Ortigosa de Cameros

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Gemeinde Ortigosa de Cameros
Ortigosa de Cameros – Ortsansicht
Ortigosa de Cameros – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Ortigosa de Cameros (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Provinz: La Rioja
Comarca: Camero Nuevo
Koordinaten 42° 11′ N, 2° 42′ WKoordinaten: 42° 11′ N, 2° 42′ W
Höhe: 1070 msnm
Fläche: 33,02 km²
Einwohner: 246 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 7,45 Einw./km²
Postleitzahl: 26124
Gemeindenummer (INE): 26112 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ortigosa de Cameros

Ortigosa de Cameros ist ein Bergort und eine zur bevölkerungsarmen Region der Serranía Celtibérica gehörende Gemeinde (municipio) mit nur noch 246 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der Autonomen Gemeinschaft La Rioja im Norden Spaniens.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ortigosa de Cameros liegt an einem westlichen Zufluss des Río Iregua ca. 48 km (Fahrtstrecke) südwestlich der Provinzhauptstadt Logroño in einer Höhe von ca. 1070 m. Soria, die Hauptstadt der südlich an die Rioja angrenzenden altkastilischen Provinz, befindet sich ca. 64 km südöstlich. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 655 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winterhalbjahr.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 1.072 994 958 316 246[3]

Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner seit der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich zurückgegangen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde war jahrhundertelang zum Zweck der Selbstversorgung landwirtschaftlich orientiert, wobei die Viehwirtschaft (Milch, Käse, Fleisch) im Vordergrund stand. Heute werden vor allem im Sommerhalbjahr Ferienwohnungen (casas rurales) vermietet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keltiberische, römische, westgotische und selbst islamisch-maurische Siedlungsspuren wurden auf dem Gemeindegebiet nicht entdeckt. Das hochgelegene Gebiet diente jahrhundertelang als Sommerweide für Schafe und Ziegen. Eine militärische Rückeroberung (reconquista) durch die Christen fand wohl nicht statt, doch wurde der Platz im Rahmen der Repoblación allmählich besiedelt. Im Mittelalter war die Region zwischen den Königreichen Kastilien und Königreich Navarra umstritten. Seit dem 13./14. Jahrhundert gehörte das Gebiet der Tierra de Cameros zum Besitz des Hauses Lara, also zu Kastilien. Nach der Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1811 kam es zur Provinz Soria und erst im Jahr 1833 zur neugeschaffenen Provinz Logroño, aus der später die Region La Rioja hervorging.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casa Grande
  • Die Iglesia de San Martín ist ein Bauwerk des 16. Jahrhunderts mit geringfügigen Hinzufügungen des 18. Jahrhunderts. Die rippengewölbte Kirche ist zweischiffig mit jeweils drei Jochen; die Apsis schließt flach. Der spätbarocke Altarretabel (retablo) beinhaltet eine Schnitzfigur der Anna selbdritt.[5]
  • Die um dieselbe Zeit erbaute Iglesia de San Miguel verfügt noch über ein schmuckloses romanisches Portal aus dem Vorgängerbau.[6]
  • Die Casa Grande ist ein repräsentativer ursprünglich zwei-, später dreigeschossiger Renaissance-Bau eines ehemaligen Großgrundbesitzers und Viehzüchters mit einem von einer Fächerrosette überfangenem Fenster, welches auf eine Bauzeit in der Mitte des 16. Jahrhunderts verweist.[7]
  • Die gepflasterten Gassen des Bergorts sind begleitet von teils steinsichtigen und teils verputzten Häusern.[8]
  • Das im Jahr 1924 fertiggestellte ca. 90 m lange und 40 m hohe Stahlbeton-Viadukt (Puente de Hormigón) zeigt deutliche Bauschäden.[9]
Umgebung
  • Eine weitere Eisenbrücke (Puente de Hierro) aus dem Jahr 1910 war zu ihrer Bauzeit eine der längsten (56 m) und höchsten (54 m) Brücken Spaniens.[10]
  • Ca. 500 m nordöstlich Ortes befinden sich mehrere imposante Tropfsteinhöhlen, von denen zwei besichtigt werden können.
  • An einem Feldrand steht ein ca. 2 m hoher Grenzstein, der seinerzeit die Grenze zwischen Kastilien und der Rioja markierte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ortigosa de Cameros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Ortigosa de Cameros – Klimatabellen
  3. Ortigosa de Cameros – Bevölkerungsentwicklung
  4. Ortigosa de Cameros – Geschichte und Sehenswürdigkeiten
  5. Ortigosa de Cameros – Kirche San Martín
  6. Ortigosa de Cameros – Kirche San Miguel
  7. Ortigosa de Cameros – Casa Grande
  8. Ortigosa de Cameros – Ortsbild
  9. Ortigosa de Cameros – Stahlbeton-Viadukt
  10. Ortigosa de Cameros – Eisenbrücke