Klöckner & Co

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Klöckner & Co SE
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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000KC01000
Gründung 1906
Sitz Duisburg, Deutschland

Leitung

  • Gisbert Rühl (Vorstandsvorsitzender)
  • Marcus A. Ketter
  • Jens M. Wegmann[1]
Mitarbeiter 8.600 (2017)[2]
Umsatz 6,3 Mrd. EUR (2017)[3]
Branche Stahl- und Metallhändler
Website www.kloeckner.com

Klöckner & Co SE (häufig als KlöCo abgekürzt) mit Sitz in Duisburg ist ein börsennotierter, produzentenunabhängiger Stahl- und Metallhändler. Das Kerngeschäft von Klöckner ist der Verkauf von Stahl und Nichteisenmetallen. Mit seinem Distributionsnetz bedient der Konzern an rund 170 Standorten in 13 Ländern über 120.000 Kunden.[2]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klöckner & Co agiert in 13 Ländern. Die Geschäftstätigkeiten werden durch den Vorstand und die Zentralbereiche der Duisburger Holding gesteuert und von den Landesgesellschaften ausgeführt. Dazu gehören:[4]

  • Buysmetal N.V. (Belgien)
  • Kloeckner Metals Brasil S. A. (Brasilien)
  • Klöckner & Co Deutschland GmbH (Deutschland)
  • Becker Stahl-Service GmbH (Deutschland)
  • kloeckner.i GmbH (Deutschland)
  • kloeckner.v GmbH (Deutschland)
  • Klöckner Metals Europe GmbH (Deutschland)
  • Klöckner Shared Services GmbH (Deutschland)
  • Kloeckner Metals France (Frankreich)
  • Kloeckner Metals UK (Großbritannien)
  • Kloeckner Metals Corporation (Mexico)
  • Kloeckner Metals ODS Nederland (Niederlande)
  • Kloeckner Metals Austria (Österreich)
  • ODS Saudi Arabia (Saudi-Arabien)
  • Debrunner Koenig Holding AG (Schweiz)
  • Bewetec AG (Schweiz)
  • ODS Asia Pacific (Singapur)
  • Kloeckner Metals Corporation (USA)
  • ODS Middle East (Vereinigte Arabische Emirate)

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wertschöpfungskette des Konzerns erstreckt sich vom Einkauf über Lagerhaltung, Servicedienstleistungen, Handel und Distribution. Auch Beratungsdienstleistungen rund um Lagerhaltung, Anarbeitung und Logistik werden angeboten. Dabei agiert der internationale Distributionskonzern unabhängig von der Produktion.

Kunden sind sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch international tätige Großkonzerne. Sie kommen vorwiegend aus der Bauindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus liefert der Konzern Vorprodukte für die Automobilindustrie, den Schiffbau und die Gebrauchsgüterindustrie.[5]

Klöckner & Co plant, seine Liefer- und Leistungskette durchgängig zu digitalisieren und die Einführung einer unabhängigen offenen Industrieplattform voranzutreiben, die zur führenden vertikalen Plattform der Stahl- und Metallbranche werden soll.

Markt und Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptwettbewerber der Klöckner & Co auf dem nordamerikanischen Markt sind Reliance Steel & Aluminum Co. (USA), Ryerson Inc. (USA) und Russel Metals Inc. (Kanada), auf dem europäischen Markt die BE Group (Schweden) sowie die Distributionsbereiche der Stahlproduzenten Salzgitter AG (Deutschland), Tata Steel (UK), ArcelorMittal (Niederlande) und ThyssenKrupp (Deutschland).

Produkte und Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Produktprogramm gliedert sich in die Bereiche Langprodukte (Stahlträger für die Bauindustrie), Flachprodukte (Bleche für Maschinenbauer), Hohlprofile (Stahlbauhohlprofile), Rostfrei und Qualitätsstahl (hochlegierte Rundstähle für den Maschinenbau), Aluminium (Aluminiumprofilstäbe für den Anlagenbau) sowie Spezialprodukte wie Kunststoffe, Eisenwaren und Zubehör. Insgesamt bietet Klöckner & Co mehr als 200.000 Produkte an.

