Sergei Wiktorowitsch Skripal

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Sergei Wiktorowitsch Skripal (russisch Сергей Викторович Скрипаль; * 23. Juni 1951 in Kaliningrad,[1] Sowjetunion) ist ein ehemaliger Oberst des sowjetischen, später russischen Militärnachrichtendienstes GRU, Überläufer und damit Informant des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6.

Am 4. März 2018 wurden er und seine Tochter in der englischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in eine Klinik eingeliefert. Premierministerin Theresa May erklärte, Russland sei „sehr wahrscheinlich“ für den „Giftanschlag“ verantwortlich; dieses wies die Vorwürfe zurück.

Die Angelegenheit löste eine schwere diplomatische Krise zwischen dem Westen und Russland aus. Rund 25 Staaten und die NATO wiesen als Reaktion auf den Anschlag etwa 150 russische Diplomaten aus, Moskau verwies im Gegenzug genauso viele westliche Diplomaten des Landes.

Leben und Agententätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergei Skripal wurde in Kaliningrad und Moskau zum Pionieroffizier der Luftlandetruppen ausgebildet. 1979 gehörte er zu den ersten sowjetischen Soldaten, die in Afghanistan kämpften. Er heiratete seine Jugendliebe aus Kaliningrad, Ljudmila. Ihr Sohn Alexander wurde 1974 geboren. 1984 kam ihre Tochter Julija zur Welt. Nach seinem Einsatz in Afghanistan absolvierte Skripal die Diplomatische Militärakademie in Moskau, die künftige Agenten für verdeckte Arbeit im Ausland vorbereitet. Während seines Studiums wurde er vom Militärnachrichtendienst GRU rekrutiert. Zunächst spionierte er in den 1980er und 1990er Jahren mit Diplomatenstatus in Europa.[2] Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der Sowjetunion war er als Oberst der GRU in Spanien, wo ihn der britische Auslandsgeheimdienst MI6 anwarb (Codename Forthwith).[3] Im Laufe der Zeit übergab er dem britischen Auslandsgeheimdienst MI6 das gesamte Telefon- und Mitarbeiterverzeichnis des GRU und enttarnte so hunderte Agenten.

Im Jahr 1999 oder 2000 verließ Skripal die GRU. Freunden erzählte er, er sei frustriert gewesen über die Korruption beim Nachrichtendienst. Anschließend arbeitete er für den ehemaligen Kommandeur der sowjetischen Streitkräfte in Afghanistan Boris Gromow. Während seiner Beschäftigung bei Gromow lehrte er auch an der Militärakademie des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation.[2]

Im Dezember 2004 wurde er als Informant des MI6 entlarvt und in Russland verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, ab den 1990er Jahren die Identitäten russischer Agenten in Europa dem MI6 verraten zu haben. Der russische Ankläger behauptete, der MI6 habe ihm dafür 100.000 Dollar gezahlt. 2006 wurde er von einem Moskauer Militärgericht in einem für die Medien weitgehend geschlossenen Prozess wegen „Hochverrats in Form von Spionage“ zu 13 Jahren in einem Arbeitslager verurteilt. Das Gericht entzog ihm sämtliche Titel und Auszeichnungen. Die Familie Skripals bestritt alle Vorwürfe des Geheimnisverrats gegen Sergei Skripal und bezeichnete diese als „fabriziert“.[4] Einen Großteil seiner Strafe verbrachte Skripal in einem Arbeitslager in Mordwinien.[2]

Im Juli 2010 begnadigte ihn der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew. Skripal wurde zusammen mit drei weiteren westlichen Spionen (darunter der Atomphysiker Igor Sutjagin) gegen zehn vom FBI verhaftete russische Spione (darunter Anna Wassiljewna Chapman) ausgetauscht.[2][5][6][7] Anlässlich jener Aktion habe Wladimir Putin im Fernsehen gesagt: „Die Verräter werden ins Gras beißen. Vertrauen Sie mir. Diese Leute haben ihre Freunde betrogen, ihre Waffenbrüder“.[8][9]

