Agoncillo (La Rioja)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gemeinde Agoncillo
Agoncillo – Ortsansicht mit Burg (castillo) und Kirche (iglesia)
Agoncillo – Ortsansicht mit Burg (castillo) und Kirche (iglesia)
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Agoncillo
Agoncillo (La Rioja) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Comarca: Logroño
Koordinaten 42° 27′ N, 2° 17′ WKoordinaten: 42° 27′ N, 2° 17′ W
Höhe: 350 msnm
Fläche: 34,73 km²
Einwohner: 1.105 (1. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 31,82 Einw./km²
Postleitzahl: 26160
Gemeindenummer (INE): 26002 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Agoncillo
Agoncillo – Castillo de Aguas Mansas
Agoncillo – Abendmahlsszene im Hochaltar

Agoncillo ist ein Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 1.105 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) in der Autonomen Gemeinschaft La Rioja im Norden Spaniens.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Agoncillo liegt im Ebro-Tal nahe der Einmündung des Río Leza in den Ebro gut 14 km (Fahrtstrecke) östlich der Provinzhauptstadt Logroño in einer Höhe von ca. 350 m. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 485 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 715 930 1.981 875 1.105[3]

Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Einwohnerzahl des Orts in den 1980er Jahren deutlich zurückgegangen (Landflucht), doch nach der Ansiedlung eine Niederlassung der Würth-Gruppe und dem Ausbau des Flughafens Logroño wieder gewachsen. Zur Gemeinde gehört auch der Ort Recajo.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde war jahrhundertelang zum Zweck der Selbstversorgung landwirtschaftlich orientiert, wobei die Viehwirtschaft (Milch, Käse, Fleisch) im Vordergrund stand; aus der Schafwolle wurden Weberzeugnisse hergestellt, die auch getauscht oder auf den Märkten von Logroño verkauft werden konnten. Aber auch Obst, Gemüse und Getreide wurden angebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert waren zahlreiche Webereien hier ansässig. Heute spielt der auf dem Gemeindegebiet liegende und im Jahr 2003 eröffnete Flughafen Logroño eine gewisse wirtschaftliche Rolle; das deutsche Technikunternehmen Würth hat hier eine Niederlassung. Die Gemeinde gehört überdies zum Weinbaugebiet der Rioja Baja.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Ort im Ebro-Tal, also an einem bereits in der Antike vielgenutzten Handelsweg liegt, fehlen – mit Ausnahme zweier römischer Säulenstümpfe und eines Brückenrests – keltiberische, römische, westgotische und selbst islamisch-maurische Siedlungsspuren auf dem Gemeindegebiet. Auch von einer militärischen Rückeroberung (reconquista) des Gebiets durch die Christen ist nichts bekannt, doch wurde der Platz im Rahmen der Repoblación allmählich besiedelt. Im Mittelalter war die Region zeitweise zwischen den Königreichen Kastilien und Navarra umstritten. Der Ort gehörte zur Grundherrschaft der Señores de Cameros, deren Geschlecht aber im Jahr 1332 ausstarb. Im Jahr 1337 erwarb Rodrigo Alfonso de Medrano, ein Offizier der Armbrustschützen (ballesteros) im Heer Alfons XI. von Kastilien den Ort mitsamt seiner Burg. Im 18. Jahrhundert erlebte Agoncillo wegen seiner Textilproduktion einen deutlichen Aufschwung. Nach der Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1811 gehörte das Gebiet zur Provinz Soria und kam erst im Jahr 1833 zur neugeschaffenen Provinz Logroño, aus der später die Region La Rioja hervorging.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das am Ortsrand stehende und möglicherweise an der Stelle eines römischen Wachturms stehende Castillo de Aguas Mansas ist ein viertümiger Wehrbau mit Wassergraben (foso) aus dem 13./14. Jahrhundert mit einem vergleichsweise kleinen Innenhof. Die drei kleineren Türme haben steinerne Wehrgänge (matacánes), wohingegen die hölzernen Wehrgänge des größeren und älteren Bergfrieds (torre del homenaje) verschwunden sind. Die Burg wurde in den 1990er Jahren restauriert.[4][5]
  • Die einschiffige Iglesia de Nuestra Señora la Blanca wurde im Jahr 1536 fertiggestellt; spätere Kapellenanbauten sowie der Anbau eines Glockenturms (campanario) mit Laterne führten zum heutigen Bild. Größter Schatz der Kirche ist der mit zahlreichen Schnitzfiguren bestückte Hochaltar (retablo).[6]
Umgebung
  • Ca. 4 km südöstlich des Ortes befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Produktionsstätte das der modernen Kunst gewidmete Museo Würth.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agoncillo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Agoncillo – Klimatabellen
  3. Agoncillo – Bevölkerungsentwicklung
  4. Agoncillo – Burg
  5. Agoncillo – Burg
  6. Agoncillo – Kirche
  7. Agoncillo – Kunst bei Würth