MGM-1 Matador

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MGM-1 Matador

MATADOR.jpg

Allgemeine Angaben
Typ: Marschflugkörper
Hersteller: Glenn L. Martin Company
Entwicklung: 1949
Indienststellung: 1954
Technische Daten
Länge: 12,10 m
Durchmesser: 1.200 mm
Gefechtsgewicht: 5.400 kg
Spannweite: 8.700 mm
Antrieb:
Erste Stufe:
Zweite Stufe:

Feststoffbooster
Turbojet Allison J33-A-37
mit 20 kN Schub
Geschwindigkeit: Mach 0,9
Reichweite: 1.050 km
Ausstattung
Zielortung: INS plus Funkkommandolenkung
Gefechtskopf: W5 Nukleargefechtskopf 40 kt
Waffenplattformen: Verbunkerte Stellung
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Die MGM-1 Matador war der erste US-amerikanische militärische Marschflugkörper. Sie wurde ab 1949 entwickelt und trug einen nuklearen Sprengkopf. Die Waffe war während des Kalten Krieges auch in Westdeutschland stationiert. Vorläufer der Matador als selbständig fliegender Marschflugkörper war die deutsche Konstruktion Fieseler Fi 103 (V1) aus dem Jahr 1943.

Entwicklung und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Start einer Matador mit der Typenbezeichnung XSSM-A-1 fand im Januar 1947 auf der White Sands Missile Range statt, ab 1951 wurden die Tests auf der Patrick Air Force Base in Florida weitergeführt. Ende 1953 war die erste Matador-Batterie des US-Militärs einsatzbereit. Sie war mit W5 bestückt, die eine vergleichsweise geringe Sprengkraft von 40 kT TNT besaßen.

Im Jahre 1951 führte die USAF auch für gelenkte Raketen die für Flugzeuge geltenden Musterbezeichnungen ein, da Raketen als unbemannte Flugzeuge angesehen wurden. So wurden die XSSM-A-1 und YSSM-A-1 in XB-61 und YB-61 umbenannt. Die Serienausführung B-61A waren etwas größer als die XB/YB-61 und hatten eine konstruktiv veränderte Zelle. So wurde jetzt, abweichend von der vorherigen Mitteldecker- nun eine Hochdeckerauslegung gewählt. Im Jahr 1955 änderte die USAF ihre Meinung bezüglich der Einordnung als Flugzeug, und die B-61 erhielt die neue Bezeichnung TM-61A als taktische Rakete.[1]

Der Flugkörper wurde via Funkfernsteuerung gelenkt und mit einem Netzwerk von Radarstationen am Boden verfolgt. Die Funkverbindung setzte eine direkte Luftlinie voraus, daher war die Reichweite auf 400 km begrenzt. Sie war zudem durch mögliche gegnerische Störmaßnahmen gefährdet.

1954 begann daher die US Air Force mit der Entwicklung der YTM-61C-Version, die das Shanicle-Steuersystem (Short Range Navigation Vehicle) verwendete. Es bestand aus einer Reihe bodengestützter Mikrowellen-(Radar-)Sender, die ein Funknetz zur Darstellung von Entfernung und Azimuth generierten, auf dessen Basis die Matador navigierte. Damit konnte die nutzbare Reichweite auf maximal 1.000 km ausgedehnt werden.

Die letzten Matador wurden 1962 außer Dienst gestellt, nachdem 1.200 Stück hergestellt worden waren.

Neben Japan und Südkorea wurden die Marschflugkörper auch in Westdeutschland stationiert: In Rheinland-Pfalz wurden verbunkerte Silos bei Idenheim und Rittersdorf gebaut, aus denen die Flugkörper unter Führung der 701st (ab 1958 der 38th) Tactical Missile Wing hätten gestartet werden können. Identische Anlagen gab es auf der japanischen Inselgruppe Okinawa.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MGM-1 Matador – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beschreibung auf www.designation-systems.net