Matha

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Matha
Wappen von Matha
Matha (Frankreich)
Matha
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saint-Jean-d’Angély
Kanton Matha (Hauptort)
Gemeindeverband Vals de Saintonge
Koordinaten 45° 52′ N, 0° 19′ WKoordinaten: 45° 52′ N, 0° 19′ W
Höhe 23–68 m
Fläche 19,08 km2
Einwohner 2.154 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 113 Einw./km2
Postleitzahl 17160
INSEE-Code

Matha – Torbau des ehemaligen Schlosses

Matha ist eine französische Gemeinde mit 2154 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine; sie ist Hauptort des gleichnamigen Kantons und gehört zum Arrondissement Saint-Jean-d’Angély.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matha liegt etwa 19 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich von Saint-Jean-d’Angély und etwa 23 Kilometer nördlich von Cognac im Norden der Kulturlandschaft der Saintonge. Die Entfernung nach Saintes beträgt ca. 37 Kilometer in südwestlicher Richtung. Der Ort gehört zum Weinbaugebiet der Fins Bois innerhalb der Weinbauregion Cognac. Eine Schleife des Flusses Antenne, der den Ort westlich und nördlich passiert, gewährte einen gewissen Schutz vor feindlichen Übergriffen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 2.141 2.252 2.300 2.183 2.082 2.107

Die Bevölkerung ist in den letzten 200 Jahren in etwa stabil geblieben.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wein und Getreide (Gerste, Weizen) wurden bereits im Mittelalter angebaut – in der Regel für den Eigenbedarf; ein oder zwei Schweine sowie ein paar Hühner gehörten zu jedem Bauernhof dazu. Darüber hinaus wurden – zur Herstellung von Geweben, Seilen etc. – Pflanzenfasern aus Hanf und Lein produziert, für deren Herstellung viel Wasser benötigt wurde.

Wichtigster Erwerbszweig in der Region ist heutzutage der Weinbau und die Destillation von Wein zu Eau de vie, dem Grundstoff zur Cognac-Herstellung. Die in Matha ansässige Destillerie Léopold Brugerolle ist seit 1847 auf die Herstellung eines Mandellikörs (Sève Feu de Joie) auf der Basis von Eau de vie spezialisiert; daneben wird auch der Pineau des Charentes produziert. Arbeitsplätze gibt es auch in der Möbelherstellung und in der Fabrikation von Agrarmaschinen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Jahr 866 ließ der damalige Graf von Angoulême, Wulgrin, ein castrum zur Abwehr der Normannen erbauen. Im Jahr 1220 heiratete die vormalige englische Königin Isabella den Grafen Hugo X. von Lusignan. Im Jahr 1242 übergab sie die Herrschaft über Matha an ihren Sohn aus erster Ehe Heinrich III., der sofort nach Frankreich übersetzte, um seine Besitzansprüche geltend zu machen. König Ludwig IX. und Alfons von Poitiers zogen gemeinsam in den Südwesten des Landes und belagerten Matha, das sich schnell ergab. In der Schlacht bei Taillebourg wurden die Engländer am 21. Juli 1242 geschlagen und nach Saintes zurückgedrängt, wo sie einen Tag später erneut besiegt wurden. Im Hundertjährigen Krieg wechselte Matha mehrfach den Besitzer.

Im Jahre 1649 übergab Ludwig XIV. die Stadt, die sich auf die Seite der Fronde gestellt hatte, in die Hände seines treuen Vasallen Charles de Bourdeilles. Ein Register aus dem Jahr 1686 ermittelte für Marestay 178 Feuerstellen und für den Ortsteil Saint-Hérie 161 Feuerstellen. Haupterwerbsquellen waren der Anbau von Wein und Getreide.

Im Jahr 1801 wurden die Ortsteile Matha und Marestay zu einer Gemeinde zusammengeschlossen; Saint-Hérie und einige kleinere Dörfer kamen 1818 hinzu. Ende des 19. Jahrhunderts vernichtete die Reblaus (phylloxera) nahezu sämtliche Weinstöcke.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Pierre in Marestay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Hérie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Protestantische Kirche (temple)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Droste: Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême – die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4456-2, S. 209–210.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schloss Matha in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Matha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien