Pottermore

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Pottermore
www.pottermore.com
Beschreibung Web-Projekt zu J.K. Rowlings Harry Potter-Romanen. E-Book-Shop
Registrierung optional
Sprachen Englisch
Eigentümer Pottermore Limited
Urheber J.K.Rowling, Neil Blair
Erschienen Juni 2011
Status aktiv

Pottermore ist eine Website von J. K. Rowling[1], auf der Artikel und interaktive Inhalte über die Welt um Harry Potter veröffentlicht werden. Außerdem gehört eine Verkaufsplattform für E-Books und Audiobooks der sieben Harry-Potter-Romane dazu.[2]

Pottermore ermöglichte am 31. Juli 2011, dem Geburtstag J.K. Rowlings (und des Hauptcharakters Harry Potter), eine Woche einer Million Fans eine vorzeitige Registrierung. Nach einer langen Beta-Phase ist Pottermore seit dem 14. April 2012 öffentlich zugänglich. Am 22. September wurde die Website vollständig erneuert und neu ausgerichtet. Die Nutzung ist kostenlos.

Pottermore 2011 – 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Logo von Pottermore

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pottermore wurde zwei Jahre lang von der britischen Digitalagentur TH_NK konzipiert und in Zusammenarbeit mit Sony entwickelt.[3] Eine Webseite, die das Projekt ankündigte, erschien im Juni 2011. Diese Webseite enthielt einen Link zu einem Youtube-Kanal, der einen Countdown enthielt. Ab dem 15. Juni veröffentlichten mehrere Harry-Potter-Fanseiten geographische Daten, die auf einer von J.K. Rowling kreierten und in Google Maps integrierten Seite eingegeben werden konnten und so die Buchstaben des Namens ihres neuen Projekts verrieten. Am 23. Juni verriet Rowling Details über Pottermore in einem Youtube-Video.[4]

In der Woche zwischen dem 31. Juli und 6. August 2011 gab es die Möglichkeit, sich vor dem offiziellen Start als Betatester zu registrieren. Jeden Tag wurde ein Rätsel auf der Seite von Pottermore bekannt gegeben, das der Reihenfolge nach jeweils einen der sieben Bände betraf. Das Rätsel erschien immer zu einer anderen Zeit, und täglich hatten ca. 143.000 Fans die Chance, einer der eine Million Betatester zu werden.

Ursprünglich für Oktober 2011 angekündigt, wurde der Start der Vollversion der Website mehrmals nach hinten verschoben. Ab dem 2. November 2011 ging die Seite für eine unbestimmte Zeit offline, um Fehler zu beheben und die Seite zu verbessern. Am 14. Dezember 2011 ging die Seite wieder online, mit der Veränderung, dass nun das Duellieren möglich war. Am 14. April 2012 wurde Pottermore für alle Nutzer geöffnet.[5]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benutzer konnten alle sieben[6] Harry-Potter-Bücher interaktiv erleben und den Protagonisten durch die Kapitel „folgen“, beginnend mit dem ersten Buch Harry Potter und der Stein der Weisen. Unter anderem konnte man die Winkelgasse besuchen, in der man sich mit virtuellem Geld ('Galleonen') verschiedene Gegenstände kaufen und einen Zauberstab erhalten konnte. Im weiteren Verlauf wurde der Spieler in eines der vier Häuser von Hogwarts (Gryffindor, Slytherin, Hufflepuff oder Ravenclaw) eingeteilt, lernte Zaubersprüche, konnte sich mit anderen Nutzern der Plattform duellieren und Zaubertränke brauen. Pottermore war damals auf sechs Sprachen verfügbar, darunter deutsch.

