Naters

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Dieser Artikel erläutert die Schweizer Gemeinde Naters; für die deutsche Schriftstellerin siehe Elke Naters.
Naters
Wappen von Naters
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Brigw
BFS-Nr.: 6007i1f3f4
Postleitzahl: 3904
UN/LOCODE: CH NAT (Naters)
Koordinaten: 642315 / 130628Koordinaten: 46° 19′ 33″ N, 7° 59′ 17″ O; CH1903: 642315 / 130628
Höhe: 673 m ü. M.
Fläche: 147,04 km²
Einwohner: 9808 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 67 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Manfred Holzer (CVP)
Website: www.naters.ch
Naters

Naters

Karte
Gibidumsee Lago di Devero Italien Kanton Bern Bezirk Goms Bezirk Östlich Raron Bezirk Visp Bezirk Visp Bezirk Westlich Raron Brig-Glis Eggerberg Naters Ried-Brig Simplon VS Termen ZwischbergenKarte von Naters
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Naters (walliserdeutsch: Natersch) ist eine politische Gemeinde und eine Burgergemeinde im Bezirk Brig des Kantons Wallis in der Schweiz.

Die Gemeinde ist mit 9808 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) die zweitgrösste Oberwalliser Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naters liegt geographisch im Zentrum des Oberwallis und ist mit 101.26 km² Fläche eine der grössten Gemeinden im Wallis. 67.68 km² sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbe-Gebietes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Der tiefste Punkt der Gemeinde, das Rhoneufer, liegt auf 673 m ü. M., der höchste Punkt ist das Aletschhorn mit 4'195 m ü. M., damit besitzt die Gemeinde Naters einen der grössten Höhenunterschiede der Schweiz (Bagnes (VS) erstreckt sich zwischen 778 und 4'314 m ü. M., Anniviers (VS) sogar zwischen 580 und 4505 m ü. M.).

Zu Naters gehören auch die Orte Blatten bei Naters, Belalp, Birgisch und Mund.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naters hat 9'483 Einwohner (Stand 2013), davon sind rund 86,3 % Schweizerinnen und Schweizer und 13,7 % Ausländerinnen und Ausländer. Die Bevölkerung umfasst 2'596 Jugendliche und 6'887 Erwachsene. (Stand 21. August 2013) Die Bevölkerung hat im Jahre 2016 10'000 Einwohner überschritten.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2009 2013
Einwohner 5517 6607 7074 7063 7339 7853 7758 7953 8254 9483

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naters ist durch eine ausgesprochene Klein- und Mittelbetriebsstruktur geprägt. Die Gemeinde kann zirka 280 ortsansässige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verschiedener Art zählen. In der Jahrhundertwende hat sich im alten Dorfteil von Naters viel Kleingewerbe entwickelt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naters ist durch die Hauptstrasse 19 an das nationale Strassennetz der A9 angebunden. Vom Bahnhof Brig ist die Gemeinde Naters innerhalb von fünf Gehminuten erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Heinrich IV. schenkte 1079 Naters dem Bischof von Sitten auf ewige Zeiten. Zuvor war Naters im Besitz des Klosters St-Maurice. Die Herren von Ornavasso bauten 1250 den Ornavassoturm. Die Beziehungen zur norditalienischen Gemeinde Ornavasso werden bis heute mit regelmässigen Treffen gepflegt. Nach Aufständen des Oberwalliser Adels gelangte Naters an den Zehnden.

Bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde der Zehnden Naters in Gumperschaften eingeteilt: Naters, Rischinen, Mund, Brig, Brigerberg, Simplon und Zwischbergen. Naters war bis 1518 der Hauptort des Bezirks Brig, was der Nähe zum Bischof und der kirchlichen Macht zu dieser Zeit zuzuschreiben ist. Abgelöst wurde Naters durch Brig, als die Simplonroute zur wichtigen Handelsstrasse wurde.

Vom 1. November 1755 bis zum 7. März 1756 wurde Naters mehrfach von schweren Erdbeben erschüttert. Viele Gebäude, unter anderem auch die Kirche, wurden schwer beschädigt. Der Krieg gegen Frankreich von 1798/1799 zog auch Naters in Mitleidenschaft: 24 Männer fielen im Kampf. Viele Bewohner verliessen fluchtartig den Ort. Die Franzosen plünderten viele Häuser und brandschatzten Weiler in der Umgebung von Naters.

Im 19. Jahrhundert wanderte rund ein Viertel der damaligen Einwohner von Naters in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus, hauptsächlich nach Südamerika.

