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Mund VS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Mund zu vermeiden.
Mund
Wappen von Mund
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Brig
Munizipalgemeinde: Natersi2
Postleitzahl: 3903
frühere BFS-Nr.: 6006
Koordinaten: 639387 / 129601Koordinaten: 46° 19′ 0″ N,  57′ 0″ O; CH1903: 639387 / 129601
Höhe: 1188 m ü. M.
Fläche: 30,66 km²
Einwohner: 544 (31. Dezember 2012)
Einwohnerdichte: 18 Einw. pro km²
Website: mund.ch
(Stand 2012, Internet Archive)
Karte
Mund VS (Schweiz)
Mund VS (Schweiz)
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Kugelpanorama von Mund und Umgebung (2024)
Als Kugelpanorama anzeigen
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2012

Mund, im walliserdeutschen Ortsdialekt ['munːd],[1] ist ein Ortsteil der Gemeinde Naters im Bezirk Brig im deutschsprachigen Teil des Schweizer Kantons Wallis. Er bildet zugleich eine Pfarrgemeinde des Dekanats Brig. Das Bergdorf liegt rund fünfhundert Meter oberhalb der Rhone am Südhang des Lötschbergs, zwischen Visp und Brig-Glis.

Am 1. Januar 2013 fusionierte die bis dahin selbständige politische Gemeinde zusammen mit der Gemeinde Birgisch zur neuen Gemeinde Naters.

Mund ist neben Oberstammheim[2] und Müstair[3][4] der einzige Ort in der Schweiz, wo die Gewürzpflanze Safran angebaut und kultiviert wird. Sie wurde wahrscheinlich von einheimischen Söldnern, die in der Fremde Kriegsdienst leisteten, im 15. Jahrhundert ins Dorf gebracht. Die ältesten schriftlichen Nachweise des Munder Safrans stammen aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1979 fördert die Safran-Zunft den Anbau der Gewürzpflanze in Mund, kontrolliert die Ernte und wirbt für das «Safrandorf» Mund.

Mund wurde schriftlich erstmals 1259 erwähnt (Petro de hengart de munt)[1] und war damals ein Bestandteil der Kirchgemeinde Naters. Älter ist ein Wappen von Mund, das die Zahl 1212 trägt und an ein legendäres Gefecht oberhalb Munds erinnert. Der Ort war zu dieser Zeit Teil der Grafschaft Wallis, die seit 999 dem Bischof von Sitten gehörte und meist Adeligen aus der Region als Lehen vergeben wurde.

1348 wurde eine Kapelle in Mund errichtet, wohl um daneben die Pesttoten zu begraben. 1727 trennte sich Mund von der Mutterpfarrei Naters, nachdem 1721 eine Kirche im barocken Stil anstelle der vormaligen Kapelle gebaut worden war. 1962 bis 1964 wurde an der nämlichen Stelle die jetzige Kirche errichtet; von der ersten Kirche steht nur noch der Turm. 2006 wurde die Kirche nach asbestbedingten Renovierungsarbeiten wiedereröffnet.

Der Ort war seit 1355 Teil des Zehnden Naters. Ihre vom Adel unabhängige Stellung wird jedoch erst 1420 anerkannt. 1427 entstand die selbständige Gemeinde Mund durch Loskauf von den Herren von Raron, die durch Heirat die Herrschaft über Mund erhalten hatten. Aus dieser Zeit stammt auch der Zehntenstadel, in dem heute das Safran-Museum untergebracht ist.

Der Ortsname geht auf frankoprovenzalisch mont, munt zurück, das seinerseits von lateinisch mons, Akkusativ montem «Berg» stammt.[1]

Mund: Einwohnerzahlen von 1798 bis 2012
Jahr  Einwohner
1798
 
306
1802
 
300
1811
 
294
1821
 
300
1829
 
421
1837
 
393
1850
 
442
1860
 
486
1870
 
460
1880
 
493
1888
 
486
1900
 
546
1910
 
578
1920
 
551
1930
 
636
1941
 
651
1950
 
646
1960
 
664
1970
 
622
1980
 
618
1990
 
627
1991
 
631
1992
 
629
1993
 
627
1994
 
631
1995
 
635
1996
 
637
1997
 
626
1998
 
622
1999
 
610
2000
 
591
2001
 
574
2002
 
569
2003
 
559
2004
 
550
2005
 
533
2006
 
529
2007
 
520
2008
 
511
2009
 
532
2010
 
531
2011
 
540
2012
 
544
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[5][6] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[7]

Sehenswürdigkeiten

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Commons: Mund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Mund – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 628.
  2. Helene Arnet: Im Stammertal wächst Gold auf dem Acker. In: Tages-Anzeiger. 23. Oktober 2018, abgerufen am 6. August 2022.
  3. Jürg Wirth: Das rote Gold im Val Müstair. In: Allegra. November/Dezember 2021, abgerufen am 14. Oktober 2023.
  4. Rotes Gold aus der Val Müstair. Engadiner Post. 12. Oktober 2023.
  5. Martin Schuler: Kanton Wallis – Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 20 kB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 6. Juni 2026.
  6. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 6. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 6. Juni 2026.