Olympische Sommerspiele 1912/Leichtathletik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leichtathletik bei den
V. Olympischen Sommerspielen
Olympische Ringe
Leichtathletik
Informationen
Teilnehmer: 534 Athleten
Datum: 6. Juli bis 15. Juli
Wettkampfort: SchwedenSchweden Stockholm
Austragungsort: Olympiastadion
Entscheidungen: 30
London 1908 Antwerpen 1920
Olympische Sommerspiele 1912
(Medaillenspiegel Leichtathletik)
Platz Mannschaft Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Total
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 16 14 12 32
2 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Finnland 6 4 3 13
3 SchwedenSchweden Schweden 4 5 6 15
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 2 1 5 8
5 Kanada 1868Kanada Kanada 1 2 2 5
6 Sudafrika 1912Südafrikanische Union Südafrikanische Union 1 1 2
7 Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik Griechenland 1 1 2
8 NorwegenNorwegen Norwegen 1 1
9 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich 2 2
Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 2 2
11 Ungarn 1867Ungarn Ungarn 1 1
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 1 1

Bei den V. Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm fanden dreißig Wettkämpfe in der Leichtathletik statt.

Spiele des Durchbruchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem schon die vorangegangenen Olympischen Spiele in London die olympische Bewegung deutlich weitergebracht hatten in Sachen Zuschauerinteresse, Athletenbeteiligung, Sportstätten etc., stellten die Spiele hier in Stockholm einen regelrechten Durchbruch dar. Schon vorher war die Aufmerksamkeit international und besonders im Gastgeberland Schweden intensiv auf das bevorstehende Ereignis gerichtet. Die Bedeutung der Wettkämpfe hatte nachhaltige Wirkung. Zum ersten Mal nahmen Sportler aus allen fünf Kontinenten teil.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion für die Leichtathletikwettkämpfe war mit Plätzen für 30.000 Zuschauer nicht überdimensioniert. Das wirkte sich sehr positiv aus auf die Stimmung und Spannung bei den Wettkämpfen. Die Laufbahn war noch nicht so standardisiert wie heute, es gab eine Aschenbahn von 383 Metern Länge mit einer sehr leistungsfördernden Qualität.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Zahl der Teilnehmer wird in verschiedenen Quellen unterschiedlich angegeben. Die Zahlen schwanken zwischen 534 und 556. Sie setzten sich zusammen aus 26 Nationen. Darin lag jedoch eine gewisse Problematik. Irland z. B. war damals Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland und startete so auch offiziell für Großbritannien. Anders war das für Böhmen, das zum Großreich Österreich-Ungarn gehörte, und auch für Finnland, das Teil des russischen Reiches war. Böhmens und Finnlands Sportler konnten für ihre jeweils eigenen kleineren Nationen starten, mussten jedoch beim Einmarsch, der erstmals als Nationeneinmarsch erfolgte, zusammen mit Österreich-Ungarn bzw. Russland ins Stadion marschieren.
Frauen waren weiterhin nicht teilnahmeberechtigt. In der Leichtathletik wurden Sportlerinnen erst bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam zugelassen.

Wettkampfprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wettkampfangebot brachte wie auch bei allen Spielen zuvor wieder einige Änderungen mit sich.

Damit nahm das leichtathletische Angebot langsam den Rahmen an, den wir auch heute kennen. Die beiden bislang fehlenden Bahn-Langstrecken über 5000 m und 10.000 m waren nun dabei, ebenso die beiden Staffeln von heutigen Veranstaltungen. Im Laufbereich fehlten die zwischenzeitlichen abgesetzten Disziplinen 400-m-Hürden und der Hindernislauf. Zusätzlich gab es damals noch den Querfeldeinlauf – der heute Crosslauf heißen würde, aber längst nicht mehr olympisch ist. Die Disziplinen im Springen, Stoßen und Werfen waren komplett so vorhanden wie heute auch. Zusätzlich gab es damals noch die Standsprungwettbewerbe sowie das beidarmige Stoßen/Werfen. Auch der Zehnkampf war wieder im Programm. Als zweiten Mehrkampf gab es noch den Fünfkampf, der heute nicht mehr olympisch ist.
Was gänzlich immer noch fehlte, waren dagegen Angebote für die Frauen-Leichtathletik.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als weitaus beste Nation erwies sich wie bei allen vorangegangenen Spielen die USA. Die US-Amerikaner dominierten mit 16 Goldmedaillen und 42 Medaillen insgesamt. Dahinter lag das kleine Finnland mit sechs Olympiasiegen, das eigentlich noch nicht eigenständig war und zu Russland gehörte. Das Gastgeberland Schweden folgte mit vier, dahinter Großbritannien mit zwei Goldmedaillen.
Erfolgreichster Sportler war der finnische Langstreckler Hannes Kolehmainen. Er wurde dreifacher Olympiasieger – 5000 m, 10.000 m, Querfeldeinlauf – und gewann darüber hinaus mit seinen finnischen Landsleuten die Silbermedaille im 3000-m-Mannschaftslauf.
Zweifache Olympiasieger waren folgende Athleten:

Resultate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ralph Craig 10,8
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Alvah Meyer 10,9
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Donald Lippincott 10,9
4 Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA George Patching 10,9
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Frank Belote 10,9
DNS Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Howard Drew

Finale: 7. Juli

Donald Lippincott hatte im Vorlauf mit 10,6 s einen Olympischen Rekord aufgestellt. Der Favorit Howard Drew qualifizierte sich zwar für das Finale, hatte sich aber im Halbfinale einen Muskelriss zugezogen und verzichtete auf einen Start. So wurde Ralph Craig, der nie einen US-amerikanischen Titel erringen konnte, Sprint-Olympiasieger.

200 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ralph Craig 21,7
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Donald Lippincott 21,8
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Willie Applegarth 22,0
4 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Richard Rau 22,2
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Charles Reidpath 22,2
6 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Donnell Young 22,3

Finale: 11. Juli

Achtzig Meter vor dem Ziel stürmte der 100-m-Olympiasieger Ralph Craig kraftvoll an die Spitze und behielt auch gegen den Angriff seines Landsmanns Donald Lippincott die Oberhand. Auch dahinter ging es sehr eng zu. William Applegarth wurde Dritter vor dem Berliner Richard Rau.

400 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Charles Reidpath 48,2 OR
2 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Hanns Braun 48,3
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Edward Lindberg 48,4
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ted Meredith 49,2
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Carroll Haff 49,5

Finale: 13. Juli

Im Gegensatz zu den Vor- und Zwischenläufen, in denen wie schon vier Jahre zuvor 1908 in London mit harten Bandagen gekämpft worden und es auch zu einer Disqualifikation gekommen war, wurde das Finale auf abgesteckten Bahnen ausgetragen. Davon profitierte der Deutsche Hanns Braun, der sich hier alleine gegen vier US-Amerikaner durchsetzen musste. Im Zwischenlauf war Braun so unfair von den einem USA-Läufern bedrängt worden, dass dieser – Donnell Young – disqualifiziert wurde. Im Finale herrschte Chancengleichheit und in einem engen Rennen gewann Charles Reidpath vor Hanns Braun und Edward Lindberg.

800 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ted Meredith 1:51,9 WR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Mel Sheppard 1:52,0
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ira Davenport 1:52,0
4 Kanada 1868Kanada CAN Mel Brock 1:52,7
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA David Caldwell 1:52,8
6 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Hanns Braun 1:53,1
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Clarence Edmundson 1:53,8
8 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Herbert Putnam k. A.

Finale: 8. Juli

Sechs US-Amerikaner traten in diesem Finale gegen einen Kanadier und einen Deutschen an. Die US-Läufer arbeiteten taktisch immer wieder geschickt zusammen, aber es kam an keiner Stelle zu unfairen Aktionen. Zum Schluss gab es einen Dreifach-Sieg für sie und einen Weltrekord für den Sieger, dessen korrekter Name eigentlich James Edwin Meredith lautete. Bei seinem Olympiasieg war er noch keine 20 Jahre alt.

1500 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Arnold Jackson 3:56,8 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Abel Kiviat 3:56,9
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Norman Taber 3:56,9
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA John Paul Jones 3:57,2
5 SchwedenSchweden SWE Ernst Wide 3:57,6
6 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Philip Baker 4:01,0
7 SchwedenSchweden SWE John Zander 4:02,0
8 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA Henri Arnaud 4:02,2

Finale: 10. Juli

Im Finale übernahm zunächst der Olympiasieger von 1908 Melvin Sheppard die Spitze. Zwischenzeitlich ging nun Henri Arnaud nach vorne. Zu Beginn der letzten Runde forcierte Abel Kiviat, aber Norman Taber, Arnold Jackson, John Paul Jones und zunächst auch Melvin Sheppard, der dann aber zurückfiel, konnten folgen. Dramatisch wurde es auf den letzten fünfzig Metern. Die drei US-Amerikaner lagen vorn, ließen dann eine Lücke, in die Jackson stieß und zum Schluss mit Taber um den Sieg kämpfte. Erst die Zielfotografie konnte anschließend darüber entscheiden, wer von beiden gewonnen hatte. Diese Technik wurde in diesem Rennen erstmals bei Olympischen Spielen zur Ermittlung des Siegers zurate gezogen.

Zu diesem Rennen gibt es in den verschiedenen Quellen ab Platz sechs voneinander abweichende Ergebnisse, die z.T. völlig anders aussehen als hier dargestellt. Was tatsächlich stimmt, ist kaum mehr nachvollziehbar. Da es nach der hier gewählten Variante auch Zeitangaben gibt, könnte sie diejenige mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf Korrektheit sein. .

5000 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Hannes Kolehmainen 14:36,6 WR
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA Jean Bouin 14:36,7
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR George Hutson 15:07,6
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA George Bonhag 15:09,8
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Tell Berna 15:10,0
6 SchwedenSchweden SWE Mauritz Carlsson 15:18,6
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Louis Scott k. A.
8 Kanada 1868Kanada CAN Alexander Decoteau k. A.

Finale: 10. Juli

Das Rennen wurde ein Zweikampf zwischen Hannes Kolehmainen und Jean Bouin. Der Finne sorgte von Anfang an für ein hohes Tempo, nur Bouin konnte ihm folgen und beschleunigte nun seinerseits. Aber er konnte Kolehmainen nicht abschütteln. Mit Beginn der letzten Runde forcierte Bouin noch einmal, aber auf der Gegengeraden übernahm Kolehmainen wieder die Führung. Erst auf den letzten zwanzig Metern konnte der Finne sich knapp gegen den Franzosen durchsetzen. Beide Läufer blieben dabei um fast eine halbe Minute unter dem bis dahin bestehenden Weltrekord.

10.000 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Hannes Kolehmainen 31:20,8 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Lewis Tewanima 32:06,6
3 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Albin Stenroos 32:21,8
4 Kanada 1868Kanada CAN Joe Keeper 32:36,2
5 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Alfonso Orlando 33:31,2
DNF Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Henry Scott
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Hugh Maguire
Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Tatu Kolehmainen
Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA Leonard Richardson
SchwedenSchweden SWE Mauritz Carlsson
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR William Scott

Finale: 8. Juli

Da der Franzose Jean Bouin, zwei Tage später Olympiazweiter über 5000 m, auf die 10.000 m verzichtete, gab es für Hannes Kolehmainen keine ernsthaften Gegner und er gewann das Rennen mit über 45 Sekunden Vorsprung. Offiziell wurde seine Zeit zunächst sogar als Weltrekord gewertet. Allerdings war Jean Bouin bereits im November 2011 mit 30:58,8 min als Erster überhaupt schneller als 31 Minuten gelaufen. Erst im Jahr 1926 wurde diese Zeit des Franzosen nachträglich als Weltrekord anerkannt.

Sechs der elf zum Finale angetretenen Läufer erreichten nicht das Ziel, vier eigentlich qualifizierte Sportler traten nach den Vorläufen gar nicht erst zum Finale an.

Marathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (h)
1 Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA Ken McArthur 2:36:54,8
2 Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA Christopher Gitsham 2:37:52,0
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Gaston Strobino 2:38:42,4
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Andrew Sockalexis 2:42:07,9
5 Kanada 1868Kanada CAN James Duffy 2:42:18,8
6 SchwedenSchweden SWE Sigfrid Jacobsson 2:43:24,9
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA John Gallagher 2:44:19,4
8 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Joseph Erxleben 2:45:47,4

Datum: 14. Juli
Streckenlänge: 40,2 Kilometer

Zum ersten Mal bei Olympischen Spielen wurde der Marathonlauf mit einem Wendepunkt gelaufen. Start und Ziel befanden sich im Stadion. Am Wendepunkt führte Christopher Gitsham vor Tatu Kolehmainen, der später aufgeben musste. Schon auf Platz drei befand sich Kenneth McArthur, der nun immer mehr Boden gutmachte und an Gitsham vorbeizog, als dieser kurz stehen blieb, um ein Glas Wasser zu trinken. Diese Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nicht mehr.

Bei diesem Rennen gab es ein großes Drama. Der Portugiese Francisco Lázaro war der erste Sportler, der durch die Folgen der Ausübung seines Wettkampfes während der Olympischen Spiele der Neuzeit verstarb. Zum Schutz vor der Sonne hatte er sich mit Wachs eingerieben und konnte dadurch nicht mehr schwitzen. Durch den völlig gestörten Elektrolythaushalt und die Erhitzung brach er erschöpft zusammen. Auch die Behandlung in einer Klinik konnte seinen Tod am darauffolgenden Tag nicht verhindern.

110 m Hürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (s)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Fred Kelly 15,1
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA James Wendell 15,2
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Martin Hawkins 15,3
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA John Case 15,3
5 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Kenneth Powell 15,5
DNF Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA John Nicholson

Finale: 12. Juli

Über 110 m Hürden wurden elf Vorläufe durchgeführt, bei denen lediglich zwei Teilnehmer ausschieden …
Für das Finale qualifizierten sich fünf US-Amerikaner und ein Brite. John Nicholson und James Wendell lagen bei Streckenhälfte knapp vorn, als Nicholson mit einer Hürde kollidierte und seinen Rhythmus komplett verlor. Fred Kelly überholte dann auch Wendell und wurde Olympiasieger. Seine Zeit lag eine Zehntelsekunde über dem Welt- und Olympiarekord seines Vorgängers Forrest Smithson.
Die Dominanz der US-Athleten bei Olympischen Spielen wurde hier eindrucksvoll fortgesetzt. Es war ihr dritter Dreifacherfolg in Serie. Alle Olympiasieger waren bis dahin US-Amerikaner und sie hatten dreizehn der vierzehn vergebenen Medaillen gewonnen.

4 × 100 m Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Zeit (s)
1 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien David Jacobs
Henry Macintosh
Victor d’Arcy
Willie Applegarth
42,4
2 SchwedenSchweden Schweden Ivan Möller
Charles Luther
Ture Person
Knut Lindberg
42,6
DSQ Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich Otto Röhr
Max Herrmann
Erwin Kern
Richard Rau
Der deutsche Schlussläufer Richard Rau (rechts) läuft hinter Victor d'Arcy ins Ziel, die deutsche Stafette wird aber später disqualifiziert.

Finale: 9. Juli

Die deutsche Stafette stellte im Halbfinale mit 42,3 s einen neuen Weltrekord auf, scheiterte aber im Finale an einem Wechselfehler, nachdem der deutsche Schlussläufer im Ziel etwa gleichauf mit dem britischen eingelaufen war. So wurde eine Bronzemedaille nicht vergeben werden, denn nur drei Staffeln hatten sich für das Finale qualifiziert. Schweden erhielt die Silbermedaille.

