Physikalischer Verein

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Physikalischer Verein
Physikalischer Verein Logo.png
Zweck: Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung in den physikalisch orientierten und benachbarten Naturwissenschaften einschließlich der Astronomie und der Technik[1]
Präsident: Wolfgang Grünbein
Gründungsdatum: 24. Oktober 1824
Mitgliederzahl: circa 1700[2]
Sitz: Frankfurt am Main
Website: www.physikalischer-verein.de

Der Physikalische VereinGesellschaft für Bildung und Wissenschaft – ist ein am 24. Oktober 1824 gegründeter wissenschaftlicher Verein in Frankfurt am Main,[3] der seine Gründung auf eine Anregung Johann Wolfgang von Goethes zurückführt. Bis 1834 bot der Verein als Museum zusätzlich zu Vorträgen auch Besichtigungen seiner Sammlung von naturwissenschaftlichen Apparaten an. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Verein zu einer Art technischem Überwachungsverein für Frankfurt und einer naturwissenschaftlichen Akademie. Als 1914 die Frankfurter Universität als Stiftungsuniversität gegründet wurde, brachte der Physikalische Verein seine acht naturwissenschaftlichen Institute in seinem 1908 errichteten Gebäude in die Stiftung ein.[4]

Die wissenschaftliche Breitenbildung für die allgemeine Öffentlichkeit, die seit der Gründung ein weiteres Ziel des Vereins gewesen war, wurde nach Gründung der Universität zum Schwerpunkt der Tätigkeiten.

Bis 2005 war im Gebäude des Vereins der Fachbereich Physik der Universität untergebracht, seit 2010 ist es im Besitz der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Seit Dezember 2013 wird das Gebäude renoviert, voraussichtlich 2016[4] wird der Verein seine dortigen Räumlichkeiten samt Sternwarte wieder beziehen.

Der Verein bietet heute unter anderem Vorträge, Seminare und astronomische Beobachtungen an. Er veranstaltet die größten Science-Slams Deutschlands.[2][5][6] Zusätzlich betreibt er die Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte auf dem Kleinen Feldberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

1814 hatte Johann Wolfgang von Goethe gefordert:

„Wäre es möglich, einen tüchtigen Physiker herbei [nach Frankfurt] zu ziehen, der sich mit dem Chemiker vereinigte und dasjenige heranbrächte, was so manches andere Kapitel der Physik, woran der Chemiker keine Ansprüche macht, enthält und andeutet; setzte man auch diesen in Stand, die zur Versinnlichung des Phänomens nötigen Instrumente anzuschaffen, so wäre in einer großen Stadt für wichtige, insgeheim immer genährte Bedürfnisse und mancher verderblichen Anwendung von Zeit und Kräften eine edlere Richtung gegeben.“

Johann Wolfgang Goethe:  Am Rhein, Main und Neckar. In: Autobiographische Schriften. Band III, S. 297.[7]

„Man erkundige sich, welchen Einfluß die Universitäten in Berlin, Breslau, Leipzig auf das praktische Leben der Bürger haben; man sehe, wie in London und Paris, den bewegtesten und tätigsten Orten, der Chemiker und Physiker gerade sein wahres Element findet; und Frankfurt gar wohl das Recht, nach seinem Zustand, seiner Lage, seinen Kräften für so löbliche Zwecke mitzueifern.“

Johann Wolfgang Goethe:  Am Rhein, Main und Neckar. In: Autobiographische Schriften. Band III, S. 299.[8]

Unter anderem auf Grund dieser Anregung gründeten am 24. Oktober 1824 elf Frankfurter Bürger unter der Führung von Christian Ernst Neeff[4] und Johann Valentin Albert[3] ein Physikalisches Museum. Weitere Gründer waren Johann Jacob Casimir Buch, Joseph Aschbach, Johann Michael Mappes und Johann Georg Neuburg. Viele von ihnen hatten bereits bei der Gründung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft mitgewirkt, die sich aber nicht mit Physik und Chemie beschäftigte.[9] Albert hatte eine umfangreiche Sammlung an naturwissenschaftlichen Apparaturen, die er samt Räumlichkeiten in der Schäfergasse zur Verfügung stellte. Ab dem 29. Oktober war ebendort das Physikalische Museum für die Öffentlichkeit geöffnet, Vorlesungen fanden für Vereinsmitglieder statt.[10]

Am 24. November[11] desselben Jahres hielt Neeff die Eröffnungsrede des Museums in der ersten Versammlung der Gründer und weiterer Besucher.[12] Außerdem wurden bei dieser Versammlung die ersten Statuten des Vereins verabschiedet.[13] Ziel des Vereins war nach Paragraph §1 der Vereinssatzung „[…] sich gegenseitig zu belehren, um Kenntnisse in der Physik und Chemie allgemeiner zu verbreiten, und diese Wissenschaften selbst so viel als möglich zu fördern und zu bereichern […].“

Bereits im Dezember begannen unregelmäßig öffentliche Vorträge im Museum des Vereins, den ersten dieser Vorträge hielt am 10. Dezember der Sohn des Mitbegründers Johann Valentin Albert über Die Einrichtung und Gebrauch des Woltmann’schen hydrodynamischen Flügels oder Strommessers. Besondere Aufmerksamkeit bekam das Museum, als 1825 die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte im Rahmen ihrer vierten Versammlung das Museum besuchte. 1826 hielt der bekannte Wissenschaftler Ernst Chladni eine Reihe von Vorträgen im Verein.[14] Schnell war im Haus in der Schäfergasse zu wenig Platz für Besucher und Apparate und so verkaufte Albert sein privates Wohnhaus und kaufte mit dem Erlös ein Haus in der Töngesgasse, in welches das Museum zog.[3]

Erster festangestellter Lehrer[Bearbeiten]

Im mittleren Teil des Gebäudekomplexes standen dem Verein Räumlichkeiten zur Verfügung
Eine Zeichnung des Telefons von Reis

