Rex Tillerson

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Rex Tillerson (2017)

Rex Wayne Tillerson (* 23. März 1952 in Wichita Falls, Texas) ist ein US-amerikanischer Manager und Politiker. Seit dem 1. Februar 2017 ist er Außenminister der Vereinigten Staaten im Kabinett Trump. Zuvor war er Präsident und Geschäftsführer des Erdölkonzerns ExxonMobil.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tillerson 2012 mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

Nach seinem Abschluss als Bachelor of Science im Fach Bauingenieurwesen an der University of Texas at Austin begann Tillerson 1975 seine berufliche Tätigkeit bei Exxon als Ingenieur. Danach war er in verschiedenen Positionen bei Exxon beschäftigt. 1995 wurde er Präsident von Exxon Yemen Inc. und Esso Exploration & Production Khorat Inc.

1998 übernahm Tillerson den Posten des Vizepräsidenten von Exxon Ventures (CIS). Im gleichen Jahr wurde er Präsident von Exxon Neftegas Limited und war verantwortlich für deren Aktivitäten in Russland.

Ab 1999, dem Jahr des Zusammenschlusses von Exxon und Mobil, war er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ExxonMobil Development Company. 2001 wurde er Präsident der ExxonMobil Corporation. Am 1. Januar 2006 übernahm Tillerson von seinem Vorgänger Lee Raymond den Posten des Geschäftsführers von ExxonMobil.

Tillerson verhandelte und unterschrieb 2011 einen Vertrag, der ExxonMobil Zugang zu Öl- und Gasvorkommen unter der russischen Arktis verschafft und im Gegenzug der großen staatlichen russischen Ölgesellschaft Rosneft ermöglicht, im Golf von Mexiko und in Texas an ExxonMobils Projekten beteiligt zu werden.[1]

Nachdem Russland 2014 die Halbinsel Krim annektiert hatte und die USA (Regierung Obama) Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, kritisierte Tillerson die Sanktionen; sie würden Exxons dortige Investitionen verlangsamen.[2]

Anfang 2014 wurde bekannt, dass sich Rex Tillerson einer Klage gegen ein Fracking-Projekt in der Nähe seiner Ranch in Bartonville (Texas) angeschlossen hat. Er gab an, dass dies den Wert seines Grundstücks beeinträchtigen könnte. ExxonMobil ist einer der größten Anwender der Fracking-Methode in den USA.[3]

US-Außenminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tillerson mit dem deutschen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel im Februar 2017

Mitte Dezember 2016 gab Donald Trump, damals gewählter Präsident der Vereinigten Staaten, seine Entscheidung bekannt, Tillerson als Außenminister für sein Kabinett vorzuschlagen.[4] Mit Bestätigung durch den Senat hat Tillerson am 1. Februar 2017 die Nachfolge John Kerrys angetreten. Im Senat votierten 56 Senatoren für ihn und 43 gegen ihn. Er erhielt dabei die Stimmen aller 52 Republikaner sowie die von vier Demokraten.[5]

Tillerson handelte im Dezember 2016 mit seinem Ex-Arbeitgeber ExxonMobil ein millionenschweres Rücktrittspaket aus. ExxonMobil teilte mit, es würden alle finanziellen Verbindungen zum langjährigen Vorstandschef gekappt, um Interessenkonflikte zu vermeiden.[6]

Beobachter vermuteten anfangs, Tillerson sei wegen seiner guten Geschäftskontakte zur Verbesserung der Beziehungen insbesondere nach Russland ausgewählt worden.[4] Nachdem Tillerson in den ersten Wochen seiner Amtszeit als weitgehend wirkungslos und im Abseits befindlich wahrgenommen worden war, wurde er zeitgleich mit einer interventionistischen Kursänderung der Außenpolitik Präsident Trumps im April 2017 (siehe seinen Befehl zu Luftangriffen in Syrien) zu einem seiner häufigsten Gesprächspartner mit großem Einfluss auf das Vorgehen der Regierung gegenüber Syrien, Russland und China.[7] Mit dem Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimavertrag, den Trump am 1. Juni 2017 bekanntgab, erlitt Tillerson eine Niederlage; er hatte sich für den Verbleib eingesetzt.[8]

Zu Beginn seiner Amtszeit im Außenministerium forcierte er eine starke Personalreduzierung durch Entlassungen und einen faktischen Einstellungsstopp mit weitreichenden Folgen auf die Arbeit des Ministeriums.[9] Im März teilte Tillerson seinem Ministerium mit, Trump wolle dessen Etat um knapp 30 Prozent kürzen.[10][11]

