Parlamentswahl in der Türkei 2002

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Ergebnis (in %)
 %
50
40
30
20
10
0
34,3
(n. k.)
19,4
(+10,7)
9,5
(-2,5)
8,4
(-9,6)
7,3
(n. k.)
6,2
(+1,4)
5,1
(-8,1)
2,5
(n. k.)
7,3
(-36,0)
1999

2002

Sitzverteilung
   
Von 550 Sitzen entfallen auf:
  • CHP: 178
  • Unabh.: 9
  • AKP: 363

Die Wahl zur 22. Großen Nationalversammlung der Türkei fand am 3. November 2002 statt. Gewählt wurden die 550 Abgeordneten des nationalen Parlaments. Die Wahl war geprägt von der 10-Prozent-Hürde. Wer eine kleine Partei wählen mochte, musste befürchten, dass seine Stimme verfällt. Viele Wähler wählten deshalb eine andere Partei als sie ohne Klausel wählen würden.

Die AKP erhielt 34,4 Prozent der Stimmen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) erhielt 19,4 Prozent der Stimmen. Die Partei der Demokratischen Linken (DSP) erhielt 2,5 Prozent der Stimmen (nach 22,2 % 1999) und die Mutterlandspartei (ANAP) 5,1 Prozent (nach 13,2 % 1999). Die Partei der Nationalistischen Aktion (MHP) erhielt 8,4 Prozent (nach 18,0 1999).[1]

Die 365 der 550 Sitze entsprachen 66,36 Prozent; damit verfehlte die AKP eine Zweidrittelmehrheit (=> nötig für Verfassungsänderungen) um zwei Sitze.

Teilnehmende Parteien[Bearbeiten]

Zur Wahl traten 18 verschiedene Parteien an:

Logo Partei Ausrichtung
AKP.svg Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) islamisch-konservativ
Chp-logo.svg Republikanische Volkspartei (CHP) kemalistisch
Dyplogo.gif Partei des Rechten Weges (DYP) konservativ
MHP flag.svg Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) rechtsextrem
Genç Parti.svg Junge Partei (GP) nationalistisch
Demokratische Volkspartei (DEHAP) nationalistisch
ANAVATAN.svg Mutterlandspartei (ANAP) liberal-konservativ
Saadet parti amblem.png Partei der Glückseligkeit (SP) islamistisch
DSP Logo.svg Demokratische Linkspartei (DSP) sozialdemokratisch
Neue Türkische Partei (YTP) sozialdemokratisch
Büyük Birlik Partisi.svg Partei der Großen Einheit (BBP) islamisch-nationalistisch
Heimat-Partei (YURT-P) konservativ
İşçi Partisi.jpg Arbeiterpartei (İP) sozialistisch
Logo BTP.svg Partei der unabhängigen Türkei (BTP) nationalistisch
Logo Özgürlük ve Dayanışma Partisi.svg Partei der Freiheit und Solidarität (ÖDP) sozialistisch
Logo LDP.svg Liberaldemokratische Partei (LDP) liberal
Millet Partisi.png Volkspartei (MP) nationalistisch
TKP Logo.svg Kommunistische Partei der Türkei (TKP) kommunistisch

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Gewinner nach Provinzen
Gewinner nach Landkreisen
Ergebnis der Parlamentswahl in der Türkei 2002
Partei Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) 10.808.229 34,28 Neu 363 Neu
Republikanische Volkspartei (CHP) 6.113.352 19,39 +10,68 178 +178
Partei des Rechten Weges (DYP) 3.008.942 9,54 −2,47 0 −85
Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) 2.635.787 8,36 −9,62 0 −129
Junge Partei (GP) 2.285.598 7,25 Neu 0 Neu
Demokratische Volkspartei (DEHAP) 1.960.660 6,22 Neu 0 Neu
Mutterlandspartei (ANAP) 1.618.465 5,13 −8,09 0 −86
Partei der Glückseligkeit (SP) 785.489 2,49 Neu 0 Neu
Demokratische Linkspartei (DSP) 384.009 1,22 −20,97 0 −136
Neue Türkische Partei (YTP) 363.869 1,15 Neu 0 Neu
Partei der Großen Einheit (BBP) 322.093 1,02 −0,44 0 ±0
Unabhängige 314.251 1,00 +0,13 9 +6
Heimat-Partei (YURT-P) 294.909 0,94 Neu 0 Neu
Arbeiterpartei (İP) 159.843 0,51 +0,33 0 ±0
Partei der unabhängigen Türkei (BTP) 150.482 0,48 Neu 0 Neu
Partei der Freiheit und Solidarität (ÖDP) 106.023 0,34 −0,46 0 ±0
Liberaldemokratische Partei (LDP) 89.331 0,28 −0,13 0 ±0
Volkspartei (MP) 68.271 0,22 −0,03 0 ±0
Kommunistische Partei der Türkei (TKP) 59.180 0,19 Neu 0 Neu
Gesamt 31.528.783 100,00 550
Gültige Stimmen 31.528.783 96,21 +0,72
Ungültige Stimmen 1.239.378 3,79 −0,72
Wahlbeteiligung 32.768.161 79,14 −7,95
Nichtwähler 8.638.866 20,86 +7,95
Registrierte Wähler 41.407.027
Quelle: Hoher Wahlausschuss[2][3]

Auswirkungen[Bearbeiten]

Wegen der hohen Sperrklausel von 10 % schafften es nur die AKP und die CHP als Parteien ins Parlament. Somit waren nur knapp 60 Prozent der Wähler im Parlament vertreten. Die AKP gewann 365 der 550 Sitze und bildete alleine unter Abdullah Gül eine Regierung. Alle Parteien der ehemaligen Koalitionsregierung scheiterten.

Recep Tayyip Erdoğan konnte wegen seiner Verurteilung nicht an der Wahl teilnehmen. Doch durch eine Verfassungsänderung und die Annullierung der Wahl in der Provinz Siirt konnte er nachträglich als Abgeordneter der Provinz Siirt ins Parlament einziehen. So löste er 2003 Abdullah Gül als Regierungschef ab.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NTV
  2. Offizielles Ergebnis der Parlamentswahl 2002 (Stimmen) Hoher Wahlausschuss, PDF-Datei (türkisch)
  3. Offizielles Ergebnis der Parlamentswahl 2002 (Sitzverteilung) Hoher Wahlausschuss, PDF-Datei (türkisch)

Weblinks[Bearbeiten]