Feldbergrennen

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Feldberg-Rundrennstrecke
bis 1936 als Bergrennen
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Feldbergrennen (Deutschland)
Deutschland Oberreifenberg, Reifenberg, Taunus, Hessen, Deutschland
Grosser-feldberg-taunus016-edit.jpg
Streckenart: temporär
Eröffnung: 1950
Stillgelegt: 1954
Bergrennstrecke
1920–1936
Wichtige
Veranstaltungen:
u. a. Grand-Prix-Klassen
Feldberg-Rundrennstrecke
1950–1954
Feldberg-Rundrennstrecke.svg
Streckendaten
Wichtige
Veranstaltungen:
Deutsche Motorrad-Meisterschaft
Formel 3
Streckenlänge: 11,6 km (7,21 mi)
Höhenunterschied: 180 m (590,55 ft)

Koordinaten: 50° 14′ 37,4″ N, 8° 26′ 38,4″ O

Das Feldbergrennen war ein Automobil- und Motorradrennen, das zwischen 1920 und 1954 auf verschiedenen Kursen im Bereich des Großen Feldbergs (879 m ü. NHN) im damaligen Obertaunuskreis der preußischen Provinz Hessen-Nassau bzw. des späteren Landes Hessen ausgetragen wurde.

Geschichte und Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rennen fand von 1920 bis 1928, von 1934 bis 1936 und zuletzt 1950 bis 1954 in verschiedenen Motorrad- und Automobilklassen statt. Der Streckenverlauf wurde mehrfach geändert. Ab 1921 hatte die anfängliche Bergrennstrecke eine Länge von acht Kilometern und wurde 1935 auf zwölf Kilometer verlängert. Sieger des Rennens von 1928 war Hans Stuck auf Austro-Daimler. Sieger am Feldberg waren in den 1930er-Jahren Paul Pietsch auf Alfa Romeo sowie Hans Stuck und Bernd Rosemeyer auf Auto Union.

Bei Wiederaufnahme der Renntätigkeit 1. Oktober 1950 wurde ein 11,6 km langer Rundkurs mit Start und Ziel östlich von Oberreifenberg gefahren; die Ortshöhen der Feldbergrennstrecke lag zwischen rund 500 und 680 m Höhe. Damals war fast die gesamte Spitzenklasse deutscher Fahrer angetreten, unter anderem die DKW-Fahrer Hermann Paul Müller und Ewald Kluge. Walter Glöckler gewann auf einem VW-Eigenbau die Sportwagenklasse bis 1100 cm³.

Die Rennen von 1951 bis 1954 waren zugleich Läufe der Deutschen Motorrad-Meisterschaft. Jedes Jahr wohnten über 100.000 Zuschauer den Veranstaltungen bei.

Das Feldbergrennen am 18. Juli 1954 war ein international ausgeschriebener Lauf zur Deutschen Meisterschaft für Motorräder. Die Werksmannschaft von NSU fehlte. Dennoch beherrschte NSU mit Privatfahrern auf der Sportmax die Klasse bis 250 cm³. Walter Reichert aus Ingelheim am Rhein gewann das Rennen über 13 Runden bzw. 150,488 km in 1:25:56,7 Stunden (Durchschnitt 105,0 km/h) vor Fritz Kläger aus Freiburg im Breisgau. Auf Platz drei folgte Hubert Luttenberger auf Adler vor zwei weiteren Sportmax. Die Klasse bis 350 cm³ beherrschte August Hobl auf DKW (112,4 km/h) vor drei Australiern auf Norton und die 500er-­Soloklasse gewann der Australier Jack Ahearn auf Norton (112,6 km/h) vor einer weiteren Norton und Walter Zeller auf BMW. Nach dem Zieleinlauf stürzte Ahearn schwer. Im Rennen der Gespanne über zehn Runden stürzte Weltmeister Eric Oliver aus England, sodass die ersten vier Plätze ungefährdet an BMW gingen, auf Platz eins Wilhelm Noll / Fritz Cron (105,2 km/h), gefolgt von Fritz Hillebrand / Manfred Grunwald, Willi Faust / Karl Remmert und Walter Schneider / Hans Strauß. Trotz schlechten Wetters sollen rund 50.000 Zuschauer das Feldbergrennen gesehen haben, das mit der 125-cm³-­Klasse und dem Sieg von Horst Fügner aus Chemnitz auf einer IFA begann; den zweiten Platz der 125er Klasse belegte Karl Lottes auf MV Agusta vor einer weiteren IFA unter Erhart Krumpholz.

