Malpighiengewächse

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Malpighiengewächse
Galphimia gracilis

Galphimia gracilis

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Malpighiengewächse
Wissenschaftlicher Name
Malpighiaceae
Juss.

Die Malpighiengewächse (Malpighiaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales) der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die etwa 1300 Arten sind hauptsächlich in den Tropen Südamerikas beheimatet. Die Familie Malpighiaceae ist wahrscheinlich in der Oberkreide vor etwa 68 Millionen Jahren in Südamerika entstanden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind meist verholzende Pflanzen: Sträucher, Bäume und Lianen, aber auch ausdauernde krautige Pflanzen. Die einfachen Laubblätter sind meist gegenständig. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Es werden traubige oder rispige Blütenstände gebildet. Die oft zwittrigen Blüten sind meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und sind meist gestielt und bei vielen Gattungen sitzt der Blütenstiel an einem „Gelenk“ auf den kurzen Seitenachsen (Peduncle, Floriferis). Es sind meist Trag- und Vorblätter vorhanden. Es sind vier oder fünf Kelchblätter vorhanden, die meist Öldrüsen tragen. Es sind meist fünf Kronblätter vorhanden, welche gestielt sind, der Fachausdruck ist genagelt. Die Blüten enthalten zwei bis 15, meist fünf oder zehn Staubblätter. Zwei bis fünf, meist drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. An der Frucht sind oft noch die Kelch- und Staubblätter erhalten.

Es werden oft Steinfrüchte oder Beeren ausgebildet.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Auftreten von Öldrüsen zeigt die starke Spezialisierung. Dieses Öl wird überwiegend von weiblichen Ölbienen gesammelt, die es mit Pollen vermischt als Brutnahrung verwenden.
  • Die Pflanzen akkumulieren Gifte, welche zum Fischfang genutzt wurden.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand von Heteropterys chrysophylla

Die Familie Malpighiaceae wurde 1789 durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, S. 252 unter der Bezeichnung „Malpighiae“ aufgestellt. Typusgattung ist Malpighia L.[1]

Die Systematik der Familie Malpighiaceae wird kontrovers diskutiert und von den Autoren unterschiedlich in Unterfamilien und Tribus gegliedert. Die Familie Malpighiaceae wird seit 2010 in zwei Unterfamilien gegliedert und enthält 64 bis 68 Gattungen mit 1250 bis 1300 Arten:

  • Unterfamilie Malpighioideae Burnett: Sie ist in die Tribus Tricomarieae Nied., Hiraeeae Griseb., Rhynchophoreae Arènes, Banisterieae DC., Gaudichaudieae Horan. gegliedert.
  • Unterfamilie Byrsonimoideae W.R.Anderson: Sie enthält die Tribus Byrsonimeae W.R.Anderson mit den drei Gattungen Blepharandra Griseb., Byrsonima Rich. ex Kunth, Diacidia Griseb.

Die Familie Malpighiaceae umfasst folgende Gattungen:[2][3]