1828 und 1829 hielt Beat Friedrich von Tscharner zwei erfolgreiche Vortragsreihen in Frankfurt ab.[15] Diese Vorträge standen zwar nicht im Zusammenhang mit dem Physikalischen Verein, sorgten aber dafür, dass das Interesse an Physik und Naturwissenschaften in Frankfurt wuchs. Der Verein veranstaltete Vorträge zu ähnlichen Themen und stellte für das Wintersemester 1828/29 ein eigenes Vortragsverzeichnis auf.[16] Regelmäßige Veranstaltungen wie die von Tscharner konnte der Verein allerdings weiterhin nicht abhalten, da nach wie vor nur ehrenamtlich tätige Referenten Vorträge gehalten wurden. Es blieb bei gelegentlichen Vorträgen, die vorher im Frankfurter Intelligenzblatt angekündigt wurden. Johann Karl Passavant, der Vorsitzende des Vereins, konnte auf der Generalversammlung 1833 erreichen, dass Karl Werner Maximilian Wiebel als ständiger Lehrer für Physik und Chemie angestellt wurde. Mit dieser Anstellung sollte ein regelmäßiges Vortragsprogramm realisiert werden. Außerdem veranlasste Passavant, dass der Verein sich 1834 von Albert trennte.[16] Da die Dr. Senckenbergische Stiftung dem Verein Räumlichkeiten in ihrem Stiftungshaus in der Bleichstraße kostenfrei zur Verfügung stellte.[15][17] war keine finanzielle und räumliche Abhängigkeit zu Albert mehr gegeben.

Seit 1831 hatte der Physikalische Verein Wetterdaten[18] in Frankfurt und anderen hessischen Städten gesammelt und diese dem Senat der Freien Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt. Der Verein erhoffte sich daher, als er 1835 an den Senat herantrat, eine finanzielle Förderung, die für die Bezahlung der Lehrkraft benötigt wurde. Wiebel hatte den Verein 1835 verlassen, Nachfolger wurde Rudolf Christian Böttger.[19] Als Gegenleistung für die finanzielle Förderung wurde der Verein verpflichtet, Vorlesungen zur Physik und Chemie speziell für die Schüler der Höheren Lehranstalten abzuhalten. Außerdem sollten auf Anfrage der städtischen Behörden Gutachten erstellt werden.[20] In den nachfolgenden Jahren wurden unter anderem Gutachten zu Patentanträgen Frankfurter Bürger beauftragt[16] Die meisten Gutachten wurden von Böttger und Johann Philipp Wagner ausgearbeitet.

Am 25. Februar 1837 stellte Wagner dem Verein seinen Erfindung eines elektrischen Hammers, einen elektromechanischen Unterbrecherkontakt, vor.[21] 1838 wurde im Turm der Paulskirche eine Sternwarte eingerichtet.[22] Dort sorgte sie im Auftrag des Senats für den korrekten Gang der öffentlichen Turmuhren,[23] wurde jedoch auch als Sternwarte für astronomische Beobachtungen benutzt.

1851 wurde Johann Philipp Reis Mitglied des Physikalischen Vereins.[24] Am 26. Oktober 1861 stellte er sein Telefon im Verein bei einem öffentlichen Vortrag vor.[25] Am 16. November folgte ein weiterer Vortrag, der im Jahresbericht des Physikalischen Vereins gedruckt wurde. Die Vorführung seines Telefons sorgte bei einigen Vereinsmitgliedern zwar für Unverständnis, aber für Begeisterung.[26] 1867 trat Reis wieder aus dem Verein aus.[27]

Weitere Dozenten des Physikalischen Vereins bis 1864 waren unter anderem Friedrich Eisenlohr,[28] Ernst Abbe[28] und Friedrich Kohlrausch.[29]

Erster Neubau des Vereinsgebäudes[Bearbeiten]

Nach der Annexion von Frankfurt durch Preußen 1866 war die finanzielle und politische Position des Vereins nicht mehr sicher. Der Senat der Freien Stadt Frankfurt, der vorher Geld für den Verein bereitstellte war aufgelöst worden. Außerdem war im gleichen Jahr das Stifthaus abgerissen worden. Aus diesem Grund sollte keine weitere Lehrkraft eingestellt werden, es konnten jedoch weiterhin Vorträge von Lehrern und Professoren durchgeführt werden, die sich ehrenamtlich engagierten.[30] Zu diesen Ehrenamtlichen gehörte unter anderem Karl Zöppritz. Erst 1868 wurde die Stelle eines Dozenten für Physik durch Wilhelm August Nippoldt und anschließend Georg Krebs wieder besetzt.[20] Nach dem Tod von Böttger 1881 wurde dessen Lehrstelle für Chemie durch Bernhard Lepsius neu besetzt.[31] Die Lehrkräfte erarbeiteten 1885 ein Testgerät für Blitzableiter, das weithin Beachtung fand.[32][20]

Im Juli 1876 erlangte der Verein durch eine königliche Kabinettsorder die offizielle Bestätigung als Juristische Person im Deutschen Kaiserreich.[26] Ein Jahr später wurde ein neues Gebäude des Vereins am 19. Oktober 1887 in der Stiftsstraße 32 eröffnet.[26] Das Grundstück gehörte der Dr. Senckenbergische Stiftung und wurde dem Verein in Erbpacht übergeben.[33] Das Gebäude besaß einen Hörsaal für 200 Personen, ein chemisches Laboratorium für 24 Personen, ein physikalisches Kabinett, ein Observatorium für meteorologische Beobachtungen und eine Reihe weiterer Räume.[34][35] Zum Bau hatten Theodor Petersen, Vorsitzender des Vereins, und Heinrich Roessler, Schatzmeister, finanziell beigetragen. Weiterhin im Turm der Paulskirche befand sich die Sternwarte des Verein.

Durch Spenden finanziert konnte der Verein 1888 eine Elektrotechnische Lehr- und Untersuchungsanstalt eröffnen. Die Anstalt unterteilte sich schon bald in die Elektrotechnische Lehranstalt und die Elektrotechnische Untersuchungsanstalt. Beide gingen später in das Institut für angewandte Physik der Frankfurter Universität über. Auf der großen Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung von 1891 in Frankfurt war der Verein vertreten. Hier waren neben den Büsten von Reis und Soemmerring auch deren original Telefon beziehungsweise Telegraf ausgestellt.[36] 1896 bauten Walter König und weitere Mitglieder des Vereins eine Röntgenapparatur, die Röntgenstrahlen genügender Stärke erzeugen konnte, um damit Menschen zu röntgen.[26] Sie war eine der erste ihrer Art; die Röntgenstrahlung war erst 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt worden, der kurz vorher Ehrenmitglied des Vereins wurde. Einige Jahre später wurde die Apparatur ins Bürgerhospital gebracht.

