Kabarett Kaktus

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Die Sachpreise des Wettbewerbs

Der Kabarett Kaktus ist Münchens ältester Kleinkunstpreis, der von 1992 bis 2018 im Rahmen eines gleichnamigen Festivals vom Verein Kultur & Spielraum e. V. vergeben wird. Das Festival fand seit Ende der 1980er-Jahre bis 2018 jährlich im Kulturzentrum Pasinger Fabrik statt. Der inzwischen überregional bekannte Preis richtete sich an Gruppen und Solisten bis etwa 35 Jahre, die sich mit ihrem ersten oder zweiten Programm aus den Bereichen Kabarett und Comedy bewerben konnten, sowie an Kabarett-Neulinge.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Kabarett Kaktus 2018, Preisträger: Konstantin Korovin und Juri von Stavenhagen
Falk Plücker und Nektarios Vlachopoulos, Preisträger 2016
Lisa Catena und Marvin Spencer, Preisträger 2015
Michael Hatzius und Anton Grübener, Preisträger 2010
Nadja Maleh und Matthias Egersdörfer, Preisträger 2007
Zärtlichkeiten mit Freunden und Stefan Betz (rechts), Preisträger 2005
Vince Ebert und Claus von Wagner, Preisträger 2002

Ende der 1980er-Jahre gab es in München zunehmend weniger Auftrittsmöglichkeiten für den Kabarett-Nachwuchs, da die sogenannten Kleinkunstkneipen unter dem Druck der Großbrauereien zurückgingen. Um dennoch den Nachwuchs zu fördern, entwickelten die Kabarettisten Christian Springer, Helmut Schleich und Andreas Rüttenauer, die mit dem 1983 von Springer und Schleich gegründeten Kabarett Fernrohr als Kabaretttrio erfolgreich waren, gemeinsam mit Albert Kapfhammer (vom Verein Kultur & Spielraum e.V.) die Idee für ein regelmäßiges Festival für „junges Kabarett“. Das erste so benannte Kabarett Kaktus-Festival fand 1989 in der ehemaligen Haushaltswarenfabrik der Firma Ritter in München-Pasing statt, wo der Verein Kultur & Spielraum e. V. bereits seit mehreren Jahren Jugend- und Kulturarbeit betrieb und sich als Mitveranstalter anbot. Seither wird das Kabarettfestival jährlich Mitte/Ende November in den Alten Ritterwerken bzw. seit 1991 in dem dort entstandenen Kultur- und Bürgerzentrum Pasinger Fabrik veranstaltet.[2][3] Inzwischen nehmen neben deutschen Teilnehmern auch Teilnehmer aus Österreich, Belgien und der Schweiz teil.

1992 wurde das Festival zum Wettbewerb weiterentwickelt, als Preis wird seitdem Der Kabarett Kaktus vergeben. Außerdem entstand ein „Kabarett-Newcomer-Austausch“ zwischen den Kabarettszenen in München und in Wien, in dessen Folge oft österreichischer Kabarettnachwuchs in München zu sehen ist. Im Gegenzug traten die Preisträger des Münchener Festivals an bekannten Wiener Kabarettbühnen auf, wie am Kabarett Niedermaier, am Jura Soyfer-Theater am Spittelberg oder am Orpheum.[2]

Veranstalter des siebentägigen Wettbewerbsfestivals ist der Verein Kultur & Spielraum e. V., Organisatoren sind die Kabarettisten und Initiatoren des Kleinkunstwettbewerbs, Albert Kapfhammer, Helmut Schleich und Christian Springer. Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturwerk und dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Seit 1989 nahmen über 350 Künstler bzw. Gruppen am Festival und Wettbewerb teil. Über den „ältesten Münchener Kleinkunstwettbewerb“ wird regelmäßig in den Medien berichtet und er diente schon zahlreichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen als künstlerisches Sprungbrett. Beim 10-jährigen Jubiläum 1998 wurde der Festivalabend mit den Preisträgern vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und das Hörfunkprogramm Bayern 2-radioSpitzen des Bayerischen Rundfunks berichtet seither regelmäßig über die Preisträger des Kabarett Kaktus.[2] Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums 2008 wurde im Rahmen des Wettbewerbsfestivals ein besonderer „Jubiläumsabend“ von rund einem Dutzend Preisträger der Vorjahre gemeinsam gestaltet.[4] Beim 25sten Kabarett Kaktus 2013 traten am Jubiläumsabend ebenfalls ehemalige Preisträger auf.

