Klöckner & Co

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Klöckner & Co SE
Klöckner & Co SE Logo 2014
Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000KC01000
Gründung 1906
Sitz Duisburg, Deutschland
Leitung Gisbert Rühl (Vorstandsvorsitzender),
Marcus A. Ketter, Karsten Lork, William A. Partalis[1]
Mitarbeiter 9.600 (2015)[2]
Umsatz 6,4 Mrd. EUR (2015)[2]
Branche Stahl- und Metallhändler
Website www.kloeckner.com

Klöckner & Co SE (häufig als KlöCo abgekürzt) mit Sitz in Duisburg ist ein börsennotierter, produzentenunabhängiger Stahl- und Metallhändler. Das Kerngeschäft von Klöckner ist der Verkauf von Stahl und Nicht-Eisen-Metallen. Auf Basis seines Distributionsnetzes bedient der Konzern an rund 200 Standorten in 14 Ländern über 140.000 Kunden.[3]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klöckner & Co ist ein international in 14 Ländern agierender Konzern. Die Geschäftstätigkeiten werden durch den Vorstand und die Zentralbereiche der Duisburger Holding gesteuert und durch die Landesgesellschaften ausgeführt.

Folgende Landesgesellschaften sind Teil des Klöckner & Co-Konzern[4]:

  • Buysmetal N.V. (Belgien)
  • Klöckner & Co Deutschland GmbH (Deutschland)
  • Becker Stahl-Service GmbH (Deutschland)
  • Kloeckner Metals France (Frankreich)
  • Kloeckner Metals UK (Großbritannien)
  • Kloeckner Metals ODS Nederland (Niederlande)
  • Metall- und Service-Center GmbH (Österreich)
  • Debrunner Koenig Holding AG (Schweiz)
  • Bewetec AG (Schweiz)
  • Kloeckner Metals Ibérica (Spanien)
  • Kloeckner Metals Corporation (USA)
  • Kloeckner Metals Brasil (Brasilien)
  • kloeckner.i GmbH
  • kloeckner.v GmbH
  • Klöckner European Operations GmbH
  • Klöckner Shared Services GmbH

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wertschöpfungskette des Klöckner & Co-Konzerns erstreckt sich vom Einkauf über die Lagerhaltung, zahlreiche Servicedienstleistungen sowie den Handel und die Distribution. Auch Beratungsdienstleistungen rund um die Lagerhaltung, Anarbeitung und Logistik bietet Klöckner & Co seinen Kunden an. Dabei agiert der internationale Distributionskonzern unabhängig von der Produktion.

Die Kunden von Klöckner & Co sind sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch international tätige Großkonzerne und kommen vorwiegend aus der Bauindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Darüber hinaus liefert der Konzern Vorprodukte für die Automobilindustrie, den Schiffbau und die Gebrauchsgüterindustrie. Rund 3/4 des Konzernumsatzes werden im Ausland erzielt.[5]

Markt und Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptwettbewerber der Klöckner & Co auf dem nordamerikanischen Markt sind Reliance Steel & Aluminum Co. (USA), Ryerson Inc. (USA) und Russel Metals Inc. (Kanada). Auf dem europäischen Markt sind die BE Group (Schweden) sowie die Distributionsbereiche der Stahlproduzenten Salzgitter AG (Deutschland), Tata Steel (UK), ArcelorMittal (Niederlande) und ThyssenKrupp (Deutschland) die Hauptwettbewerber von Klöckner & Co.

Produkte und Services[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Produktprogramm gliedert sich in die Bereiche Langprodukte (Stahlträger für die Bauindustrie), Flachprodukte (Bleche für Maschinenbauer), Hohlprofile (Stahlbauhohlprofile), Rostfrei und Qualitätsstahl (hochlegierte Rundstähle für den Maschinenbau), Aluminium (Aluminiumprofilstäbe für den Anlagenbau) sowie Spezialprodukte wie Kunststoffe, Eisenwaren und Zubehör. Insgesamt bietet Klöckner & Co mehr als 200.000 Produkte an.