Viele Buchkapitel wurden dafür in sogenannte „Momente“ zerlegt – Schauplätze, Spiele oder andere interaktive Umsetzungen der wichtigsten Szenen des jeweiligen Kapitels, die oft mit versteckten Belohnungen (etwa in Form von Zaubertrankzutaten oder Exklusivmaterial von J. K. Rowling) aufwarteten. Insgesamt sollten so über 18.000 Wörter zusätzlichen Inhalts und bislang unbekannter Hintergrundinformationen und Notizen der Autorin zur Verfügung gestellt werden.[7]

Durch das Agieren in den Momenten, aber auch Interaktionen mit anderen Benutzern im „virtuellen Hogwarts“ sammelte man Hauspunkte und Galleonen. Zwei Mal im Jahr wurde der Hauspokal vergeben und der Hauspunktestand danach wieder annulliert. So entwickelte sich Pottermore immer mehr in Richtung eines sozialen Netzwerks (inklusive der Möglichkeit Mitteilungen zu posten, Bilder hochzuladen, und Nachrichten und Objekte zu „liken“). Ein großer Unterschied zu den bekannten sozialen Netzwerken bestand jedoch darin, dass Benutzernamen keine Klarnamen sein können, sondern per Zufall vergeben wurden. Mitte April 2015 wurden alle Kommentarfunktionen eingestellt, begründet wurde dies mit Kinderschutzmaßnahmen und zu viele Ressourcen verbrauchender Moderation. Dadurch war es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, zu „chatten“, Bilder hochzuladen und Kommentare abzugeben.[8] Ein Jahr zuvor, im April 2014, hatte Pottermore die "erfolgreiche" Kooperation mit Sony beendet.[9]

Kurz vor der Umstellung der Seite am 22. September 2015 gab es die Möglichkeit für die Benutzer, sich ein Zertifikat auszudrucken, auf dem das Hogwarts-Haus, der Zauberstab und die Anzahl der erspielten Hauspunkte stand.

Pottermore ab September 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. September 2015 kündigte Pottermore einschneidende Änderungen an.[10] Am 22. September wurde die Website dann vollständig erneuert, und man entfernte die meisten interaktiven Inhalte, darunter die Möglichkeit, die Bücher interaktiv zu erleben, das Duellieren, das Brauen von Zaubertränken und die Zuordnung von Hogwarts-Haus und Zauberstab. Stattdessen bietet man eine Sammlung an Texten und Artikeln über die Welt von Harry Potter an. Ein professioneller Journalist, der „Pottermore Correspondent“, wurde eingestellt,[11] der nicht nur neue Inhalte (wie Interviews) veröffentlicht, sondern auch Inhalte der Bücher und Filme aufarbeitet. Besonders im Fokus stehen dabei der Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind und das Theaterstück Harry Potter and the Cursed Child. J. K. Rowling veröffentlicht weiterhin gelegentlich Exklusivmaterial für Pottermore, etwa über die Familie Potter, ausländische Zaubererschulen oder die Geschichte der Magie in Nordamerika, und die Texte von der alten Seite wurden übernommen. Alle Inhalte sind nun ausschließlich in englischer Sprache verfügbar.

Am 28. Januar 2016 wurde es wieder ermöglicht, einem Hogwarts-Haus und einem Zauberstab zugeordnet zu werden, später sogar zu einem Haus der amerikanischen Zaubererschule Ilvermorny. [12][13]

Shop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pottermore-Shop wurde am 27. März 2012 eröffnet. Er stellt eine unabhängige Plattform dar, für die sich auch Pottermore-Benutzer erneut registrieren müssen. Hier kann man E-Books und Hörbücher in verschiedenen Sprachen erwerben. Der Pottermore-Shop war anfangs der exklusive Verkäufer der Harry-Potter-E-Books, so leitete etwa auch Amazon bei einer entsprechenden Suchanfrage auf Pottermore weiter. Ende 2015 bekamen die E-Books und Hörbücher neue Covers und dürfen nun auch von anderen Händlern verkauft werden. 2016 wurde der Pottermore-Shop stark verbessert.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Tag der ersten Ankündigung erfuhr das Projekt Pottermore weltweite Beachtung. Das Magazin Wired nannte die Veröffentlichung der Website einen „Radiohead moment“ und spielte damit auf die Band Radiohead an, die 2007 ihr Album In Rainbows ohne Plattenlabel im Internet veröffentlichte. Auf ähnlich revolutionäre Weise habe sich Rowling von ihrem Verlag unabhängig gemacht, was für Autoren ein zukunftsweisendes Konzept sein könne.[14] Seit der Ankündigung der Website wird daher diskutiert, welche Auswirkungen diese Art der E-Book-Veröffentlichung auf die Verlage Bloomsbury Publishing und Scholastic, den Konzern Warner Bros. und Verkaufsplattformen wie Amazon.com haben wird.[15][16]