Tillerson engagierte sich sehr in der Katar-Krise, die am 5. Juni 2017 begann.[12]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nominierung von Tillerson als Außenminister wurde von Mitgliedern beider großen amerikanischen Parteien kritisch beobachtet. Mögliche Interessenskonflikte wurden von Beobachtern darin gesehen, dass Tillerson mehrere Jahre CEO des Konzerns ExxonMobil war, der verhältnismäßig große Investitionen in Russland hat, obgleich es seit der Vorgängerregierung Sanktionen gegen Russland gibt.[13]

Die Rolle von Tillerson als Vorstandsvorsitzender von Exxon wurde zum Teil kritisch gesehen, da das Unternehmen in mehreren Staaten, wie beispielsweise im Tschad oder in Äquatorialguinea, aktiv war, während zugleich den Regierungen dieser Länder autokratische und menschenrechtsverletzende Vorgehensweisen vorgeworfen wurden.[14][15]

Daniel W. Drezner, 'professor of international politics' an der Tufts University ('Fletcher School of Law and Diplomacy'), legte im August 2017 Tillerson den Rücktritt nahe.[16]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er und seine Frau Renda sind Mitglieder der National Association of Congregational Christian Churches.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rex Tillerson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Esch: Exxon sticht BP in der Arktis aus. Frankfurter Rundschau, 1. September 2011, abgerufen am 2. Februar 2017.
    Julian Borger: Rex Tillerson: an appointment that would confirm Putin’s US election win. The Guardian, 11. Dezember 2016, abgerufen am 2. Februar 2017 (englisch).
  2. a b David E. Sanger, Maggie Haberman, Clifford Krauss: Rex Tillerson, Exxon Chief, Is Expected to Be Pick for Secretary of State. Nytimes.com, 10. Dezember 2016, abgerufen am 2. Februar 2017 (englisch).
  3. Daniel Gilbert: Exxon CEO Joins Suit Citing Fracking Concerns. The Wall Street Journal, 20. Februar 2014, abgerufen am 2. Februar 2017 (englisch).
  4. a b Veit Medick: Trumps Außenminister Tillerson: Der Russlandbeauftragte. In: Spiegel Online, 13. Dezember 2016.
  5. Mehrheit in Senat: Rex Tillerson als US-Außenminister bestätigt. In: Spiegel Online, 1. Februar 2017.
  6. Rex Tillerson: 180 Millionen Dollar Abfindung für den neuen US-Außenminister. In: Zeit Online, 4. Januar 2017, abgerufen am 2. Februar 2017.
  7. Annie Karnie: Tillerson’s stock rises in the White House. In: Politico, 15. April 2017 (englisch).
  8. Max Greenwood: Winners and losers in Trump’s Paris decision. In: The Hill, 2. Juni 2017 (englisch).
  9. Politico 29. Juni 2017: „Present at the Destruction: How Rex Tillerson Is Wrecking the State Department“
  10. Tillerson tells State Department employees that budget cut reflects new priorities (16. März 2016)
  11. sueddeutsche.de 12. August 2017: Wie Trump die US-Diplomatie zerstört
  12. zeit.de 2. Agust 2017: Tillerson quält sich
  13. "Rex Tillerson, Exxon C.E.O., Chosen as Secretary of State", abgerufen am 1. März 2017.
  14. "Under Rex Tillerson, Exxon Mobil Forged Its Own Path Abroad", abgerufen am 1. März 2017.
  15. "Ask Tillerson about ExxonMobil's Africa deals, watchdog says", abgerufen am 1. März 2017.
  16. washingtonpost.com 31. August 2017: Why Secretary of State Rex Tillerson should resign
  17. Steve Coll: Private Empire: ExxonMobil and American Power. Allen Lane, London, 2012, ISBN 9781846146596 bzw. ISBN 9781846146688 (Paperback); und Penguin Press, New York, 1992, ISBN 9781594203350.
    HonorRoll: Distinguished Individual Donors. In: The Congregationalist, September 2013, S. 7, abgerufen am 2. Februar 2017 (pdf, 3,9 MB; englisch).
  18. Andreas Ross: Trump und Putin: Ein Freundschaftsorden von Wladimir. faz.net, 11. Dezember 2016, abgerufen am 2. Februar 2017.