Bzgl. der Disqualifikation gab es nachträglich eine ziemliche Verwirrung. Fotos aus einer schwedischen Tageszeitung zeigten, dass der fragliche Wechsel eigentlich regulär erfolgt war. So legte die deutsche Mannschaft Protest ein, dem jedoch nicht stattgegeben wurde, da die Entscheidung dreier Kampfrichter als Tatsachenentscheidung zu akzeptieren sei.

4 × 400 m Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Zeit (min)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Mel Sheppard
Edward Lindberg
Ted Meredith
Charles Reidpath
3:16,6 WR
2 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich Charles Lelong
Robert Schurrer
Pierre Failliot
Charles Poulenard
3:20,7
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien George Nicol
Ernest Henley
James Soutter
Cyril Seedhouse
3:23,2

Finale: 15. Juli

Die siegreiche US-Staffel ging schon als haushoher Favorit ins Rennen. Startläufer Melvin Sheppard, dreifacher Olympiasieger von 1908, war Halbfinalist über 400 m, die beiden ersten über 400 m Edward Lindberg – zweiter Läufer – und Charles Reidpath – Schlussläufer – waren Teil dieser Staffel und schließlich James Meredith, der Olympiasieger über 800 m als dritter Läufer. Mit 3:16,6 min wurde hier auch ein neuer Weltrekord aufgestellt.

3000 m Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Platzziffer
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Tell Berna (1. – 8:44,6)
Norman Taber (3. – 8:45,2)
George Bonhag (5. – 8:46,6)
nicht gewertet:
Abel Kiviat (DNF)
Louis Scott (DNF)
09
2 SchwedenSchweden Schweden Thorild Olsson (2. – 8:44,6)
Ernst Wide (4. – 8:46,2)
Bror Fock (7. – 8:47,2)
nicht gewertet:
John Zander (10. – 8:48,9)
Nils Frykberg (11. – 8:49,0)
13
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien Joe Cottrill (6. – 8:46,8)
George Hutson (8. – 9:47,2)
Cyril Porter (9. – 8:48,0)
nicht gewertet:
Edward Owen (12. – k. A.)
William Moore (DNF)
23

Finale: 13. Juli

Jedes Land konnte mit bis zu fünf Teilnehmern an den Start gehen. Gewertet wurde wie in den Mannschaftsläufen der vorangegangenen Spiele die reine Platzierung der jeweils besten drei eines Landes. Diese Platzierungen wurden addiert, die Reihenfolge ergab sich aus den jeweils niedrigsten Summen.
Mit 8:36,9 min hatte Hannes Kolehmainen im Vorlauf einen neuen 3000-m-Weltrekord aufgestellt. Dennoch schieden die Finnen hier gegen die insgesamt stärkeren Läufer der USA aus.

Querfeldeinlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Querfeldeinlauf, in den englischsprachigen Ländern und heute auch bei uns als Crosslauf bezeichnet, wurde hier erstmals als olympischer Wettkampf ausgetragen. Es gab eine Einzel- und eine Mannschaftswertung. Die Disziplin stand bis einschließlich 1924 auf dem olympischen Programm und wurde danach gestrichen. Die Länge des Laufes von Stockholm wird in vielen Quellen mit ca. 8000 Metern angegeben. Dies erscheint allerdings aufgrund der erzielten Zeiten nur schwer nachvollziehbar, denn dann müssten die Teilnehmer eher über die Strecke geschlichen als gelaufen sein. Auch der Vergleich mit den Zeiten, die bei den Olympischen Spielen 1920 erzielt wurden, macht deutlich, dass die Strecke hier in Stockholm erheblich länger gewesen sein muss.

Datum: 8. Juli

Einzelwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Hannes Kolehmainen 45:11,6
2 SchwedenSchweden SWE Hjalmar Andersson 45:44,8
3 SchwedenSchweden SWE John Eke 46:37,6
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Jalmari Eskola 46:54,8
5 SchwedenSchweden SWE Josef Ternström 47:07,1
6 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Albin Stenroos 47:23,4
7 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Ville Kyrönen 47:32,0
8 Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA Leonard Richardson 47:33,5

Zunächst gab es wie über 5000 m den Zweikampf zwischen Hannes Kolehmainen und Jean Bouin. Der Franzose verlor dann etwas überraschend schon auf der Strecke den Kontakt, obwohl er eigentlich als Spezialist für solche Rennen galt. U. a. hatte er den Cross der Nationen 1911 und 1912 gewonnen. Anschließend gab Bouin auf und Kolehmainen gewann mit mehr als einer halben Minute Vorsprung seine dritte Goldmedaille bei diesen Spielen.

Mannschaftswertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Platzziffer
1 SchwedenSchweden Schweden Hjalmar Andersson (2. – 45:44,8)
John Eke (3. – 46:37,6)
Josef Ternström (5. – 47:07,1)
10
2 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland Finnland Hannes Kolehmainen (1. – 45:11,6)
Jalmari Eskola (4. – 46:54,8)
Albin Stenroos (6. – 47:23,4)
11
3 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien Frederick Hibbins (15. – 49:18,2)
Ernest Glover (16. 49:53,7)
Thomas Humphreys (18. – 50:28,0)
49
4 NorwegenNorwegen Norwegen Olaf Hovdenak (19. – 50:40,8)
Parelius Finnerud (20. – 51:16,2)
Johannes Andersen (22. – 51:47,4)
61
5 DanemarkDänemark Dänemark Lauritz Christiansen (14. – 49:06,4)
Viggo Pedersen (23. – 53:00,8)
Gerhard Topp (26. – 54:24,9)
63
o. W. Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Harry Hellawell (12. – 48:12,0)
Louis Scott (24. – 53:51,4)
Tell Berna (DNF)

Fünf von sechs Mannschaften kamen in die Wertung, die sich wie beim 3000-m-Mannschaftslauf alleine aus der Platzziffer ergab.

10.000 m Gehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Zeit (min)
1 Kanada 1868Kanada CAN George Goulding 46:28,4 WR
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Ernest Webb 46:50,4
3 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Fernando Altimani 47:37,6
4 DanemarkDänemark DEN Aage Rasmussen 48:00,0
DNF DanemarkDänemark DEN Vilhelm Gylche
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Frederick Kaiser
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR William Palmer
DSQ Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Thomas Dumbill
Sudafrika 1912Südafrikanische Union RSA Arthur St. Norman
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR William Yates

Finale: 8. Juli

Ernest Webb – 1908 in London jeweils Silber bei den beiden damaligen Gehwettbewerben – musste sich wieder mit Platz zwei abfinden. Sieger wurde der Kanadier George Goulding – 1908 Vierter über 3500-m-Gehen und damals zudem noch 22. beim Marathon.

Von den zehn angetretenen Finalteilnehmern erreichten nur vier das Ziel. Drei Geher gaben auf und drei weitere wurden unter den Argusaugen der Kampfrichter wegen unreinen Gehstils disqualifiziert.

Hochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Alma Richards 1,93 OR
2 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Hans Liesche 1,91
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA George Horine 1,89
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Egon Erickson 1,87
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Jim Thorpe 1,87
6 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Harry Grumpelt 1,85
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA John Johnstone 1,85
8 SchwedenSchweden SWE Karl-Axel Kullerstrand 1,83

Finale: 8. Juli

Eigentlicher Favorit in diesem Wettbewerb war George Horine, der im Mai als erster Springer überhaupt die 2-m-Marke überwunden hatte und so als Weltrekordler hier antrat. Er hatte einen eigenen Sprungstil, lief im Gegensatz zu allen anderen nicht von vorne, sondern von der linken Seite an und ringelte sich dann im sog. Western Roll über die Latte, während ansonsten der 'Schersprung' üblich war. Aber Horine kam nicht über 1,89 m hinaus, womit er die Bronzemedaille gewann. Vorne gab es einen Zweikampf zwischen Hans Liesche und Alma Richards. Liesche hatte im zweiten Versuch 1,91 m überquert, was Richards erst im dritten Anlauf gelang. Aber der US-Amerikaner meisterte 1,93 m, an denen Liesche dreimal scheiterte, und war Olympiasieger.

Stabhochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Harry Babcock 3,95 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Frank Nelson 3,85
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Marc Wright 3,85
4 SchwedenSchweden SWE Bertil Uggla 3,80
Kanada 1868Kanada CAN William Halpenny 3,80
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Frank Murphy 3,80
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Samuel Bellah 3,75
8 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Frank Coyle 3,65
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Gordon Dukes 3,65
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Bill Fritz 3,65

Finale: 11. Juli

Im Stabhochsprung gab es wie in manch anderer Disziplin auch eine große Dominanz der US-amerikanischen Athleten. Nur drei der elf Finalteilnehmer kamen nicht aus den USA und eigentlich waren bei einem geteilten zweiten Platz die drei Medaillen unter den USA-Springern verteilt. Aus unerfindlichen Gründen beschlossen die Organisatoren hier allerdings, an die drei Viertplatzierten jeweils eine Bronzemedaille zu vergeben. Die zahlreichen Gleichrangierungen ergeben sich u. a. daraus, dass es damals noch keine Mehrversuchsregel gab.
Unter den Teilnehmern befand sich der erste vier-Meter-Springer der Geschichte. Marc Wright hatte im Juni 2012 den Weltrekord auf 4,02 m verbessert. Er gewann hier zusammen mit Frank Nelson die Silbermedaille nach übersprungenen 3,85 m. Gold ging mit 3,95 m an Harry Babcock.
Die qualitative Weiterentwicklung des Stabhochsprungs wird auch daraus deutlich, dass noch der Siebtplatzierte den bisherigen Olympischen Rekord von 3,71 m – erzielt in London 1908 – übertraf.

Weitsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Albert Gutterson 7,60 OR
2 Kanada 1868Kanada CAN Calvin Bricker 7,21
3 SchwedenSchweden SWE Georg Åberg 7,18
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Harry Worthington 7,03
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Eugene Mercer 6,97
6 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Fred Allen 6,94
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Jim Thorpe 6,89
8 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Robert Pasemann 6,82

Finale: 13. Juli

Gesprungen wurde zunächst in drei Gruppen, Vorkämpfe gab es nicht. Die drei Besten hatten anschließend je drei weitere Versuche. Olympiasieger Albert Gutterson gelangen gleich im ersten Durchgang 7,60 m und blieb damit nur einen Zentimeter unter dem Weltrekord des Iren Peter O’Connor, dessen Rekordleistung allerdings erst später anerkannt wurde. Gutterson konnte sich nicht mehr weiter verbessern, hätte aber auch mit seinen beiden nächstbesten Versuchen – 7,48 m und 7,25 m – olympisches Gold gewonnen.

Dreisprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 SchwedenSchweden SWE Gustaf Lindblom 14,76
2 SchwedenSchweden SWE Georg Åberg 14,51
3 SchwedenSchweden SWE Erik Almlöf 14,17
4 NorwegenNorwegen NOR Erling Vinne 14,14
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Platt Adams 14,09
6 NorwegenNorwegen NOR Edvard Larsen 14,06
7 SchwedenSchweden SWE Hjalmar Ohlsson 14,01
8 NorwegenNorwegen NOR Nils Fixdal 13,96

Finale: 15. Juli

Dies war die Disziplin der Athleten aus dem Gastgeberland. Die Hälfte der ersten zehn waren Schweden, drei weitere Springer kamen aus Norwegen. Alle drei Medaillen blieben in Schweden. Aber Tim Ahearnes Olympischer Rekord von 1908 mit 14,92 m und erst recht Dan Ahearns Weltrekord über 15,52 m – Dan Ahearn und Tim Ahearne waren trotz hier unterschiedlicher Schreibweise Brüder – blieben unangetastet.

Standhochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Höhe (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Platt Adams 1,63
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ben Adams 1,60
3 Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik GRE Konstantinos Tsiklitiras 1,55
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Richard Byrd 1,50
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Leo Goehring 1,50
SchwedenSchweden SWE Edvard Möller 1,50

Finale: 13. Juli

Ray Ewry, der bei den vorangegangenen Spiele die Standsprungwettbewerbe beherrscht hatte, war vom aktiven Leistungssport zurückgetreten. Sein Olympischer Rekord wurde hier nicht erreicht. Seine Nachfolger waren die Brüder Platt und Ben Adams, die hier die Gold- und Silbermedaille gewannen. Konstantinos Tsiklitiras – in London 1908 bereits Zweiter – errang Bronze.

Der Hochsprung aus dem Stand wurde letztmals ausgetragen.

Standweitsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik GRE Konstantinos Tsiklitiras 3,37
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Platt Adams 3,36
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ben Adams 3,28
4 SchwedenSchweden SWE Gustaf Malmsten 3,20
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Leo Goehring 3,14
6 SchwedenSchweden SWE Edvard Möller 3,14
7 Ungarn 1867Ungarn HUN András Baronyi 3,13
8 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Richard Byrd 3,12

8. Juli

Ray Ewry, der bei den vorangegangenen Spiele die Standsprungwettbewerbe beherrscht hatte, war vom aktiven Leistungssport zurückgetreten. Sein Olympischer Rekord wurde hier nicht erreicht. Wie im Standhochsprung gewannen die Brüder Platt und Ben Adams jeweils eine Medaille, für Platt wurde es Silber, für Ben Bronze. Konstantinos Tsiklitiras – in London 1908 bereits Zweiter – holte sich hier die Goldmedaille.

Der Weitsprung aus dem Stand wurde letztmals ausgetragen.

Kugelstoßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Pat McDonald 15,34 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ralph Rose 15,25
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Lawrence Whitney 13,93
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Elmer Niklander 13,65
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA George Philbrook 13,13
6 Ungarn 1867Ungarn HUN Imre Mudin 12,81
7 SchwedenSchweden SWE Einar Nilsson 12,62
8 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Patrick Quinn 12,53

Finale: 10. Juli

Im Kugelstoßen gab es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, vorne die beiden US-Amerikaner Pat McDonald und Ralph Rose, dahinter der Rest des Feldes. Bis zum dritten Durchgang führte der Olympiasieger von 1908 Rose mit zunächst 14,98 m und dann 15,25 m. Rose hielt mit 15,54 m auch den Weltrekord. Doch mit seinem vierten Versuch übertraf ihn McDonald, dem hier 15,34 m gelangen. Pat McDonald blieb dem aktiven Sport noch über mehr als zwei Jahrzehnte treu, seine letzte amerikanische Meisterschaft gewann er 1933 im Gewichtwurf im Alter von 46 Jahren.

Kugelstoßen beidarmig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Teilweiten (m) Endweite (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ralph Rose 15,23 / 12,47 27,70 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Pat McDonald 15,08 / 12,45 27,53
3 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Elmer Niklander 14,71 / 12,43 27,14
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Lawrence Whitney 13,48 / 10,61 24,09
5 SchwedenSchweden SWE Einar Nilsson 12,52 / 10,85 23,37
6 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Paavo Aho 12,72 / 10,58 23,30
7 Osmanisches Reich 1844Osmanisches Reich TUR Megerdich Magherian 10,85 / 8,93 19,78

11. Juli

Wie beim beidarmigen Diskus- und Speerwerfen hatten die Teilnehmer je drei Versuche mit der linken und der rechten Hand. Das Endresultat der Vorrunde errechnete sich durch Addition der jeweils besten Weiten. Die besten drei Stoßer absolvierten danach weitere drei Versuche pro Hand zur Ermittlung der Medaillenränge, wobei die Ergebnisse des ersten Durchganges berücksichtigt wurden.

