Münchner Stadtrat

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Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 42,0 %
 %
40
30
20
10
0
32,5
30,8
16,6
3,4
2,7
2,5
2,5
2,4
6,6
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
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-10
+4,8
-8,9
+3,6
-3,4
+1,1
+0,8
+2,5
-1,3
+0,9

Der Münchner Stadtrat ist seit 1919 neben dem Oberbürgermeister Organ der kommunalen Selbstverwaltung der Landeshauptstadt München. Der Stadtrat wird auf sechs Jahre gewählt und tagt im Neuen Rathaus. Ihm gehören die einzelnen Stadtratsmitglieder und der Oberbürgermeister an, welcher den Vorsitz hat.

Seit 1946 wird München – mit wenigen Ausnahmen – von einer SPD-geführten Stadtratsmehrheit regiert. Im Jahr 1972 wurde das Münchner Stadtparlament von 60 auf 80 ehrenamtliche Mitglieder erweitert. 1996 zog mit der Rosa Liste erstmals eine schwul-lesbische Partei in ein europäisches Kommunalparlament ein.

Sitzverteilung im Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat[1]
          
Von 81 Sitzen entfallen auf:

Unter den Sitzen der SPD befindet sich der des Oberbürgermeisters.

Zugang zur Galerie des Großen Sitzungssaals im Münchner Rathaus

Im Folgenden ist die Sitzverteilung nach der letzten Stadtratswahl im Jahr 2014 sowie die aktuelle Sitzverteilung angegeben (jeweils ohne den Oberbürgermeister):

Partei aktuell Wahl 2014
Sitze Sitze Stimmen-
anteil
CSU 24*** 26 32,6 %
SPD 24* 25 30,8 %
Grüne 13 13 16,6 %
FDP 04**** 03 3,4 %
FW 01*** 02 2,7 %
ÖDP 02 02 2,5 %
AfD 00** 02 2,5 %
Linke 02 02 2,4 %
Rosa Liste 01 01 1,9 %
HUT 01 01 1,3 %
Piraten 00**** 01 1,2 %
BP 05*** 01 0,9 %
BIA 01 01 0,7 %
LKR 02** 00

* Durch den Austritt von Josef Assal aus der SPD-Fraktion verlor die SPD am 26. März 2014 einen Sitz,[2] der nun Bestandteil der „Bürgerlichen Mitte“ aus Freie Wähler und Bayernpartei ist.
** Am 15. September 2015 gaben die beiden Stadträte, die über die Liste der AfD gewählt worden waren, ihren Beitritt zur Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), den heutigen Liberal-Konservativen Reformern (LKR) bekannt. Sie waren nach dem Bundesparteitag 2015 der AfD aus dieser ausgetreten.[3]
*** Zum 30. März 2016 traten zwei Stadträte von der CSU und ein Stadtrat von den Freien Wählern sowie zum 4. April 2016 auch der Stadtrat Josef Assal zur Bayernpartei über.[4][5]
**** Am 12. Mai 2017 wechselte der Stadtrat Thomas Ranft von der Piratenpartei zur FDP.[6]

Fraktionen/Gruppierungen der Wahlperiode 2014–2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fraktionen:
    • CSU (24 Sitze)
    • SPD (24 Sitze und Oberbürgermeister)
    • Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste (14 Sitze)
    • Bayernpartei (5 Sitze) (Die Fraktion der Bürgerlichen Mitte hat sich nach Austritt der FW-Abgeordneten aufgelöst und in Stadtratsfraktion Bayernpartei umbenannt.)
    • Freiheitsrechte, Transparenz, Bürgerbeteiligung (FDP-HUT) (5 Sitze)[7]
  • Ausschussgemeinschaft
  • Einzelvertreter
    • LKR (2 Sitze)
    • BIA (1 Sitz)
    • FW (1 Sitz)