Nach seiner Freilassung und Wiedervereinigung mit seiner Frau beschloss Skripal, sich in Salisbury niederzulassen,[2] und lebte dort fortan unter seinem wirklichen Namen.[10][11] Nach dem Anschlag auf Skripal wurde in der englischen Presse vermutet, dass er in jüngster Zeit Kontakte zu ehemaligen britischen Geheimdienstmitarbeitern benutzt habe, um für private Sicherheitsfirmen freiberuflich zu arbeiten.[12] Insbesondere wurde ihm eine Verbindung zu einer Sicherheitsfirma des ehemaligen MI6-Russlandexperten Christopher Steele nachgesagt, der durch ein Dossier über die Russlandverbindungen von Donald Trump bekannt wurde. Steele bestritt aber, dass Skripal Beiträge zu diesem Dossier geleistet habe.

Bereits 2012 starb Skripals Frau Ljudmila in Salisbury an einem Krebsleiden (Endometriumkarzinom), im Jahr 2016 dann Skripals in Russland lebender Bruder bei einem Autounfall. Im Jahr 2017 starb Skripals 43-jähriger Sohn bei einem Urlaub mit seiner Freundin in St. Petersburg. Als Todesursache wurde damals ein akutes Leberversagen angegeben; die Familie bezweifelte diese Diagnose.[4] Frau und Sohn wurden auf einem Friedhof in Salisbury nahe dem Tatort beigesetzt, er war nach dem Anschlag auf Skripal und dessen Tochter Schauplatz umfangreicher Ermittlungen.

Vergiftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. März 2018 wurde Sergei Skripal zusammen mit seiner 33-jährigen Tochter Julija, die am Vortag aus Russland zu Besuch gekommen war, in Salisbury auf einer Parkbank bewusstlos aufgefunden.[13][14] Zuvor hatte Skripal sein Auto geparkt (13:40h), mit seiner Tochter einen Pub aufgesucht und danach gegen 14:20 Uhr eine Pizzeria betreten. Dort benahm er sich auffällig und beschwerte sich lautstark über die lange Wartezeit. Eine Stunde später verließen sie das Lokal, wohl um zurück zum Auto zu gehen. Um 16:20 Uhr entdeckten Passanten sie bewusstlos auf einer Parkbank an einer Grünanlage. Die medizinischen Umstände ließen den Verdacht einer gezielten Vergiftung mit einer zunächst unbekannten Substanz aufkommen. Beide kamen auf die Intensivstation einer Klinik.[15]

The Mill – das Pub in Salisbury, in dem Skripal und seine Tochter Spuren des Gifts hinterließen.

Am 7. März gaben die britischen Ermittler bekannt, dass Skripal und seine Tochter mit einem Nervenkampfstoff vergiftet wurden.[16][17] Die Ermittler konnten den genauen Kampfstoff identifizieren, veröffentlichten ihn aber zunächst nicht, bis auf die Information, dass es sich um ein extrem seltenes Gift handele.[18][19] Die Verwendung eines Nervengiftes, das gewöhnlich nur in militärischen Labors aufbewahrt wird, wurde als ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Beteiligung des russischen Staates gewertet.[20]

Der stellvertretende Polizeipräsident, Paul Mills, konstatierte, dass bei 131 Personen, die möglicherweise mit dem Gift Kontakt gehabt hätten und die sich deshalb medizinisch untersuchen ließen, keine Symptome festgestellt wurden. Ein Intensivmediziner der behandelnden Klinik in Salisbury bestätigte, dass niemand außer den Skripals und Nick Bailey behandelt werden musste;[21] der britische Polizist Nick Bailey war der Erste am Tatort gewesen.[22]

