Peter Klöckner

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Peter Klöckner (* 9. November 1863 in Koblenz; † 5. Oktober 1940 in Duisburg) war ein deutscher Unternehmer und Industrieller.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klöckner wurde als zweites Kind von zehn eines Koblenzer Schiffbaumeisters und Werftbesitzers geboren. Auf der Werft in Koblenz wurden als Spezialität Moselfähren (Ponten) gebaut. Da der älteste Sohn die Werft übernehmen sollte, erlernte Peter Klöckner im seinerzeit größten deutschen Stahlhandelskonzern Carl Spaeter in Köln den Kaufmannsberuf und die Unternehmensführung. Danach schloss sich eine Phase als Buchhaltungskorrespondent der Luxemburger Bergwerks- und Saarbrücker Eisenhütten AG in Burbach an. Dort erwarb er zusätzlich die technischen Kenntnisse der Stahlherstellung.

In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre übernahm er in Duisburg die Vertretung der Firma Spaeter für das ganze Ruhrgebiet. Da diese Niederlassung bald in ein selbständiges Unternehmen umgewandelt wurde, trat er als Teilhaber ein. Diese Teilhabe erfüllte aber nicht seine Vorstellungen. Gemeinsam mit seinem Bruder Florian Klöckner gründete er 1906 ein Eisen- und Stahlhandelsunternehmen in Duisburg, aus dem die spätere Klöckner & Co hervorging. Ihr besonderes Augenmerk galt maroden Unternehmen, an denen sie sich die Kapitalmehrheit sicherten, bevor sie sie erfolgreich sanierten. Hierzu zählten insbesondere Hüttenwerke, Kohlezechen und Erzgruben. So erwarb er sich den spöttischen Ruf des „Sanitätsrats für kranke Werke“.

Aktie über 1000 Mark der Klöckner-Werke AG vom Februar 1923 mit Faksimileunterschrift von Peter Klöckner

Bereits 1898 leitete er das Hasper Eisen- und Stahlwerk. Im Jahre 1900 übernahm er die Leitung des 1897 gegründeten Lothringer Hüttenvereins Aumetz-Friede und gründete 1917 die Lothringer Hütten- und Bergwerksverein AG, einen vertikalen Zusammenschluss von Zechen, Hütten- und Walzwerken (die Werke Aumetz-Friede, Hauts-Fourneaus Lorrains de la Paix und die Fentsche Hüttenwerke in Kneuttingen; weiterhin besaß Klöckner die Kohlenzeche „General“ bei Bochum). Mit dem Friedensvertrag von Versailles fielen alle Kohlezechen und Erzgruben in Lothringen an Frankreich.

1923 fusionierte er alle ihm gehörenden Stahlbeteiligungen am Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein (Georgsmarienhütte), an den Eisen- und Stahlwerken in Hagen-Haspe, an den Mannstaedt-Werken in Troisdorf sowie an der Eisen- und Drahtindustrie in Düsseldorf zur Klöckner-Werke AG Rauxel-Berlin in Castrop-Rauxel. Im gleichen Jahr 1926 lehnte Klöckner es ab, sein Unternehmen in die Vereinigte Stahlwerke AG einzubringen. Er zog es vor, unabhängig zu bleiben.

1925 gelang den Brüdern Klöckner die vollständige Übernahme der Interessengemeinschaft von der Maschinenbauanstalt Humboldt AG und der Motorenfabrik Deutz AG, aus der sie die Klöckner-Humboldt-Deutz AG schufen, ein Unternehmen, das sich mit der Herstellung von Motoren, Maschinen und Fahrzeugen (Traktoren, Diesellokomototiven, Lastkraftwagen) beschäftigte. 1930 wurde schon seit 1920 mit Deutz verbundene Motorenfabrik Oberursel, die Flugzeugmotoren herstellte, übernommen und 1936 die C. D. Magirus AG in Ulm integriert. Die spätere Nutzfahrzeugmarke Magirus-Deutz ging auf diesen Zusammenschluss zurück. 1938 erfolgte der Organvertrag zwischen der Klöckner-Humboldt-Deutz AG und der Klöckner-Werke AG. Im gleichen Jahr wechselte der Sitz der Hauptverwaltung von Castrop-Rauxel nach Duisburg.

Klöckner war bis 1933 Mitglied im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft.[1]

Neben den Funktionen in der Industrie war er ab 1930 für die Zentrumspartei Mitglied des Preußischen Staatsrats.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Gottwaldt: Die Reichsbahn und die Juden 1933-1939. Antisemitismus bei der Eisenbahn in der Vorkriegszeit. Marix Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-86539-254-1, S. 38.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]