Rednitz

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Rednitz
Rednitz bei Fürth-Weikershof, darüber die eingleisige Eisenbahnbrücke der Bibertbahn; hinter der Brücke sind Tore einer Wildwasserstrecke für Kanu/Kajak zu sehen

Rednitz bei Fürth-Weikershof, darüber die eingleisige Eisenbahnbrücke der Bibertbahn; hinter der Brücke sind Tore einer Wildwasserstrecke für Kanu/Kajak zu sehen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242
Lage Mittelfranken, Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss in Georgensgmünd aus linker Fränkischer und rechter Schwäbischer Rezat
49° 11′ 17″ N, 11° 1′ 20″ O
Quellhöhe ca. 342 m ü. NN [1]
Zusammenfluss nordwestlich der Altstadt von Fürth mit der aus Richtung Osten kommenden Pegnitz zur RegnitzKoordinaten: 49° 29′ 12″ N, 10° 59′ 12″ O
49° 29′ 12″ N, 10° 59′ 12″ O
Mündungshöhe ca. 283 m ü. NN [1]
Höhenunterschied ca. 59 m
Länge 46,4 km[2] 
(mit Fränkischer Rezat 123,7 km)[2]
Einzugsgebiet 2117,99 km²[2] 
(Gebietskennzahl 2421)
Abfluss am Pegel Neumühle
(83,9 % des Einzugsgebiets)[3]
NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (1970)
1,5 m³/s
5 m³/s
12,2 m³/s
94,9 m³/s
266 m³/s

Die Rednitz ist der 46 km lange linke bzw. südliche Quellfluss der Regnitz in Franken. Etwas wasserreicher als der andere Quellfluss Pegnitz und auch reicher an Zuflüssen, wird sie hydrografisch als Oberlauf der Regnitz betrachtet, obwohl der längste Fließweg in ihrem System mehr als 20 km kürzer ist als der im System der Pegnitz.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In schriftlichen Quellen erscheint der Fluss erstmals im 8. Jahrhundert unter der lateinischen Bezeichnung Radantia. Im 11. Jahrhundert wird der Name des Flusses mit Ratenza wiedergegeben.[4]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss entsteht in Georgensgmünd im Landkreis Roth auf 342 m ü. NN durch die Vereinigung von Fränkischer und Schwäbischer Rezat.

Von dort fließt die Rednitz nordwärts über Roth, Büchenbach, Rednitzhembach, Penzendorf und Schwabach. Bezeichnend für die alte Kulturlandschaft sind die zahlreichen alten Mühlen, besonders im oberen Abschnitt bis Roth, oft heute nur noch Wohnplätze oder aber kleine Industriebetriebe.

Für Nürnberg bildet die Rednitz abgesehen vom statistischen Distrikt 551 mit den Stadtteilen Mühlhof und Lohhof etwa die Westgrenze des Stadtgebietes und berührt dabei die westlichen Nachbargemeinden Stein, Oberasbach und Zirndorf. In Fürth fließt sie westlich an der Altstadt vorbei und vereinigt sich kurz danach mit der Pegnitz, die östlich am Fürther Stadtzentrum vorbei aus Richtung der Nürnberger Altstadt kommt, zur Regnitz.

Quell- und Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Ursprung bis zur Mündung.[1][5]

Name GKZ Lage Länge
in km
Mündungs­höhe
in m ü. NHN
Mündungs­ort Bemerkungen
Fränkische Rezat 242 linker OL 77,3 342,0 bei Georgensgmünd hydrologisch Oberlauf der Rednitz
Schwäbische Rezat 24212 rechter OL 33,3 342,0 bei Georgensgmünd Quelle nahe Talwasserscheide zur Altmühl
Wernsbach rechts 4,0 340,3 bei Georgensgmünd
Rummbach links 4,1 340,0 bei Georgensgmünd-Oberheckenhofen
Mühlbach links 1,8 339,0 bei Georgensgmünd-Oberheckenhofen
Steinbach rechts 2,5 337,0 bei Roth-Untersteinbach
Rittersbach links 1,4 335,0 bei Georgensgmünd-Rittersbach
Babenbach rechts 2,5 331,0 in Roth
Roth 24214 rechts 23,6 328,0 in Roth
Aurach 2421520 links 31,8 324,5 in Roth
Jordan links 2,2 324,4 in Büchenbach
Stiergraben links 1,6 324,3 in Büchenbach
Brunnbach 24215320 rechts 9,4 323,0 bei Roth
Finsterbach 2421540 rechts 17,6 323,0 bei Büchenbach
Mainbach 24215520 links 7,2 319,0 bei Rednitzhembach-Untermainbach in der Au
Hembach 2421560 rechts 21,7 317,0 bei Rednitzhembach- Rother Straße
Entenbach rechts 3,2 315,0 bei Rednitzhembach
Schwarzach 2421600 rechts 56,2 312,4 Schwarzach bei Schwabach
Schwabach 2421720 links 23,0 308,8 bei Schwabach
Zwieselbach 24217320 links 9,3 305,0 bei Schwabach-Wolkersdorf
Krottenbach links 1,5 303,0 bei Nürnberg-Krottenbach
Entengraben rechts 298,0 bei Nürnberg-Eibach mit großem Zufluss Eichenwaldgraben
Herbstgraben links 3,7 295,0 bei Nürnberg-Eibach
Röthenbacher Landgraben rechts 2,7 295,0 bei Stein wird vom Main-Donau-Kanal gespeist
Grundbach 24217740 links 7,9 293,0 bei Stein
Kreuzbach 24217920 links 6,1 291,0 bei Oberasbach
Bibert 242180 links 42,3 289,5 bei Zirndorf/Oberasbach (gegenüber Fürth-Weikershof)