Die britische Anti-Terrorismuseinheit Counter Terrorism Command übernahm die Ermittlungen wegen der „ungewöhnlichen Umstände“ des Falls.[23] Am 9. März 2018 wurden 180 Militärangehörige der Armee, der Royal Marines und der Royal Air Force zur Unterstützung der Untersuchungen nach Salisbury beordert. Darunter befanden sich Experten für chemische und biologische Waffen. Im Rahmen der Untersuchungen wurden auch die Gräber des Sohnes und der Ehefrau Skripals auf dem Friedhof von Salisbury abgesperrt.[24] Bis zum 11. März wurden 200 Beweisstücke ausgewertet und mehr als 240 Zeugen befragt. Spuren des Nervenkampfstoffs wurden im örtlichen Pub „The Mill“ sowie auf und um den Tisch im Restaurant „Zizzi“ gefunden, wo Skripal und seine Tochter zwei Stunden vor ihrem Zusammenbruch gesessen hatten.[25] 500 Besucher des Restaurants und des Pubs wurden daraufhin vorsorglich aufgefordert, ihre Kleidung und Gegenstände wie Brillen, Taschen, Mobiltelefone und Schmuck zu waschen. Das Gesundheitsministerium äußerte die Befürchtung, dass längerfristiger Kontakt mit der Substanz (über Wochen und Monate) gesundheitliche Probleme verursachen könnte; Grund zur Panik bestehe jedoch nicht.[26]

In der Porton-Down-Militäranlage wurde der eingesetzte Nervenkampfstoff identifiziert. Bei der Substanz handelt es sich um ein militärspezifisches Nervengift der Nowitschok-Reihe. Premierministerin Theresa May beriet sich mit dem Nationalen Sicherheitsrat über den Fall[27] und verkündete am 12. März vor dem House of Commons, Russland sei „höchstwahrscheinlich“ für den Giftanschlag auf Skripal und seine Tochter verantwortlich.[28] Entweder handele es sich um einen direkten Angriff des russischen Staates gegen Großbritannien, oder die russische Regierung habe die Kontrolle über ihren Nervenkampfstoff verloren, so die Premierministerin.[29] Ob das verwendete Gift tatsächlich in Russland hergestellt wurde, konnte von den Chemikern des britischen Militärlabors nicht nachgewiesen werden,[30] doch stützte sich die Einschätzung auch auf Geheimdienstquellen und eine abgefangene Nachricht nach Russland nach dem Anschlag.[31]

Laut Premierministerin May waren potentiell über 130 Menschen in Salisbury dem Nervengift ausgesetzt. Insgesamt wurden mehr als 50 Personen in Krankenhäusern untersucht. Der Polizist Nick Bailey wurde nach drei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen, sagte jedoch, sein Leben werde nach dem Kontakt mit dem Nervengift nie wieder so sein wie vorher.[32]

Ende März gaben die britischen Untersuchungsbehörden bekannt, dass die Vergiftung wahrscheinlich am Haus von Skripal erfolgte, da die höchste Giftkonzentration an dessen Eingangstür gemessen wurde.[33] Das Gift könnte nach Einschätzung von Scotland Yard möglicherweise als klebrige Substanz auf die Türklinke aufgebracht worden und so auf die Hände der Opfer gelangt sein, von wo aus das Gift an die später besuchten Orte verschleppt wurde.

Am 29. März 2018 berichteten die britischen Behörden, dass sich der medizinische Zustand von Julija Skripal deutlich verbessert habe. Sie sei wach und man könne sich mit ihr unterhalten.[34] Eine Woche später verbesserte sich auch der Zustand ihres Vaters, der laut Ärzten nun nicht mehr in kritischem Zustand ist und gut auf die Behandlung anspricht.[35] Am 10. April wurde bekannt, dass Julija Skripal aus dem Krankenhaus entlassen worden war und an einen sicheren Ort gebracht worden sei.[36] Ihr Vater wurde am 18. Mai 2018 aus der Klinik entlassen.[37] Am 22. Mai gab Julia Skripal eine Erklärung ab; ohne Details zu nennen gab sie an, dass die Behandlung invasiv, schmerzhaft und bedrückend gewesen sei. Sie dankte den Mitarbeitern des Krankenhauses in Salisbury.[38]