Neben unbearbeiteten Werkstoffen und Vorprodukten bietet der Konzern Serviceleistungen wie Schneiden und Spalten von Stahlbändern, Ablängen, Brennschneiden und Oberflächenbehandeln an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Juni 1906 gründete der Kaufmann Peter Klöckner in Duisburg die Handelsgesellschaft Klöckner & Co. Der 1863 in Koblenz geborene Peter Klöckner war zum Zeitpunkt der Gründung bereits 24 Jahre in der Eisen- und Stahlindustrie tätig und hatte sich durch Betriebssanierungen und -investitionen in der Branche profiliert. Mit Klöckner & Co entstand ein Handelshaus, das der wachsenden Eisen- und Stahlindustrie strategisch Rechnung tragen sollte. Neben Firmenübernahmen setzte Klöckner von Beginn an auf Expansion. Bereits im Gründungsjahr 1906 entstanden die ersten Niederlassungen in Köln und Düsseldorf.

Weitere Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 eröffnete Klöckner weitere Niederlassungen in Berlin und Magdeburg, 1909 folgten Hamburg und Dresden. 1911 wurde mit Mannheim auch ein Standort im Südwesten abgedeckt und die Verbindung zum Produktionsstandort Kneuttingen geschaffen. Das weit verzweigte Handels- und Vertriebsnetz wuchs innerhalb weniger Jahre auf eine Größe, die es für Klöckner unmöglich machte, das Unternehmen im klassischen Sinne patriarchalisch zu führen. Die Niederlassungen bekamen den Status selbstständiger Gesellschaften, die mit ihren Geschäftsführern auf eigene Rechnung arbeiteten. Auch das Sortiment erweitert sich neben Roheisenhandel und Stahlherstellung um Erzhandel und Rohstoffverarbeitung.[6]

Neue Unternehmenszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Werke in Troisdorf und Düsseldorf im Konzern verankert wurden, deckten die Unternehmungen des Konzerns die gesamte Palette der industriellen Fertigung ab. Das Handelshaus diente als Vermittlungspunkt der Produktionskette, die bereits 1912 von der Erzgrube bis zur Herstellung von Drähten und Maschinen reichte. 1913 stieg das Unternehmen in den Schrotthandel ein, der sich zu einem besonders lukrativen Zweig des Eisen- und Stahlhandels entwickelte.[6] Im Jahr 2017 stieg das Unternehmen bei dem Hersteller für 3D-Drucker BigRep ein und gab damit seinen Einstieg in den 3D-Druck bekannt.[7]

Der Erste Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs folgte eine scharfe Zäsur. Insbesondere die Einziehung vieler Mitarbeiter zum Kriegsdienst wurde zum Problem. So musste das Werk im lothringischen Kneuttingen die Produktion während der Kriegsjahre drastisch zurückfahren, weil viele Italiener, die dort gearbeitet hatten, nach Ausbruch des Krieges in ihre Heimatländer zurückkehrten.[6]

Wachstum in der Krise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wirtschaftskrise nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte Klöckner & Co sich behaupten. Eine Ausweitung der Tätigkeitsfelder glich Verluste im Stahlgeschäft aus, der Umsatz stieg. Der Schrotthandel war erfolgreich und andere Geschäfte wie der Handel mit Grubenholz, Kohlen und Chemikalien brachten zusätzliche Gewinne. In den 1920er und 1930er Jahren gründete das Handelshaus erste Niederlassungen in Europa, Süd- und Nordamerika und baute eine eigene Auslandsabteilung auf. Die Teilung des Konzerns in die Klöckner-Werke AG und Klöckner & Co verstärkte zudem die Selbständigkeit des Handelsbereichs.

Peter Klöckners wirtschaftlicher Erfolg wurde im Dezember 1936 durch einen Todesfall überschattet. Waldemar, Klöckners einziger Sohn und potenzieller Nachfolger, starb bei einem Autounfall. Nachfolger wurde ein anderes Familienmitglied, Günter Henle, der Ehemann von Peter Klöckners Stieftochter.

Im Griff der Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod Peter Klöckners am 5. Oktober 1940 übernahm Günter Henle die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Da Klöckner als eines der strategisch wichtigen Unternehmen für die deutsche Rüstungsindustrie galt, gerieten die Klöckner-Werke im Zuge der Kriegswirren unter die Kontrolle der Nationalsozialisten. Henle, der 1942 von den Nazis seiner Position als Geschäftsführer der Klöckner-Gruppe enthoben wurde, floh für kurze Zeit nach Berlin, kehrte aber schon bald zurück und übernahm fortan das Management von Klöckner & Co. Das Handelshaus blieb auch während des Nazi-Regimes relativ unabhängig. Allerdings war ein regulärer Handel in Kriegszeiten kaum möglich (siehe auch Kriegsökonomie).