Sitzverteilung seit 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Stadtrat (ohne Oberbürgermeister) seit 1946
Stadtratswahl 16. März 2014 2. März 2008 3. März 2002 10. März 1996 12. Juni 1994 18. März 1990 18. März 1984 5. März 1978 11. Juni 1972 13. März 1966 27. März 1960 18. März 1956 30. März 1952 30. Mai 1948 26. Mai 1946
SPD 25 33 35 31 29 36 35 31 44 36 34 28 25 15 17
CSU 26 23 30 32 30 25 35 42 29 16 16 16 13 10 20
FDP 3 5 3 2 3 4 4 6 5 3 1 2 3 2
Grüne 13 11 8 8 9 8 6
ÖDP 2 1 1 1 1
Rosa Liste 1 1 1 1
Die Linke 2 3 1
BP 1 1 1 3 4 7 13
FW 2 1
BIA 1 1
AfD 2
Piraten 1
HUT 1
Republikaner 1 1 4 6
DaGG/DaCG 1 1 1
ASP 1 1
BFB 2
JL 2
SRB 1
MB 1 2 2 4 3
SD72 1
BHE 1 2 2 2
NPD 1
Parteifreie Wählerschaft 1 1 1
Evangelische Wählergemeinschaft 1
KPD 2 4 6 2
Flieger- und Kriegsgeschädigte 1
Sozialgemeinschaft der Entrechteten 1
Königspartei 1
WAV 3 1
Parteilose Katholiken 1
Parteilose 1
Sitze gesamt 80 80 80 80 80 80 80 80 80 60 60 60 60 50 41
Wahlbeteiligung in Prozent 42,0 47,6 51,0 52,8 59,2 65,4 65,0 66,2 65,3 63,9 66,6 60,5 62,6 79,5 85,0

Gremien/Ausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend sind die Gremien bzw. Ausschüsse des Münchner Stadtrats in der Wahlperiode 2008 bis 2014 mit dem entsprechenden Kürzel und dem zuständigen Referat gelistet:

  • Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft (WirtschA) Referat für Arbeit und Wirtschaft
  • Ausschuss für Bildung und Sport (BildSportA) Referat für Bildung und Sport
  • Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung (PlA) Referat für Stadtplanung und Bauordnung
  • Bauausschuss (BauA) Baureferat
  • Finanzausschuss (FinanzA) Stadtkämmerei
  • Gesundheits- und Krankenhausausschuss (Ges.u.KHA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Gesundheitsausschuss (GesA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA) Sozialreferat
  • Kommunalausschuss (KommunalA) Kommunalreferat
  • Kreisverwaltungsausschuss (KVA) Kreisverwaltungsreferat
  • Kulturausschuss (KulturA) Kulturreferat
  • Rechnungsprüfungsausschuss (RPA) Revisionsamt
  • Sozialausschuss (SozialA) Sozialreferat
  • Sozialhilfeausschuss (SHA) Sozialreferat
  • Stadtentwässerungsausschuss (StadtentwA) Baureferat
  • Umweltschutzausschuss (UmweltA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Verwaltungs- und Personalausschuss (VPA) Direktorium
  • Verwaltungs- und Personalausschuss als Feriensenat (VPAalsF) Direktorium
  • Vollversammlung (VV) Direktorium
  • Ältestenrat (ÄR) Direktorium

Bezirksausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen Volksentscheid von 1996 werden seither die 25 Münchner Bezirksausschüsse, die „Stadtviertel-Parlamenten“ entsprechen, direkt gewählt. Die Bezirksausschüsse vermitteln zwischen der Stadtverwaltung, dem Stadtrat und den Bürgern.[8] Dabei kommt ihnen eine Reihe von Rechten zu.

Gemäß Anlage 1 der Bezirksausschuss-Satzung (Nr. 20 des Münchner Stadtrechts) entscheiden die Bezirksausschüsse für ihren jeweiligen Stadtbezirk selbstständig unter anderem über untergeordnete Bau- und Straßenbauvorhaben von 0,5 bis 2,5 Mio. EUR, über Neuaufstellung von Straßenmärkten, über Schul- und Straßennamen (außer bei persönlichen Ehrungen) und Ähnliches. Per Dekret des Oberbürgermeisters wurden diese Befugnisse zuletzt 2010 erweitert (zum Beispiel auf Entscheidungen über die Gewährung von Zuschüssen bis 10.000.-- EUR, über Sperrstundenänderungen und über die Einrichtung von Taxiständen). Voraussetzung ist jeweils, dass die Maßnahmen nur innerhalb des Stadtbezirks Bedeutung haben. In den meisten anderen Fällen besteht nur eine Anhörungs- oder Informationspflicht der Stadt München gegenüber den Bezirksausschüssen. [9]

Es bestehen folgende Bezirksausschüsse:

  • BA 1 Altstadt-Lehel
  • BA 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
  • BA 3 Maxvorstadt
  • BA 4 Schwabing-West
  • BA 5 Au-Haidhausen
  • BA 6 Sendling
  • BA 7 Sendling-Westpark
  • BA 8 Schwanthalerhöhe
  • BA 9 Neuhausen-Nymphenburg
  • BA 10 Moosach
  • BA 11 Milbertshofen-Am Hart
  • BA 12 Schwabing-Freimann
  • BA 13 Bogenhausen
  • BA 14 Berg am Laim
  • BA 15 Trudering-Riem
  • BA 16 Ramersdorf-Perlach
  • BA 17 Obergiesing-Fasangarten
  • BA 18 Untergiesing-Harlaching
  • BA 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
  • BA 20 Hadern
  • BA 21 Pasing-Obermenzing
  • BA 22 Aubing-Lochhausen-Langwied
  • BA 23 Allach-Untermenzing
  • BA 24 Feldmoching-Hasenbergl
  • BA 25 Laim

Frauen im Münchner Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1919
In München ziehen nach dem Ersten Weltkrieg nach der ersten Stadtratswahl erstmals vier Frauen in den Stadtrat ein.
  • 1985
Der Münchner Stadtrat beschließt gegen die Stimmen der CSU die Einrichtung einer Frauengleichstellungsstelle, der ersten kommunalen Gleichstellungsstelle in Bayern. Die Leitung übernimmt Friedel Schreyögg (SPD).
  • 1990
Der Münchner Stadtrat wählt mit Sabine Csampai erstmals eine Münchner Bürgermeisterin.
  • 2004
Fünf der zwölf berufsmäßigen Münchner Stadträte sind Frauen, diese ist ein historischer Höchststand. Rosemarie Hingerl wird die erste Chefin des Baureferats.

Entschädigung für ehrenamtliche Stadträte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrenamtlichen Stadträte erhalten eine monatliche Entschädigung von 2.291,95 Euro. Die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen erhalten eine Entschädigung von 4.524,45 Euro und die stellvertretenden Vorsitzenden erhalten 3.408,20 Euro.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtpolitik/Der-Muenchner-Stadtrat/Stadtratsmitglieder.html (30. Oktober 2015)
  2. Assal verlässt die SPD-Fraktion. Süddeutsche Zeitung. Artikel vom 26. März 2014. Abgerufen am 5. November 2014.
  3. Süddeutsche Zeitung: Frühere AfD-Stadträte wechseln zu Luckes Alfa, 16. September 2015, S. R3
  4. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.csu-nicht-mehr-staerkste-kraft-rumoren-im-rathaus-stadtraete-laufen-zur-bayernpartei-ueber.e6b97f7a-36d8-4e0f-9476-1014963aa619.html
  5. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/rathaus-ex-spd-mann-assal-wechselt-zur-bayernpartei-1.2935797
  6. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.thomas-ranft-wechselt-die-partei-mann-ueber-bord-muenchner-pirat-laeuft-zur-fdp-ueber.f52b8a18-0a80-41d8-ba6f-083ed0be4d8e.html
  7. Stadtrat: Die Kleinen spielen "Vier gewinnt". Münchner Merkur. Artikel vom 2. April 2014. Abgerufen am 5. November 2014.
  8. Bezirksausschuss-Geschäftsstellen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 5. November 2014.
  9. [1] Landeshauptstadt München. Abgerufen am 2. Juni 2015.
  10. Hauptsatzung der Landeshauptstadt München (§ 4 Abs. 1) vom 12. Oktober 2012. Stadtratsbeschluss vom 4. Oktober 2012. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 5. November 2014.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]