Für 1955 verlangte die OMK den Umbau einer Streckenpassage, der aber nicht vorgenommen wurde. Somit war das Ende des Feldbergrennens gekommen. Infolge des schweren Unglücks beim 24-Stunden-­Rennen von Le Mans 1955 wurden in den Folgejahren viele Motorsport­veranstaltungen in ganz Europa abgesagt oder ausgesetzt.

Den Feldberg-Rundenrekord hält Schorsch Meier auf BMW mit 119,1 km/h.

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldberg-Bergpreis 1934–1936[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auflage Datum Klasse Sieger
1. 1934 250 cm³ NS-Staat Walfried Winkler (DKW)
350 cm³ NS-Staat Ernst Loof (Imperia)
500 cm³ NS-Staat Bernhard Petruschke (Rudge)
1000 cm³ NS-Staat Kurt Mansfeld (BMW)
Gespanne 350 cm³ NS-Staat Ernst Loof / unbekannt unbekannt (Imperia)
Gespanne 600 cm³ NS-Staat Karl Braun / NS-Staat Erwin Badsching (Horex)
Gespanne über 1000 cm³ NS-Staat Karl Braun / NS-Staat Erwin Badsching (Tornax)
Sportwagen 800 cm³ NS-Staat Adolf Brudes (MG)
Sportwagen 1100 cm³ NS-Staat Willi Briem (Amilcar C6)
Sportwagen 1500 cm³ NS-Staat Ernst Günther Burggaller (Bugatti T51A)
Rennwagen 2000 cm³ NS-Staat Rudolf Steinweg (Bugatti T35C Monoplace)
Rennwagen über 2000 cm³ NS-Staat Paul Pietsch (Alfa Romeo 8C 2300 Monza)
2. 1935 250 cm³ Deutsches Reich NS Arthur Geiss (DKW)
350 cm³ Deutsches Reich NS Oskar Steinbach (NSU)
500 cm³ Deutsches Reich NS Oskar Steinbach (NSU)
Gespanne 600 cm³ Deutsches Reich NS Toni Babl / Deutsches Reich NS Julius Beer (Douglas-Eigenbau)
Gespanne 1000 cm³ Deutsches Reich NS Karl Braun / Deutsches Reich NS Erwin Badsching (Horex)
Sportwagen 1100 cm³ Deutsches Reich NS Heinz Brendel (Fiat)
Sportwagen 1500 cm³ Deutsches Reich NS Kurt Illmann (BMW 315/1)
Sportwagen 2000 cm³ Deutsches Reich NS Rudolf Hasse (Adler)
Sportwagen über 2000 cm³ Deutsches Reich NS Herbert Berg (Mercedes-Benz SSK)
Rennwagen 1100 cm³ Deutsches Reich NS Bobby Kohlrausch (MG)
Rennwagen 1500 cm³ Deutsches Reich NS Rudolf Steinweg (Bugatti T51A Monoplace)
Rennwagen 3000 cm³ Deutsches Reich NS Herbert Wimmer (Bugatti T35B)
Rennwagen über 3000 cm³ Deutsches Reich NS Hans Stuck (Auto Union)
3. 27. September 1936 250 cm³ Deutsches Reich NS Ewald Kluge (DKW)
350 cm³ Deutsches Reich NS Heiner Fleischmann (NSU)
500 cm³ Deutsches Reich NS Heiner Fleischmann (NSU)
Gespanne 600 cm³ Schweiz Hans Stärkle / Schweiz Cilly Stärkle (NSU)
Gespanne 1000 cm³ Schweiz Hans Stärkle / Schweiz Cilly Stärkle (NSU)
Sportwagen ohne Kompressor 1100 cm³ Deutsches Reich NS Heinz Brendel (NSU-Fiat)
Sportwagen mit Kompressor 1100 cm³ Deutsches Reich NS Bobby Kohlrausch (MG)
Sportwagen ohne Kompressor 1500 cm³ Deutsches Reich NS Walter Glöckler (Hanomag)
Sportwagen ohne Kompressor 2000 cm³ Deutsches Reich NS Paul Schweder (Adler Trumpf Sport)
Sportwagen mit Kompressor 2000 cm³ Deutsches Reich NS Herbert Berg (Alfa Romeo)
Sportwagen ohne Kompressor 2000 cm³ Deutsches Reich NS Erich Pätzold (Ford)
Rennwagen mit Kompressor 1100 cm³ Deutsches Reich NS Walter Bäumer (Austin)
Rennwagen 1500 cm³ Deutsches Reich NS Ernst-Dietrich Tröltsch (Bugatti T51A Monoplace)
Rennwagen 3000 cm³ Deutsches Reich NS Adolf Brudes (Bugatti T35B)
Rennwagen über 3000 cm³ Deutsches Reich NS Bernd Rosemeyer (Auto Union)