Am 28. Mai 2018 wird veröffentlicht, dass laut Stephen Jukes, Facharzt auf der Intensivstation des Krankenhauses in Salisbury, die behandelnden Ärzte ab dem Zeitpunkt, dass ihnen bewusst wurde, dass es sich um einen Nervenkampfstoff handelt, fest mit dem Tod der vergifteten Skripals gerechnet hätten. In exzellentem Teamwork mit internationaler Unterstützung und auch eines nur 5 km entfernten Chemiewaffenforschungszentrums Porton Down hat man neue Ansätze bekannter Behandlungen angewandt. Die Verbesserung des Zustandes der Patienten verlief überraschend schnell. Es gibt jedoch keine Langzeitprognose, es fehlen Erfahrungen.[39]

Im Mai 2018 gab Julija Skripal in einer Videoansprache, die von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet wurde, bekannt, langfristig in ihre Heimat zurückkehren zu wollen. Sergej und Julija Skripal befanden sich an einem geheimen Ort in Großbritannien und standen unter dem Schutz des britischen Staates. Scotland Yard verbreitete eine Mitteilung, laut der Julija Skripal den Kontakt zur russischen Botschaft und zu einer Cousine in Russland ablehnte. Die diplomatische Vertretung in London zweifelte die Echtheit des Schreibens an.[40]

Folgevorfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Juni kam es zu einem Vorfall in der nahe Salisbury gelegenen Stadt Amesbury. Ein einheimisches britisches Paar – der Mann im Alter von 45 Jahren, die Frau im Alter von 44 Jahren – kam mit einer vom britischen Militär als Nowitschok identifizierten Substanz in Kontakt. Zunächst wurde der Rettungsdienst gerufen, als die Frau in ihrer Wohnung mit Schaum vor dem Mund kollabierte, bald darauf folgte der Mann. Beide wurden mit einer lebensgefährlichen Vergiftung im Krankenhaus behandelt, an der die Frau am 8. Juli 2018 starb.[41] Es war unklar, wie sie mit dem Gift in Kontakt kamen, waren aber als Paar mit Drogenproblemen bekannt dafür, vieles, auch Zigarettenstummel aufzuheben und zu konsumieren[42] oder aber Abfall zu durchsuchen.[43][44] Am Tag zuvor waren sie in Salisbury gewesen. Nach den Ermittlungen deute im Werdegang des Paares derzeit nichts auf eine gezielte Vergiftung hin.[45][46][47]

Der Giftstoff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chemiker Wil Mirsajanow, der bei der Entwicklung des Kampfstoffes und dessen Enthüllung mitgewirkt hatte, hielt fest, dass es keine Restbestände aus Sowjetzeiten geben könne, weil diese längst zerfallen wären. Für die Opfer erwartet er aufgrund persönlicher Erfahrung, dass sie nie mehr gesund werden und innerhalb weniger Jahre sterben. Er selber habe den Stoff ja gerade deshalb öffentlich gemacht, damit verhindert würde, dass er je eingesetzt würde.[48] Während einer Anhörung vor Gericht zur Frage, ob den Skripals Blut entnommen und die Blutproben an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW, engl. OPCW) weitergereicht werden dürfen – die Organisation überwacht die Einhaltung des Chemiewaffenverbots –, wurden Details zum Gesundheitszustand von Sergei und Julija bekannt. Beide hätten demnach schwere kognitive Schädigungen erlitten. Sergei habe die Fähigkeit, zu sprechen, vollständig eingebüßt, und seine Tochter könne auch nicht sinnvoll kommunizieren. Die Skripals würden am Leben erhalten werden, es sei allerdings unklar, ob sie wieder genesen würden.[49] Am 29. März 2018 wurde bekannt, dass sich Julija Skripal außer Lebensgefahr befinde, Sergei Skripal jedoch noch im kritischen Zustand sei.[50]

