Reiner Calmund

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Reiner Calmund

Reiner Calmund (2016)

Spielerinformationen
Geburtstag 23. November 1948
Geburtsort BrühlDeutschland
Vereine in der Jugend
SpVg Frechen 20
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
0000–1966 SpVg Frechen 20
Stationen als Trainer
1967–19??


1974–1976
SpVg Frechen 20 Jugend
Franken Lövenich
BC Efferen
SC Brühl (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Reiner „Calli“ Calmund (eigentlich Reinhold Calmund; * 23. November 1948 in Brühl) ist ein deutscher Fußballfunktionär, Moderator und Buchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gelernte Handelskaufmann und studierte Betriebswirt war zunächst im Rhein-Erft-Kreis als Fußballspieler und nach einer schweren Verletzung als Jugendtrainer tätig (SpVg Frechen 20, Franken Lövenich und BC Efferen). Von 1974 bis 1976 wirkte er unter Fritz Pott als Co-Trainer beim Verbandsligisten SC Brühl, der 1975 hinter Aufsteiger Leverkusen Vizemeister am Mittelrhein wurde und damit die Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft erreichte.[1]

Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1976 arbeitete er beim TSV Bayer 04 Leverkusen zunächst als Jugendleiter und Stadionsprecher, bis 1988 war er Vorstandsmitglied. Anschließend übernahm er den Posten des Managers der Profi-Fußballabteilung und wurde 1999 schließlich Geschäftsführer der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH.

Der größte Erfolg der Leverkusener während Calmunds Engagement war der Gewinn des UEFA-Cups 1988 und des DFB-Pokals 1993. Daneben erreichte Leverkusen unter Calmund vier Vizemeisterschaften und das Champions-League-Finale.

Zu seinen Verdiensten um den Verein gehören die Verpflichtungen von Bernd Schuster, Ulf Kirsten, Michael Ballack und Rudi Völler. Daneben konnte er die Brasilianer Paulo Sérgio, Jorginho, Emerson, Zé Roberto, Lúcio und Juan sowie den Bulgaren Dimitar Berbatow für den Verein gewinnen.

Am 8. Juni 2004 gab er – nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen – seinen Rücktritt als Geschäftsführer bei Bayer 04 Leverkusen zum 30. Juni 2004 bekannt. Im März 2006 wurde jedoch publik, dass Calmund vom Verein entlassen worden war. Hintergrund war eine ungeklärte Barzahlung in Höhe von 580.000 Euro an den Bielefelder Spielervermittler Volker Graul, angeblich für eine Kaufoption auf zwei kroatische Spieler, die nie verpflichtet wurden.[2] Außerdem habe Calmund nach eigenen Angaben auf Geheiß des Vereins 350.000 Euro aus eigener Tasche an Graul überwiesen.[3] Die Staatsanwaltschaft Köln leitete ein Verfahren wegen Untreue gegen Calmund ein, das jedoch nach der Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Euro eingestellt wurde.[4]

Tätigkeiten ab 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 26. Oktober 2004 bis zum 4. Januar 2005 moderierte er die Sendung Big Boss – eine Adaption der US-Sendung The Apprentice mit Donald Trump als Mentor – bei RTL. Seit November 2007 ist er als Jury-Mitglied in der Kochshow Die Kocharena auf VOX tätig.

Am 25. April 2005 wurde Calmund in den Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf gewählt.[5]

Er engagierte sich als Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung in Deutschland. Am 4. August 2007 erhielt er in Wassenberg die „Goldene Schlemmerente“ für seine Leistungen um den Kochgenuss.[6]

Calmund war ehrenamtlicher Botschafter der FIFA-WM 2006 für Nordrhein-Westfalen und „Internationaler EM-Botschafter 2008 der Stadt Klagenfurt“.[7]

Ab 1. Februar 2008 präsentierte Calmund einen Videoblog auf seiner Website Calli.tv, in dem er wöchentlich seine Einschätzungen zum jeweiligen Bundesligaspieltag sowie anderen Fußball-Ereignissen veröffentlichte. Am Telefon erklärte er einem imaginären Gesprächspartner den Lauf der Fußballwelt. Die Website ist mittlerweile offline. Ebenfalls seit Februar 2008 ist er im Beirat des österreichischen Fußballklubs Austria Kärnten.