Neben unbearbeiteten Werkstoffen und Vorprodukten bietet der Klöckner & Co-Konzern seinen Kunden Serviceleistungen wie Schneiden und Spalten von Stahlbändern, Ablängen, Brennschneiden und Oberflächenbehandeln an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Juni 1906 gründete der Kaufmann Peter Klöckner in Duisburg die Handelsgesellschaft Klöckner & Co. Der 1863 in Koblenz geborene Peter Klöckner war zum Zeitpunkt der Gründung bereits 24 Jahre in der Eisen- und Stahlindustrie tätig. Er hatte sich durch Betriebssanierungen und –investitionen in der Branche profiliert. Mit Klöckner & Co hatte er ein Handelshaus ins Leben gerufen, das der wachsenden Eisen- und Stahlindustrie strategisch Rechnung trug. Zusätzlich zu den vorausgehenden Firmenübernahmen setzte Klöckner von Beginn an auf Expansion. Bereits im Gründungsjahr 1906 entstanden die ersten Niederlassungen in Köln und Düsseldorf.

Weitere Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1907 eröffnete Klöckner weitere Niederlassungen in Berlin und Magdeburg, 1909 folgten Hamburg und Dresden. 1911 wurde mit Mannheim auch ein Standort im Südwesten abgedeckt und die Verbindung zum Produktionsstandort Kneuttingen geschaffen. Das weit verzweigte Handels- und Vertriebsnetz wuchs innerhalb weniger Jahre auf eine Größe, die es für Klöckner unmöglich machte, das Unternehmen im klassischen Sinne patriarchalisch zu führen. Die Niederlassungen bekamen den Status selbstständiger Gesellschaften, die mit ihren Geschäftsführern auf eigene Rechnung arbeiteten. Auch das Sortiment erweitert sich: Neben Roheisenhandel und Stahlherstellung widmet sich Klöckner & Co nun auch dem Erzhandel und der Rohstoffverarbeitung. [6]

Neue Unternehmenszweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Werke in Troisdorf und Düsseldorf im Klöcknerschen Konzern verankert wurden, deckten die Unternehmungen des Konzerns die gesamte Palette der industriellen Fertigung ab. Das Handelshaus diente als Vermittlungspunkt der Produktionskette, die bereits 1912 von der Erzgrube bis zur Herstellung von Drähten und Maschinen reichte. 1913 stieg das Unternehmen in den Schrotthandel ein, der sich zu einem besonders lukrativen Zweig des Eisen- und Stahlhandels entwickelte. [6]

Der erste Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaum war der Höhepunkt des Erfolgs erreicht, folgte eine scharfe Zäsur. Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg. Die Folgen des Krieges versetzten der Industrie einen schweren Schlag. Insbesondere die Einziehung vieler Mitarbeiter zum Kriegsdienst war ein Problem – auch für Peter Klöckner. So musste bspw. sein Werk im lothringischen Kneuttingen die Produktion während der Kriegsjahre drastisch zurückfahren, weil viele Italiener und Polen, die dort gearbeitet hatten, nach Ausbruch des Krieges in ihre Heimatländer zurückkehrten. Trotz dieser Rückschläge setze Peter Klöckner die Arbeit an seinem Lebenswerk auch während des Krieges unbeirrt fort. [6]

Wachstum in der Krise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wirtschaftskrise nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte Klöckner & Co sich behaupten. Eine Ausweitung der Tätigkeitsfelder glichen Verluste im Stahlgeschäft aus, der Umsatz stieg. Der Schrotthandel boomte und andere Geschäfte wie der Handel mit Grubenholz, Kohlen und Chemikalien brachten zusätzliche Gewinne. In den 1920er und 1930er Jahren gründete das Handelshaus erste Dependancen in Europa, Süd- und Nordamerika und baute eine eigene Auslandsabteilung auf. Aus dem vor allem in Deutschland tätigen Stahlhändler war jetzt ein international agierendes Handelshaus mit breiter Produktpalette geworden. Die Teilung des Konzerns in die Klöckner-Werke AG und Klöckner & Co verstärkte zudem die Selbstständigkeit des Handelsbereichs.