Feldbergrennen 1950–1954[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auflage Datum Klasse Sieger
1. 1. Oktober 1950 125 cm³ Deutschland Bundesrepublik Hermann Paul Müller (DKW)
250 cm³ Deutschland Bundesrepublik Ewald Kluge (DKW)
350 cm³ Deutschland Bundesrepublik Siegfried Wünsche (DKW)
500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Ernst Hoske (BMW)
Gespanne 600 cm³ Deutschland Bundesrepublik Wilhelm Noll / Deutschland Bundesrepublik Fritz Cron (BMW)
Gespanne 1200 cm³ Deutschland Bundesrepublik Sepp Müller / Deutschland Bundesrepublik Fred Minderlein (BMW)
Formel-3-Rennwagen 500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Gottfried Vollmer (Atlas)
Sportwagen 1100 cm³ Deutschland Bundesrepublik Walter Glöckler (VW-Eigenbau)
2. 20. Mai 1951 125 cm³ Deutschland Bundesrepublik Rudi Felgenheier (DKW)
250 cm³ Deutschland Bundesrepublik Hein Thorn Prikker (Moto Guzzi)
350 cm³ Deutschland Bundesrepublik Hans Baltisberger (A.J.S.)
500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Walter Zeller (BMW)
Gespanne 500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Wiggerl Kraus / Deutschland Bundesrepublik Bernhard Huser (BMW)
Gespanne 750 cm³ Deutschland Bundesrepublik Franz Mohr / Deutschland Bundesrepublik Günter Müller (BMW)
3. 15. Juni 1952 125 cm³ Deutschland Bundesrepublik Otto Daiker (NSU)
250 cm³ Deutschland Bundesrepublik Hein Thorn Prikker (Moto Guzzi)
350 cm³ Deutschland Bundesrepublik Fritz Kläger (A.J.S.)
500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Rudi Knees (Norton)
Gespanne 500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Wilhelm Noll / Deutschland Bundesrepublik Fritz Cron (BMW)
Gespanne 750 cm³ Deutschland Bundesrepublik Ernst Ebersberger / Deutschland Bundesrepublik Hans Strauß (BMW)
4. 14. Juni 1953 125 cm³ Deutschland Bundesrepublik Werner Haas (NSU)
250 cm³ Deutschland Bundesrepublik Siegfried Wünsche (DKW)
350 cm³ Deutschland Bundesrepublik Siegfried Wünsche (DKW)
500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Georg Meier (Rennfahrer) (BMW)
Gespanne 500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Wilhelm Noll / Deutschland Bundesrepublik Fritz Cron (BMW)
5. 18. Juli 1954 125 cm³ Deutschland Demokratische Republik 1949 Horst Fügner (IFA)
250 cm³ Deutschland Bundesrepublik Walter Reichert (NSU)
350 cm³ Deutschland Bundesrepublik August Hobl (DKW)
500 cm³ Australien Jack Ahearn (Norton)
Gespanne 500 cm³ Deutschland Bundesrepublik Wilhelm Noll / Deutschland Bundesrepublik Fritz Cron (BMW)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldbergrennen. In: Hansjörg Meister. feldbergrennen.de, abgerufen am 27. Mai 2015.
  • Buch Alles über die legendären Feldbergrennen. In: Speedweek Online. speedweek.com, abgerufen am 27. Mai 2015.
  • ADAC und AvD (Hsg.): Internationaler Motorsport. Europa-Contact-Verlags-Ges., Döffingen 1954, S. 198 und 199
  • Hans-Peter Lohmann: Legendäre deutsche Rennstrecken. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03438-9

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holger Rühl: Die Feldbergrennen im Taunus 1904–1954 – Die Deutsche TT 1950–1954. Motorsportverlag, Weilrod-Finsternthal im Taunus 2009 (ohne ISBN)
  • Holger Rühl: Die Automobil-Rennen im Taunus 1904–1926. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-7973-0881-7
  • Rudolf Steber: Zwischen Start und Ziel – legendäre Rennstrecken in Hessen ; Feldbergring, Dieburger Dreieck, Schottenring, Herkules-Bergring, Battenbergring. Burgwald-Verlag, Cölbe-Schönstadt 2010, ISBN 978-3-936291-45-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]