Am 15. Juni 2010 wurde bekanntgegeben, dass Calmund als Berater für Dynamo Dresden tätig werde. Er wolle dort „ordentliche, professionelle Strukturen schaffen“. Das Engagement solle weder der Stadt, die ein Mitspracherecht im Verein hat, noch den Verein Geld kosten.[8]

Seit 2015 ist Calmund sportlicher Berater des Hamburger Unternehmers Klaus-Michael Kühne, der über Spielertransfers des Hamburger SV mitentscheidet.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2003 ist Calmund zum dritten Mal verheiratet.[10] 2013 adoptierten Reiner und Sylvia Calmund ein zweijähriges Mädchen.[11] Er hat zudem fünf Kinder und drei Enkelkinder aus seinen ersten beiden Ehen.

Calmund lebt seit 2012 in Saarlouis.[12]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit dem 10. Mai 2007 ist Calmund auch als virtuelle Spielfigur in Second Life zu finden.[13] Dort bewohnt er die Insel Calli Island, auf der sich neben dem virtuellen Abbild seines Hauses auch ein Stadion und verschiedene andere Stationen seines Lebens befinden.
  • Ab Sommer 2008 berichtete Stern TV ein Jahr lang von der Aktion Iron Calli. Dabei wollte Calmund von 163 Kilogramm innerhalb eines Jahres dreißig Kilogramm abnehmen. Trainiert wurde er dabei von Joey Kelly, zudem überwachte die Sporthochschule Köln seine Gesundheit.[14] Im Rahmen dieser Aktion absolvierte Calmund am 17. Mai 2009 seinen ersten Halbmarathon in 3:56:07 Stunden. Dafür hatte er bereits knapp 30 kg abgenommen.[15] Für seine Ausdauer und den damit verbundenen Vorbildcharakter wurde Calmund 2009 zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln und Joey Kelly mit dem Health Media Award ausgezeichnet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reiner Calmund – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heiner Gillmeister: Fußball im Kölner Land. Die Geschichte des SC Brühl. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2012, ISBN 978-3895338816, S. 130–135
  2. Calmunds Rücktritt war ein Rauswurf stern.de, 5. März 2006
  3. Calmund belastet Holzhäuser faz.net, 10. März 2006
  4. Calmund-Affäre vorbei zeit.de, 18. Januar 2007
  5. Reiner Calmund unterstützt die Fortuna als Mitglied des Aufsichtsrats. reinercalmund.de, abgerufen am 28. Juni 2013.
  6. rp-online.de: „Wassenberg: Schlemmerente für Calmund“ u. rp-online.de: „Wassenberg: Großer Bahnhof für Genießer“
  7. Reiner Calmund unterstützt Klagenfurt auf dem Weg zur Europameisterschaft
  8. Calmund berät Dynamo. In: Kicker online, 15. Juni 2010, abgerufen am 28. Juni 2013
  9. Frank Heike, Hamburg: HSV: Reicher Onkel statt selbstbestimmter Vereinspolitik. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juli 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. Juli 2016]).
  10. http://www.reinercalmund.de/calmund/biographie/lebenslauf.html
  11. Vim Vomland, Katrin Löhr: Calmunds Kind ist da! In: Bild.de, 20. Februar 2013, abgerufen am 28. Juni 2013
  12. Reiner Calmund: Reiner Calmund zur Berichterstattung zu seinem Umzug nach Saarlouis. Reinercalmund.de, 10. Juli 2012, abgerufen am 28. Juni 2013
  13. http://www.reinercalmund.de/news/allgemeines/news/article/second-life-ab-mittwoch-mit-reiner-calmund.html
  14. Hat Reiner Calmund bereits abgespeckt? (Memento vom 21. Juni 2009 im Internet Archive)
  15. Tagesspiegel: Calmund schafft ersten Halbmarathon