  • Acmanthera (A.Juss.) Griseb.: Etwa sieben Arten in Südamerika.[4]
  • Acridocarpus Guill. & Perr. (Syn.: Anomalopterys (DC.) G.Don, Anomalopteris (DC.) G.Don orth. var., Rhinopterys Nied.): Mit etwa 29 Arten im tropischen Afrika, Madagaskar, Arabien, Indien und Neukaledonien.[4]
  • Adelphia W.R.Anderson
  • Aenigmatanthera W.R.Anderson
  • Alicia W.R.Anderson
  • Amorimia W.R.Anderson
  • Aspicarpa Rich. (Syn.: Acosmus Desv.): Mit etwa 12 Arten in Amerika.[4]
  • Aspidopterys A.Juss. ex Endl.: Mit 15–20 Arten in Indomelesien.[4]
  • Banisteriopsis C.B.Rob. (Syn.: Jubistylis Rusby): Sie enthält etwa 90 Arten, beispielsweise
  • Barnebya W.R.Anderson & B.Gates: Mit 2 Arten in Brasilien.[4]
  • Blepharandra Griseb.: Mit etwa sechs Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Brachylophon Oliv.: Mit etwa drei Arten in den Tropen der Alten Welt.[4]
  • Bronwenia W.R.Anderson & C.Davis (manchmal in Banisteriopsis C.B.Rob.)
  • Bunchosia Rich. ex Kunth (Syn.: Malacmaea Griseb.): Sie enthält etwa 55 Arten.
  • Burdachia Mart. ex Endl. (Syn.: Tetrapodenia Gleason): Mit etwa vier Arten im tropischen Südamerika.[4]
  • Byrsonima Rich. ex Kunth (Syn.: Alcoceratothrix Nied., Callyntranthele Nied.): Sie enthält etwa 150 Arten.
  • Calcicola W.R.Anderson & C.Davis
  • Callaeum Small (Syn.: Cabi Ducke): Mit etwa 10 Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Calyptostylis Arènes
  • Camarea A.St.-Hil.: Mit etwa sieben Arten im östlichen Südamerika.[4]
  • Carolus W.R.Anderson
  • Caucanthus Forssk. (Syn.: Diaspis Nied., Eriocaucanthus Chiov.): Mit etwa drei Arten vom östlichen und nordöstlichen Afrika bis Arabien.[4]
  • Christianella W.R.Anderson
  • Coleostachys A.Juss.: Mit nur einer Art im tropischen Südamerika.[4]
  • Cordobia Nied.: Mit etwa zwei Arten in Südamerika.[4]
  • Cottsia Dubard & Dop: Sie ist in Nordamerika verbreitet.[3]
  • Diacidia Griseb. (Syn.: Sipapoa Maguire): Mit etwa 12 Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Dicella Griseb.: Die etwa sechs Arten sind in Südamerika verbreitet.
  • Digoniopterys Arènes. Mit nur einer Art:
  • Dinemagonum A.Juss.. Mit nur einer Art:
  • Dinemandra A.Juss. ex Endl. Mit nur einer Art:
  • Diplopterys A.Juss.: Mit etwa vier Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Echinopterys A.Juss. (Syn.: Coelostylis (Juss.) Kuntze): Mit etwa drei Arten in Mexiko.[4]
  • Ectopopterys W.R.Anderson: Sie umfasst nur eine Art:
  • Flabellaria Cav. Mit nur einer Art:
  • Flabellariopsis R.Wilczek: Mit nur einer Art:
  • Gallardoa Hicken: Mit nur einer Art:
  • Galphimia Cav. (Syn.: Thryallis L. non Mart.): Mit etwa 20 Arten, die von Texas bis Argentinien verbreitet sind.[4]
  • Gaudichaudia Kunth (Syn.: Rosanthus Small, Tritomopterys (A.Juss. ex Endl.) Nied.): Mit etwa 10 Arten, die von Mexiko bis Bolivien vorkommen.[4]
  • Glandonia Griseb.: Mit etwa drei Arten im tropischen Südamerika.[4]
  • Heladena A.Juss. (Syn.: Malpigiantha Rojas nom. inval.): Mit etwa sechs Arten in Amerika.[4]
  • Henleophytum H.Karst. Mit nur einer Art:
  • Heteropterys Kunth (Syn.: Atopocarpus Cuatrec., Banisteria L., Clonodia Griseb., Heteropteris Kunth orth. var., Skoliopteris Cuatrec.): Sie enthält etwa 120 Arten.
  • Hiptage Gaertn. (Syn.: Gaertnera Schreb.): Mit 20–30 Arten, die im tropischen Asien bis Fidschi verbreitet sind.[4]
  • Hiraea Jacq.: Mit etwa 40 Arten in Amerika.[4]
  • Janusia A.Juss. ex Endl. (Syn.: Schwannia Endl.): Sie ist mit etwa 18 Arten von Kalifornien bis Argentinien verbreitet.[3][4]
  • Jubelina A.Juss. (Syn.: Sprucina Nied.): Mit etwa fünf Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Lasiocarpus Liebm.: Mit etwa vier Arten in Mexiko.[4]