Mit dem Baubeginn des Simplontunnels und der Lötschberglinie setzte in Naters der Aufschwung ein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl stark zu. Zahlreiche italienische Gastarbeiter liessen sich nieder. Noch heute pflegt Naters zum grenznahen Raum in Oberitalien und besonders zur Schwestergemeinde Ornavasso enge Beziehungen.

Zwischen 1960 und 1970 erfuhr Naters wie das gesamte Wallis eine ungeahnte wirtschaftliche Entwicklung. Die Einwohnerzahl stieg in diesem Zeitabschnitt um 45 % auf 5'517. Heute ist Naters die zweitgrösste Oberwalliser Gemeinde.

Aus Naters kamen in den letzten 120 Jahren etwa 80 Schweizergardisten. Naters ist damit die Gemeinde der Schweiz mit den meisten Gardisten.[2]

Am 26. September 2010 stimmten sowohl die Mitglieder der Einwohnergemeinden als auch der Burgergemeinden der Fusion von Naters mit Birgisch und Mund mit grosser Mehrheit zu.[3] Der Zusammenschluss erfolgte auf den 1. Januar 2013, die fusionierte Gemeinde trägt den Namen Naters.[4][5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: In Rot zwei gekreuzte goldene Bischofsstäbe unter einer Mitra.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Naters besteht aus sieben Mitgliedern. In der laufenden Legislaturperiode 2013 bis 2016 sind folgende Parteien im Gemeinderat vertreten: CSP (1 Sitz), CVP (2 Sitze), SP (1 Sitz) und SVP (3 Sitze). Das Amt des Gemeindepräsidenten hat Franz Ruppen (SVP) inne. Sein Vizepräsident ist Diego Wellig (CSP).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Dorfteil von Naters besitzt viele historisch wertvolle Gebäude. Zu den ältesten zählen die katholische Pfarrkirche St. Mauritius mit Kirchturm (12. Jahrhundert), das Pfarr- (1461) und Beinhaus (1514), der Ornavassoturm (1250), der Zendenstadel (1650), das Schloss «uf der Flüe» (1701).[6]

Die ältesten Wohnhäuser sind der Junkerhof (14./15. Jahrhundert), das Krämerhaus mit Kramplatz (1508), das Supersaxo-Haus (1597),[7] das Lergjen-Haus (1599), das Megetschen-Haus (1606) und das Waldenhaus (1653). Sehenswert sind ebenfalls die Brunnenplastik Sonnengesang von e.w. bregy und die alte Linde. Im Museum des ehemaligen Artilleriewerk Naters befindet sich auch das Schweizergarde-Museum.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Michel-Supersaxo (um 1550–1625/26), Landeshauptmann (1593–1595)
  • Georg Michel-Supersaxo (um 1601–1676), Enkel des Georg, Landeshauptmann (1664–1670)
  • Meinrad Michlig (1906–1968), Nationalrat (1950–1951)
  • Paul Biderbost (1927–1999), Nationalrat (1975–1983)
  • Richard Gertschen (1936–2004), Staatsrat (1985–1997)
  • Norbert Brunner (* 1942), Bischof von Sitten (1995–2014)
  • Steffan Biffiger (* 1952), Kunsthistoriker und Ausstellungskurator
  • Hansrüedi Zbinden (* 1960), Entertainer
  • Martin Schmidt (* 1967), Fussballtrainer
  • Jean-Pierre Fux (* 1968), Bodybuilder
  • Sven Epiney (* 1972), Fernseh- und Radiomoderator
  • Nico Hischier (* 1999), Eishockeyspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Jossen: Naters. Das grosse Dorf im Wallis. Rotten, Visp 2000, ISBN 3-907816-99-4.
  • Walter Ruppen: Naters und „Natischer Bärg“. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984, ISBN 3-85782-351-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Werner Bellwald: Schweizergarde-Museum. In: www.zentrumgarde.ch. Abgerufen am 3. August 2009.
  3. Aus Naters, Birgisch und Mund ist Naters geworden. In: Burgerschaft Naters. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  4. Herold Bieler: Ein überraschend klares Ja des Souveräns. In: Walliser Bote. Jg. 170, Nr. 224, 27. September 2010, S. 7.
  5. Naters, Birgisch und Mund fusionieren! In: 1815.ch. 26. September 2010, abgerufen am 30. September 2012.
  6. Schloss «Uf der Flüe». Gemeinde Naters, abgerufen am 12. Juni 2013.
  7. Das Supersaxo Haus. Gemeinde Naters, abgerufen am 12. Juni 2013.