M. I. A.

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Dieser Artikel behandelt die Sängerin. Zu weiteren Bedeutungen siehe Mia.
M. I. A. (2009)

Mathangi „Maya“ Arulpragasam (Tamil: மாதங்கி 'மாயா' அருள்பிரகாசம்; * 18. Juli 1975[1] in Hounslow, London, England) ist eine britische Sängerin und Musikproduzentin, die unter dem Kürzel M. I. A. auftritt, was sowohl für Missing in Action als auch Missing in Acton steht.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Eltern stammten aus Sri Lanka, wohin sie auch wieder zogen, als Maya sechs Monate alt war. Ihr Vater Arul Pragasam (nach dem die erste Platte Arular benannt ist) wurde dort Gründungsmitglied der Eelam Revolutionary Organisation of Students (EROS), einer militanten tamilischen Organisation.[2] Durch diesen Umstand war er auch in Arulpragasams Kindheit kaum in der Familie präsent – in neun Jahren kam er laut Maya lediglich drei Mal auf Besuch.[3] Ihre Mutter zog später mit der zehnjährigen Maya und ihrer anderen Tochter wieder nach London, wo sie zuerst in einem Flüchtlingsheim unterkamen. Nach ihrem Schulabschluss studierte M. I. A. am Londoner Saint Martins College of Art Kunst und Film. Anschließend war sie als Malerin tätig.

Als sie für eine Graffiti-Ausstellung für den Turner Prize nominiert wurde, wurde Justine Frischmann, Frontfrau der Alternative Rockband Elastica, auf die junge Künstlerin aufmerksam. Sie erhielt zunächst den Auftrag, das Cover zu dem Album The Menace der Band zu gestalten. Es folgten die Regie zum Musikvideo Mad Dog God Dam und 2001 eine Dokumentation über die USA-Tour der Band. Die Musikerin Peaches, die im Vorprogramm der Tour auftrat, zeigte ihr die musikalischen Möglichkeiten der Groovebox und ermutigte sie, selbst Musik zu machen.[4] Nach ihrer Rückkehr nach London begann Arulpragasam, Demosongs zu produzieren und strebte zunächst eine Karriere als Produzentin und Songwriterin an. Als sie jedoch keine Sängerin auftreiben konnte, entschied sie, den Gesang selbst aufzunehmen.

2003 brachte das Label Showbiz Records den Song Galang in einer Auflage von nur 500 Schallplatten heraus. In Klubs und bei Uniradiosendern wurde der Song schnell beliebt, über File Sharing wurde er weiter verbreitet und M. I. A., die mittlerweile diesen Künstlernamen angenommen hatte, wurde vom Insidertipp zum Untergrundhit.

2005 kam ihr erstes Album mit dem Titel Arular heraus, das nach ihrem Vater benannt wurde. Das zweite Album Kala erschien im Jahr 2007 und wurde nach ihrer Mutter benannt.

Die Musik ihrer Alben liegt zwischen Hip-Hop, Dancehall, Grime und Electro. Sie arbeitete bereits mehrmals mit dem US-amerikanischen Musiker DJ Diplo zusammen – so zum Beispiel auf dem Album Arular, auf welchem Diplo den Track Bucky Done Gun produzierte, welcher 2005 auch als Single veröffentlicht wurde.

2009 schrieb und sang sie das Lied O … Saya für den Film Slumdog Millionär zusammen mit dem indischen Musiker A. R. Rahman. Das Lied wurde für den Oscar für den besten Filmsong nominiert, den der Song Jai Ho aus demselben Film gewann. Ihre erfolgreichste Single Paper Planes wurde ebenfalls im Film verwendet.

Am 15. Oktober 2010 veröffentlichte sie auf Twitter einen Link zu einem neuen Song namens bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.[5] Ähnliche, vorherige Veröffentlichungen dieser Art von ihr waren 4thepeopleontheboat und facebookgooglemyspaceyoutube.[6] Im Mai 2014 veröffentlichte M. I. A. ein Musikvideo zum Song Double Bubble Trouble, in dem Schusswaffen aus einem 3D-Drucker, sog. Liberatoren, eine zentrale Rolle spielten. Sinn und Zweck der Aktion war es, die modernen Überwachungsmethoden der Regierungen zu kritisieren, unter dem Motto 1984 ist jetzt [7].