Natur und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserqualität hat sich in den letzten Jahrzehnten gebessert. Lag die Gewässergüteklasse 1976 noch zwischen II-III (kritisch belastet) und III (stark verschmutzt), stufte die 'Arbeitsgemeinschaft Gewässerschutz Obere Regnitz 2001 die Belastung nördlich von Roth in die Klasse II (mäßig belastet) und südlich davon als kritisch belastet ein.

Rednitztal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rednitztal zwischen Katzwang und Wolkersdorf

Das Rednitztal ist einer der wenigen seit dem Mittelalter unveränderten Talräume Frankens und besteht weitgehend aus sogenannten Flussauen, geprägt von uferbegleitenden Gehölzen, zum Teil von Auwäldern. Die Talräume werden seit Jahrhunderten von den Landwirten in Wässergenossenschaften über ein enges Kanal- und Grabensystem gepflegt. Durch diese künstliche Bewässerung sind drei Grasschnitte pro Jahr möglich.

Seltene Vögel, Fische, Reptilien und Insekten sind dort beheimatet. Das Bayerische Umweltministerium hat im Herbst 2004 das Rednitztal von der A 6 im Süden bis nach Stein der Europäischen Union als besonders schützenswertes Natura-2000-FFH-Gebiet ausgewiesen.

Rednitztal in Nürnberg (FFH-Gebiet). Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 6. Juni 2016.

Schleusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wehr bei Katzwang
  • Wehr und Schleuse an der Fabrik Faber-Castell bei Stein
  • Wehr und Schleuse am Großkraftwerk im westlichen Randbereich von Nürnberg
  • Wehr und Schleuse unterhalb der Stadthalle im Stadtzentrum Fürth
  • Wehr bei Katzwang

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Schwabach waren seit dem Mittelalter und bis Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche hölzerne Wasserschöpfräder im Betrieb, die zur Bewässerung der angrenzenden Felder dienten (siehe auch Regnitz).

Das Wasser der Rednitz speist die Kühltürme des Nürnberger Großkraftwerks Franken I.

Freizeit und Erholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einem Abschnitt von der Rothenburger Straße in Richtung Fürth-Weikershof wurde in den letzten Jahren ein Rad- und Wanderweg angelegt.

An der Kreuzung des Flusses mit der bedeutenden regionalen Straßenverbindung, der Fernabrücke, ließ im Jahr 2004 das Wasserwirtschaftsamt eine kleine Staustufe, ein Pegelhaus und eine Messstelle für Gewässergüte anlegen.

Diese Stufe hat den Nebeneffekt, dass die Kanuslalomstrecke des Kanuvereins SG 1883 unter der (im Bild gezeigten) Eisenbahnbrücke attraktiver geworden ist; sie gilt nun als eine der anspruchsvollsten Strecken für den bayerischen Paddlernachwuchs. Beim Fürther Kanuslalom[6] werden dort Süddeutsche Meisterschaften aller Klassen ausgetragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz X. Bogner: Rednitz und Regnitz. Eine Luftbildreise von Weißenburg bis Bamberg. Luftbildband. Verlag Fränkischer Tag, Bamberg 2007 ISBN 978-3-936897-47-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rednitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Topografische Karte 1:10.000 Bayern Nord
  2. a b c Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 36 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  3. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011)
  4. Quirin Esser: Beiträge zur gallo-keltischen Namenkunde, Malmedy 1884
  5. Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 36 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB) (weiter bis Seite 41)
  6. Homepage