Weitere Dozenten des Verein bis 1908 waren unter anderem Hermann Theodor Simon, dessen Assistent Max Reich, sowie Martin Freund.[37] Zu den zahlreichen Assistenten am Verein gehörte unter anderem James Franck.[38]

Zweiter Neubau[Bearbeiten]

Geplanter Neubau
Franz von Hoven, Physikalischer Verein (Entwurf 01).jpg
Entwurf von Franz von Hoven
Richard Dielmann, Physikalischer Verein, Entwurf.png
Entwurf von Richard Dielmann

1897 machte sich der Vorstand des Vereins erneut Gedanken über einen Standortwechsel, bereits vorher war über einen Erweiterungsbau nachgedacht worden. Unter anderem hatte der Architekt Franz von Hoven einen Plan für einen Erweiterungsbau des bestehenden Gebäudes in der Stiftsstraße vorgelegt, der den vorhandenen Raum verdoppelt hätte. Dieser Plan musste allerdings verworfen werden als bekannt wurde, dass durch die Stiftsstraße eine Straßenbahn verlegt werden sollte, die die physikalischen Geräte durch Erschütterung gestört hätte.[38] Auch weitere Pläne von Franz von Hoven und Richard Dielmann, nach denen das neue Gebäude auf dem Eckgrundstück zwischen Bleichstraße und Brönnerstraße gebaut werden sollte, wurden verworfen. Denn die die Dr. Senckenbergische Stiftung und der Verein kamen 1899 zum Entschluss neue Gebäude außerhalb der Innenstadt zu errichten. Als neuer Standort wurde die Viktoria-Allee (heute Senckenberganlage) gewählt.[39] 1906 kam es zum Vertragsabschluss, gemäß dem der Verein von der Dr. Senckenbergische Stiftung eine Abfindung für das bestehende Gebäude in der Stiftsstraße erhielt. Das Gelände für den Neubau wurde dem Verein abermals durch Erbpacht zur Verfügung gestellt.

Beim Bau des Vereinsgebäudes 1906 kam es zu Problemen, da sich herausstellte, dass das alte Bett des Kettenhofbaches unter dem geplanten Gebäude lag.[40] Aus diesem Grund konnte keine Grundsteinlegung erfolgen, stattdessen wurde am 13. Mai 1906 ein Schlussstein im Dachgeschoss gesetzt.[41] Finanziert wurde das Gebäude hauptsächlich durch Spenden, die Baukosten betrugen mehr als 1,5 Millionen Mark.[41] Treibende Kräfte beim Neubau des Gebäudes waren Eugen Hartmann und Leo Gans, die beide Vorstandsmitglieder des Vereins waren und selbst namhafte Geldbeträge spendeten.[42]

Das Gebäude wurde bereits 1907 bezogen, die feierliche Einweihung fand erst 1908 statt. Zu den Gästen zählten neben verschiedenen Vertretern der umliegenden Universitäten und wissenschaftlichen Akademien auch Friedrich Kohlrausch als ältester noch lebender ehemaliger Dozent des Vereins. Auch Ferdinand von Zeppelin,[42] seit 1907 Ehrenmitglied des Vereins, war unter den Gästen.

Das noch heute bestehende Gebäude hatte eine Länge von fast 100 m und vier (heute fünf) Etagen. Neben einem großen Hörsaal gab es zwei kleinere mit 140 bzw. 160 Sitzplätzen. Ein vierter Hörsaal mit 180 Sitzplätzen war für Elektrotechnik-Vorlesungen gedacht. Im Dachgeschoss waren Wohnungen für Hausmeister und weitere Personen wie Assistenten gelegen. Ein Aufzug verband die Stockwerke, die Sternwarte war nur über eine Treppe erreichbar. Von der Plattform auf dem Dach aus konnten kleine Wetterballons gestartet werden, außerdem befanden sich dort Antennen für Telegraphie.

Im linken westlichen Flügel des Gebäudes befand sich das Chemische Institut. In diesem Gebäudeteil waren chemische Labore, Werkstätten und eine Apparaturen- und Chemikaliensammlung untergebracht. Im zweiten Geschoss befand sich das Physikalisch-Chemische Institut. Im Dachgeschoss wohnten Glasbläser und Laborassistenten. Der rechte Flügel beherbergte das Elektrotechnische, das Physikalische und das Meteorologische Institut sowie die Sternwarte. Neben Mess- und Maschinenräumen für das Elektrotechnische Institut befanden sich hier auch eine Sammlung physikalischer Apparate, Übungssäle, eine Wetterstation und die Sternwarte. Die Sternwarte war mit einem zehnzölligen Äquatorial von Carl Zeiss ausgestattet.

In einem Pavillon im Garten des Vereins befanden sich weitere Apparate, unter anderem zur Wetterbestimmung. Im Palmengarten und auf dem Kleinen Feldberg befanden sich meteorologische Beobachtungsstationen. In Offenbach besaß der Physikalische Verein ein Lagerhaus für Ballons.[42][40]

Zu den Dozenten des Physikalischen Vereins bis 1914 zählten Richard Wachsmuth[43], Kurt Wegener[44] und Franz Linke.[45] Linke war der letzte Dozent, der unmittelbar beim Physikalischen Verein angestellt war, alle weiteren Dozenten wurden von der Frankfurter Universität berufen.

Gründung der Universität[Bearbeiten]

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in Frankfurter Zeitungen vermehrt diskutiert, ob eine Universität in Frankfurt wünschenswert sei oder nicht. Es bestand der Wunsch nach einer Stiftungsuniversität, bei der die Stifter mitbestimmen können. Den Stiftern, zu denen auch der Verein gehörte, schwebte eine Privatuniversität nach amerikanischem Vorbild vor. Widerstände gegen eine weitere hessische Universität kamen unter anderem aus Marburg.[46] Am 10. Juni 1914 bewilligte Wilhelm II. die Einrichtung einer Universität unter der Voraussetzung, dass keine zusätzlichen Gelder aus staatlicher Hand zur Finanzierung erforderlich waren. Der Physikalische Verein stellte der Universität seine acht Institute im Vereinsgebäude zur Mitbenutzung zur Verfügung.[46][4]

Schon 1913 hatte der Verein auf dem Kleinen Feldberg das Taunusobservatorium gegründet. Auf diesem Forschungsgelände befanden sich Einrichtungen der Meteorologie und eine Erdbebenwarte, die vom Physikalischen Verein betrieben wurden.

