Recklinghäuser Zeitung

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Recklinghäuser Zeitung
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Verlag J. Bauer KG
Erstausgabe 1831
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2017, Mo–Sa)
48.851 Exemplare
Chefredakteur Kurt Bauer
Herausgeber Kurt Bauer
Weblink www.recklinghaeuser-zeitung.de

Die Recklinghäuser Zeitung ist eine im Kreis Recklinghausen erscheinende Tageszeitung. Sie wird von dem in Marl ansässigen Medienhaus Bauer KG in sechs eigenen Lokalausgaben mit identischem Mantelteil unter ortsbezogenen Namen (siehe Lokalausgaben) herausgegeben.

Die Recklinghäuser Zeitung ist die führende Tageszeitung in ihrem Verbreitungsgebiet. Die verkaufte Auflage beträgt 48.851 Exemplare, ein Minus von 34,5 Prozent seit 1998.[1] In der Vergangenheit stand sie in starker Konkurrenz zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Dies änderte sich jedoch, als der WAZ-Konzern 2006 beschloss, seine Lokalredaktionen in Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick, Haltern, Herten und Marl zu schließen.

Die Redaktion der Recklinghäuser Zeitung produziert unabhängig die regionalen und überregionalen Seiten, kooperiert jedoch im Vertrieb mit den Ruhr-Nachrichten und inzwischen redaktionell auf lokaler Ebene auch mit der WAZ. Die Zeitung erscheint im Rheinischen Format.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorläufer der Recklinghäuser Zeitung wurde 1831 von der Familie Bauer als Wochenblatt für den Kreis Recklinghausen gegründet.[2] Vom Ende des 19. Jahrhunderts an erschien die Zeitung täglich und änderte damit ihren Titel, den sie noch heute trägt.

In der Zeit des Nationalsozialismus konnte die Zeitung weiter erscheinen, musste 1943 allerdings zur Hälfte verkauft werden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Aufhebung des Zeitungsverbots der Alliierten konnte die Zeitung im November 1949 wieder herausgegeben werden. In den 1950er und 1960er Jahren baute der Verlag nach und nach die heutigen Lokalausgaben auf und konnte die Auflage deutlich steigern. Der Bauer-Verlag zog 1974 von Recklinghausen nach Marl um. Seit 1976 ist der Verlag der Ruhr-Nachrichten (Medienhaus Lensing) mit 40 Prozent an der Verlag J. Bauer KG beteiligt. Kurz nach Bekanntgabe des Einstiegs kündigte Ruhr-Nachrichten-Verleger Florian Lensing-Wolff an, seine Lokalredaktionen in Datteln, Waltrop und Recklinghausen zu schließen.[3]

Nach der Schließung der WAZ-Lokalredaktionen zum Jahresende 2006 verlor die WAZ im Verbreitungsgebiet Recklinghausen ein Drittel ihrer Auflage.[4] Im selben Zeitraum ging die Auflage der Recklinghäuser Zeitung nur leicht zurück (3,7 Prozent) und konnte im Jahr 2009 sogar zulegen. In bestimmten Verbreitungsgebieten erreicht die Zeitung Marktanteile zwischen 80 und über 90 Prozent.

Verleger und Chefredakteur ist Kurt Bauer, dem 60 Prozent der Anteile am Verlag gehören.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Recklinghäuser Zeitung hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 34,5 Prozent gesunken.[5] Sie beträgt gegenwärtig 48.851 Exemplare.[6] Das entspricht einem Rückgang von 25.675 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 95,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]


Lokalausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Recklinghäuser Zeitung verfügt in jeder Stadt ihres Verbreitungsgebiets über eine Lokalredaktion und gibt die Lokalausgaben mit ortsbezogenen Titeln heraus:

Bezeichnung der Ausgabe Erscheinungsort Auflage[8] Einwohner pro Zeitung[9]
Recklinghäuser Zeitung Recklinghausen 21.608 5,3
Dattelner Morgenpost Datteln 5086 6,8
Hertener Allgemeine Herten 7945 7,7
Marler Zeitung Marl 10.872 7,7
Stimberg Zeitung Oer-Erkenschwick 3960 7,9
Waltroper Zeitung Waltrop 4440 6,6

Die letzte Spalte zeigt, dass die Zeitung in der Kreisstadt signifikant häufiger gelesen wird als in den anderen Städten des Verbreitungsgebiets. In den beiden ländlichen Städten Datteln und Waltrop werden rund 80 % dieser Quote erreicht, während in den unmittelbaren Nachbarstädten Herten, Marl und Oer-Erkenschwick nur etwa zwei Drittel der Quote Recklinghausens erreicht werden.

Buersche Zeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Besitz der Familie Bauer (und damit zum RZ-„Verbund“) gehörte auch die Buersche Zeitung in Buer, der traditionell vestischen Nordhälfte von Gelsenkirchen. Ende September 2006 erschien die Zeitung, deren Auflage zuletzt bei rund 7200 Exemplaren gelegen hatte, kurz vor ihrem 125-jährigen Bestehen zum letzten Mal.[10] Gelsenkirchen wurde dadurch zum Ein-Zeitungs-Kreis, die WAZ hat nunmehr das Monopol als Lokalgazette. In einer Teilauflage der Hertener Allgemeinen (Hertener Lokalausgabe der Recklinghäuser Zeitung mit identischem Mantelteil) erscheint – maximal – eine Seite mit buerschen Themen; ferner besteht unter dem Namen BUER! ein kostenloses Monatsperiodikum auf Zeitungspapier im Tabloid-Format. Kurt Bauer begründete die Einstellung mit einem „schleichenden Exodus“ bei Auflage und Werbeeinnahmen.[11] Sämtliche Hinweise auf ihre Existenz sind im örtlichen Straßenbild verschwunden; lediglich der Butterwiegen-Brunnen neben der Urbanuskirche verrät, dass dieser 1981 anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums von der BZ gestiftet wurde.

Weitere Verlagsangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag besitzt Mehrheitsanteile am Lokalradio Radio Vest.

Im Verbreitungsgebiet der Recklinghäuser Zeitung gibt der Verlag wöchentlich auch das Anzeigenblatt Vest im Blick mit einer Auflage von 110.000 Exemplare heraus.

Seit dem 22. Mai 2010 liegt den sechs Lokalausgaben der Recklinghäuser Zeitung die Beilage „Vestimmo“ bei. Dabei handelt es sich um ein Immobilienportal für den Kreis Recklinghausen, das von einem wöchentlichen Magazin begleitet wird. Neben einem umfangreichen Immobilienangebot setzen das Immobilienportal und das Magazin ihren Schwerpunkt auf Artikel, Interviews und Videos mit lokalem Bezug zu den Themen Wohnen und Leben im Kreis Recklinghausen. Das Magazin erscheint samstags in einer Auflage von bis zu 75.000 Exemplaren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Portfolio Recklinghäuser Zeitung
  3. Boris R. Rosenkranz: Erst heiraten, dann abtreiben. In: die tageszeitung, 11. Mai 2006.
  4. Vergleich 1. Quartal 2007 (22.662 Exemplare) mit 4. Quartal 2009 (15.197 Exemplare), (Details auf ivw.eu)
  5. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  6. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. IVW 2/2017, Mo–Sa ( Details auf ivw.eu). Die Auflage der Lokalausgabe Recklinghausen ergibt sich aus der Differenz von Gesamtauflage und übrigen Lokalausgaben
  9. Stand vom 31.12.2015, siehe betreffende Ortsartikel
  10. http://www.gelsenkirchener-geschichten.de/wiki/Buersche_Zeitung Kurzportrait in Gelsenkirchener Geschichten
  11. Boris R. Rosenkranz: Bauer rückt vor. In: die tageszeitung, 25. April 2006