Oliver E. Williamson

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Oliver Eaton Williamson

Oliver Eaton Williamson (* 27. September 1932 in Superior, Wisconsin) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Bekannt wurde er als Institutionenökonom, der sich vor allem mit der Transaktionskostenökonomie beschäftigt. Im Jahr 2009 wurde ihm gemeinsam mit Elinor Ostrom der Nobelpreis für Wirtschaft zuerkannt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1988 ist Oliver Williamson Edgar-F.-Kaiser-Professor für Betriebswirtschaftslehre, Professor für Volkswirtschaftslehre und Professor für Rechtswissenschaft an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Seinen Bachelor-Abschluss machte er 1955 am Massachusetts Institute of Technology (MIT), seinen MBA-Abschluss 1960 an der Stanford University und seinen Doktortitel (PhD) im Jahr 1963 an der Carnegie Mellon University. Von mehreren Universitäten weltweit bekam er die Ehrendoktorwürde verliehen. 1983 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences und 1994 in die National Academy of Sciences aufgenommen. Der Vater von fünf Kindern ist seit 1957 mit Dolores Celeni verheiratet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Williamson wurde vor allem mit 2 Büchern berühmt:

  • Markets and Hierarchies (1975)
  • The Economic Institutions of Capitalism (1985)

Williamson Trade-Off[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auswirkungen auf die Wohlfahrt und den Marktpreis, die sich durch Fusion oder Akquisition ergeben, können mit dem Williamson Trade-off analysiert werden.

Gemäß der Annahme kann ein konzentriertes Unternehmen aufgrund von Skaleneffekten zu geringeren Grenzkosten produzieren. Man unterscheidet nun zwei Fälle:

  1. Ist das konzentrierte Unternehmen einziger Anbieter, wird es Monopolverhalten praktizieren und den Cournot-Punkt realisieren. Hieraus ergeben sich wiederum zwei Effekte: Zum einen spiegeln gesunkene Grenzkosten eine Steigerung der Effizienz in der Produktion wider. Zum anderen führt eine Verringerung der Angebotsmenge durch den neuen Monopolisten zu einem Wohlfahrtsverlust, weil Konsumenten, die zum ursprünglichen Marktpreis unter vollkommener Konkurrenz das Produkt kauften, nun eine zu geringe Zahlungsbereitschaft haben („ineffiziente Allokation“). Somit ist der Gesamtwohlfahrtseffekt schwer zu bemessen, da einem Wohlfahrtsgewinn durch Effizienzsteigerung ein Wohlfahrtsverlust durch Monopolmacht gegenübersteht.
  2. Ist das fusionierte Unternehmen nicht der einzige verbliebene Anbieter im Markt, wird sich ein neuer Preis nur minimal über dem Preis vor der Unternehmenskonzentration einstellen, da eine Realisierung eines höheren Monopolpreises aufgrund der Konkurrenz, die annahmengemäß zu alten Grenzkosten und somit altem Preis anbieten kann, nicht möglich ist (Bertrand-Modell).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oliver E. Williamson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Meldung bei nobelprize.org, 12. Oktober 2009