Conseil national des villes et villages fleuris

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Vongnes, village fleuri

Der Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF; deutsch: Nationalrat der beblümten Städte und Dörfer) ist ein im Jahr 1972 unter dem Namen Comité national pour le fleurissement de la France (deutsch: Nationales Komitee zur Beblumung Frankreichs) gegründeter, im Jahre 2001 umbenannter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Paris, dessen erklärtes Ziel es ist, die französischen Stadt- und Landgemeinden dazu anzuregen, das Lebensumfeld ihrer Bewohner zu verschönern und den Empfang von Touristen zu begünstigen.

Ihm obliegt die Ausschreibung des französischen Wettbewerbes Concours des villes et villages fleuris, dem in Deutschland der Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft (früher: Unser Dorf soll schöner werden) entspricht. Im Rahmen dieses Wettbewerbes kürt der CNVVF den Sieger mit dem Grand Prix, der mit der Verleihung des Prädikats villes et villages fleuris verbunden ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge des heutigen CNVVF gehen auf eine Initiative des ehemaligen Ministers für Hoch- und Tiefbau, Transportwesen und Tourismus Robert Buron zurück. Er beauftragte im Jahr 1959 Jean Santeny, Leiter des Commissariat Général au Tourisme von 1959 bis 1962, mit der Gründung einer Dienststelle, die die französische Bevölkerung zu der Ausschmückung ihrer Städte, Dörfer, Häuser und Bauernhöfe anregen sollte. An dem noch im gleichen Jahr veranstalteten ersten Wettbewerb beteiligten sich rund 600 Gemeinden. Im Jahr 1972 schrieben sich 5.300 Teilnehmer ein, im Jahr 1993 stieg ihre Anzahl auf mehr als 10.000, im Jahr 2003 auf 12.000.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem noch immer unter dem Vorsitz des französischen Staatssekretärs für Tourismus stehenden Verwaltungsrat des CNVV gehören Vertreter des Staates an, insbesondere des Staatssekretariats für Tourismus sowie der für Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt und Kultur zuständigen Ministerien, aber auch Vertreter regionaler Körperschaften, professionelle Gärtner und Landschaftsgestalter und Mitglieder von Organisationen des Fremdenverkehrs. Unter ihrer Aufsicht ergreift und ermutigt der Verein jegliche Maßnahme, die zum Ausbau von Grünanlagen und zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt und leistet die erforderliche Öffentlichkeitsarbeit. Den seit 1959 veranstalteten Wettbewerb der villes et villages organisiert der CNVVF seit dem Jahr 1988 in enger Zusammenarbeit mit den französischen Regionen, Départements und Gemeinden.

Das Budget wird vom Staatssekretariat für Tourismus, vom Ministerium für Landwirtschaft und Fischerei, von der Organisation VINIFLHOR (einem Zusammenschluss von Betrieben, die im Obst-, Gemüse-, Wein- und Blumensektor tätig sind), von diversen anderen Partnern und durch die Beiträge der CNVVF-Mitglieder getragen.

Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wettbewerb wird auf nationaler Ebene ausgetragen, die Teilnahme ist kostenlos und steht jeder französischen Gemeinde frei. Im Jahr 2004 beteiligten sich knapp 12.000 Gemeinden oder etwa ein Drittel aller Gemeinden Frankreichs.

In der Skala der Bewertungskriterien wird zu 50 % die Begrünung der Gemeinde (Bäume, Buschwerk, Blumen) berücksichtigt, zu 30 % die Bemühungen der Gemeinde um die Verbesserung des Lebensumfeldes (Sauberkeit, Verschönerungen, Eindämmung der Werbeflächen, Beteiligung der Bevölkerung an der Beblumung, Schonung der Umwelt), und zu 20 % die Animation und die Unterstreichung der touristischen Vorzüge.

Die Entgegennahme der Kandidaturen erfolgt durch Vertreter des Départements. Diese treffen eine erste Auswahl für die Teilnahme an dem regionalen Wettbewerb, dessen Gewinner mit einer oder mehreren Blumen, dem Symbol der villes et villages fleuris ausgezeichnet werden. Das stilisierte Blumensymbol dient gleichzeitig der Klassifizierung und schmückt die in der Regel am Ortseingang aufgestellte Tafel. Verliehen werden auf regionaler Ebene maximal drei Blumen. Die regionale Jury entscheidet, welche Kandidaten sich um die vierte Blume bewerben dürfen, die so wie der Grand Prix von der nationalen, vom CNVVF delegierten Jury verliehen wird.

Neben der Verleihung der Blumen und des Grand Prix werden folgende Auszeichnungen vergeben:

  • Prix spécial des gares (Sonderpreis für Bahnhöfe)
  • Prix de décor de potagers (Preis für die Ausschmückung von Gemüsegärten)
  • Prix de fleurissement des jardins familiaux collectifs (Preis für die Beblumung von kollektiven Familiengärten)
  • Prix national de l'arbre (Nationaler Preis des Baumes)

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 trugen 2.806 Gemeinden das Label ville fleurie oder village fleuri, davon waren ausgezeichnet:

  • 196 Gemeinden mit 4 Blumen (inklusive 70 Grands Prix)
  • 644 Gemeinden mit 3 Blumen
  • 885 Gemeinden mit 2 Blumen
  • 1.081 Gemeinden mit 1 Blume.