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M. I. A. war mit dem Milliardär und Erben von Seagram Distilleries Europe, Benjamin Bronfman (* 1982), dem Gründer des Plattenlabels „Green Owl Record“, verlobt. Mit ihm hat sie einen gemeinsamen Sohn, Ikhyd Edgar.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Musiksender MTV lehnte es ab, ihr Video Sunshowers zu spielen, solange sie nicht eine Textpassage entfernt, welche sich auf die Palästinensische Befreiungsorganisation bezieht. In dem Lied rappte M. I. A. „Like PLO I Don’t Surrender“ – „Ich gebe niemals auf, wie die PLO“.

Auch tauschte MTV nach der Erstellung des Videos zu Paper Planes die wiederkehrende Sequenz der vier Revolverschüsse aus Jugendschutzgründen durch ein gefälligeres und weniger martialisches Soundsample aus. Die Künstlerin war darüber sehr verärgert.

2010 stellte M. I. A. ein Video zu dem Song Born Free ins Internet. Der Kunstfilm zeigt die Verfolgung von Rothaarigen als Beispiel für Rassismus und staatliche Unterdrückung. YouTube sperrte das Video für Minderjährige und ließ zwei äußerst brutale Einstellungen kürzen. Daraufhin warf M. I. A. dem Videoportal vor, scheinheilig zu sein, da es Filmblut schlimmer als Exekutionsvideos finde. Hiermit bezog sie sich auf zuvor von ihr auf dem Portal gefundene Videos, in denen Sri Lankische Soldaten unbewaffnete, nackte Männer erschießen.[8]

Während eines Auftritts mit Madonna und Nicki Minaj beim Super Bowl 2012 sorgte die Rapperin für Furore, als sie einen Mittelfinger in die Kamera hielt. Das übertragende NBC und die National Football League entschuldigten sich daraufhin vorsorglich bei den Zusehern. Die Geste galt ihrem Ex-Verlobten Benjamin Bronfman und nicht dem Publikum.[9]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2005 Arular 32
(15 Wo.)
47
(8 Wo.)
19
(19 Wo.)
15
(23 Wo.)
27
(34 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. März 2005
2007 Kala 13
(29 Wo.)
13
(20 Wo.)
6
(35 Wo.)
5
(36 Wo.)
3
(73 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. August 2007
2010 /\/\ /\ Y /\ (Maya) 17
(13 Wo.)
22
(7 Wo.)
15
(17 Wo.)
9
(21 Wo.)
6
(36 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juli 2010
2013 Matangi 5
(18 Wo.)
8
(12 Wo.)
3
(35 Wo.)
2
(29 Wo.)
2
(57 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. März 2013
2016 AIM 3
(43 Wo.)
6
(30 Wo.)
1
(54 Wo.)
1
(58 Wo.)
1
(103 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. September 2016