Peter Klöckners wirtschaftlicher Erfolg wurde im Dezember 1936 durch einen Todesfall überschattet. Waldemar, Klöckners einziger Sohn und potenzieller Nachfolger, starb bei einem Autounfall. Nachfolger wurde ein anderes Familienmitglied, Günter Henle, der Ehemann von Peter Klöckners Stieftochter.

Im Griff der Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod Peter Klöckners am 5. Oktober 1940 übernahm Günter Henle die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Da Klöckner als eines der strategisch wichtigen Unternehmen für die deutsche Rüstungsindustrie galt, gerieten die Klöckner-Werke im Zuge der Kriegswirren unter die Kontrolle der Nationalsozialisten. Henle, der 1942 von den Nazis seiner Position als Geschäftsführer der Klöckner-Gruppe enthoben wurde, floh für kurze Zeit nach Berlin, kehrte aber schon bald zurück und übernahm fortan das Management von Klöckner & Co. Das Handelshaus blieb auch während des Nazi-Regimes relativ unabhängig. Allerdings war ein regulärer Handel in Kriegszeiten kaum möglich (siehe auch Kriegsökonomie).

Neubeginn und Wirtschaftswunder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damaliges Logo des Konzerns Klöckner & Co

Nach dem Krieg kam der Klöckner-Konzern unter Aufsicht der Alliierten, deren Ziel die Entflechtung des Großunternehmens war. In dieser schwierigen Situation gelang Klöckner & Co überraschend schnell ein Neubeginn. Dabei profitierte das Handelshaus wie auch die anderen Klöckner-Unternehmen von der schon bald einsetzenden weltweiten Nachfrage nach Eisen und Stahl. Nach der rechtlichen Trennung von der Klöckner-Werke AG und der Klöckner-Humboldt-Deutz AG in den 1950er-Jahren entwickelte sich Klöckner zu einem stark diversifizierten Handelshaus. Der Verkauf von Stahl in Deutschland brachte in Zeiten des Wirtschaftswunders hohe Gewinne. Niederlassungen im Ausland stärkten das internationale Geschäft. Auch in anderen Branchen nutzte Klöckner die Chancen der Hochkonjunktur: Vom Kunststoff bis zum Heizöl, von der Schifffahrt bis zur Brennertechnik reichte das Spektrum des Handelshauses.

Internationalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des Wirtschaftswunders reagierte Klöckner auf grundlegende Veränderungen im Stahlmarkt mit mehr Service, einer Neuorganisation der Läger und einer verstärkten internationalen Handelstätigkeit. Neben dem Kerngeschäft Stahlhandel baute das Unternehmen seine anderen Handelsbereiche aus und erschloss sich neue Geschäftsfelder. Diversifizierung und Internationalisierung bewährten sich im konjunkturellen Auf und Ab der 1970er- und 1980er-Jahre und hielten den Handelskonzern über zwei Jahrzehnte auf Erfolgskurs. Dann stürzte ein misslungenes Rohöl-Termingeschäft Ende der 1980er Jahre das Unternehmen in eine existenzielle Krise. Die Spekulationsverluste vernichteten die Kapitalbasis des Unternehmens. Das „Öldebakel“ kostete die Firma 600 Mio. Mark. Peter Henle, der für diesen Geschäftsbereich verantwortlich war, zog die Konsequenz und schied aus der Gesamtleitung aus.