Der deutsche Bundesnachrichtendienst hatte schon mehr als 20 Jahre zuvor eine Probe des Gifts aus Russland geschmuggelt und analysieren lassen. Das Wissen wurde an die westlichen Verbündeten weitergegeben und ein Journalist des Nachrichtenmagazins der Spiegel, spekulierte, dass diese Erkenntnisse russische Verschwörungstheorien über die Herkunft des Giftes im Fall Skripal befördern könnten.[51] Im Zuge dieser Entwicklung wurde auch bekannt, dass andere Natostaaten Mitte der Neunzigerjahre bereits über detaillierte Kenntnisse zum Kampfstoff Nowitschok verfügten. Ein Journalist des Nachrichtenmagazins der Spiegel meinte deshalb, dass die Existenz der BND-Probe in den 1990er Jahren der Behauptung Großbritanniens widerspräche, der Kampfstoff könne nur aus Russland kommen.[52] Dass Russland das einzige Land sei, das Nowitschok herstellen könne, war aber auch nie behauptet worden.[53]

Am 3. April 2018 hatte Gary Aitkenhead, Chief Executive des Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) in Porton Down erklärt: „Wir waren in der Lage, es als Nowitschok zu identifizieren, und konnten feststellen, dass es sich um ein militärisches Nervengift handelt. Wir konnten jedoch die genaue Quelle nicht identifizieren. Wir haben die wissenschaftlichen Informationen allerdings der Regierung zur Verfügung gestellt, die dann eine Reihe anderer Quellen benutzt hat, um die Schlussfolgerungen, zu denen sie gekommen ist, zusammenzufassen.“ Die Frage, ob in Porton Down Nowitschok jemals hergestellt oder gelagert wurde, ließ Aitkenhead unkommentiert. Er wies aber russische Anschuldigungen zurück, die Giftstoffe hätten aus seinem Labor stammen können, und betonte stattdessen „Keinesfalls hätte so etwas von uns kommen oder die vier Wände unserer Einrichtung verlassen können.“[54]

Am 8. April erschienen Berichte mit Bezug auf Sicherheits- und Geheimdienstkreise, nach denen eine speziell entwickelte, erst nach vier Stunden wirksame Formulierung der Nowitschok-Gruppe verwendet worden sei, um den Tätern genügend Zeit zur Flucht zu lassen. Diese sei als geruchloses Gel an der Türklinke angebracht worden, die von Sergej und Julia Skripal gegen 11:30 Uhr bei ihrer Rückkehr vom Friedhofsbesuch berührt worden war. Skripal sei zuvor zwei Wochen lang beobachtet worden, um den passenden Zeitpunkt für den Anschlag festzulegen.[55] Außerdem seien am 3. und 4. März von einem Horchposten in Südzypern Nachrichten an einen „Offiziellen“ in Moskau unter anderem mit Inhalt „das Paket wurde geliefert“ und „die beiden hatten einen erfolgreichen Abgang“ abgefangen worden. Dies habe zusammen mit anderen Erkenntnissen Premierministerin May dazu veranlasst, am 12. März Russland als „höchstwahrscheinlich verantwortlich“ für den Anschlag zu bezeichnen.[31]

Reaktionen im Vereinigten Königreich und in Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russische Medien berichteten am Abend des 5. März 2018 unkommentiert über den Vorfall, wobei sie sich auf die zum Zeitpunkt vorliegende Meldung der BBC bezogen.[56][57] Ab dem 7. März 2018 gab es dann eine Vielzahl von Kommentaren. Die staatlich kontrollierten Medien bestritten rundheraus, dass Russland in den Vorfall verwickelt sein könnte, und bezeichneten die ganze Aufregung als anti-russische Hysterie. Ein Sprecher des regierungstreuen Perwy kanal sprach dennoch eine kaum verhohlene Warnung an „Verräter“ mit direkter Verhöhnung des Opfers aus; auf die ebenfalls betroffene Tochter Skripals ging er nicht ein. Der Fall solle eine Warnung an alle jene sein, die eine ähnliche Karriere als Verräter anstrebten; nur wenige dieser Verräter hätten in der Vergangenheit ein hohes Alter erreicht. Außerdem sollten derartige Verräter besser nicht Großbritannien als Lebensschwerpunkt wählen. Irgendetwas sei seltsam dort. Vielleicht das Klima, aber es hätten sich in den letzten Jahren zumindest viele eigenartige Vorkommnisse mit schwerwiegendem Ausgang ereignet,[58] eine Aussage, die der russische Botschafter in Irland, Juri Filatow, ganz ähnlich tätigte.[59]

