Messegelände (Berlin)

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Messegebäude mit Eingangshalle an der Masurenallee, der linke Flügel ist die frühere Ostpreußenhalle

Das Messegelände (seit 2011 auch Berlin ExpoCenter City genannt) liegt im Berliner Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf zwischen der Masurenallee (gegenüber dem Haus des Rundfunks), dem Messedamm, der Thüringer Allee und der Jafféstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Haus der Funkindustrie auf der Großen Deutschen Funkausstellung, 1924
Die erste Automobilhalle bei der Internationalen Automobil-Ausstellung, 1928
Blick vom Funkturm auf den Sommergarten und das Mommsenstadion (links im Hintergrund), 1952

Die im Jahr 1914 für Automobilausstellungen fertiggestellte erste Messehalle befand sich nördlich des heutigen Messegeländes auf dem Parkplatzgelände zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof und dem S-Bahn-Ring. Sie wurde wegen des Ersten Weltkriegs allerdings erst zur Deutschen Automobil-Ausstellung am 23. September 1921 eröffnet. Am Tag darauf fand das erste Autorennen auf der nahegelegenen AVUS statt. Eine weitere Ausstellungshalle wurde 1924 nach Plänen von Jean Krämer und Johann Emil Schaudt auf dem Gelände des Omnibusbahnhofs errichtet. Das heutige Areal ist seit 1924 Berliner Messestandort, als das hölzerne „Haus der Funkindustrie“ (auch "Funkhalle" genannt, nicht zu verwechseln mit dem später erbauten Haus des Rundfunks) westlich des Messedamms auf dem Gelände der heutigen Halle 14 für die erste Große Deutsche Funkausstellung eröffnet wurde. Architekt war Heinrich Straumer, der auch für die Ausstattung des benachbarten Funkturms verantwortlich war. Die durch die ersten beiden Hallen begründete Bezeichnung Ausstellungshallen am Kaiserdamm wich erst nach und nach dem heute gängigen Namen Ausstellungshallen am Funkturm. Bei einem Großbrand 1935 brannte das Haus der Funkindustrie ab und beschädigte auch den Funkturm schwer. Die beiden anderen Hallen nördlich der Masurenallee wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. Das von Architekten Richard Ermisch entworfene Grundgerüst des heutigen Messegeländes entstand 1937 entlang der Masurenallee und des Messedamms mit dem markanten Eingangsgebäude am Hammarskjöldplatz.

Von 1954 bis 1969 wählte in der Ostpreußenhalle auf dem Messegelände (heute: Halle 18) die Bundesversammlung den deutschen Bundespräsidenten.

Heutiger Zustand[Bearbeiten]

Looping, 1992, Großskulptur von Ursula Sax am Messegelände
Südeingang zum Berliner Messegelände während der IFA 2003

Auf dem Messegelände befinden sich 26 Messehallen mit rund 160.000 m² Hallenfläche. Das Gesamtgelände einschließlich der Neuübertragungen an der Jafféstraße aus dem Jahr 1997 umfasst rund 550.000 m².

Die Hallen sind miteinander verbunden und es ist möglich, mehrere Hallen für bestimmte Veranstaltungen – abhängig von der Größe – zusammenzufassen. Ein flexibles Leitsystem bietet dem Besucher Orientierung bei seinem Messebesuch.

Die aus den 1930er und 1950er Jahren stammenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Berliner Großmessen auf dem Messegelände sind:

Ehemals bedeutende Messen waren:

Verkehrsanbindungen[Bearbeiten]

Zu erreichen ist das Messegelände mit der S-Bahn über die Bahnhöfe Messe Süd (Eichkamp) beziehungsweise Messe Nord/ICC (Neue Kantstraße) sowie mit der U-Bahn von den Bahnhöfen Kaiserdamm und Theodor-Heuss-Platz aus. Darüber hinaus fahren auch mehrere Buslinien der BVG zum Messegelände. Es stehen insgesamt 12.000 Parkplätze zur Verfügung, die an das Autobahndreieck Funkturm (A 100 und A 115) angeschlossen sind. Bei großen Messen kann der Parkplatz vor dem Olympiastadion genutzt werden, von dem dann Shuttlebusse zum Messegelände verkehren.

Nachbarstandorte[Bearbeiten]

Das Messegelände ist über ein Brückenbauwerk mit dem Internationalen Congress Centrum (ICC) verbunden. Somit lassen sich Kongresse und Messen miteinander verbinden. Auf dem Messegelände befindet sich auch der Funkturm, südlich davon befand sich die Deutschlandhalle, die dem CityCube Berlin weichen musste.

Südlich von Berlin eröffnete im Jahre 2012 in Selchow – direkt angegliedert an den neuen Flughafen Berlin Brandenburg – mit dem Berlin ExpoCenter Airport (entsprechend wird das Messegelände dann Berlin ExpoCenter City genannt)[1][2] ein zweites Messegelände mit 20.000 m² Hallen- und 129.000 m² Freiluftfläche, das insbesondere auf Messen der Luft- und Raumfahrt (wie beispielsweise der ILA) ausgerichtet ist.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kasupke sagt wie es ist. In: Berliner Morgenpost, 28. August 2011
  2. Völlig unnötige Umbenennung. In: Berliner Morgenpost. 25. August 2011
  3. Die ILA gönnt sich ein neues Messegelände. In: Die Welt, 18. August 2011

52.50388888888913.273333333333Koordinaten: 52° 30′ 14″ N, 13° 16′ 24″ O