Der Erste Weltkrieg und die Deutsche Inflation 1914 bis 1923 führten sowohl bei der Universität, als auch beim Physikalischen Verein zu großen finanziellen Schwierigkeiten. Zwar musste der Verein seit Gründung der Universität keine Gehälter mehr für Dozenten bezahlen, er hatte sich aber verpflichtet die Assistentengehälter und den Unterhalt des Gebäudes zu tragen. Erst ab 1923 übernahm die Universität auch diese Kosten.[47] Zu den finanziellen Sorgen des Vereins kam ein großer Mitgliederschwund. Von den 1100 Mitgliedern vor dem Ersten Weltkrieg traten 1925 circa 400 aus.[46]

Erweiterung der Institute[Bearbeiten]

Nach 1914 waren alle Forschungsarbeiten Sache der Universität, der Physikalische Verein veranstaltete nur noch Vorträge, die zur allgemeinen Weiterbildung beitrugen. Neben Themen der Physik wurden in diesen unter anderem auch astronomische Themen behandelt. Seit 1836 waren ununterbrochen Schülervorlesungen abgehalten worden, diese wurden ebenfalls fortgeführt.

Erinnerungstafel an den Stern-Gerlach-Versuch

Den bedeutenden Stern-Gerlach-Versuch zur damals neuen Quantenphysik unternahmen 1922 die Physiker Otto Stern und Walther Gerlach im Institutsgebäude des Vereins. Auf den Ergebnissen des Versuchs zur Richtungsquantelung von Drehimpulsen bei Atomen[4] beruhen unter anderem Atomuhren und Laser. Eine am südlichen Eingang des Gebäudes angebrachte Tafel mit grafischer Darstellung des Versuchsaufbaus erinnert heute daran.

1926 erwarb der Physikalische Verein die Villa von August Albert, dem Enkel des Mitbegründers Johann Valentin Albert, in der Feldbergstraße. Finanziert werden konnte dieser Kauf durch Kredite. Das Gebäude wurde dem Meteorologischen Institut mit seinem bestehenden regionalen Wetterdienst zur Verfügung gestellt.[48] Das Institut für Allgemeine Chemie hatte zwar in den Jahren 1913–1919 vom Preußischen Staat ein eigenes Gebäude zur Verfügung gestellt bekommen, die Physikalische Chemie war allerdings weiterhin im Hauptgebäude untergebracht. Benachbart zum Gebäude wurde eigens für das Institut für Physikalische Chemie ein Erweiterungsbau vom Physikalischen Verein errichtet. Am 11. Mai 1931 wurde dieses Gebäude eingeweiht, die Eröffnungsrede hielt Fritz Haber.[49] Der Kettenhofweg auf Höhe des Vereinsgebäudes war zwischenzeitlich auf Anregung des Vereins nach dem Ehrenmitglied Robert Mayer in Robert-Mayer-Straße umbenannt worden.

Ende der Weimarer Republik und Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Der große Hörsaal wurde 1932 für die von Oberstudiendirektor Hofmann durchgeführte Filmvorführungsreihe Über die Lage der deutschen Ostprovinzen zur Verfügung gestellt.[50] Ab 1933 fanden unregelmäßig Vorträge statt, die von verschiedenen Regierungsämter durchgeführt wurden.[50] Ab 1939 veranstaltete die NS Gemeinschaft Kraft durch Freude hin und wieder astronomische Beobachtungen und Vorträge in der Sternwarte. Der Physikalische Verein konnte jedoch fast bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs seine wissenschaftlichen Vorträge abhalten.

Da die Johann Wolfgang Goethe-Universität als „jüdisch-marxistische“ Universität verunglimpft wurde, drohte deren Auflösung.[51] Der Physikalische Verein wollte es sich im Fall der Auflösung zur Aufgabe machen finanzielle Mittel „[...] zu beschaffen, damit er seine ursprüngliche, satzungsgemäße Aufgabe weiter erfüllen kann, als Forschungsinstitut der Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in allen Kreisen der Frankfurter Bevölkerung […] zu dienen“.[52]

Im Januar 1939 war ein Anschluss des Physikalischen Vereins an das Hauptamt für Technik in der NSDAP im Gespräch. Der Physikalische Verein lehnte diesen Anschluss und Regulierungen durch das Amt ab, mit der Begründung „[…], dass es sich bei den Vorträgen des physikalischen Vereins um wissenschaftliche, nicht aber um technische Vorträge handelt, die nicht der Kompetenz des Amts für Technik unterstehen.“[53]

Ab 1939 wurden Mitglieder „nichtarischer“ Abstammung aufgrund gesetzlicher Verbote aus dem Mitgliederverzeichnis gestrichen, wovon etwa 50 Mitglieder betroffen waren. Auch eine Marmortafel, die im Gebäude angebracht war und die Namen aller ewigen Mitglieder beinhaltete, sollte deshalb auf Verlangen der Stadtverwaltung entfernt werden. Der Vorstand des Vereins befand „dass die Übertapezierung den angestrebten Zweck erfüllt und zur Zeit kein Bedürfnis besteht, die Tafeln entfernen zu lassen.“[53] Die Tafeln befinden sich noch heute im Eingangsbereich des Gebäudes.