Neubeginn und Wirtschaftswunder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damaliges Logo des Konzerns Klöckner & Co

Nach dem Krieg kam der Klöckner-Konzern unter Aufsicht der Alliierten, deren Ziel die Entflechtung des Großunternehmens war. In dieser schwierigen Situation gelang überraschend schnell ein Neubeginn. Dabei profitierte das Handelshaus wie auch die anderen Klöckner-Unternehmen von der schon bald einsetzenden weltweiten Nachfrage nach Eisen und Stahl. Nach der rechtlichen Trennung von der Klöckner-Werke AG und der Klöckner-Humboldt-Deutz AG in den 1950er-Jahren entwickelte sich Klöckner zu einem diversifizierten Handelshaus. Der Verkauf von Stahl in Deutschland brachte in Zeiten des Wirtschaftswunders hohe Gewinne. Niederlassungen im Ausland stärkten das internationale Geschäft. Auch in anderen Branchen wurde Klöckner tätig, vom Kunststoff bis zum Heizöl, von der Schifffahrt bis zur Brennertechnik.

Internationalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Wirtschaftswunders reagierte Klöckner auf die grundlegenden Veränderungen im Stahlmarkt mit mehr Service, einer Neuorganisation der Lager und mehr internationaler Handelstätigkeit. Neben dem Kerngeschäft Stahlhandel baute das Unternehmen seine anderen Handelsbereiche aus und erschloss neue Geschäftsfelder. Dabei bewährten sich Diversifizierung und Internationalisierung im konjunkturellen Auf und Ab der 1970er- und 1980er-Jahre. Dann stürzte ein misslungenes Rohöl-Termingeschäft Ende der 1980er Jahre das Unternehmen in eine existenzielle Krise. Die Spekulationsverluste vernichteten die Kapitalbasis des Unternehmens. Das „Öldebakel“ kostete die Firma 600 Mio. Mark. C. Peter Henle, der für diesen Geschäftsbereich verantwortlich war, zog die Konsequenz und schied aus der Gesamtleitung aus.

Gerettet wurde Klöckner in dieser Situation von der Deutschen Bank, die zur Deckung der Verluste 400 Mio. Mark bereitstellte, das Unternehmen übernahm und es in eine Aktiengesellschaft umwandelte. Damit war Klöckner nach mehr als 80 Jahren nicht mehr familiengeführt. Im Zuge der Rettungsmaßnahmen ging das Traditionsunternehmen in den Besitz der VIAG über. Unter neuer Führung war Klöckner in den 1990er-Jahren in Bereichen wie Stahl, PC-Produkte, Chemie, Textilien und Mobile Bauten tätig und baute seine internationale Präsenz im Bereich Stahl aus.

Fokussierung auf das Kerngeschäft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1997 gab Klöckner die Entscheidung bekannt, sich künftig auf sein Kerngeschäft, den Stahl- und Metallhandel, zu konzentrieren. Um diesen Wandel auch im Außenauftritt sichtbar zu machen, wurde ein neues Logo, der bis heute genutzte Klöckner & Co-Hund und der Claim „multi metal distribution“ eingeführt.

Während Klöckner seinen lagerhaltenden Stahlhandel in Europa weiter ausbaute, wurden nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten des Konzerns verkauft. 1997 gliederte Klöckner den Textilbereich aus und übertrug ihn zur Veräußerung auf eine nicht konsolidierte Beteiligungsgesellschaft. Zum Jahresende gab der Konzern die verbliebene Beteiligung an der Thyssen Klöckner Recycling GmbH an die Mehrheitsgesellschafterin ab. Anfang 1998 folgte der Verkauf der Klöckner Chemiehandel GmbH. Die Computer 2000 AG wechselte im Sommer 1998 den Besitzer und wurde an die US-amerikanische Tech Data Corporation verkauft. Auch das Engagement bei der Röder Zeltsysteme und Service AG wurde im Sommer 1998 beendet. Fast zeitgleich gab das Unternehmen auch seine Restbeteiligung an der Klöckner Industrie-Anlagen GmbH (INA) an die Mehrheitsgesellschafterin ab. Aus dem ehemaligen Mischkonzern wurde so ein reiner Stahl- und Metalldistributor. Gemessen am Umsatz halbierte sich das Geschäftsvolumen von 18,6 Milliarden Mark 1997 auf 9,5 Milliarden Mark 1998. Die Mitarbeiterzahl ging von 14.655 auf 10.752 zurück.