Der britische Botschafter in Moskau wurde einbestellt. Ihm wurde erklärt, dass Russland der Forderung von Premierministerin May nicht nachkommen werde.[60]

Die Ereignisse fielen in das Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Russland. Am 13. März 2018 erklärte Außenminister Sergei Lawrow, die Anschuldigungen gegen Russland seien „Unsinn“ und Russland sei in dem Fall „unschuldig“. Zur Zusammenarbeit sei Russland nur dann bereit, wenn die britische Regierung entsprechend den Regeln der Chemiewaffenkonventionen Russland Zugang zu den Nervengift-Proben gewähre, was diese laut Lawrow verweigert habe.[61][62][63][64] Russland und staatliche russische Medien verbreiteten unterdessen eine Reihe von Verschwörungstheorien. Hinter dem Anschlag stecke die britische Regierung, und die Vergiftung sei eine NATO-Verschwörung gegen Russland. Neben Großbritannien brachte Russland auch Schweden, die Slowakei, Tschechien, die Ukraine, den Westen generell, nicht-staatliche Akteure, den Putinkritiker Bill Browder und die Vereinigten Staaten als mögliche Verantwortliche ins Spiel, wobei die Theorien sich jeweils widersprachen.[65][66][67][68] Die Desinformationskampagne folgte dabei einem ähnlichen Muster wie bei der Berichterstattung über den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs 17, so eine Analyse des kanadischen Nachrichtensenders CBC News.[67]

In einer Rede zu seiner Wiederwahl zum russischen Präsidenten am 18. März bezeichnete Wladimir Putin den Vorwurf, Russland habe einen Ex-Agenten in Großbritannien vergiftet, ebenfalls als „Unsinn“ und bot Russlands Kooperation bei den Ermittlungen an.[69] Am gleichen Tag dankte sein Wahlkampfsprecher Andrej Kondraschow ironisch der britischen Regierung: Sie habe geholfen, Wähler im Zentrum der Macht zu versammeln und für Putin zu mobilisieren.[70][71]

Am 31. März sandte die Botschaft der Russischen Föderation in London dem Außenministerium Großbritanniens eine Note mit einer Liste von Fragen an die britische Seite hinsichtlich des „Falls der Skripals“.[72] Beispielsweise wollten sie wissen, warum das Nervengift im Fall Skripal, bei dem die Übertragung des Gifts nach Mitteilungen der Polizei Stunden vor dem Zusammenbruch der Opfer erfolgte, nicht wie üblich sofort wirkte und wie die britische Regierung das Nervengift so schnell als Nowitschok identifizieren konnte. Die russische Seite warf der britischen Regierung vor, dass Beschuldigungen erhoben und einschneidende diplomatische Maßnahmen ergriffen worden seien, obwohl die britische Polizei nach eigenen Angaben noch Monate für die Aufklärung benötige. Außerdem verlangen sie Zugang zur wieder ansprechbaren Julija Skripal, die russische Staatsbürgerin ist.[73]

Am gleichen Tag übermittelte die russische Botschaft in Paris eine Note mit einer Liste von Fragen an das Außenministerium Frankreichs,[74] am 1. April sandte die Ständige Vertretung der Russischen Föderation bei der OPCW dem Technischen Sekretariat der Organisation eine Liste von Fragen.[75] Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja beraumte in New York eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats an.