Gerettet wurde Klöckner in dieser Situation von der Deutschen Bank, die zur Deckung der Verluste 400 Mio. Mark bereitstellte. Damit konnte eine Insolvenz vermieden werden; nun stand eine grundlegende Neuorganisation von Klöckner an. Die Deutsche Bank übernahm das Unternehmen und wandelte es in eine Aktiengesellschaft um. Damit war Klöckner nach mehr als 80 Jahren nicht mehr familiengeführt. Im Zuge der Rettungsmaßnahmen ging das Traditionsunternehmen in den Besitz der VIAG über. Unter neuer Führung entwickelte sich Klöckner in den 1990er-Jahren zu einem modernen internationalen Distributionsspezialisten, der in Bereichen wie Stahl, PC-Produkte, Chemie, Textilien und Mobile Bauten tätig war. Im Bereich Stahl baute Klöckner in diesen Jahren seine internationale Präsenz erheblich aus.

Fokussierung auf das Kerngeschäft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1997 gab Klöckner die Entscheidung bekannt, sich künftig auf sein Kerngeschäft, den Stahl- und Metallhandel, zu konzentrieren. Um diesen Wandel auch im Außenauftritt sichtbar zu machen, wurde ein neues Logo, der bis heute genutzte Klöckner & Co-Hund und der Claim „multi metal distribution“ eingeführt.

Während Klöckner seinen lagerhaltenden Stahlhandel in Europa weiter ausbaute, begann der Verkauf der nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten des Konzerns. 1997 gliederte Klöckner & Co den Textilbereich aus dem Unternehmen aus und übertrug ihn zur Veräußerung auf eine nicht konsolidierte Beteiligungsgesellschaft. Zum Jahresende gab der Konzern die verbliebene Beteiligung an der Thyssen Klöckner Recycling GmbH an die Mehrheitsgesellschafterin ab. Anfang 1998 folgte der Verkauf der Klöckner Chemiehandel GmbH. Die Computer 2000 AG wechselte im Sommer 1998 den Besitzer und wurde an die US-amerikanische Tech Data Corporation verkauft. Auch das Engagement bei der Röder Zeltsysteme und Service AG wurde im Sommer 1998 planmäßig beendet. Fast zeitgleich gab das Unternehmen auch seine Restbeteiligung an der Klöckner Industrie-Anlagen GmbH (INA) an die Mehrheitsgesellschafterin ab.

Damit hatte sich Klöckner in nur 15 Monaten komplett neu aufgestellt: Aus dem ehemaligen Mischkonzern war ein reiner Stahl- und Metalldistributor geworden. Gemessen am Umsatz halbierte sich das Geschäftsvolumen von 18,6 Milliarden Mark 1997 auf 9,5 Milliarden Mark 1998. Die Mitarbeiterzahl ging von 14.655 auf 10.752 zurück.

Im Herbst 1998 hatte die damalige Muttergesellschaft des Unternehmens, die VIAG, bekannt gegeben, dass sie sich mittelfristig vom Duisburger Stahldistributor trennen wolle. 2001 wurde Klöckner & Co an die Balli-Gruppe, einen britischen Werkstoffhändler, verkauft. Klöckner beschäftigte damals 10.000 Mitarbeiter und setzte jährlich 4,8 Mrd. € um. Dabei hatten die beiden iranischen Inhaber der Balli-Gruppe der ca. 1,1 Mrd. € schweren Übernahme wie folgt finanziert: Hassan Alaghband und Vahid Alaghband gestanden, noch vor der Übernahme 47,5 Mio. € des Klöckner & Co-Konzerns zur Finanzierung von den Klöckner & Co-Konten abgezogen zu haben. Zuvor war von 120 Mio. € die Rede, die von Klöckner & Co-Konten in die Schweiz geflossen seien. Die Brüder wurden jeweils zu eineinhalb Jahren Bewährungsstrafe und Geldstrafen zwischen 1,75 Mio. € und 2,25 Mio. € wegen Untreue bzw. Anstiftung zur Untreue verurteilt. Im Prozess um die Finanzierungsmethode beklagten die beiden Inhaber, die WestLB habe im Wissen um Ballis Finanzierungsprobleme einen 150-Mio.-€-Kredit verweigert, um vom Pfandrecht an den Klöckner-Aktien auf Kosten Ballis Gebrauch und selbst ein gutes Geschäft zu machen.