Es folgt die Liste der mit 4 Blumen prämierten Städte und Dörfer (Stand 2007)

Region Villes et Villages Fleuris (4 Blumen)
Auvergne-Rhône-Alpes Aix-les-Bains, Annecy, Chaponnay, Châtillon-sur-Chalaronne, Écully, Évian-les-Bains, Grenoble, Montbrison, Morestel, Nances, Saint-Galmier, Saint-Loup, Saint-Vulbas, Valence, Vichy, Vonnas, Yvoire
Bourgogne-Franche-Comté Auxerre, Beaune, Dijon, Mâcon, Mandeure, Moffans-et-Vacheresse, Montbéliard, Paray-le-Monial, Rougegoutte, Sens
Bretagne Brest, Cesson-Sévigné, Chartres-de-Bretagne, Dinard, Fougères, La Vraie-Croix, Lannion, Le Rheu, Pontrieux, Quimper, Quintin, Redon, Rochefort-en-Terre, Saint-Gilles-Vieux-Marché, Saint-Juvat, Saint-Malo, Vannes
Centre-Val de Loire Aubigny-sur-Nère, Blois, Bourges, Briare, Chartres, Chateauroux, Fleury-les-Aubrais, Issoudun, Moutiers-en-Beauce, Olivet, Quiers-sur-Bézonde, Saint-Amand-Montrond, Saint-Cyr-en-Val, Saint-Jean-de-la-Ruelle, Tours, Vendôme, Veuil
Grand Est Baconnes, Beaulieu-en-Argonne, Bergheim, Bischheim, Bitche, Châlons-en-Champagne, Chamery, Colmar, Colombé-le-Sec, Diebolsheim, Eguisheim, Épinal, Gélaucourt, Guebwiller, Haussimont, Hirtzbach, Hohwiller, Huningue, Itterswiller, Kaysersberg, La Chapelle-Saint-Luc, Marckolsheim, Masevaux, Metz, Montsaon, Nancy, Neuville-sur-Seine, Oger, Reims, Ribeauvillé, Rilly-la-Montagne, Rollainville, Rombas, Saint-Martin-sur-le-Pré, Sausheim, Semide, Soultzmatt, Vittel
Hauts-de-France Arras, Beauvais, Boubers-sur-Canche, Boulogne-sur-Mer, Doullens, Ebouleau, Forest l’Abbaye, Gauchy, Grande-Synthe, Guyencourt-Saulcourt, Le Touquet-Paris-Plage, Loon-Plage, Mastaing, Montreuil, Mureaumont, Remerangles, Roubaix, Saint-Josse, Tourcoing, Vivaise, Wasquehal, Wattignies
Île-de-France Aulnay-sous-Bois, Courbevoie, Créteil, Gagny, Le Chesnay, Le Mée-sur-Seine, Le Plessis-Robinson, Le Vésinet, Levallois-Perret, Livry-Gargan, Maisons-Alfort, Meaux, Melun, Rueil-Malmaison, Sainte-Geneviève-des-Bois, Soisy-sous-Montmorency, Vélizy-Villacoublay
Korsika (frz. Corse) Lama
Normandie Autretot, Cabourg, Domjean, Eu, Honfleur, Montville, Notre-Dame-de-Gravenchon, Pont-Audemer, Saint Frambault, Saint Valéry-en-Caux
Nouvelle-Aquitaine Anglet, Angoulême, Biscarrosse, Bayonne, Bergerac, Hagetmau, Limoges, Marans, Mimizan, Mont-de-Marsan, Pau, Périgueux, Royan, Saintes, Saint-Hilaire-les-Places, Thouars
Okzitanien Albi, Blaziert, Cahors, Cayriech, Fraisse-sur-Agout, Ordan-Larroque, Tarbes
Pays de la Loire Angers, Aubigné-sur-Layon, Carquefou, Chenille-Change, Château-Gontgier-Bazouges, Cholet, Gogners, Coudray, Coulaines, Juvigne, La Baule-Escoublac, La Cropte, La Haye-Fouasière, Nantes, Notre-Dame-de-Monts, Pornichet, Saint-Jean-de-Monts, Saint-Loup-du-Gast, Saint-Sylvain-d’Anjou
Provence-Alpes-Côte d’Azur Antibes, Bormes-les-Mimosas, Cannes, Hyères, Istres, Martigues, Menton, Nizza, Sanary-sur-Mer

Europäischer Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Preisträger des französischen Concours des villes et villages fleuris treten mit den Preisträgern von zehn weiteren europäischen Ländern in den Entente Florale Europe betitelten freundschaftlichen Wettstreit. Beteiligt sind neben Frankreich: Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien, Ungarn, Irland, die Niederlande, Tschechien, das Vereinigte Königreich und Slowenien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]