Außenminister Lawrow nannte die Vorwürfe gegen sein Land Anfang April 2018 eine verrückte und schreckliche Provokation, Großbritannien, die USA und die Länder die ihnen blind folgen würden hätten jeglichen Anstand verloren. Er bezeichnete das diplomatische Klima als schlimmer als während des Kalten Krieges, wo man sich noch an gewisse Regeln gehalten habe und brachte seinerseits die Vermutung ins Spiel, britische Geheimdienste steckten hinter dem Anschlag, um von Schwierigkeiten beim Brexit abzulenken. Russland habe keinerlei Motiv für einen Anschlag auf Skripal.[76]

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vereinigten Königreich kamen schnell Erinnerungen an den 1978 in London bei einem Regenschirmattentat vergifteten Schriftsteller Georgi Markow sowie den Fall des 2006 von FSB-Agenten ebenfalls in London vergifteten Überläufers Alexander Litwinenko auf.[77][78][79]

Am 6. März 2018 reichte die Unterhaus-Abgeordnete Yvette Cooper (Labour) eine Eingabe bei der britischen Innenministerin Amber Rudd ein, in der die Regierung zur Nachuntersuchung von 14 Todesfällen von russischen Emigranten in der Vergangenheit im Vereinigten Königreich aufgefordert wurde. Die britische Polizei hatte die Todesfälle als unverdächtig eingestuft, von US-Stellen waren sie jedoch als potentiell verdächtig bewertet worden.[80][81]

Am 12. März 2018 erklärte die britische Premierministerin Theresa May im Parlament in London, dass für das Attentat auf Skripal „höchstwahrscheinlich“ Russland verantwortlich sei; dies habe eine Analyse des verwendeten Gifts ergeben.[82] Das Foreign and Commonwealth Office bestellte den Botschafter Russlands wegen des Giftanschlags ein, um eine Erklärung gegenüber der OPCW abzugeben. Sollte Russland bis zum Ablauf des 13. März − so ihr Ultimatum − keine „glaubwürdige Antwort“ geben, werde das Vereinigte Königreich den Angriff als eine rechtswidrige Gewaltanwendung (vgl. allgemeines Gewaltverbot) durch Moskau auffassen, sagte May.[27][29]

Am 14. März verfügte die Regierung Großbritanniens die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten (siehe Persona non grata). Premierministerin May erklärte dazu, dass Russland „totale Verachtung“ für die Ermittlung gezeigt und keine Erklärung für das nicht deklarierte chemische Waffenprogramm geliefert habe, das gegen internationales Recht verstoße.[83] Am 17. März wies die russische Regierung 23 britische Diplomaten aus. Außerdem wurde der britische Botschafter in Russland, Laurie Bristow, vom Außenministerium zu einem Gespräch am selben Tag in Moskau einbestellt.[84]

Der britische Außenminister Boris Johnson sagte am 19. März, dass die russischen Dementis zunehmend absurd seien. Es sei die „klassische russische Strategie, die Nadel der Wahrheit in einem Heuhaufen von Lügen und Verschleierung zu verstecken“. Russland hatte zunächst erklärt, dass es Nowitschok nicht hergestellt habe. Später hieß es, dass Russland das Nervengift zwar hergestellt, aber die Bestände vernichtet habe. Noch später erklärte Russland, dass einige Bestände möglicherweise in die Hände europäischer Staaten und Amerikas gelangt seien.[85] Johnson geriet später in die Kritik, weil er am 25. März gegenüber der Deutschen Welle in einem Interview behauptet hatte, dass es "keinen Zweifel" gebe, dass das bei dem Attentat verwendete Gift aus Russland stamme. Johnson hatte nach eigener Aussage bei Gesprächen mit den britischen Chemiewaffenexperten, die mit den Ermittlungen befasst waren, diese Information erhalten. Die Opposition (Jeremy Corbyn) warf Johnson deshalb vor, bei seiner Stellungnahme über die Informationen der Experten hinausgegangen zu sein und der Weltöffentlichkeit seine Privatmeinung über die Vorkommnisse als Fakt präsentiert zu haben.[86]

Ende März 2018 verschärfte der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson noch einmal den Ton gegenüber Russland, machte Putin persönlich für den Anschlag verantwortlich und nannte sein Verhalten „bösartig“. Williamson sieht im Verhalten Russlands eine neue Ära der Kriegführung, indem er auch die Verbindung zu Cyberattacken der vergangenen Jahre schlug, die auf russische Quellen zurückverfolgt werden konnten. Ziel der russischen Regierung unter Putin sei es, andere Länder systematisch zu unterminieren.[87]