Im Herbst 1998 hatte die damalige Muttergesellschaft des Unternehmens, die VIAG, bekannt gegeben, dass sie sich mittelfristig vom Duisburger Stahldistributor trennen wolle. 2001 wurde Klöckner & Co an die Balli-Gruppe, einen britischen Werkstoffhändler, verkauft. Klöckner beschäftigte damals 10.000 Mitarbeiter und setzte jährlich 4,8 Mrd. € um. Dabei hatten die beiden iranischen Inhaber der Balli-Gruppe der ca. 1,1 Mrd. € schweren Übernahme wie folgt finanziert: Hassan Alaghband und Vahid Alaghband gestanden, noch vor der Übernahme 47,5 Mio. € des Klöckner-Konzerns zur Finanzierung von den Klöckner-Konten abgezogen zu haben. Zuvor war von 120 Mio. € die Rede, die von KlöcknerKonten in die Schweiz geflossen seien. Die Brüder wurden jeweils zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe und Geldstrafen zwischen 1,75 Mio. € und 2,25 Mio. € wegen Untreue bzw. Anstiftung zur Untreue verurteilt. Im Prozess um die Finanzierungsmethode beklagten die beiden Inhaber, die WestLB habe im Wissen um Ballis Finanzierungsprobleme einen 150-Mio.-€-Kredit verweigert, um vom Pfandrecht an den Klöckner-Aktien auf Kosten Ballis Gebrauch und selbst ein gutes Geschäft zu machen.

Zwei Jahre nach der Übernahme verkaufte Balli 94,5 % des Stahl- und Metallhandelshauses an die WestLB und 5,1 % an die Hamburgische Landesbank. Im Zuge des Eigentümerwechsels gab es auch einen Wechsel an der Führungsspitze des Konzerns. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Thomas Ludwig, der bereits von 1991 bis 1995 dem Klöckner-Vorstand angehört hatte. Unter seiner Ägide wurde die strategische Expansion des Unternehmens wieder aufgenommen.

Börsengang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 ging Klöckner an die US-amerikanische Private-Equity-Firma Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB),[8] die es schließlich im Juni 2006 an die Börse brachte und im Oktober auch die Mehrheit am Aktienbesitz abgab. Zurzeit befindet sich das gesamte Kapital in Streubesitz (Stand: August 2011).

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Die Aktien sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im regulierten Markt mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) zugelassen. Am 29. Januar 2007 wurde die Aufnahme der Klöckner & Co-Aktie in den MDAX-Index der Deutschen Börse vollzogen. Mittlerweile stellen institutionelle Investoren die größte Aktionärsgruppe dar. Insgesamt halten die identifizierten institutionellen Investoren 50 % aller Aktien. Der überwiegende Teil der institutionellen Aktionäre kommt aus Deutschland und den USA. Privatinvestoren halten rund 21 % der Aktien. (2016) Seit dem 21. März 2016 notiert die Aktie im SDAX-Index. Klöckner & Co gehört damit zu den 130 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. [9]

Expansive Akquisitionsstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Börsengang 2006 setzt Klöckner & Co auf eine expansive Akquisitionsstrategie und hat bereits 24 Unternehmen übernommen. Mittlerweile gehört Klöckner & Co zu den 80 größten börsennotierten Konzernen Deutschlands. Im April 2007 teilte Klöckner den Kauf über die US-Tochter Namasco der Stahl-Distributionsfirma Primary Steel mit. Klöckner kann durch die neue US-Tochter die Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt deutlich ausbauen, der Umsatz erhöht sich dort um rund 60 Prozent[10].

Im April 2008 wurde Ulrich Becker in den Vorstand berufen. Neben den operativen Aktivitäten des Konzerns in Europa verantwortete Becker das Geschäft der Klöckner Global Sourcing sowie die Bereiche Logistik, Prozessmanagement und das Internationale Produktmanagement. Kurze Zeit später, im August 2008, erfolgte die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft[11]. Fortan firmiert der Konzern als Klöckner & Co SE.

Als Reaktion auf die sich ab 2007 ausweitende Finanzkrise führte die Klöckner ab Oktober 2008 ein mit „Wave 1“ betiteltes Sofortmaßnahmenprogramm ein. Dieses beinhaltete die vorübergehende Aussetzung von Akquisitionen, die Kostensenkung sowie die Reduktion von Schulden und die Absicherung der Konzernfinanzierung. Im März 2009 wurde ein weiteres Sofortmaßnahmenprogramm („Wave 2“) aufgelegt. Um die seit dem Börsengang im Jahr 2006 verfolgte Akquisitionsstrategie wieder aufzunehmen, emittierte Klöckner im Juni 2009 eine Wandelanleihe und führte kurz darauf eine Kapitalerhöhung durch.

