Peckeloh

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Peckeloh
Stadt Versmold
Koordinaten: 52° 1′ 14″ N, 8° 7′ 31″ O
Höhe: 67 m
Fläche: 17,71 km²
Einwohner: 3483 (1. Apr. 2006)
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 33775
Vorwahl: 05423
Karte
Lage von Peckeloh in Versmold

Peckeloh Zum Anhören bitte klicken! ['pɛkəloː] ist ein Ortsteil im ostwestfälischen Versmold im Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen. Einschließlich der Siedlungsgebiete Sandort, Wöste, Buschort und Vorbruch wohnen auf einer Fläche von ca. 1700 Hektar rund 3500 Einwohner. Somit ist Peckeloh, nach dem Ortsbezirk der Versmolder Innenstadt, der bevölkerungsreichste Stadtteil der ostwestfälischen Gemeinde Versmold. Mit seiner Lage an der Grenze zu Sassenberg im Westen ist Peckeloh für den Altkreis Halle das Tor zum Münsterland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peckeloh liegt an der Grenze des Münsterlands zu Ostwestfalen in der münsterländischen Bucht. Zudem befindet sich die Gemeinde südwestlich des Teutoburger Waldes. Trotz jener Lage nahe einer Gebirgskette fehlt Peckeloh jegliche Art von Erhebungen und Niederungen, was unter anderem als markantes Zeichen für die Region gilt. Der niedrigste Punkt (59 m ü. NN) von Peckeloh liegt südwestlich der Ortsmitte, wo die Hessel das Stadtgebiet verlässt. Durch Peckeloh fließt sowohl die bereits genannte Hessel im Süden, als auch viele kleine Bäche und Gräben, verteilt über die gesamte Ortschaft, die alle in die Hessel münden. Zu jenen zählen der Hollmortgraben im Nordwesten, der über das Füchtorfer Moor Sassenbergs in die Hessel fließt, und der Aabach, Versmolds Fluss der von Bockhorst durch die Innenstadt Versmolds, nach Süden, beim Versmolder Bruch, in die Hessel fließt. Der Stadtkern Peckelohs liegt 4,5 km östlich von Sassenberg, 4 km nördlich von Greffen, einem Stadtteil Harsewinkels, und 3 km südwestlich der Versmolder Innenstadt. Bis zur nächstgrößeren Stadt, der Kreisstadt Gütersloh liegt eine Entfernung von ca. 21 km Richtung Südosten. Bielefeld im Osten und Osnabrück im Norden haben beide etwa eine 32 km große Entfernung zu Peckeloh, bis zu Münster im Westen hingegen sind es 46 km. Peckeloh befindet sich, mit seiner Lage, also im Zentrum zwischen Ravensberger Land, Münsterscher Bucht und der waldreichen Mittelgebirgslandschaft Teutoburger Wald. Das Dreiländereck, an dem all diese Regionen aufeinandertreffen, befindet sich jedoch nicht in Peckeloh, sondern 4 km weiter nördlich entlang der gemeinsamen Grenze von Versmold und Sassenberg im Versmolder Stadtteil Loxten, wo jenes Dreiländereck durch einen Grenzstein markiert wurde.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geothermische Karte von Peckeloh

Wie auch im restlichen Gebiet Versmolds findet sich im tieferen Untergrund Ton- und Sandsteine eines Steinkohlengebirges (Oberkarbon), das Flöze führt. Diese werden von einem bis zu 1700 m mächtigen Deckgebirge aus Mergelsteinen über Kalksteinen des Erdmittelalters (Kreide) überdeckt. Die Festgesteine werden von bis zu 30 m mächtigen Lockergesteinen des Eiszeitalters (Quartär) vollständig überdeckt. Im Boden von Peckeloh finden sich sandige und schluffige Ablagerungen der Weichselkaltzeit. In der Talaue der Hessel im Süden finden sich junge humose Sande und tonige Schluffen und vereinzelt Niedermoortorfe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Peckeloh eine Gemeinde im Amt Versmold und grenzte an die gleichnamige Stadt. Am 1. April 1960 gab es eine Grenzberichtigung an der damaligen Gemeinde- und Stadtgrenze, welche die Stadt Versmold von der Gemeinde Peckeloh trennte. Bei dieser Grenzberichtigung wechselten auch bewohnte Gebiete ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde Peckeloh oder zur Stadt Versmold. Die Größe des damaligen Stadtgebietes von Versmold reduzierte sich dabei um ca. drei Hektar, die Gemeinde Peckeloh gewann drei Hektar hinzu.[1]

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde Peckeloh am 1. Januar 1973 im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes mit den übrigen Gemeinden des Amtes Versmold zur neuen Stadt Versmold zusammengeschlossen.[2] Das Amt Versmold wurde aufgelöst, Rechtsnachfolgerin ist die Stadt Versmold.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend dargestellt ist die Einwohnerentwicklung von Peckeloh in der Zeit als selbständige Gemeinde im Kreis Halle (Westf.).[3] In der Tabelle werden auch die Einwohnerzahlen von 1970 (Volkszählungsergebnis)[2] und 1972[4] sowie des Ortsteils Peckeloh im Jahr 2006 angegeben.

Bevölkerungsentwicklung in Peckeloh
zwischen 1820 und 2010
Die evangelische Kirche in Peckeloh
Jahr Einwohner
1817 1145
1900 1387
1939 1408
1946 2104
1961 2311
1965 2880
1970 3283
1972 3321
2006 3483

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich des Breitensportes gibt es in Peckeloh den SC Peckeloh 1960 e.V. Ferner gibt es den Golfclub Schultenhof.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peckeloh liegt an der B 476 und ist mit der Buslinie 71 [5] stündlich mit der Kreisstadt Gütersloh verbunden. An Schultagen fährt auch die Linie 89 nach Halle (Westf.) und die Buslinie 91 von Peckeloh über Versmold nach Borgholzhausen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Versmold-Peckeloh hat die Franz Wiltmann GmbH & Co. KG Westfälische Fleischwarenfabrik ihren Standort. Gegründet wurde sie 1887 und verarbeitet heute etwa 160 Tonnen Fleisch am Tag. Gut 800 Mitarbeiter erzielen einen Jahresumsatz von 150 Millionen Euro (Stand: 2005).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sautmann, Richard: Peckeloh. Versmolds Tor zum Münsterland. Versmold 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 322.
  3. Landkreis Halle (Westf.) 1816–1966, 150 Jahre Landkreis Halle (Westf.), S. 132
  4. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 101.
  5. [1]