Während des Zweiten Weltkriegs konnte der Verein zwar Vorträge ungestört durchführen, Mitgliederversammlungen wurden ab 1943 aber verboten. Die Elektrotechnische Lehranstalt musste das Gebäude in der Robert-Mayer-Straße verlassen, um dem Institut für Angewandte Physik, das kriegswichtige Forschungen leistete, mehr Platz zu schaffen.[54]

Bei den Luftangriffen am 18. März und am 22. März 1944 trafen mehrere Brandbomben das Gebäude des Vereins.[55] Das unbeschädigte Teleskop der Sternwarte wurde daraufhin in Sicherheit gebracht. In der Nacht vom 12. auf den 13. September zündete eine Luftmine[55] in der Robert-Mayer-Straße direkt vor dem Eingang des Vereinsgebäudes. Die Räume des Erdgeschosses wurden beschädigt, das Institut für Physikalische Chemie in der gleichen Nacht von einer Sprengbombe vollständig zerstört. Am 5. März 1945 traf eine Bombe die Decke des großen Hörsaals und richtete großen Schaden an. Sie traf aber auf einen Stahlträger und wurde so am weiteren Eindringen in das Gebäude gehindert.[55] Nachdem die beiden kleinen Hörsäle im zweiten Obergeschoss bereits im September 1944 ausgebrannt waren, blieb nur noch der kleine Hörsaal des Instituts für Angewandte Physik im Erdgeschoss.

Entwicklung seit 1945[Bearbeiten]

Seine erste Mitgliederversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg hielt der Verein am 10. Juni 1946 ab. Am 9. Juli 1946 erreichte der Physikalische Verein die Lizenzierung durch das Kultusministerium und die Militärregierung der amerikanischen Besatzungszone und konnte seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Bis zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 1949 war das Gebäude nur teilweise wiederhergestellt. Im unbeschädigten kleinen Hörsaal im Erdgeschoss fanden schnell wieder regelmäßige Vorträge statt. Auch die Institute der Universität konnten ab 1949 wieder ihre Arbeit aufnehmen. Die Besucherzahl der Schülervorlesungen und anderer öffentlicher Vorträge des Vereins ging gegenüber der Vorkriegszeit jedoch stark zurück.

Am 28. Oktober 1951 wurde das Richtfest für den Wiederaufbau gefeiert.[56] Das Gebäude wurde im Geschmack der Zeit und aus Kostengründen einfacher gehalten. Die Verzierungen, die unter anderem am Mittelrisalit angebracht waren, wurden nicht wiederhergestellt. Das Gebäude wurde um eine Etage erhöht, die Plattform auf dem Dach und ihre Einrichtungen entfielen damit. Nachdem Ende 1954 die finanziellen Mittel des Vereins erschöpft waren, konnten die Bauarbeiten erst im Frühjahr 1955 weitergeführt werden, nachdem ein weiterer Kredit bewilligt worden war. Der große Hörsaal wurde erst am 28. Mai 1956 eingeweiht. Erst 1960 konnte auch die im März 1945 komplett ausgebrannte Sternwarte wieder ihren Betrieb aufnehmen, jetzt als Volkssternwarte.

Im Juli 1998 errichtete der Verein auf dem Gelände des Taunusobservatoriums auf dem Kleinen Feldberg eine weitere Sternwarte.[57] Die Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte wurde nach dem früheren Vorsitzenden und Ehrenmitglied Hans-Ludwig Neumann benannt. Die technische Ausstattung der Sternwarte eignet sich auch zur wissenschaftlichen amateur-astronomischen Forschung. Auch Studierende der Astronomie und Astrophysik werden hier ausgebildet.

Aktuelles[Bearbeiten]

Sternwarte des Physikalischen Vereins im Jahr 2004

Das Gebäude in der Robert-Mayer-Straße wird seit Dezember 2013 renoviert, die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis 2016 dauern.[58] In der Zwischenzeit hat der Verein sein Büro in der Hamburger Allee im Gebäude des Museums Experiminta, für Vorträge benutzt er den Hörsaal BiK-F. Wöchentlich findet die Vortragsreihe Astronomie am Freitag statt, die nur in den hessischen Sommer- und Winterferien unterbrochen wird. Diese Vortragsreihe behandelt Themen der Astronomie und Astrophysik. Unregelmäßig werden in der Vortragsreihe NaturWissenschaft und Technik Vorträge von Wissenschaftlern und Ingenieuren gehalten, die ihre Forschungsergebnisse und Entwicklungen präsentieren. Die seit 1836 angebotenen Schülervorlesungen werden zur Zeit aufgrund des Umbaus nicht angeboten. Diese richten sich an Schüler der Gymnasialen Oberstufe. Der Physikalische Verein bietet außerdem Seminare zur praktischen Astronomie und Lehrerfortbildungen an. Der Verein nahm bis zum seinem Umzug regelmäßig an der Nacht der Museen in Frankfurt teil.

Seit 2010 veranstaltet der Physikalische Verein Science-Slams in Frankfurt. Heute sind diese mit bis zu 1300 Besuchern die größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland.[2][5][6] Beim Frankfurter Slam wird der Bembel der Weisheit als Hauptpreis verliehen. Moderiert wurden verschiedene Slams vom Fernsehmoderator Thomas Ranft.[59]

Nach Fertigstellung des Umbaus 2016 soll die Volkssternwarte, wie vorher, der Öffentlichkeit zur astronomischen Beobachtung zur Verfügung gestellt werden. Dort befindet sich ein Fernrohr mit einem Durchmesser von 21 cm und einer Brennweite von 310 cm. Die historische Glaslinse des Teleskops wurde vom Optiker Max Pauly hergestellt.[57] Darüber hinaus gibt es einen zusätzlichen speziellen Refraktor, der sich zur Sonnenbeobachtung eignet.

Auch während der Zeit im Interimsquartier bietet der Verein Sonnenbeobachtungen im Palmengarten Frankfurt in den hessischen Sommerferien an. Außerdem kann monatlich an der Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte beobachtet werden. Weitere Beobachtungsmöglichkeiten bietet der Verein beispielsweise bei Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Keltenwelt am Glauberg, der Goethe-Universität und anderen Institutionen.[60]

An der vom Verein betriebenen Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte wurden unter anderem von Erwin Schwab, Rainer Kling, Ute Zimmer und Stefan Karge mehr als 150[4] Asteroiden entdeckt, darunter (204852) Frankfurt[61] und (207687) Senckenberg.[62] Weitere Projekte an der Sternwarte sind Beobachtung von Quasaren und Nachbeobachtung von Exoplaneten.

Förderpreise[Bearbeiten]

Der Physikalische Verein vergibt insgesamt vier Förderpreise. Diese Preise werden für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen verliehen.

Philipp-Siedler-Wissenschaftspreis[Bearbeiten]

Der Philipp Siedler-Wissenschaftspreis[63] soll an den Vorsitzenden in den Jahren 1956–1964 erinnern, der zum Wiederaufbau des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg und der Sternwarte maßgeblich beitrug. Dieser Preis wird für herausragende Studienabschlussarbeiten in den Physikalischen Fachbereichen der Goethe Universität verliehen. Die betreuenden Hochschullehrer müssen die Arbeiten für eine Teilnahme vorschlagen. Jährlich werden bis zu drei Preise vergeben. Der Preis wurde 1996 erstmals verliehen.

Eugen-Hartmann-Didaktikpreis[Bearbeiten]

Mit dem Eugen Hartmann-Didaktikpreis[64] werden seit 1998 Staatsexamensarbeiten aus dem Institut für Didaktik der Physik der Goethe-Universität geehrt. Dabei werden jedes Jahr bis zu drei Preise verliehen. Auch bei diesem Preis muss der betreuende Hochschullehrer Arbeiten für die Teilnahme vorschlagen.

Christian-Ernst Neeff-Umweltpreis[Bearbeiten]

Der Christian Ernst Neeff[65]-Umweltpreis wird für Arbeiten mit interdisziplinärem Charakter über Umweltschutz und Umwelttechnik verliehen. Dieser Preis wird seit 1996 verliehen. Jährlich können bis zu drei Arbeiten ausgezeichnet werden. Bewerber müssen nicht vorgeschlagen werden, sondern können auf eigene Initiative Arbeiten einreichen. Der Preis richtet sich an Amateurforscher, vor allem an Schüler.

Samuel-Thomas-von-Soemmerring-Astronomiepreis[Bearbeiten]

Der Samuel Thomas von Soemmerring-Astronomiepreis[66] wird jährlich an maximal drei Amateurastronomen, vornehmlich aus der Rhein-Main-Region, vergeben. Die Arbeiten können auf eigene Initiative eingereicht werden. Der 1996 erstmals verliehene Preis würdigt Samuel Thomas von Soemmerring, der selbst Amateurastronom war.

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Die Mitgliedschaft im Verein wird in der Satzung geregelt.[1] Grundsätzlich kann jede natürliche und juristische Person Mitglied werden.

Seit 1838 werden die Mitgliedszahlen in den jährlich erscheinenden Jahresberichten veröffentlicht. Die Anzahl der Mitglieder stieg bis 1911 kontinuierlich an und erreichte kurz nach der Eröffnung des neuen Vereinsgebäudes einen Höhepunkt von 1084 Mitgliedern. Während des Ersten Weltkriegs sank die Zahl der Mitglieder, stieg allerdings 1918 wieder. Durch die Inflation ab 1919 und die Weltwirtschaftskrise sank die Mitgliedszahl drastisch. 1940 erreichte sie ihren Tiefstand von 249 Mitgliedern. 1945 hatte der Verein etwa 300 Mitglieder.[67] Erst ab 1975 stieg die Mitgliedszahl wieder in größerem Maße an. Heute hat der Verein circa 1700 Mitglieder.[2]

1898 wurde es auf Anregung des Vorstands auch für Frauen möglich dem Verein beizutreten.[37] Diese Möglichkeit nahmen von 1898 bis 1899 zwei Frauen wahr.[68]

Entwicklung der Mitgliedsanzahl[Bearbeiten]

Die Grafik zeigt die Anzahl der Mitglieder in Abhängigkeit vom Jahr an. Die Daten wurden aus den jeweiligen Jahresberichten entnommen. Für die Jahre 1920, 1925 und 1950 liegen keine veröffentlichten Daten vor, es wurde stattdessen die Anzahl der Mitglieder im jeweils nächstgelegene Jahr angegeben.

Ewige Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Eine ewige Mitgliedschaft kann laut der Satzung von jedem beitragspflichtigen Mitglied erworben werden. Dafür muss einmalig ein Betrag gezahlt werden, der mindestens das Hundertfache des normalen Beitrags betragen muss. Bei einem aktuellen Jahresbeitrag von 40 €[69] also 4000 €. Die Namen der ewigen Mitglieder werden im Eingangsbereich des Vereinsgebäudes auf den historischen Marmortafeln eingraviert.

Ehrenmitgliedschaft[Bearbeiten]

Eine Ehrenmitgliedschaft wird auf Vorschlag des Präsidiums durch den Verwaltungsrat verliehen. Mit der Ehrenmitgliedschaft sind dieselben Rechte wie mit einer normalen Mitgliedschaft verbunden, es muss allerdings kein Mitgliedsbeitrag gezahlt werden. Seit seinem bestehen hat der Physikalische Verein mehr als 300 Ehrenmitglieder benannt.[70] Die meisten Ehrenmitglieder wie Albert Einstein[4] oder die Nobelpreisträger Gerd Binnig, Gerhard Ertl, Peter Grünberg, Theodor Hänsch und Horst Ludwig Störmer zeichnen sich durch herausragende Leistungen auf naturwissenschaftlichen Gebieten aus. Andere Ehrenmitglieder wie Harald Lesch setzen sich für die breite Vermittlung der Naturwissenschaften ein. Ehrenmitglieder wie Hans-Ludwig Neumann förderten die Entwicklung des Vereins. Das neuste Ehrenmitglied ist Johanna Stachel, die die Ehrung am 28. März 2014 erhielt.[71] Sie ist gleichzeitig die erste Frau, die die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekam.

Organe des Vereins[Bearbeiten]

Die Organe des Vereins sind in der Satzung festgelegt.[1] Mit Inkrafttreten der seit 2008 gültigen Satzung wurde der Vorstand des Vereins in Präsidium umbenannt. Das Präsidium besteht aus vier bis sieben vom Verwaltungsrat gewählten Mitgliedern, sowie dem Ehrenpräsidenten. Seit 2007 ist Gerd Sandstede Ehrenpräsident.[72] Das Präsidium hat die Leitung aller Geschäfte des Vereins wahrzunehmen. Aus seinen Reihen wählt das Präsidium den Präsidenten, den Vizepräsidenten, den Schatzmeister und Schriftführer sowie einen Wissenschaftlichen Direktor.