Der Sprecher der britischen Buchhändler-Kette Waterstone’s Jon Howells äußerte sich „enttäuscht, dass wir vom Verkauf der lange erwarteten E-Book-Edition ausgeschlossen werden“.[17] Die Branchenzeitschrift des deutschen Buchhandels, das Börsenblatt, beurteilt den Trend zur Selbstvermarktung digitaler Inhalte durch Autoren, vorbei am klassischen Verkauf über Verlag und Handel, als kritisch. Relativierend ergänzt Joachim Kaufmann, Geschäftsführer des Carlsen Verlags, bei dem die deutschen Harry-Potter-Ausgaben erschienen sind: „Ein Erfolg wie Harry Potter ist absolut einmalig, dementsprechend einmalig ist die Stärke der Marke und die damit verbundene Möglichkeit einer direkten Ansprache der Fans.“[18]

Die britische Tageszeitung The Guardian analysierte die Marketing-Strategie hinter Pottermore und kritisierte J. K. Rowlings Versuch, die Schaffung einer Plattform zur Vermarktung ihrer Produkte als selbstlosen Akt darzustellen.[19] Rowling hatte zuvor gesagt, sie wolle durch Pottermore ihren treuen Fans etwas zurückgeben.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Pottermore. Website von Pottermore. Abgerufen am 15. August 2011
  2. Verkauf von E-Books und Audiobooks. Website von Pottermore. Abgerufen am 15.August 2011
  3. TH_NK (Memento vom 12. März 2012 im Internet Archive). Abgerufen am 15. August 2011
  4. a b http://www.youtube.com/jkrowlingannounces
  5. We're opening to everyone , In: Pottermore Insider, abgerufen am 14. April 2012
  6. Pottermore site updates. Abgerufen am 5. Juli 2015 (englisch).
  7. Pottermore ist ein Online Leseerlebnis. Website von Pottermore. Abgerufen am 15. August 2011
  8. Pottermore: Einschneidene Webseitenaktualisierungen. In: harrypotter-xperts.de. 28. April 2015, abgerufen am 24. Juni 2015.
  9. Pottermore ends “successful” partnership with Sony. 11. April 2014, abgerufen am 18. Juli 2016.
  10. Pottermore to launch reimagined website featuring news, commentary and insights about J.K. Rowling’s Wizarding World. In: www.pottermore.com. Pottermore, 11. September 2015, abgerufen am 15. Juli 2016 (englisch).
  11. Pottermore launches as the digital heart of the Wizarding World, with new writing by J.K. Rowling about the origins of the Potter family. In: www.pottermore.com. Pottermore, 22. September 2015, abgerufen am 15. Juli 2016 (englisch).
  12. Sorting returns to Pottermore. In: www.pottermore.com. Pottermore, 28. Januar 2016, abgerufen am 15. Juli 2016 (englisch).
  13. Pottermore - New Ilvermorny writing and Sorting Ceremony by J.K. Rowling now on Pottermore. In: www.pottermore.com. Pottermore, abgerufen am 15. Juli 2016.
  14. With ‘Harry Potter,’ Publishing Finally Has Its ‘Radiohead Moment’, Wired, 23. Juni 2011
  15. What Pottermore means for Warner, Bloomsbury and other stakeholders, Wired, 23. Juni 2011
  16. Harry Potter And "Pottermore" Could Force Amazon To Open Up The Kindle, Business Insider, 23. Juni 2011
  17. Pottermore.com: Rowling bündelt neue Pottererlebniswelt auf eigener Website / Britischer Buchhandel enttäuscht, Buchmarkt, 24. Juni 2011
  18. Harry Potter an der digitalen Leine in: Börsenblatt, Wochenmagazin für den Buchhandel, 18. August 2011, Seite 16-18
  19. Pottermore gives away JK Rowling's marketing genius The Guardian, 23. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]