Zwei Jahre nach der Übernahme verkaufte Balli 94,5 % des Stahl- und Metallhandelshauses an die WestLB und 5,1 % an die Hamburgische Landesbank. Im Zuge des Eigentümerwechsels gab es auch einen Wechsel an der Führungsspitze des Konzerns. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Dr. Thomas Ludwig, der bereits von 1991 bis 1995 dem Klöckner & Co-Vorstand angehört hatte. Unter seiner Ägide wurde die strategische Expansion des Unternehmens wieder aufgenommen.

Börsengang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 ging Klöckner an die US-amerikanische Private-Equity-Firma Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB),[7] die es schließlich im Juni 2006 an die Börse brachte und im Oktober auch die Mehrheit am Aktienbesitz abgab. Zurzeit befindet sich das gesamte Kapital in Streubesitz (Stand: August 2011).

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Die Aktien sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im regulierten Markt mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) zugelassen. Am 29. Januar 2007 wurde die Aufnahme der Klöckner & Co-Aktie in den MDAX-Index der Deutschen Börse vollzogen. Mittlerweile stellen institutionelle Investoren die größte Aktionärsgruppe dar. Insgesamt halten die identifizierten institutionellen Investoren 50 % aller Aktien. Der überwiegende Teil der institutionellen Aktionäre kommt aus Deutschland und den USA. Privatinvestoren halten rund 28 % der Aktien.[8]

Expansive Akquisitionsstrategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Börsengang 2006 setzt Klöckner & Co auf eine expansive Akquisitionsstrategie und hat bereits 24 Unternehmen übernommen. Mittlerweile gehört Klöckner & Co zu den 80 größten börsennotierten Konzernen Deutschlands. Im April 2007 teilte Klöckner den Kauf über die US-Tochter Namasco der Stahl-Distributionsfirma Primary Steel mit. Klöckner kann durch die neue US-Tochter die Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt deutlich ausbauen, der Umsatz erhöht sich dort um rund 60 Prozent [9].

Im April 2008 wurde Ulrich Becker in den Vorstand berufen. Neben den operativen Aktivitäten des Konzerns in Europa verantwortete Becker das Geschäft der Klöckner Global Sourcing sowie die Bereiche Logistik, Prozessmanagement und das Internationale Produktmanagement. Kurze Zeit später, im August 2008, erfolgte die Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft [10]. Fortan firmiert der Konzern als Klöckner & Co SE.

Als Reaktion auf die sich ab 2007 ausweitende Finanzkrise führte die Klöckner ab Oktober 2008 ein mit „Wave 1“ betiteltes Sofortmaßnahmenprogramm ein. Dieses beinhaltete die vorübergehende Aussetzung von Akquisitionen, die Kostensenkung sowie die Reduktion von Schulden und die Absicherung der Konzernfinanzierung. Im März 2009 wurde ein weiteres Sofortmaßnahmenprogramm („Wave 2“) aufgelegt. Um die seit dem Börsengang im Jahr 2006 verfolgte Akquisitionsstrategie wieder aufzunehmen, emittierte Klöckner im Juni 2009 eine Wandelanleihe und führte kurz darauf eine Kapitalerhöhung durch.