Im Verwaltungsrat sitzen zwölf bis zwanzig von der Mitgliederversammlung auf drei Jahre gewählte Personen. Hinzu kommt der Präsident des Vereins, der Präsident der Goethe-Universität und die geschäftsführenden Direktoren der physikalischen Institute der Universität. Der Verwaltungsrat ernennt Ewige Mitglieder, Ehrenmitglieder sowie den Ehrenpräsidenten.

Jedes Jahr muss mindestens eine Mitgliederversammlung vom Präsidium einberufen werden. Stimmberechtigt sind alle natürlichen Mitglieder.

Liste von Präsidenten (Auswahl)[Bearbeiten]

Seit der Satzung von 2008 wird der erste Vorsitzende als Präsident bezeichnet.

  1. a b Es liegen nur Jahresberichte ab 1838 vor, es ist wahrscheinlich, dass Passavant und Christian Ernst Neeff sich zwischen 1824 und 1838 als Präsident abwechselten.
  2. a b Hartmann verstarb 1915, Gans wurde daraufhin Präsident

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Physikalischer Verein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gebäude des Physikalischen Vereins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Satzung Physikalischer Verein Gesellschaft für Bildung und Wissenschaft. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, 2008, abgerufen am 18. Juni 2015 (PDF; 49 KB).
  2. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas Stillbauer: Lange Nacht der Sterne: Jupiter wartet schon. In: fr-online.de. 4. April 2014, abgerufen am 2. Juli 2015.
  3. a b c  Staats-Kalender der Freien Stadt Frankfurt. Varrentrapp & Wenner, Frankfurt 1827, VII. Schul und Studienwesen, S. 94 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c d e f g  Harald Kieffer, Thomas Bauer, Joachim Platz: 250 Jahre Dr. Senckenbergische Stiftung Jubiläumsschrift Frankfurt am Main, August 2013. Peter-Kühne-Verlag, Dreieich 2013, Wir vermitteln nichts anderes als Kultur, S. 27–28.
  5. a b 7. frankfurter science slam - 9. November 2013. In: Website des Physikalischen Vereins. Abgerufen am 26. Juni 2015.
  6. a b Was wissen Sie über Astrophysik? In: Website der Zeitschrift Geo. Abgerufen am 26. Juni 2015.
  7.  Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Werke. Autobiographische Schriften. Band III, Insel Verlag, Leipzig 1909, S. 297 (Online im Internet-Archiv archive.org).
  8.  Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Werke. Autobiographische Schriften. Band III, Insel Verlag, Leipzig 1909, S. 299 (Online im Internet-Archiv archive.org).
  9.  Paul Kluke: Die Stiftungsuniversität Frankfurt am Main 1914-1932. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-7829-0128-2, Die Gründung der Universität Frankfurt - Zur Vorgeschichte. frühere wissenschaftliche Institutionen und Hochschulpläne.
  10. Wissenschaftliche Vereine und Gesellschaften – Physikalischer Verein. In: Beständeübersicht der Abteilung „Sammlungen“ des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, abgerufen am 18. Juni 2015.
  11.  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 4.
  12. Wilhelm Stricker: Neeff, Christian Ernst. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 363.
  13.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Die Gründer des Vereins, S. 13, DNB 750868783.
  14. Horst Kant: Ein „mächtig anregender Kreis“ – die Anfänge der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin. In: Website des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte. Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, 2002, abgerufen am 18. Juni 2015 (PDF).
  15. a b  Wilhelm Friedrich Karl Stricker: Die Geschichte der Heilkunde und der verwandten Wissenschaften in der Stadt Frankfurt am Main. 1847, S. 235 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  16. a b c  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 6.
  17.  Hans-Werner Hahn, Dieter Hein: Bürgerliche Werte um 1800: Entwurf, Vermittlung, Rezeption. Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2005, Fußnote 68, S. 115 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  18.  Ludwig Thilo: Leichtfaßliche Anleitung um, beim Beobachten der Sonnenflecken, für die Vollhöhe in Frankfurt am Main die Ekliptik durch die Sonnenscheibe zu ziehen.. In: Jahrbuch zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. Sauerländer, 1831, S. 108 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Robert Knott: Boettger, Rudolph Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 143 f.
  20. a b c Gerd Sandstede: Historisches. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juni 2015.
  21.  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 7.
  22.  Wilfried H. Lindenzweig: Wissen macht schlau: Große Themen leicht erzählt. John Wiley & Sons, 2014 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  23.  Ernst Abbe. Springer-Verlag, Frankfurt 2013, Dozent in Frankfurt am Main, S. 32 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  24.  Physikalischer Verein (Hrsg.): Gedenkfeier für Philipp Reis, den Erfinder des Telefons. 1971.
  25.  Erwin Meyer: 100 Jahre Elektroakustik. In: Johannes Wosnik (Hrsg.): Elektroakustik II. Springer-Verlag, 2013, S. 1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  26. a b c d  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 10.
  27. Ein Telephon von Philipp Reis. In: Website des Deutschen Museums. Deutsches Museum, abgerufen am 18. Juni 2015.
  28. a b  Ernst Abbe. Springer-Verlag, Frankfurt 2013, Dozent in Frankfurt am Main, S. 31 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  29.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Die Dozenten des Vereins bis 1886, S. 108, DNB 750868783.
  30.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Die Dozenten des Vereins bis 1886, S. 113, DNB 750868783.
  31.  Helmut Maier: Chemiker im "Dritten Reich": Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein Deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat. John Wiley & Sons, 2015, S. 27 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  32.  Physikalischer Verein (Hrsg.): Jahresbericht des Physikalischen Vereins zu Frankfurt am Main für das Rechnungsjahr 1887–1888.. Frankfurt am Main 1888.
