Zum Inhalt springen

Nadja Uhl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Nadja Uhl (2018)

Nadja Uhl (* 23. Mai 1972 in Stralsund, DDR) ist eine deutsche Schauspielerin.

Nadja Uhl wurde als Tochter einer Kindergärtnerin in Stralsund geboren.[1] Sie wuchs ohne Vater in Franzburg auf, wo sie auch erste schauspielerische Erfahrungen im Schultheater machte.[2] Später zog ihre Mutter[2] mit ihr nach Hennigsdorf.[1]

Nach vielen Jahren in Berlin-Mitte lebt Uhl in Potsdam. 2005 kaufte sie mit drei Freunden die alte Villa Gutmann und sanierte sie mit viel Eigenarbeit zu einem Mehr-Generationen-Haus.[3]

Im April 2021 beteiligte sich Uhl an der Protestaktion #allesdichtmachen, bei der rund 50 prominente Schauspieler in Einzelvideos diverse Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie kommentierten, was laut den Beteiligten als „ironisch-satirisch“ verstanden werden sollte.[4]

Mit ihrem Lebensgefährten und Manager Kay Bockhold hat sie zwei Töchter.[5][2]

Ausbildung und Theater

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur absolvierte Uhl von 1990 bis 1994 ihre Schauspielausbildung an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy.[6] Ihr erstes Engagement erhielt sie 1994 am Potsdamer Hans Otto Theater. Dort spielte sie die Viola in William Shakespeares Was ihr wollt, Polly Peachum in Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper, das Gretchen in Johann Wolfgang von Goethes Faust und die Paula in Ulrich Plenzdorfs Die Legende vom Glück ohne Ende.

Film und Fernsehen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nadja Uhl in Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume (1996)

Ihr Filmdebüt gab Uhl 1993 gegen Ende ihres Studiums in Thomas Koerfers deutsch-schweizerisch-französischer Literaturverfilmung Der grüne Heinrich in der Rolle der Agnes nach dem gleichnamigen Roman von Gottfried Keller. Seit Mitte der 1990er wirkt sie verstärkt in Film- und Fernsehproduktionen. Positive Aufmerksamkeit brachte ihr ihre Rolle der heroinabhängigen Bibi Dinkel im Polizeiruf 110: Kleine Dealer, große Träume im Jahr 1996 ein.

Für ihre Darstellung in Schnee in der Neujahrsnacht wurde sie 2000 für den New Faces Award als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert. Der Durchbruch gelang ihr im gleichen Jahr in Schlöndorffs Film Die Stille nach dem Schuss als ausgeflippte Arbeiterin Tatjana.

In Uli Edels und Bernd Eichingers Verfilmung Der Baader Meinhof Komplex stellte sie 2008 die Terroristin Brigitte Mohnhaupt dar, im gleichzeitig entstandenen Film Mogadischu spielte sie als Stewardess des entführten Flugzeugs ein Terroropfer.[7] Für ihre Nebenrolle in Simon Verhoevens Komödie Männerherzen (2009), in der sie als Verkäuferin Susanne Feldberg zu sehen ist, die von ihrem cholerischen Ex-Mann (gespielt von Wotan Wilke Möhring) verfolgt wird, wurde sie für den Deutschen Filmpreis 2010 nominiert. 2011 übernahm sie in der Fortsetzung Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe diese Rolle erneut.

In den Jahren 2012 und 2016 spielte Uhl in Operation Zucker und der Fortsetzung Operation Zucker: Jagdgesellschaft die Hauptrolle der LKA-Kriminalkommissarin Karin Wegemann, die gegen einen Kinderhändlerring und den dortigen sexuellen Missbrauch ermittelt.[8] Matthias Schweighöfer besetzte sie 2013 in seiner Filmkomödie Schlussmacher als Totos unentschlossene Lebensgefährtin Kati.[9] 2015 war sie in dem ZDF-Historien-Mehrteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes neben Heiner Lauterbach in einer der Hauptrollen als Schneiderin Liesbeth Erler zu sehen. Im Zweiteiler Tod im Internat übernahm sie 2017 an der Seite von Hanno Koffler die Hauptrolle der LKA-Kriminalkommissarin Isabell Mosbach.[10]

Seit 2019 spielt Uhl die Titelrolle der Staatsanwältin Judith Schrader in der ZDF-Fernsehreihe Die Jägerin.[11][12] 2022 war sie in der sechsteiligen Polit-Krimiserie ZERV – Zeit der Abrechnung an der Seite von Fabian Hinrichs als Mordermittlerin Karo Schubert zu sehen. In der im Oktober 2024 uraufgeführten Komödie Alter weißer Mann übernahm sie neben Jan Josef Liefers die Hauptrolle der Carla Hellmich.[13]

Uhl wirkte auch in einigen Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie als Yvonne in Andreas Dresens Romanverfilmung Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen (2017) oder als Miss Mary Cornfield in der Kinderbuchverfilmung Die Schule der magischen Tiere (2021) und deren Fortsetzung Die Schule der magischen Tiere 2 (2022).

Commons: Nadja Uhl – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Nadja Uhl im Munzinger-Archiv, abgerufen am 5. Juni 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b c www.ostsee-zeitung.de, Ines Sommer: „Schauspielerin Nadja Uhl liebt Franzburg: Jetzt will sie ihrer Heimatstadt helfen“, in: Ostseezeitung Stralsund, 19. November 2023, abgerufen am 23. November 2023
  3. Filmstar Nadja Uhl hat mit Freunden eine Villa gekauft – Linke fordern, das Haus offen zu halten Winter vorm Traumschloss berliner-zeitung.de vom 9. Januar 2006, abgerufen am 19. Januar 2018
  4. Philippe Debionne: Alles dichtmachen: Lockdown-Satire mit Jan Josef Liefers sorgt für Diskussionen. In: Berliner Zeitung. Berliner Zeitung, 23. April 2021, abgerufen am 25. April 2021.
  5. Ihre zweite Tochter ist auf der Welt bunte.de vom 1. Oktober 2009, abgerufen am 19. Januar 2018
  6. Nadja Uhl bei filmportal.de , abgerufen am 13. September 2021
  7. Die Frau mit dem extremen Etwas. In: Der Tagesspiegel, 24. November 2008.
  8. Die Darsteller und ihre Rollen: Nadja Uhl ist Karin Wegemann. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 24. Februar 2023.
  9. Die Schauspielerin spricht über ihren neuen Film und das Älterwerden: Nadja Uhl: "Wir sind Seismographen einer Gesellschaft". In: Die Welt. 9. Januar 2013, abgerufen am 9. Januar 2013.
  10. Martin Weber: TV-Star Nadja Uhl: „Daheim bin ich Hausfrau“. In: Südkurier. 8. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  11. Ines Sommer: Aufgewachsen in MV: Nadja Uhl ist wieder als „Jägerin“ im ZDF zu sehen. In: Ostsee-Zeitung. 19. November 2023, abgerufen am 19. November 2023.
  12. Martin Weber: Nadja Uhl: „Es schwächt, mit Narzissten zu arbeiten“. In: Luxemburger Wort. 20. November 2023, abgerufen am 20. November 2023 (de-LU).
  13. Stefan Rother: In „Alter weißer Mann“ versteht ein Familienvater die Welt nicht mehr. In: Schwäbische Zeitung. 30. Oktober 2024, abgerufen am 30. Oktober 2024.