Neues Museum Weimar

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Südfassade und Freitreppe des Museums-Gebäudes
Über-Eck-Perspektive des Neuen Museums in Weimar
Weimar-Neues-Museum-CTH.JPG

Das Neue Museum ist ein Museum für zeitgenössische Kunst in Weimar (Thüringen). Es war das erste Museum auf diesem Gebiet in den neuen Bundesländern. Es ist im Besitz der Klassik Stiftung Weimar.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Museumsgebäude Thüringens wurde als Großherzogliches Museum[1] zwischen 1864 und 1869 vom Prager Architekten Josef Zítek errichtet. Dabei wurden vor allem zeitgenössische Formen der Neorenaissance verwendet.

„Als das Museum am 27. Juni 1869 feierlich eröffnet wurde, sparte die Presse wiederum nicht mit Lob: Entstanden sei „ein prächtiger Bau von seltener Reinheit des Stils und Schönheit der Form.“ Zítek hatte ein in jeder Hinsicht überzeugendes Werk geschaffen, das sich in seiner Baugestalt, im Formenvokabular und in der Ausstattung am Stil der italienischen Hochrenaissance orientierte. Die Zeitgenossen hoben als besonderes bemerkenswert auch den „Materialbau“ und die hier erzielte, erlesene Polychromie hervor. Mit dem Weimarer Museum, seinem Erstlingswerk, hatte Zítek nicht nur in der kleinen Residenzstadt neue Maßstäbe gesetzt (...), sondern sich einen Platz in der deutschen, ja internationalen Architekturszene erobert.“

Kerstin Vogel (2009) über Ziteks Bauwerk[2]

Der repräsentative Bau am jetzigen Rathenauplatz markiert den Anfang der Carl-August-Allee, die bis zum Weimarer Bahnhof führt. Zunächst war hier das Landesmuseum des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach untergebracht, später stellte es Werke weimarischer Maler des 19. Jahrhunderts aus. Am 2. März 1903 übernahm Harry Graf Kessler die ehrenamtliche Leitung des Weimarer Museums für Kunst und Kunstgewerbe.

Ab 1937 wurde das Neue Museum baulich in das Gauforum Weimar einbezogen. Im März 1945 beschädigten Luftminen das Dach des Gebäudes, doch konnte es für die 1. Thüringer Kunstausstellung 1946 instandgesetzt werden. Danach begann der Ausbau aller verwertbaren Materialien, der ab 1948 zum Verfall führte.[3] Zur DDR-Zeit wurde der Bau zur Ruine, und es gab Überlegungen zu seiner Sprengung.[4] Schon während der Friedlichen Revolution 1989/90 wurde in Weimar die Forderung zum Wiederaufbau des Museums erhoben, der dann auf der noch soliden Bausubstanz zwischen 1996 und 1998 auch erfolgte.

Zum wichtigsten Interieur gehören die Gemälde von Friedrich Preller dem Älteren, die Themen der homerischen Epen darstellen. Von ihm befindet sich auch eine Büste dort. Im Treppenhaus befindet sich eine monumentale Goethe-Sitzstatue. Es finden dort Wechselausstellungen statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nicolaus Schafhausen: Nach Weimar [anlässlich der Ausstellung Nach Weimar im teilrenovierten ehemaligen Thüringischen Landesmuseum ab 1. Januar 1999 Neues Museum Weimar, im Schlossmuseum der Kunstsammlungen zu Weimar sowie im Stadtraum Weimar ; vom 23. Juni - 28. Juli 1996]. Cantz, Ostfildern-Ruit 1996, ISBN 3-89322-868-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neues Museum Weimar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Damalige Zeitungsanzeigen mit altem Namen
  2. Seite 146 in: Kerstin Vogel: Carl Heinrich Ferdinand Streichhan - Architekt und Oberbaudirektor im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach 1848 bis 1884, Dissertation, Weimar 2009
  3. Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation der Schäden und Totalverluste auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. Band 2, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1980, S. 501
  4. über das Neue Museum in der Zeit vom 30. November 1990

50.98611111111111.326388888889Koordinaten: 50° 59′ 10″ N, 11° 19′ 35″ O