  33.  An die Stadtverordneten-Versammlung. Vorstellung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft betr. Errichtung eines Museums-Neubaues.. In: Bericht der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt am Main. 1903, S. 19 ([1]).
  34.  Eugen Hartmann, Physikalischer Verein (Hrsg.): Aus der Geschichte des Physikalischen Vereins. Frankfurt am Main 1908, S. 71.
  35.  Verband Deutscher Elektrotechniker: Die Elektrotechnik in Frankfurt am Main: Festschrift zur 6. Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker. Gebr. Knauer, Frankfurt 1898, S. 13–18 ([2]).
  36.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Neue Einrichtungen des Vereins, S. 122, DNB 750868783.
  37. a b  Theodor Petersen, Physikalischer Verein (Hrsg.): Jahresbericht des Physikalischen Vereins zu Frankfurt am Main für das Rechnungsjahr 1898–1899. C. Naumann's Druckerei, Frankfurt am Main 1900, S. 13 (Online im Internetarchiv archive.org).
  38. a b  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 11.
  39.  L. Heilbrunn: Die Gründung der Universität Frankfurt A.M.. 1915, S. 43 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  40. a b  Frankfurter Physikalischer Verein In: Deutsche Bauzeitung. 42, Nr. 87, 1908.
  41. a b  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Erweiterungsbau oder Neubau, S. 130, DNB 750868783.
  42. a b c  Eugen Hartmann: Aus der Geschichte des Physikalischen Vereins. In: Physikalischer Verein (Hrsg.): Der Neubau des Physikalischen Vereins. Frankfurt am Main 1908.
  43.  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 13.
  44.  Bernhard Lepsius, Richard Wachsmuth: Denkschrift der ersten internationalen Luftschiffahrts-Ausstellung (Ila) zu Frankfurt a/M.. Springer-Verlag, Frankfurt 2013, Schichtbildung in der Atmosphäre, S. 237 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  45.  Bernhard Lepsius, Richard Wachsmuth: Denkschrift der ersten internationalen Luftschiffahrts-Ausstellung (Ila) zu Frankfurt a/M.. Springer-Verlag, Frankfurt 2013, Zur Geschichte der Ausstellung, S. 27 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  46. a b c  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 14.
  47.  Physikalischer Verein (Hrsg.): Jahresbericht des Physikalischen Vereins zu Frankfurt am Main für die Jahre 1919–1925.. Frankfurt am Main 1925.
  48.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Erweiterungsbauten, S. 151 ff., DNB 750868783.
  49.  Fritz Haber: Über die Autoxydation In: Die Naturwissenschaften. 19, Nr. 22, 1931, S. 450 ff..
  50. a b  Physikalischer Verein (Hrsg.): Vorstandsitzung des Physikalischen Vereins am 14. September 1933. In: Protokollbuch IV 1927–1952. Frankfurt am Main 1932, S. 127.
  51.  Physikalischer Verein (Hrsg.): Vorstandsitzung des Physikalischen Vereins am 18. April 1934. In: Protokollbuch IV 1927–1952. Frankfurt am Main 1934, S. 134.
  52.  Physikalischer Verein (Hrsg.): Vorstandsitzung des Physikalischen Vereins am 7. Februar 1934. In: Protokollbuch IV 1927–1952. Frankfurt am Main 1934, S. 129-130.
  53. a b  Physikalischer Verein (Hrsg.): Vorstandsitzung des Physikalischen Vereins am 10. Januar 1939. In: Protokollbuch IV 1927–1952. Frankfurt am Main 1939, S. 209 ff..
  54.  Heinz Fricke (Hrsg.): 150 Jahre Physikalischer Verein Frankfurt a. M.. 1 Auflage. Physikalischer Verein, Frankfurt 1974, Zerstörung und Wiederaufbau, S. 154, DNB 750868783.
  55. a b c  Gerd Sandstede, Ulrich Thimm: Der Physikalische Verein: Vorläufer und Begleiter der Universität. In: Forschung Frankfurt Wissenschaftsmagazin der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Nr. 1, 1994, S. 15.
  56. Claudia Schüssler: Dokumente aus 180 Jahren Vereinsgeschichte – Der Physikalische Verein in Frankfurt am Main. In: Website des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt am Main. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, abgerufen am 18. Juni 2015.
  57. a b  Bruno Deiss, Dietmar Bönning, Christoph Lichtblau, Gerd Sandstede: 175 Jahre Physikalischer Verein. 1999.
  58. Historisches. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juni 2015.
  59. 7. frankfurter science slam – 9. November 2013. In: Website des Physikalischen Vereins. Abgerufen am 26. Juni 2015.
  60. Corinna Willführ: Eine Reise durch die Welt der Galaxien. In: Website der Frankfurter Neuen Presse. Frankfurter Neue Presse, abgerufen am 18. Juni 2015.
  61. Erwin Schwab: Asteroid Frankfurt. In: erwinschwab.de. 16. September 2007, abgerufen am 2. Juli 2015.
  62. Erwin Schwab: Asteroid Senckenberg. In: erwinschwab.de. 18. August 2013, abgerufen am 2. Juli 2015.
  63. Philipp Siedler-Wissenschaftspreis des Physikalischen Vereins. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juli 2015.
  64. Eugen Hartmann-Didaktikpreis des Physikalischen Vereins. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juli 2015.
  65. Christian-Ernst-Neeff-Preis des Physikalischen Vereins für gesellschaftlich relevante Arbeiten über Umwelt und Technik. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juli 2015.
  66. Samuel Thomas von Soemmerring-Preis des Physikalischen Vereins für astronomische Arbeuten. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juli 2015.
  67.  United States. Technical Industrial Disarmament Committee to Study the Treatment of German Scientific Research and Engineering: Study of the National Academy of Sciences Committee. 1945, S. 58 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  68.  Theodor Petersen, Physikalischer Verein (Hrsg.): Jahresbericht des Physikalischen Vereins zu Frankfurt am Main für das Rechnungsjahr 1898–1899. C. Naumann's Druckerei, Frankfurt am Main 1900, S. 3–9 (Online im Internetarchiv archive.org).
  69. Mitgliedschaft. In: Website des Physikalischen Vereins. Physikalischer Verein, abgerufen am 18. Juli 2015.
  70. Wolfgang Trageser (Hrsg.): Stern–Stunden: Höhepunkte Frankfurter Physik. Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main 2005, S. 219–229.
  71. Frankfurter Neue Presse: Physikerin Stachel geehrt: Da urknallten die Sektkorken – Frankfurter Neue Presse. In: fnp.de. 11. April 2014, abgerufen am 2. Juli 2015.
  72. Eigenschaften des Asteroiden (241136) Sandstede in der JPL Small-Body Database. Abgerufen am 12. Juni 2015 (englisch).
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