Manheim-neu

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Manheim-neu
Stadt Kerpen
Koordinaten: 50° 52′ 11″ N, 6° 39′ 39″ O
Höhe: ca. 90 m
Fläche: 55 ha
Einwohner: 1375 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.500 Einwohner/km²
Postleitzahl: 50171
Vorwahl: 02275
Lage von Manheim-neu im Rheinischen Braunkohlerevier
Blick auf Manheim-neu

Manheim-neu ist ein Stadtteil der Stadt Kerpen im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein – Beginn der Umsiedlung

Manheim-neu liegt westlich von Kerpen. Südlich des Dorfes verläuft die Kreisstraße 55 und am östlichen Ortsrand die Kreisstraße 17. Nördlich des Ortes befindet sich der Lörsfelder Busch, welcher ein Teil des Waldgebietes Bürge ist. Direkte Nachbarorte sind Kerpen (im Osten), Langenich (im Süden) und Bergerhausen (im Westen).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manheim-neu entsteht als Resultat des Braunkohlentagebaus Hambach durch den RWE-Konzern. Der alte Ort Manheim muss bis 2022 weichen. Der erste Spatenstich für den Umsiedlungsort fand am 17. September 2011 statt. Der offizielle Umsiedlungsbeginn war der 1. April 2012. Ab April 2012 war der Umsiedlungsstandort Manheim-neu soweit ausgebaut, dass die ersten Grundstücke bereits bebaut werden konnten. Die Ortseingangsschilder wurden im August desselben Jahres aufgestellt. Der Straßengrundausbau war in der ersten Hälfte des Jahres 2013 abgeschlossen. Mitte desselben Jahres sind der Rodelhügel (am westlichen Ortseingang) sowie der Spielplatz im Zentrum des neuen Dorfes fertiggestellt worden.[3][4]

Die Straßennamen sind zum Teil in Anlehnung an die alten Straßennamen Manheims 2011 vergeben worden. So wurde z. B. aus der Tannecker Straße der Tannecker Weg, aus der Esperantostraße der Esperantoweg, aus der Germaniastraße der Germaniaring und aus der St.-Albanus-Straße der St.-Albanus-Weg.[5]

Im Frühjahr 2015 zog der erste Karnevalsumzug durch das neue Dorf und Ende August 2015 wurde die neue Grillhütte eingeweiht.

Aktuell (2021) sind nahezu alle Grundstücke bebaut und die Umsiedlung fast abgeschlossen.

Bauwerke und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle St. Albanus und Leonhardus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum von Manheim-neu befindet sich die zwischen 2019 und 2021 erbaute Kapelle St. Albanus und Leonhardus mit angeschlossenem Gemeindezentrum und Bücherei, die nach Plänen des Kölner Architekturbüros office03 entstand. Sie ist der Ersatzbau für die Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus sowie des Pfarrheimes im alten Ort. Der erste Spatenstich war am 16. Dezember 2019 und Richtfest mit Grundsteinlegung am 26. Oktober 2020. Die Fertigstellung erfolgte in der zweiten Jahreshälfte 2021 und am 12. September 2021 konsekrierte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki die Kapelle und den Altar.[6][7]

Marienkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienkapelle, aus dem alten Ort nach Manheim-neu transloziert

Die Marienkapelle ist das einzige historische Bauwerk in Manheim-neu. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der Forsthausstraße in Manheim erbaut und im Zuge der Umsiedlung dort 2016 abgebaut und im Verlauf des Jahres 2017 am jetzigen Standort mit den originalen Materialien wiederaufgebaut (transloziert).

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Friedhof wurde am 20. Februar 2014 eingesegnet und eröffnet. Mit den Umbettungen wurde im März 2014 begonnen.[8][9] Vom alten Friedhof wurden das Hochkreuz, die Soldatengräber, die Friedhofstore und die Glocke übernommen.

Bürgerzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereins- und Bürgerzentrum wurde im Dezember 2017 eingeweiht und dient u. a. den Manheimer Ortsvereinen als neuer Veranstaltungsort sowie für die verschiedenen Festlichkeiten des Ortes.[10]

Kindertageseinrichtung Pusteblume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eine der ersten öffentlichen Einrichtungen wurde die Kindertagesstätte Pusteblume in der Ortsmitte eröffnet (Einweihung Februar 2016).[11]

Kleindenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2019 wurden die Kleindenkmäler aus Alt-Manheim an den Umsiedlungsort gebracht, dazu zählen:[12]

  • Kriegerdenkmal
  • Wegekreuz Buirer Straße
  • Wegekreuz Bennenwinkelstr./ Esperantostr.
  • Wegekreuz Forsthausstr./Jägerring
  • Wegekreuz Berrendorfer Str./ Friedenstr.
  • Wegekreuz Blatzheimer Str.
  • Wegekreuz Blatzheimer Str. / Kölnstr.
  • Wegekreuz Weyernstraße

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die VRS-Buslinie 976 der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft verbindet den Ort mit Kerpen, Frechen und Buir. Zusätzlich verkehren an Schultagen einzelne Fahrten der auf die Schülerbeförderung ausgerichteten Linie 933 sowie eine Fahrt der AVV-Linie 276 des Rurtalbus.

Linie Betreiber Verlauf
276 Rurtalbus Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Distelrath – Merzenich Schöne Aussicht – Golzheim – Buir / Blatzheim (– Bergerhausen – Manheim-neu – Langenich – Kerpen)
933 REVG Buir / Niederbolheim – Blatzheim – Bergerhausen – Manheim-neu – Langenich – Kerpen – Sindorf Schulzentrum
976 REVG Frechen EuroPark – Frechen Rathaus – Benzelrath – Grefrath – Habbelrath – Neu-Bottenbroich – Horrem Bf – (Sindorf Schulzentrum –) Kerpen – Langenich – Manheim-neu – Bergerhausen – Blatzheim – Buir S

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
2012 2 Einwohner
2013 114 Einwohner
2014 440 Einwohner
2015 685 Einwohner
2016 879 Einwohner
2017 997 Einwohner
2018 1143 Einwohner
2019 1304 Einwohner
2020 1375 Einwohner

Ortsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinschaft wird durch die Aktivitäten einer ganzen Reihe von Vereinen und Vereinigungen geprägt und belebt.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turnverein TV Germania Manheim 1887 e. V. – Turnen, Schwimmen, Judo, Reha-Sport
  • Fußballverein FC Viktoria 1919 e.V. Manheim – Fußball

Karnevalsvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Karnevalsvereine beleben die rheinische Fünfte Jahreszeit und beteiligen sich am traditionellen Karnevalsdienstags-Umzug.

  • KG VereinigteVereine Manheim
  • KG Rote Husaren
  • Erftlandtanzcorps

Sonstige Vereine und Vereinigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Albanus & St. Leonhardus Schützenbruderschaft Manheim
  • Freiwillige Feuerwehr Kerpen, Löschgruppe Manheim
  • Tambour- und Fanfaren-Corps Blau-Weiß Manheim
  • Natur- und Gartenfreunde Manheim
  • Maigesellschaft Lustige Buben Manheim

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Manheim-neu – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verteilung auf die Stadtteile im Jahr 2020. In: Internetseite der Stadt Kerpen. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  2. http://www.openstreetmap.de/karte.html
  3. http://www.rwe.com/web/cms/de/1140298/umsiedlung/meine-umsiedlung/manheim/verfahrensstand/
  4. Kölner Stadt-Anzeiger Rhein-Erft, 7. August 2012: Das Ortsschild von Manheim-neu steht.
  5. Straßenbenennung Manheim-neu (abgerufen am 11. März 2014)
  6. Magdalena Marek: Kapelle in Manheim-neu „Oase der Ruhe und des Gebetes“. In: WerbePost. 26. Oktober 2010, abgerufen am 23. März 2021.
  7. Heinz Horst: Kapelle in Kerpen Manheim eingeweiht. In: Westdeutscher Rundfunk. 17. Dezember 2019, abgerufen am 7. Dezember 2021.
  8. Kölner Stadt-Anzeiger Region Rhein-Erft, 5. Februar 2014: Neuer Friedhof ist fast fertig.
  9. Sonntags Post 21. Februar 2014: Steine aus Manheim werden mitgebracht – In wenigen Wochen beginnt Umsiedlung der Verstorbenen.
  10. Bürgerzentrum Manheim Zentrales Gebäude offiziell eingeweiht. In: WerbePost. 12. Dezember 2017, abgerufen am 23. März 2021.
  11. Einweihung des Kindergartens Pusteblume. In: Dickbusch.de - Tagebuch einer Umsiedlung. 12. Februar 2016, abgerufen am 23. März 2021.
  12. Manheim-neu wächst und gedeiht Umsiedlung weit fortgeschritten. In: WerbePost. 27. August 2019, abgerufen am 23. März 2021.