Im November 2009 übernahm Gisbert Rühl von Thomas Ludwig den Vorstandsvorsitz der Klöckner & Co. Neben seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender (CEO) bekleidet Rühl auch weiterhin sein Amt als Finanzvorstand (CFO) des Konzerns. Zehn Tage nach dem Amtsantritt von Gisbert Rühl unterzeichnete Klöckner einen Vorvertrag über den Erwerb der Becker Stahl-Service Gruppe (BSS).[12] Nachdem Klöckner & Co mit der im Januar 2010 getätigten Übernahme der Bläsi AG[13] die wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise kurzfristig ausgesetzte Akquisitionsstrategie wieder aufgenommen hatte, meldete der Klöckner-Vorstand am 1. März 2010 die Akquisition von BSS.[14]

Im April 2011 übernahm Klöckner Macsteel Service Centers USA[15]. Im Mai 2011 erfolgte die Übernahme von Frefer, Brasiliens drittgrößtem unabhängigen Stahl- und Metalldistributor.[16] Im Juni 2011 gab Klöckner 33.250.000 neuen Stückaktien aus und erzielte einen Netto-Emissionserlös von rund 516 Mio. €, der für die Fortführung der Wachstumsstrategie „Klöckner & Co 2020“ eingesetzt werden soll. Ende 2011 eröffnete Kloeckner Metals (Changshu) Co., Ltd., eine Tochtergesellschaft von Klöckner & Co, das erste Stahl-Service-Center in China in Changshu in der Nähe von Shanghai und den Provinzen Shandong, Zhejiang, Jiangsu und Anhui. Bislang beliefert Kloeckner Metals vor allem die im Umland von Changshu ansässigen Maschinen- und Anlagenbauer aus Europa.[17]

Vor dem Hintergrund der nachlassenden Stahlnachfrage in Europa und der unsicheren konjunkturellen Perspektive legte der Konzern im Herbst 2011 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm auf, verkaufte oder schloss bis Ende 2013 70 Standorte und baute rund 2.200 Stellen ab.[18]

Digitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen seiner langfristigen Wachstumsstrategie hat sich Klöckner & Co zum Ziel gesetzt, seine gesamte Lieferkette zu digitalisieren. Dazu wurde Ende 2014 mit kloeckner.i ein eigenes Group Center of Competence für Digitalisierung gegründet. Dort arbeiten mittlerweile über 80 Mitarbeiter in den Bereichen Produktinnovation, Softwareentwicklung, Onlinemarketing und Business Analytics. Digitale Tools wie Kontraktportale, Onlineshops oder Bestellübersichten sowie eine Serviceplattform sind online verfügbar. Außerdem wurde mit kloeckner.v in Berlin auch ein Venture Capital Unternehmen gegründet, über das sich Klöckner & CO direkt oder indirekt an Start-ups beteiligt.[19]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kununu „Top Company“ und „Open Company“[20]
  • Frauen-Karriere-Index: Seit 2015 wird Klöckner & Co SE als ein Top-Ten-Unternehmen unter mehr als 160 teilnehmenden Unternehmen ausgezeichnet.[21]
  • Fair Company“: Die Klöckner & Co SE wurde von der Arbeitgeberinitiative „Fair Company“ mit dem Gütesiegel für einen fairen und verantwortungsvollen Umgang mit Praktikanten belegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorstand auf kloeckner.com
  2. a b Konzern auf kloeckner.com
  3. Klöckner & Co SE: Geschäftsbericht 2017. Abgerufen am 12. März 2018 (PDF; 7,95 MB).
  4. Konzernstruktur – Operative Gesellschaften. In: kloeckner.com. Klöckner & Co, 2017, abgerufen am 2. März 2017.
  5. Produkte und Services auf kloeckner.com
  6. a b c Klöckner & Co SE: Jubiläumsmagazin. Abgerufen am 20. Juni 2016 (PDF; 16,8 MB).
  7. Stahlkonzern Klöckner & co investiert in BigRep, in: 3d-grenzenlos.de vom 24. April 2017
  8. WestLB AG veräußert Klöckner & Co AG an Lindsay Goldberg & Bessemer-Fonds
  9. Aktie aufgerufen am 3. November 2016.
  10. Pressemitteilung von Klöckner vom 13. April 2007
  11. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 8. August 2008
  12. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 11. November 2009
  13. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 25. Januar 2010
  14. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 1. März 2010
  15. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 29. April 2011
  16. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 6. Mai 2011
  17. Website Klöckner & Co / Geschichte
  18. Pressemitteilung on Klöckner & Co vom 6. März 2013
  19. Klöckner & Co SE: „Klöckner & Co 2022“ – unsere Strategie | Klöckner & Co SE. (kloeckner.com [abgerufen am 2. März 2017]).
  20. kununu Gütesiegel
  21. Frauen Karriere Index