Im beidarmigen Stoßen steigerte sich der Finne Elmer Niklander deutlich. Aber auch hier dominierten die beiden US-Amerikaner Pat McDonald und Ralph Rose – nun allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Rose siegte vor McDonald.

Der Wettbewerb war nur ein einziges Mal Teil des olympischen Programms.

Diskuswurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Armas Taipale 45,21 OR
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Richard Byrd 42,32
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA James Duncan 42,28
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Elmer Niklander 42,09
5 Osterreich KaisertumKaisertum Österreich AUT Hans Tronner 41,24
6 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Arlie Mucks 40,93
7 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA George Philbrook 40,92
8 SchwedenSchweden SWE Emil Magnusson 39,91

Finale: 12. Juli

Armas Taipale trat hier mit einer neuen Wurftechnik auf. Als erster setzte er Beine und Hüfte bei Drehung und Abwurf intensiv mit ein und lag mit seiner Weite deutlich vor seinen Konkurrenten. James Duncan, Weltrekordler mit 47,58 m, musste sich mit der Bronzemedaille zufriedengeben. Richard Byrd übertraf ihn um vier Zentimeter.

Diskuswurf beidarmig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Teilweiten (m) Endweite (m)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Armas Taipale 44,68 / 38,18 82,86 OR
2 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Elmer Niklander 44,68 / 38,18 77,96
3 SchwedenSchweden SWE Emil Magnusson 40,58 / 36,79 77,37
4 SchwedenSchweden SWE Einar Nilsson 40,99 / 30,51 71,40
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA James Duncan 39,78 / 31,35 71,13
6 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Emil Muller 39,93 / 29,73 69,56
7 SchwedenSchweden SWE Folke Fleetwood 36,95 / 31,27 68,22
8 SchwedenSchweden SWE Carl Johan Lind 34,20 / 33,82 68,02

13. Juli

Wie beim beidarmigen Kugelstoßen und Speerwerfen hatten die Teilnehmer je drei Versuche mit dem linken und dem rechten Arm. Das Endresultat der Vorrunde errechnete sich durch Addition der jeweils besten Weiten. Die besten drei Werfer absolvierten danach weitere drei Versuche pro Arm zur Ermittlung der Medaillenränge, wobei die Ergebnisse des ersten Durchganges berücksichtigt wurden.

Auch in diesem Wettbewerb beherrschte der Finne Armas Taipale die Konkurrenz und erzielte mit beiden Armen die jeweils beste Weite. Hier gab es sogar einen finnischen Doppelsieg, Elmer Niklander, der Vierte des bestarmigen Diskuswerfens gewann Silber und da der Schwede Emil Magnusson Dritter wurde, gingen die US-Sportler hier einmal ohne Medaillen aus dem Ring.

Der Wettbewerb war nur ein einziges Mal Teil des olympischen Programms.

Hammerwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Matt McGrath 54,74 OR
2 Kanada 1868Kanada CAN Duncan Gillis 48,39
3 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Clarence Childs 48,17
4 SchwedenSchweden SWE Robert Olsson 46,50
5 SchwedenSchweden SWE Carl Johan Lind 45,61
6 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Denis Carey 43,78
7 SchwedenSchweden SWE Nils Linde 43,32
8 SchwedenSchweden SWE Carl Jahnzon 42,58
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Ralph Rose 42,58

Finale: 14. Juli

Überragender Werfer dieser Konkurrenz war der Olympiazweite von 1908 Matthew McGrath. Mit Olympischem Rekord und mehr als sechs Metern Vorsprung vor seinen Gegnern gewann er die Goldmedaille im für einen Leistunhgssportler schon etwas fortgeschrittenem Alter von 35 Jahren.

Speerwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Weite (m)
1 SchwedenSchweden SWE Eric Lemming 60,64 OR
2 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Juho Saaristo 58,66
3 Ungarn 1867Ungarn HUN Mór Kóczán 55,50
4 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Juho Halme 54,65
5 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Väinö Siikaniemi 52,43
6 SchwedenSchweden SWE Richard Åbrink 52,20
7 NorwegenNorwegen NOR Arne Halse 51,98
8 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Jonni Myyrä 51,33

Datum: 6. Juli

Im Speerwerfen kam es zu einem Zweikampf zwischen dem finnischen Weltrekordler Juho Saaristo, der im Juni 2012 die Weltrekord-Weite von 61,45 m erzielt hatte, und dem schwedischen Olympiasieger von 1908 Eric Lemming, dessen Jahresbestleistung vor diesen Olympischen Spielen auf 57,45 m stand. Doch im Gegensatz zu Saaristo konnte sich Lemming steigern und wurde mit dem Olympischen Rekord von 60,64 m Olympiasieger vor Saaristo, der sehr gute 58,66 m erzielte.
Eric Lemmings Olympiageschichte hatte bereits bei den 1900 in Paris begonnen, wo er Vierter im Stabhochsprung und Fünfter im Hochsprung geworden war. Bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 hatte Lemming die beiden neu eingeführten Wettbewerbe im Speerwerfen (Mittelgriff / freier Griff) – damals noch als 'Gerwerfen' bezeichnet – gewonnen, was er bei den Olympischen Spielen 1908 wiederholt hatte.

