Pasching

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pasching (Begriffsklärung) aufgeführt.
Pasching
Wappen von Pasching
Pasching (Österreich)
Pasching
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Linz-Land
Kfz-Kennzeichen: LL
Fläche: 12,47 km²
Koordinaten: 48° 16′ N, 14° 12′ O48.25888888888914.202777777778295Koordinaten: 48° 15′ 32″ N, 14° 12′ 10″ O
Höhe: 295 m ü. A.
Einwohner: 6.655 (1. Jän. 2013)
Bevölkerungsdichte: 534 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4061
Vorwahl: 07221, 07229
Gemeindekennziffer: 4 10 17
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Leondinger Straße 10
4061 Pasching
Website: www.pasching.at
Politik
Bürgermeister: Peter Mair (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(31 Mitglieder)
14 SPÖ, 7 ÖVP,
4 Liste Böhm, 3 FPÖ, 1 Grüne, 1 Liste Kainz, 1 Liste Blume,
Lage der Marktgemeinde Pasching im Bezirk Linz-Land
Ansfelden Asten Eggendorf im Traunkreis Enns Hargelsberg Hofkirchen im Traunkreis Hörsching Kematen an der Krems Kirchberg-Thening Kronstorf Leonding Neuhofen an der Krems Niederneukirchen Oftering Pasching Piberbach Pucking St. Florian (Linz-Land) St. Marien Traun (Stadt) Wilhering Allhaming Linz OberösterreichLage der Gemeinde Pasching im Bezirk Linz-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Pasching, gotische Pfarrkirche
Pasching, gotische Pfarrkirche
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Pasching ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Linz-Land im Zentralraum mit 6655 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Traun. Die Gemeinde Pasching ist ein wirtschaftliches Zentrum des Bezirkes Linz-Land geworden.

Geografie[Bearbeiten]

Pasching liegt auf 295 m Höhe im oberösterreichischen Zentralraum, am Südwestrand von Linz. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,8 km, von West nach Ost 4,6 km. Die Gesamtfläche beträgt 12,5 km². 5,6 % der Fläche sind bewaldet, 74,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Durch das Gemeindegebiet fließen der Krumbach bzw. Paschinger Bach (Thurnharting und Pasching-Ort) und der Grundbach (Aistenthal).

Ortsteile[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde sind: Aistenthal, Langholzfeld, Pasching, Thurnharting, Wagram.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet ist seit der Frühzeit besiedelt.[1]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Die Gemeindeteile Langholzfeld und Wagram wurden zwischen 1950 und 1965 zumeist von Heimatvertriebenen (aus Batschka, Banat, Siebenbürgen sowie Böhmen und Mähren) besiedelt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 942
1880 1023
1890 1118
1900 1082
1910 1110
1923 1203
1934 1408
1939 1372
1951 1700
1961 4748
1971 6081
1981 6325
1991 6062
2001 6123
2007 7055
2012 [2] 7114

Der sprunghafte Anstieg der Bevölkerung zwischen 1951 und 1971 ist insbesondere mit der Ansiedelung von Heimatvertriebenen (Batschka, Banat, Siebenbürgen, Böhmen und Mähren) in den Gemeindeteilen Langholzfeld und Wagram im Süden der Gemeinde zu erklären. Seit damals hält sich die Einwohnerzahl relativ konstant bei knapp über 6000. Durch die Erweiterung des Siedlungsgebietes Thurnharting im Norden Paschings wird in den nächsten Jahren die Einwohnerzahl von Pasching steigen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 31 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 14 SPÖ – stellt den Bürgermeister
  • 7 ÖVP
  • 4 Liste Fritz Böhm - wir sind keiner Partei verpflichtet
  • 3 FPÖ
  • 1 Grüne
  • 1 Bürgerliste für Menschen, Umwelt und Entwicklung (BLUME)
  • 1 Liste Kainz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Peter Mair (SPÖ). Er wurde in einer Stichwahl am 8. Juli 2007 mit 58 % der Stimmen gegen Franz Eßbichl (ÖVP) gewählt[3]. In der Wahl vom 1. Juli 2007 hatte er zwar die relative, nicht aber die absolute Mehrheit erringen können. Bei der Bürgermeisterwahl im September 2009 wurde er im ersten Wahlgang mit 51,63 % im Amt bestätigt.

Die Neuwahl 2007 war notwendig geworden, nachdem der frühere Bürgermeister Fritz Böhm (SPÖ) am 5. April 2007 nach 17 Jahren aufgrund einer Affäre um sein Gehalt vom Amt zurückgetreten war.[4] Interimistischer Bürgermeister von April bis Juli 2007 war Werner Ebenbichler (SPÖ).