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2004 Pull Up The People
Arular
51
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Dezember 2004
2005 Galang '05
Arular
71
(2 Wo.)
26
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. April 2005
Bucky Done Gun
Arular
19
(19 Wo.)
35
(16 Wo.)
10
(24 Wo.)
6
(23 Wo.)
3
(27 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juli 2005
Hombre
Arular
55
(4 Wo.)
30
(15 Wo.)
18
(10 Wo.)
9
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. November 2005
2006 10 Dollar
Arular
68
(8 Wo.)
76
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2006
2007 Paper Planes
Kala
3
(47 Wo.)
7
(36 Wo.)
1
(58 Wo.)
2
(36 Wo.)
1
(38 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2007
Boyz
Kala
33
(9 Wo.)
17
(13 Wo.)
35
(10 Wo.)
12
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2007
Jimmy
Kala
8
(24 Wo.)
16
(14 Wo.)
5
(27 Wo.)
14
(21 Wo.)
6
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Dezember 2007
2008 XR2
Kala
28
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. März 2008
Come Around
Kala
28
(22 Wo.)
40
(13 Wo.)
15
(25 Wo.)
8
(23 Wo.)
4
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2008
(feat. Timbaland)
2010 Born Free
/\/\ /\ Y /\
18
(6 Wo.)
35
(1 Wo.)
13
(13 Wo.)
10
(8 Wo.)
9
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Mai 2010
XXXO
/\/\ /\ Y /\
8
(20 Wo.)
17
(12 Wo.)
4
(24 Wo.)
6
(24 Wo.)
5
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juli 2010
(feat. Jay-Z)
Lovalot
/\/\ /\ Y /\
37
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2010
2011 It Takes A Muscle
/\/\ /\ Y /\
68
(4 Wo.)
33
(8 Wo.)
13
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Januar 2011
Tell Me Why (Remix)
/\/\ /\ Y /\
30
(12 Wo.)
58
(3 Wo.)
14
(18 Wo.)
27
(11 Wo.)
10
(19 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. April 2011
2013 Bad Girls
Matangi
1
(54 Wo.)
1
(40 Wo.)
1
(56 Wo.)
1
(39 Wo.)
1
(41 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Januar 2013
Y.A.L.A.
Matangi
8
(27 Wo.)
9
(21 Wo.)
4
(30 Wo.)
2
(19 Wo.)
3
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. April 2013
Come Walk With Me
Matangi
57
(6 Wo.)
53
(3 Wo.)
59
(5 Wo.)
25
(9 Wo.)
13
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Juli 2013
Bring The Noize
Matangi
19
(25 Wo.)
21
(19 Wo.)
5
(29 Wo.)
25
(12 Wo.)
10
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2011
2014 Double Bubble Trouble
Matangi
9
(24 Wo.)
14
(20 Wo.)
3
(26 Wo.)
8
(19 Wo.)
5
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Februar 2014
2016 Borders
AIM
2
(42 Wo.)
4
(36 Wo.)
1
(44 Wo.)
2
(38 Wo.)
2
(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. Juli 2016
Go Off
AIM
1
(37 Wo.)
3
(33 Wo.)
1
(41 Wo.)
4
(25 Wo.)
3
(27 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 2016
2017 Bird Song (Diplo Remix)
AIM
15
(31 Wo.)
19
(24 Wo.)
7
(27 Wo.)
27
(18 Wo.)
11
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Februar 2017
Visa
AIM
36
(8 Wo.)
45
(5 Wo.)
20
(13 Wo.)
39
(10 Wo.)
8
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Mai 2016
Finally
AIM
5
(26 Wo.)
9
(21 Wo.)
4
(30 Wo.)
17
(15 Wo.)
16
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. August 2017
Survivor
AIM
9
(17 Wo.)
14
(13 Wo.)
7
(20 Wo.)
6
(25 Wo.)
5
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Dezember 2017
2018 P.O.W.A 18
(10 Wo.)
29
(4 Wo.)
13
(14 Wo.)
14
(8 Wo.)
10
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Oktober 2018

Kollaborationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10][11]
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2005 Nookie (mit Jamesy P & Jabba)
2007 Sound of Kuduro (mit Buraka Som Sistema, DJ Znobia, Saborosa & Puto Prata)
Black Diamond
2009 O…Saya (mit A. R. Rahman)
Slumdog Millionär Soundtrack
93
(1 Wo.)
Bang (mit Rye Rye)
Fast & Furious Soundtrack
2012 Give Me All Your Luvin’ (feat. Madonna & Nicki Minaj)
MDNA
8
(12 Wo.)
11
(9 Wo.)
6
(11 Wo.)
37
(3 Wo.)
10 Gold
(10 Wo.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: M.I.A. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MIA’s baby’s name revealed in NME vom 23. März 2009
  2. Robert Wheaton: London Calling – For Congo, Columbo, Sri Lanka.. PopMatters, 6. Mai 2005, archiviert vom Original am 24. Januar 2009, abgerufen am 13. Februar 2012.
  3. Miranda Sawyer: MIA: 'I’m here for the people'. In: The Observer, Guardian Media Group, 13. Juni 2010. Abgerufen am 23. Juli 2010. 
  4. Richard Harrington: M. I. A., No Loss for Words. The Washington Post, 16. September 2005, abgerufen am 13. Februar 2012.
  5. http://bedroomtothehallwaytotheroadtotheworld.com/
  6. http://neontapedeck.com/?p=1401
  7. Musikvideo von M. I. A. Double Bubble Trouble mit Pistolen aus dem 3D-Drucker, In: 3D-grenzenlos.de vom 22. Mai 2014
  8. Andrian Kreye: Auf Provokation folgt Zensur. in Süddeutsche Zeitung, 29. April 2010.
  9. Hier gibt M. I. A. ihrem Milliardärs-Ex den Finger. In: Blick, 8. Februar 2012.
  10. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US
  11. a b c Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK, US