Speerwurf (beidarmig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Teilweiten (m) Endweite (m)
1 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Juho Saaristo 61,00 OR / 48,42 109,42 OR
2 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Väinö Siikaniemi 54,09 / 47,04 101,13
3 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Urho Peltonen 53,58 / 46,66 100,24
4 SchwedenSchweden SWE Eric Lemming 58,33 / 40,26 098,59
5 NorwegenNorwegen NOR Arne Halse 55,05 / 41,87 096,92
6 SchwedenSchweden SWE Richard Åbrink 50,04 / 43,08 093,12
7 NorwegenNorwegen NOR Daniel Johansen 48,78 / 44,04 092,82
8 SchwedenSchweden SWE Otto Nilsson 50,21 / 38,69 088,90

Datum: 9. Juli

Wie beim beidarmigen Kugelstoßen und Diskuswerfen hatten die Teilnehmer je drei Versuche mit dem linken und dem rechten Arm. Das Endresultat der Vorrunde errechnete sich durch Addition der jeweils besten Weiten. Die besten drei Werfer absolvierten danach weitere drei Versuche pro Arm zur Ermittlung der Medaillenränge, wobei die Ergebnisse des ersten Durchganges berücksichtigt wurden.

Im beidarmigen Speerwurf konnte Juho Saaristo die Reihenfolge zu seinen Gunsten wenden. Er gewann mit einem haushohen Vorsprung und verbesserte beim Wurf mit seinem besten Arm den Olympischen Rekord im Speerwerfen auf glatte 61 Meter

Der Wettbewerb war nur ein einziges Mal Teil des olympischen Programms.

Fünfkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet Platzziffer
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Jim Thorpe 07
NorwegenNorwegen NOR Ferdinand Bie 21
2 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA James Donahue 29
3 Kanada 1868Kanada CAN Frank Lukeman 29
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Austin Menaul 30
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Avery Brundage 31
6 SchwedenSchweden SWE Hugo Wieslander 32

Datum: 7. Juli

26 Sportler nahmen den Wettkampf auf. Der Fünfkampf bestand aus den Disziplinen Weitsprung, Speerwurf, 200-Meter-Lauf, Diskuswurf und 1500-Meter-Lauf. Zur vierten Disziplin wurden die bis dahin 21 Besten zugelassen, zur fünften nur noch die sieben Besten. Die Punktwertung bestand aus der Addition der jeweiligen Platzierungen des Sportlers in den verschiedenen Disziplinen. Bei Gleichstand entschied die Punktezahl der Zehnkampftabelle über die Platzierung. So erhielt James Donahue (3475,865 P) die Silbermedaille vor Frank Lukeman (3396,975 P).

Der ursprüngliche Olympiasieger Jim Thorpe wurde 1913 vom IOC disqualifiziert, weil er bei einem Baseballspiel gegen die Amateurregeln verstoßen hatte. Diese Disqualifikation wurde vom IOC im Jahre 1982 für nichtig befunden und Thorpe wurde zum gemeinsamen Olympiasieger mit Ferdinand Bie erklärt. Seine Kinder erhielten 1983 stellvertretend für den 1953 verstorbenen Sportler Nachbildungen der Goldmedaille.

Zehnkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athlet P – offiz. Wert. P − 85er Wert.
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Jim Thorpe 8412,955 WR 6564
SchwedenSchweden SWE Hugo Wieslander 7724,495 5966
2 SchwedenSchweden SWE Charles Lomberg 7413,510 5722
3 SchwedenSchweden SWE Gösta Holmér 7347,855 5768
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA James Donahue 7083,450 5701
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA Eugene Mercer 7074,995 5825
6 Finnland Großfurstentum 1883Großfürstentum Finnland FIN Valdemar Wickholm 7058,795 5613
7 SchwedenSchweden SWE Erik Kugelberg 6758,780 5345
8 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Karl Halt 6682,445 5286

Datum: 13. bis 15. Juli

Die Disziplinen des Zehnkampfs und ihre Reihenfolge waren damals bereits dieselben wie heute. Allerdings wurde der Wettkampf auf drei Tage verteilt. Jim Thorpe war wie schon im Fünfkampf der klar dominierende Athlet. Mit 8412,955 Punkten stellte er einen neuen Weltrekord auf. Die damalige Wertung basierte auf den Olympischen Rekorden, die als Ausgangswert bei 1000 Punkten lag. Nach der heute gültigen Tabelle von 1985 hat Thorpe umgerechnet 6564 Punkte erzielt.

Der ursprüngliche Olympiasieger Jim Thorpe wurde 1913 vom IOC disqualifiziert, weil er bei einem Baseballspiel gegen die Amateurregeln verstoßen hatte. Diese Disqualifikation wurde vom IOC im Jahre 1982 für nichtig befunden und Thorpe wurde zum gemeinsamen Olympiasieger mit Hugo Wieslander erklärt. Seine Kinder erhielten 1983 stellvertretend für den 1953 verstorbenen Sportler Nachbildungen der Goldmedaille.

Zur besseren Einordnung der Leistung sind die nach heutigem Wertungssystem umgerechneten Punktzahlen mit angegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der Olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]