Gemeindevorstand[Bearbeiten]

In der Periode von 2009 bis 2015 sind im Gemeindevorstand:

  • Peter Mair (Bürgermeister, SPÖ)
  • Werner Ebenbichler (1. Vizebürgermeister, SPÖ)
  • Markus Hofko (2. Vizebürgermeister, ÖVP)
  • Anton Killinger (Gemeindevorstand, SPÖ)
  • Josef Lehner (Gemeindevorstand, ÖVP)
  • Franz Waltenberger (Gemeindevorstand, SPÖ)
  • Fritz Böhm (Gemeindevorstand, Liste BÖHM)

Wahlen 2009[Bearbeiten]

Der Ex-Bürgermeister Fritz Böhm trat mit einer eigenen Liste (Liste Fritz Böhm – Wir sind keiner Partei verpflichtet) bei der Paschinger Gemeinderatswahl im September 2009 an. Sein erklärtes Ziel war der Bürgermeistersessel und die relative Mehrheit im Gemeinderat. Außerdem trat Hans Schwerer, Prokurist einer Leondinger Firma, mit der den Grünen nahestehenden „Bürgerliste für Umwelt, Mensch, Entwicklung“ (BLUME) erstmals an.

Insgesamt traten also folgende sieben Parteien und Listen an: SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, Liste Kainz, Liste Böhm und BLUME.

Ergebnis der Gemeinderatswahl 2009[Bearbeiten]

  • SPÖ: 42,9 %; 14 Sitze (-4)
  • ÖVP: 23,1 %; 7 Sitze (-1)
  • Liste Böhm: 12,2 %; 4 Sitze (n.k.)
  • FPÖ: 10,6 %; 3 Sitze (+2)
  • Grüne: 4,4 %; 1 Sitz (-2)
  • Blume: 3,5 %; 1 Sitz (n.k.)
  • Liste Kainz: 3,3 %; 1 Sitz (+/-0)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at pasching.png

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

In Grün ein goldener Schräglinksbalken, darin ein schwarzes Eisenbahngleis, begleitet oben von einem silbernen Ochsenhorn mit Grind und Ohren, unten von einer rot-silber gespaltenen Scheibe.

Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb.

  • Der grüne Hintergrund symbolisiert sowohl die Landwirtschaft als auch die Aufbautätigkeit der Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.
  • Der golden/gelbe Schräglinksbalken mit Eisenbahnlinie symbolisiert die Pferdeeisenbahn, die früher durch Pasching führte, und die heutige Westbahn.
  • Das Ochsenhorn stellt die vermutlich schon in prä-römischer Zeit benutzte Ochsenstraße dar, die später Teil des Donaulimes war.
  • Die gespaltene rot-silberne Scheibe ist ein Ausschnitt aus dem Wappen der Aczpekh, einem im 14. Jahrhundert auch in den Ortschaften Aistenthal und Thurnharting angesiedelten Ritter- und Pflegergeschlecht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsknotenpunkt Hitzing: Linz AG und Wilia
Bahnhaltestelle Pasching

Pasching liegt verkehrsgünstig an den westlichen Ausfahrtsstraßen der Landeshauptstadt Linz. Durch das Gemeindegebiet führen etwa die Wiener Straße B 1 und die Kremstal Straße B 139, in der näheren Umgebung befinden sich die Autobahnen A 1 und A 25 mit guter Anbindung an das Paschinger Straßennetz. Auch der Flughafen Linz befindet sich nur wenige Kilometer vom Paschinger Ortszentrum entfernt. Durch die Westbahn (Haltestelle Pasching ) und die Linzer Lokalbahn (Haltestelle Thurnharting und Hitzing) kann Pasching mit Zügen erreicht werden. Auch Linienbusse der Unternehmen Linz AG (Linien 43, 15, 17), Wilhelm Welser Verkehrsbetriebe Traun, Wilia und Postbus erschließen das Gemeindegebiet.

Der große Anstieg an Verkaufsflächen im Bereich des Einkaufszentrums Plus City und der Zunahme der Gewerbebetriebe brachte auch einen großen Anstieg des Verkehrsaufkommens, weshalb die meist nur zweispurig ausgebauten Straßen zu den Einkaufszonen tagsüber oft überlastet waren und zu einem massiven Problem für Pasching geworden sind. Insbesondere die zweispurige Kremstal Straße B 139, die als „Einkaufsmeile“ eine Vielzahl an Geschäften und Einkaufszentren beherbergt, litt unter einem untragbar hohen Verkehrsaufkommen. Für diese Straße wird daher eine Umfahrung zwischen dem Weingartshof in Leonding und dem Ritzlhof in Ansfelden gebaut. Das nördliche Teilstück (meist Baulos Doppl II genannt) zwischen dem Weingartshof in Leonding und dem sogenannten "Flughafen-Kreisverkehr" wurde 2010 für den Verkehr freigegeben. Damit ist die Strecke nun durchgehend vom Weingartshof bis Haid ausgebaut.