  • Lophanthera A.Juss.: Von den etwa fünf Arten sind vier im Amazonasgebiet verbreitet und eine kommt im Tiefland Costa Ricas vor.[3]
  • Lophopterys A.Juss. (Syn.: Dolichopterys Kosterm.): Mit etwa sieben Arten im tropischen Südamerika.[4]
  • Madagasikaria C.Davis: Mit nur einer Art:
  • Malpighia L.: Sie enthält 40 bis 130 Arten, beispielsweise:
    • Acerola oder Antillenkirsche (Malpighia glabra L.)
  • Malpighiodes Nied.
  • Mascagnia (Bertero ex DC.) Colla (Syn.: Triopterys L., Triopteris L. orth. var.): Die etwa 45 Arten sind vom nördlichen Mexiko bis zum nördlichen Argentinien sowie südöstlichen Brasilien und auf karibischen Inseln verbreitet.[5]
  • Mcvaughia W.R.Anderson: Sie enthält nur eine Art:
  • Mezia Schwacke ex Nied. (Syn.: Stenocalyx Turcz.): Mit nur einer Art:
  • Microsteira Baker: Mit etwa 25 Arten in Madagaskar.[4]
  • Mionandra Griseb. (Syn.: Brittonella Rusby): Mit nur einer Art in Südamerika.[4]
  • Niedenzuella W.R.Anderson
  • Peixotoa A.Juss.: Mit etwa 29 Arten, die in Brasilien vorkommen.[4]
  • Peregrina W.R.Anderson: Mit nur einer Art:
  • Philgamia Baill.: Mit etwa vier Arten auf Madagaskar.[4]
  • Psychopterys W.R.Anderson & S.Corso
  • Pterandra A.Juss.: Mit etwa sechs Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Ptilochaeta Turcz.: Mit etwa fünf Arten in Südamerika.[4]
  • Rhynchophora Arènes: Mit etwa zwei Arten in Madagaskar.[4]
  • Ryssopterys Blume ex A.Juss. (Syn.: Rhyssopterys Blume ex A.Juss. orth. var.): Mit etwa sechs Arten, die von Malesien bis zum tropischen Australien und Neukaledonien verbreitet sind.[4]
  • Spachea A.Juss. (Syn.: Meckelia (Mart. ex A.Juss.) Griseb.): Von den etwa sechs Arten sind fünf vom Tiefland Costa Ricas und Nicaraguas über bis ins nördliche Südamerika verbreitet und eine kommt in Kuba vor.[3]
  • Sphedamnocarpus Planch. ex Benth. & Hook. f. (Syn.: Banisterioides Dubard & Dop, Tricomariopsis Dubard): Mit etwa 12 Arten in Afrika und Madagaskar.[4]
  • Stigmaphyllon A.Juss. (Syn.: Brachypterys A.Juss.): Sie enthält etwa 100 Arten.
  • Tetrapterys Cav. (Syn.: Adenoporces Small, Tetrapteris Cav. orth. var.): Mit etwa 90 Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Thryallis Mart. (Syn.: Hemsleyna Kuntze, Henlea Griseb.): Mit etwa fünf Arten, die in Brasilien, Paraguay und Bolivien vorkommen.[4]
  • Triaspis Burch.: Mit etwa 12 Arten im tropischen und südlichen Afrika.[4]
  • Tricomaria Gillies ex Hook. & Arn.: Mit nur einer Art:
  • Triopterys L.: Mit etwa drei Arten im tropischen Amerika.[4]
  • Tristellateia Thouars (Syn.: Agoneissos Zoll. ex Nied., Platynema Wight & Arn., Zymum Thouars): Mit etwa 20 Arten, die von Indomalesien bis Australien und Neukaledonien, in Madagaskar und Afrika vorkommen.[4]
  • Verrucularia A.Juss. (Syn.: Verrucularina Rauschert): Mit etwa zwei Arten in Brasilien.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malpighiengewächse (Malpighiaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Malpighiaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 5. August 2014.
  2. Malpighiaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 5. August 2014.
  3. a b c d e Charles C. Davis, William R. Anderson: A complete phylogeny of Malpighiaceae inferred from nucleotide sequence data and morphology. In: American Journal of Botany. Volume 97, Nr. 12, Dezember 2010, S. 2031–2048, doi:10.3732/ajb.1000146 (englisch, amjbot.org [PDF; 1,8 MB; abgerufen am 20. Dezember 2016]).
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. ed. Cambridge University Press 2008. ISBN 978-0-521-82071-4
  5. Malpighiaceae - Mascagnia. In: webapps.lsa.umich.edu. University of Michigan, abgerufen am 20. Dezember 2016 (englisch).