2018 fand der Kabarett Kaktus zum letzten Mal statt, es war der 30ste Wettbewerb, an dem Jubiläumsabend traten wieder etliche ehemalige Preisträger auf.

Wettbewerbsreglement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kabarett Kaktus wird im Rahmen des Festivals in zwei Kategorien ermittelt: Zum Newcomerabend „Kostproben“ werden fünf bis sechs Nachwuchskünstler bzw. -gruppen eingeladen, die jeweils 15 Minuten aus ihrem Programm zeigen. Davon können sich eine oder zwei Künstler bzw. Gruppen für den Hauptwettbewerb qualifizieren. Dieser präsentiert an drei Abenden insgesamt neun bis zwölf ausgewählte Teilnehmer mit einem jeweils 30-minütigen Programmausschnitt. Aus dem Hauptwettbewerb werden von einer Fachjury unter den Festivalteilnehmern zwei Preisträger (1. und 2. Platz) ausgewählt. Der Jury gehören neben Vertretern des Veranstalters Vertreter der Süddeutschen Zeitung, des Bayerischen Rundfunks, des Bayerischen Fernsehens, der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und des Theaters Drehleier an.

Ein Festivalabend ist den Preisträgern des Vorjahres gewidmet, an einem weiteren Abend treten Künstler aus Österreich auf. Beim Abschlussabend treten dann die aktuellen Sieger des Festivals auf. Die neuen Preisträger erhalten als Sachpreise Exemplare der namensgebenden Pflanzen und werden außerdem belohnt mit jeweils einem Gastspiel im Theater Drehleier in München und bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Preisträger (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johanna Birnbaum: Gernot Haas nimmt am Kleinkunstwettbewerb „Kabarett Kaktus“ teil (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive), In: Kleine Zeitung vom 12. November 2009
  2. a b c d Vgl. 20 Jahre Kabarett Kaktus. In: Chronik 2009 auf www.kabarett-kaktus.de. (Aufgerufen am 14. September 2010; PDF-Datei.)
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.br-online.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Christian Springer. Kabarettist Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf BR-alpha (Aufgerufen am 14. September 2010.)
  4. @1@2Vorlage:Toter Link/www.wochenanzeiger-muenchen.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: 20 Jahre „Kabarett Kaktus“ Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . In: Münchner Wochenanzeiger vom 9. Juni 2008. (Aufgerufen am 17. September 2010.)
  5. Online-Auszug: München: In: Die andere Welt, Band 7, 1996, S. 27. (Bei Google Bücher; aufgerufen am 15. September 2010.)
  6. Christian Fuchs: „Das zahlen wir aus der Pornokasse“. Bei: Spiegel Online vom 6. September 2006. (Aufgerufen am 15. September 2010.)
  7. a b c 18. Kabarett Kaktus 2006. Bei: Jetzt.de vom 7. Dezember 2006. (Aufgerufen am 15. September 2010.)
  8. Bayern, die 2008 von sich reden machen werden: Matthias Egersdörfer. In: Welt am Sonntag vom 30. Dezember 2007. (Aufgerufen am 15. September 2010.)
  9. a b Kabarett Kaktus. Ältester Münchner Kabarettpreis (Memento vom 10. Dezember 2010 im Internet Archive) bei Bayern 2, Stand 30. November 2009. (Aufgerufen am 14. September 2010.)