Ebenfalls soll die Linzer Straßenbahn vom Linzer Hauptbahnhof über Leonding und Pasching weiter nach Traun und möglicherweise bis Ansfelden verlängert werden. Mit der Errichtung des ersten Abschnittes bis nach Leonding (Harter Plateau) wurde 2009 begonnen. Diese Strecke wurde als Teil der Straßenbahnlinie 3 am 13. August 2011 für den Verkehr freigegeben. Ein Weiterbau über Pasching in Richtung Traun ist nach der nunmehrigen Fertigstellung des ersten Abschnittes in Planung und soll nach einem Baubeginn im Jahr 2013 dann 2015 fertiggestellt sein [5].

Aufgrund der Nähe zur Landeshauptstadt Linz und der verkehrsgünstigen Lage im Zentralraum haben sich viele Betriebe des Handels, Gewerbes und der Industrie in Pasching angesiedelt. Insbesondere entlang der Wiener Straße (B 1) und Kremstal Straße (B 139) entstanden so neue Gewerbegebiete.

In den 1990er wurde die Kremstal Straße zur „Einkaufsmeile“. Innerhalb weniger Kilometer wurden hier drei Einkaufszentren (UNO Shopping, PlusCity und Haid Center) und eine Vielzahl weiterer Geschäfte errichtet. Das größte Einkaufszentrum, die PlusCity, liegt auf Paschinger Gemeindegebiet. Sie entstand aus dem „Plus Kaufpark“ und gehört zu den größten Einkaufszentren in Österreich.

Insgesamt bestehen in Pasching 800 Unternehmen mit insgesamt 3700 Mitarbeitern (2006). Ein Unternehmen in Pasching zählt mit mehr als 200 Mitarbeitern als Großunternehmen, 7 Betriebe verfügen über mehr als 100 Mitarbeiter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Druckzentrum der Oberösterreichischen Nachrichten

Die Oberösterreichischen Nachrichten betreiben ein Druckzentrum in Pasching.

Religion[Bearbeiten]

In Pasching befinden sich zwei römisch-katholische Kirchen, die Pfarrkirche Pasching und die Pfarrkirche Langholzfeld.

Die Katholiken dieser beiden Pfarren bilden mit zusammen 3755 Einwohnern [6][7] etwa die Hälfte der Gesamtheit von 7114 Einwohnern [2]. Nach älteren Zahlen aus unbekannter Quelle bekennen sich 564 zum evangelischen Glauben. 232 Bürger bekennen sich zum Islam, 114 sind christlich-orthodox, 111 von anderen Glaubensrichtungen. Die Bürger ohne Glaubensbekenntnis stellen die zweitgrößte Gruppe dar.

Bauten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pasching

Freizeit und Vereine[Bearbeiten]

  • Kinocenter: Pasching verfügt über ein Kinocenter (Hollywood Megaplex).
  • Musikverein Pasching
  • Musikverein Langholzfeld

Sport[Bearbeiten]

Die Fußballmannschaft des 1946 gegründeten ASKÖ Pasching stieg 2002 in die Fußball-Bundesliga auf und spielte dort unter den Namen bekannt als SV PlusCity und FC Superfund. Der Club feierte auch international Erfolge. 2003 erreichte die Mannschaft im UI-Cup nach einem beeindruckenden 4:0-Heimsieg über Werder Bremen im Semifinale sogar das Finale, wo sie dann nur knapp am FC Schalke 04 scheiterte. Mit dem 3. Platz am Ende der Bundesligasaison 2003/04 erreichte die Mannschaft einen UEFA-Cup-Platz. In der 2. Qualifikationsrunde schieden die Paschinger nur aufgrund der Auswärtstorregel gegen Zenit St. Petersburg aus. Mit Ende der Saison 2006/07 wanderte der Bundesligaverein allerdings nach Klagenfurt ab, wo er bis zu seiner Insolvenz 2010 als SK Austria Kärnten spielte. Als Nachfolgeverein des abgewanderten Bundesligaklubs wurde 2007 der FC Pasching gegründet, der zurzeit in der Regionalliga Mitte antritt. 2013 wurde der FC Pasching als erster Drittligist ÖFB-Cupsieger.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pavol Gejza Dobis: Pasching einst und jetzt. Zusammengestellt v. P. G. Dobis, Pasching 1977.

Bibliographie:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pasching – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Martina Maria Reitberger: Die frühbronzezeitlichen Gräber von Holzleiten, Rudelsdorf III und Wagram auf der Welser Heide, OÖ. Diplomarb., Wien 2002.
  2. a b Gemeinde Pasching, Gemeinde, Zahlen und Fakten, Einwohner.
  3. http://www.nachrichten.at/regional/569302
  4. Bürgermeister Böhm tritt zurück, ooe.orf.at, 5. April 2007
  5. Ab 2015 fährt die Bim nach Traun, Oberösterreichische Nachrichten, 22. Mai 2011
  6. Diözese Linz, Pfarren-Finder, Pasching.
  7. Diözese Linz, Pfarren-Finder, Langholzfeld.