Im November 2009 übernahm Gisbert Rühl von Thomas Ludwig den Vorstandsvorsitz der Klöckner & Co. Neben seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender (CEO) bekleidet Rühl auch weiterhin sein Amt als Finanzvorstand (CFO) des Konzerns. Zehn Tage nach dem Amtsantritt von Gisbert Rühl unterzeichnete Klöckner einen Vorvertrag über den Erwerb der Becker Stahl-Service Gruppe (BSS).[11] Nachdem Klöckner & Co mit der im Januar 2010 getätigten Übernahme der Bläsi AG [12] die wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise kurzfristig ausgesetzte Akquisitionsstrategie wieder aufgenommen hatte, vermeldete der Klöckner & Co-Vorstand am 1. März 2010 den erfolgreichen Abschluss der Akquisition von BSS.[13]

Im April 2011 übernahm Klöckner Macsteel Service Centers USA [14]. Im Mai 2011 erfolgte die Übernahme von Frefer – Brasiliens drittgrößtem unabhängigen Stahl- und Metalldistributor.[15] Rund einen Monat später, im Juni 2011, führte Klöckner eine Kapitalerhöhung durch. Durch die Ausgabe von 33.250.000 neuen Stückaktien erzielte der Konzern einen Netto-Emissionserlös von rund 516 Mio. €, der maßgeblich für die weitere Fortführung der Wachstumsstrategie „Klöckner & Co 2020“ eingesetzt werden soll. Ende 2011 eröffnete Kloeckner Metals (Changshu) Co., Ltd., eine Tochtergesellschaft von Klöckner & Co, das konzernweit erste Stahl-Service-Center in China. Es steht in Changshu, einer kreisfreien Stadt im Osten der Volksrepublik, in der Nähe zu Shanghai und den Provinzen Shandong, Zhejiang, Jiangsu und Anhui. Bislang beliefert Kloeckner Metals vor allem die im Umland von Changshu ansässigen Maschinen- und Anlagenbauer aus Europa.[16]

Vor dem Hintergrund der nachlassenden Stahlnachfrage in Europa sowie der unsicheren konjunkturellen Perspektive hatte der Konzern bereits im Herbst 2011 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm aufgelegt und im Rahmen dessen 70 Standorte verkauft oder geschlossen und rund 2.200 Stellen abgebaut. Ende 2013 hat Klöckner das Restrukturierungsprogramm abgeschlossen. Das teilte Vorstandschef Gisbert Rühl am 6. März 2014 auf der Bilanzpressekonferenz mit.[17]

Digitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen seiner langfristigen Wachstumsstrategie hat sich Klöckner & Co zum Ziel gesetzt, seine gesamte Lieferkette zu digitalisieren. Um alle darauf ausgerichteten Projekte unter einem Dach zu bündeln, hat Klöckner & Co Ende 2014 mit kloeckner.i ein eigenes Group Center of Competence für Digitalisierung gegründet. Die Büroräume der neuen Gesellschaft liegen in der Nähe des Rosenthaler Platzes, einem der zentralen Anlaufpunkte für Start-ups und die digitale Wirtschaft in Berlin. Mittlerweile beschäftigt kloeckner.i über 20 Mitarbeiter. Erste Projekte wie ein Webshop, ein Kontraktportal sowie eine Serviceplattform sind mittlerweile für Kunden des Stahlkonzerns online verfügbar.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorstand auf kloeckner.com
  2. a b Klöckner & Co SE: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 1. März 2016 (PDF; 13,2 MB).
  3. Konzern auf kloeckner.com
  4. Konzernstruktur auf kloeckner.com
  5. Umsatz nach Märkten auf kloeckner.com
  6. a b c Klöckner & Co SE: Jubiläumsmagazin. Abgerufen am 20. Juni 2016 (PDF; 16,8 MB).
  7. WestLB AG veräußert Klöckner & Co AG an Lindsay Goldberg & Bessemer-Fonds
  8. [1]
  9. Pressemitteilung von Klöckner vom 13. April 2007
  10. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 8. August 2008
  11. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 11. November 2009
  12. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 25. Januar 2010
  13. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 1. März 2010
  14. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 29. April 2011
  15. Pressemitteilung von Klöckner & Co vom 6. Mai 2011
  16. Website Klöckner & Co / Geschichte
  17. Klöckner & Co SE: Präsentation Bilanzpressekonferenz. Abgerufen am 6. März 2013 (PDF; 521 kB).
  18. Klöckner & Co 2020