Olympische Sommerspiele 1912/Leichtathletik – Diskuswurf (Männer)

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Olympische Ringe
Stockholms Olympiastadion, 070310.JPG
Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 41 Athleten aus 15 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Stockholm
Wettkampfphase 12. Juli 1912
Medaillengewinner
Goldmedaille Armas Taipale (Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN)
Silbermedaille Richard Byrd (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille James Duncan (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)

Der Diskuswurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm wurde am 12. Juli 1912 im Stockholmer Olympiastadion ausgetragen. 41 Athleten nahmen daran teil.

Olympiasieger wurde der Finne Armas Taipale vor den US-Amerikanern Richard Byrd und James Duncan.

Deutsche Teilnehmer waren Josef Waitzer (Platz 16), Emil Welz (Platz 24) und Paul Wilführ, der ohne gültige Weite ohne Platzierung blieb. Bester Österreicher war Hans Tronner auf Platz fünf, sein Mannschaftskamerad Josef Schäffer wurde 29. Schweizer Athleten nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekord James Duncan (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA) 47,58 m New York 27. Mai 1912[1]
Olympischer Rekord Martin Sheridan (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA) 40,89 m London 16. Juli 1908

James Duncans Weltrekord wurde nach der Gründung des Weltleichtathletikverbandes IAAF 1912 nachträglich anerkannt.

Durchführung des Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle 41 Athleten hatten drei Versuche. Die besten drei Werfer absolvierten anschließend weitere drei Versuche, wobei die Ergebnisse des ersten drei Durchgänge mit in die Wertung kamen.

Anmerkung: Die besten Weiten sind fett gedruckt.

Ergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Name Nation Resultat 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Anmerkung
1 Armas Taipale Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Großfürstentum Finnland 45,21 36,94 43,91 m - 44,34 - 45,21 OR
OR schon mit Versuchen 2 und 4
2 Richard Byrd Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 42,32 m 37,48 42,32 - 41,09 - -
3 James Duncan Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 42,28 m 41,61 42,28 - 41,33 - -
4 Elmer Niklander Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Großfürstentum Finnland 42,09 m 42,09 - - OR im ersten Versuch
5 Hans Tronner Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Österreich 41,24 39,97 - 41,24
6 Arlie Mucks Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 40,93 m 40,54 40,93 -
7 George Philbrook Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 40,92 m 38,14 38,55 40,92
8 Emil Magnusson SchwedenSchweden Schweden 39,91 m 39,91 - -
9 Rezsõ Újlaki Ungarn 1867Ungarn Ungarn 39,82 m 39,82 - -
10 Einar Nilsson SchwedenSchweden Schweden 39,69 m 37,26 38,77 39,69
11 Ralph Rose Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 39,65 m 37,24 38,82 39,65
12 Emil Muller Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 39,35 m 37,91 38,69 39,35
13 Michalis Dorizas Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik Griechenland 39,28 m - 39,28 -
14 Duncan Gillis Kanada 1868Kanada Kanada 39,01 m 39,01 - -
15 Verner Järvinen Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Großfürstentum Finnland 38,60 m 34,15 38,60 -
16 Josef Waitzer Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 38,44 m 38,44 - -
17 František Janda-Suk BöhmenBöhmen Böhmen 38,31 m 32,41 36,83 38,31
18 Aurelio Lenzi Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 38,19 m 35,58 38,19 -
19 Károly Kobulszky Ungarn 1867Ungarn Ungarn 38,15 m 37,81 38,15 -
20 Lawrence Whitney Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 37,91 m 34,87 37,91 -
21 György Luntzer Ungarn 1867Ungarn Ungarn 37,88 m 37,88 - -
22 Avery Brundage Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 37,85 m 37,48 37,85 -
23 Gunnar Nilsson SchwedenSchweden Schweden 37,44 m - 37,44 -
24 Emil Welz Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 37,24 m 36,16 37,24 -
25 Samu Fóti Ungarn 1867Ungarn Ungarn 36,37 m 35,51 - 36,37
26 Gunnar Bolander SchwedenSchweden Schweden 36,22 m - 36,22 -
27 Carl Johan Lind SchwedenSchweden Schweden 6,07 m - 35,04 36,07
28 Folke Fleetwood SchwedenSchweden Schweden 35,06 m 32,09 32,89 35,06
29 Josef Schäffer Osterreich KaisertumKaisertum Österreich Österreich 34,87 m - 34,87 -
30 André Tison Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 34,73 m 34,73 - -
31 Marcel Pelletier LuxemburgLuxemburg Luxemburg 33,73 m 33,73 - -
32 Walter Henderson Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 33,61 m - 33,61 -
33 Mór Kóczán Ungarn 1867Ungarn Ungarn 33,30 m 33,30 - -
34 Mığır Mığıryan Osmanisches Reich 1844Osmanisches Reich Osmanisches Reich 32,98 m - - 32,98
35 Nikolai Neklapajew Russisches Kaiserreich 1883Russisches Kaiserreich Russland 32,59 m 32,59 - -
36 Charles Lagarde Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 32,35 m 30,76 - 32,35
37 Henning Möller SchwedenSchweden Schweden 32,23 m - 32,23 -
38 Miroslav Šustera BöhmenBöhmen Böhmen 31,83 m 31,83 - -
39 Ēriks Vanags Russisches Kaiserreich 1883Russisches Kaiserreich Russland 31,34 m - 31,34 -
40 Otto Nilsson SchwedenSchweden Schweden 31,07 m 31,07 - -
ogV Paul Willführ Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich - - -

Datum: 12. Juli 1912

Schon in der Vorrunde wurde der bestehende Olympiarekord mehrfach überboten. Im ersten Versuch schaffte es Weltrekordler James Duncan (USA) mit 41,61 m, dann Elmer Niklander (FIN) mit 42,09 m. Im zweiten Versuch wurde der vor diesen Spielen bestehende Rekord gleich vier Mal überboten – durch Arlie Mucks mit 40,93 m, durch Duncan mit 42,28 m, durch Richard Byrd mit 42,32 m und durch Armas Taipale mit 43,91 m. drei Mal also wurde Niklanders Rekord aus Durchgang eins verbessert. Auch im dritten Versuch lagen George Philbrook (40,92 m) und Hans Tronner (41,24 m) über Martin Sheridans Weite von 1908.
Von neun Versuchen im Finale waren nur vier gültig. Alle vier Versuche übertrafen wieder den Olympiarekord von 1908. Taipale verbesserte seinen eigenen Rekord aus dem zweiten Versuch und übertraf diese Weite dann nochmals im sechsten Durchgang. Damit wurde Sheridans Olympiarekord insgesamt zwölf Mal übertroffen und lag am Ende um 4,32 m weiter als vor vier Jahren.[2] Armas Taipale trat in Stockholm mit einer neuen Wurftechnik auf. Als erster setzte er Beine und Hüfte bei Drehung und Abwurf intensiv mit ein und lag mit seiner Bestweite am Ende klar vorn.

Armas Taipale errang die erste finnische Goldmedaille im Diskuswurf.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der Olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 120f

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finland's Armas Taipale Wins Discus Gold - Classic Highlights | Stockholm 1912 Olympics, veröffentlicht am 25. Juli 2013 auf youtube.com, abgerufen am 28. August 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 557 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Beschreibung im offiziellen Bericht S. 404–405, engl. (PDF)