Kaiserdamm

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Dieser Artikel befasst sich mit der Straße in Berlin. Zur gleichnamigen ungarischen Gemeinde siehe Császártöltés.
Kaiserdamm
Wappen
Straße in Berlin
Kaiserdamm
Luftbild des Kaiserdamms vom Theodor-Heuss-Platz in Richtung Osten
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Charlottenburg,
Westend
Angelegt 1906
Hist. Namen Adenauerdamm
Anschlussstraßen Bismarckstraße (östlich),
Heerstraße (westlich)
Querstraßen Schloßstraße,
Suarezstraße,
Witzlebenstraße,
Sophie-Charlotten-Straße,
Riehlstraße,
Saldernstraße,
Rognitzstraße,
Stülpnagelstraße,
Königin-Elisabeth-Straße,
Messedamm,
Meerscheidtstraße,
Soorstraße,
Ahornallee
Plätze Sophie-Charlotte-Platz,
Erwin-Barth-Platz,
Witzlebenplatz,
Theodor-Heuss-Platz
Bauwerke Studiogebäude des RBB
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1680 Meter

Der Kaiserdamm ist eine im Jahr 1906 angelegte Berliner Prachtstraße. Der Straßenverlauf befindet sich jeweils zur Hälfte in den Ortsteilen Charlottenburg und Westend.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1904 gab es hier nur einen unbefestigten Sandweg am Lietzensee. Auf Wunsch Kaiser Wilhelms II. wurde in Verlängerung der Bismarckstraße eine 50 Meter breite Prachtstraße angelegt und am 1. November 1906 für den Verkehr freigegeben. Seit dem 8. Dezember 1906 trägt die Straße zu Ehren Kaiser Wilhelms II. den heutigen Namen.

In der Zeit des Nationalsozialismus war der Kaiserdamm ein Teil der Ost-West-Achse, deren Ausbau 1939 abgeschlossen wurde. Aus dieser Zeit stammt im Wesentlichen die heutige Form des Straßenzugs. Dazu gehören auch die typischen Kandelaber, die für die Beleuchtung der Ost-West-Achse von Albert Speer eigens geschaffen wurden. Auch das denkmalgeschützte Gebäude Kaiserdamm 45/46 (heute: Heerstraße 12–16) wurde in der NS-Zeit für die Reichsleitung der Hitlerjugend errichtet.

Am 26. April 1967 wurde die Straße auf Betreiben der CDU nach dem kurz zuvor verstorbenen Bundeskanzler Konrad Adenauer in Adenauerdamm umbenannt. Aufgrund heftiger Proteste der Bevölkerung erfolgte aber schon am 15. Januar 1968 die Rückbenennung in Kaiserdamm.[1]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kaiserdamm beginnt im Osten am Sophie-Charlotte-Platz und bildet die Fortsetzung des Straßenzugs Unter den LindenStraße des 17. JuniBismarckstraße. Im Westen endete der Kaiserdamm ursprünglich an der Preußenallee und schloss noch einen Teil der heutigen Heerstraße ein. Seit 30. März 1950 ist der Theodor-Heuss-Platz das westliche Ende. Etwa in seiner Mitte überquert der Kaiserdamm die Stadtautobahn sowie die Ringbahn. Die Heerstraße bildet über den Theodor-Heuss-Platz hinaus die westliche Fortsetzung der Ost-West-Achse.

Der Witzlebenplatz stellt die Verbindung zum Lietzensee her. Ein anschließendes Areal trägt heute den Namen Erwin-Barth-Platz, nach dem Schöpfer des modernen Lietzenseeparks.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ecke zur Suarezstraße

Die Bedeutung als Prachtstraße und Paradeweg ist heute nicht mehr wesentlich. Der Kaiserdamm war für die Erschließung des südwestlichen Teils von Charlottenburg, vor allem für Witzleben und Westend von erheblicher Bedeutung. Entlang des Kaiserdamms entwickelte sich eine Mischung aus Wohn- und Geschäftshäusern sowie Verwaltungsbauten.

Der Kaiserdamm ist heute vor allem eine stark frequentierte Verkehrsachse, die Bundesstraßen 2 und 5 folgen seinem Verlauf. Auf ihm rollt der von Süden und Westen ankommende Verkehr in Richtung Berlin-Mitte. Am Autobahndreieck Funkturm besteht eine direkte Verbindung zwischen Kaiserdamm, der Stadtautobahn und der AVUS.

Unter der Fahrbahn verkehrt die U-Bahn-Linie U2 von Pankow nach Ruhleben. Im Verlauf des Kaiserdamms liegen die Stationen Sophie-Charlotte-Platz, Kaiserdamm (mit Verbindung zum S-Bahn-Ring am Bahnhof S-Bahnhof Messe Nord/ICC) und Theodor-Heuss-Platz.

Prominente Anwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der RBB an der Ecke zum
Theodor-Heuss-Platz
Das Polizeigebäude am
Kaiserdamm 1
Apartmenthaus am Kaiserdamm 25
Kaiserdamm 97 an der Stadtautobahn

Studios des RBB begleiten den Kaiserdamm zwischen Soorstraße und Theodor-Heuss-Platz.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute wird der Kaiserdamm weitgehend von Gebäuden geprägt, die vor 1920 entstanden sind.

Kaiserdamm 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1906 bis 1910 entstand das ehemalige Polizeipräsidium Charlottenburg im wilhelminischen Neubarock nach einem Entwurf von Launer & Kloeppel.[3] Der wuchtige Bau demonstrierte die Staatsmacht. Es beherbergt heute den Polizeiabschnitt 24.

Kaiserdamm 25[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ecke zur Königin-Elisabeth-Straße entstand 1928/1929 nach Plänen von Hans Scharoun und Georg Jacobowitz das Apartmenthaus am Kaiserdamm mit kleinen 1- und 2-Zimmer-Wohnungen, die sich durch effizient ausgenutzte Grundrisse auszeichnen,

Kaiserdamm 97[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein modernes Wohn-, Büro- und Geschäftshaus entstand von 1991 bis 1993 an dieser – von Verkehrslärm geplagten – Ecke, an der die Stadtautobahn in einer Schlucht den Kaiserdamm unterquert. Der Architekt Jürgen Sawade schuf ein Gebäude, das durch verglaste Laubengänge an der Autobahnseite erschlossen wird. Durch die Verglasung sind die zum Innenhof ausgerichteten Wohnungen weitgehend vom Verkehrslärm verschont.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trotz mit Kopf. In: Der Spiegel. Nr. 53, 1967, S. 21 (online).
  2. Otto Dix Stiftung Vaduz (Herausgeber).
  3. Klöppel: Das neue Polizeidienstgebäude in Charlottenburg. In: Zeitschrift für Bauwesen, Jg. 61, 1911, Sp. 235–248, Tafel 21–24. Digitalisat im Bestand der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 17′ O