis 1959 erzielte Nikita Simonjan 133 Tore. Kein Spieler schoß bisher mehr Tore für Spartak Moskau.

Platz Name des Spielers Tore Zeitraum
1. Sowjetunion 1955Sowjetunion Nikita Simonjan 133 1949–1959
2. SowjetunionSowjetunion Sergei Rodionow 119 1979–1995
3. Sowjetunion 1955Sowjetunion Galimsjan Chussainow 102 1961–1973
4. SowjetunionSowjetunion Fjodor Tscherenkow 95 1977–1993
5. RusslandRussland Roman Pawljutschenko 89 2003–2008
6. SowjetunionSowjetunion Juri Gawrilow 89 1977–1985
7. RusslandRussland Jegor Titow 87 1995–2008
8. Sowjetunion 1955Sowjetunion Anatoli Iljin 83 1949–1962
9. Sowjetunion 1955Sowjetunion Juri Sewidow 71 1960–1965
10. RusslandRussland Andrei Tichonow 68 1992–2000

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2014/15.

Rekordspieler[Bearbeiten]

1993 stellte Fjodor Tscherenkow mit 398 absolvierten Partien für Spartak Moskau den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress von Spartak auf.

Platz Name des Spielers Einsätze Zeitraum
1. SowjetunionSowjetunion Fjodor Tscherenkow 398 1977–1993
2. Sowjetunion 1955Sowjetunion Igor Netto 368 1948–1966
3. Sowjetunion 1955Sowjetunion Gennadi Logofet 349 1960–1975
4. Sowjetunion 1955Sowjetunion Galimsjan Chussainow 347 1961–1973
5. SowjetunionSowjetunion Rinat Dassajew 335 1977–1988
6. RusslandRussland Jegor Titow 324 1995–2008
7. SowjetunionSowjetunion Sergei Rodionow 303 1979–1995
8. SowjetunionSowjetunion Juri Gawrilow 280 1977–1985
9. Sowjetunion 1955Sowjetunion Anatoli Krutikow 269 1959–1968
10. Sowjetunion 1955Sowjetunion Alexei Paramonow 264 1948–1959

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen. Stand: Ende der Saison 2014/15.

Kader 2015/16[Bearbeiten]

Stand: Januar 2016

Nr. Position Name
30 RusslandRussland TW Sergei Pessjakow
32 RusslandRussland TW Artjom Rebrow
4 RusslandRussland AB Sergei Parschiwljuk
7 RusslandRussland AB Kirill Kombarow
13 RusslandRussland AB Wladimir Granat
16 ItalienItalien AB Salvatore Bocchetti
18 RusslandRussland AB Ilja Kutepow
23 RusslandRussland AB Dmitri Kombarow
34 RusslandRussland AB Jewgeni Makejew
Nr. Position Name
5 BrasilienBrasilien MF Rômulo
8 RusslandRussland MF Denis Gluschakow
17 RusslandRussland MF Alexander Sujew
24 NiederlandeNiederlande MF Quincy Promes
25 ParaguayParaguay MF Lorenzo Melgarejo
27 RusslandRussland MF Alexander Sotow
49 GeorgienGeorgien MF Dschano Ananidse
52 RusslandRussland MF Igor Leontjew
71 BulgarienBulgarien MF Iwelin Popow
9 RusslandRussland ST Denis Dawydow
20 Kap VerdeKap Verde ST Zé Luís

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Restliche Welt

Trainer[Bearbeiten]

Aktueller Trainerstab[Bearbeiten]

Zweite Mannschaft[Bearbeiten]

Spartak Moskau II ist ebenfalls eine Profimannschaft und spielt seit 2015 in der zweitklassigen 1. Division. Bis dahin spielte die Mannschaft stets in der drittklassigen 2. Division. Immer wieder schafften Spieler der zweiten Mannschaft den Sprung in den Kader der Profimannschaft, wurden später dort Stammspieler und Nationalspieler.

Andere Sportarten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Edelman: Spartak Moscow. A History of the People's Team in the Workers' State. Ithaca 2009. ISBN 978-0-8014-4742-6.
  • James Riordan: The Strange Story of Nikolai Starostin, Football and Lavrentii Beria – Soviet Sports Personality and Soviet Chief of Intelligence. In: Europe-Asia Studies, Juli 1994, findarticles.com
  • Jonathan Wilson: Behind the Curtain. Travels In Eastern European Football. Orion, London 2006 ISBN 978-0-7528-7945-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilson, S. 283
  2. Riordan, S. 1
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLaudrup unterschreibt bei Spartak. kicker.de, 12. September 2008, abgerufen am 18. September 2008.
  4. kicker.de: Emery steigt bei Spartak ein
  5. kicker.de: Dynamo schießt Emery aus dem Amt
  6. http://spartak.com/main/news/55905/
  7. http://spartak.com/main/news/newsautoupdate/
  8. http://www.interfax.ru/sport/446786
  9. http://sport.rbc.ru/article/191948/
  10. russland.ru: Endlich zuhause – Spartak Moskau weiht sein neues Stadion ein Artikel vom 7. September 2014