Von russischer Seite wurde durch die Botschaft der Föderation Anfang April 2018 versucht, die Löschung eines Tweets des britischen Außenministeriums, der ursprünglich vom 22. März stammte, zu thematisieren.[88] Der Tweet enthielt die Formulierung: "Analyse der weltweit führenden Experten (...) machte deutlich, dass es sich um ein Nowitschok Nervengift militärischer Qualität handelt produziert in Russland.". Die Kurzmeldung stammte aus einer zeitgleich mitgetwitterten Rede des britischen Botschafters Laurie Bristow, der tatsächlich gesagt hatte: "Die Analysten in Porton Down (...) ermittelten und machten deutlich dass dies eine Chemiewaffe militärischer Qualität war. Eine der Nowitschok-Serie; ein Nervengift, wie ich bereits sagte, produziert in Russland.". Das Ministerium löschte den Tweet später. Begründet wurde das mit der Formulierung, die missverständlich gewesen sei.[86]

In einem Brief an den NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg vom 13. April 2018 fasste der britische nationale Sicherheitsberater Mark Sedwill die britische Überzeugung zusammen, dass Russland hinter dem Attentat stehen würde. Er stellte eine Verbindung her zu anderen Attentaten wie das auf Alexander Litwinenko 2006, für das er den russischen Geheimdienst FSB mit hoher Wahrscheinlichkeit verantwortlich machte und Präsident Putin. Sedwill verwies auf Geheimdienstinformationen, nach denen der E-Mail-Verkehr zwischen Julya Skripal und ihrem Vater seit 2013 vom russischen Militärnachrichtendienst GRU überwacht worden sei und dass in den russischen Geheimdiensten seit den 2000er Jahren ein Programm bestehe, chemische Kampfstoffe für Attentate zu benutzen, darunter auch auf präparierten Türklinken.[89]

Reaktion Tschechiens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien wies wie Schweden die russischen Anschuldigungen von Mitte März scharf zurück.[90][91]

Am 3. Mai 2018 äußerte der als russlandfreundlich[92][53] bekannte tschechische Präsident Milos Zeman abends via Fernsehsender Barrandov, dass laut einem neuen Bericht des tschechischen Militärnachrichtendienstes im November 2017 in einem militärischen Forschungsinstitut in Brno (VTÚO Brno jetzt VVÚ) ein Experiment mit der Nowitschok-Substanz A-230 stattgefunden hätte. Bei der Vergiftung von Skripal und Tochter dürfte es sich laut Zemann jedoch um die Substanz A-234 gehandelt haben.

Die Opposition warf Zeman vor, mit seiner gemäß NZZ "kalkulierten"[53] Aussage dem Kreml zu dienen und dessen Lügenpropaganda, wo nur der Russland nützliche Teil der Aussagen Zemans dankbar aufgenommen wurde.[93] Dass in Tschechien von der OPCW bewilligte Versuche statt gefunden hatten, war ohnehin seit März bekannt gewesen. Es gab jedoch nie Hinweise darauf, dass das in Salisbury verwendete Nowitschok aus Tschechien stammen könnte.[53]

Reaktionen der Verbündeten Großbritanniens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausweisungen russischer Diplomaten infolge des Giftanschlags[94]
Land Zahl
AlbanienAlbanien Albanien 2
AustralienAustralien Australien 2
BelgienBelgien Belgien 1
DanemarkDänemark Dänemark 2
EstlandEstland Estland 1
FinnlandFinnland Finnland 1
FrankreichFrankreich Frankreich 4
DeutschlandDeutschland Deutschland 4
IrlandIrland Irland 1
ItalienItalien Italien 2
KanadaKanada Kanada 4
KroatienKroatien Kroatien 1
LettlandLettland Lettland 2
LitauenLitauen Litauen 3
MazedonienMazedonien Mazedonien 1
Republik MoldauRepublik Moldau Moldau 3
MontenegroMontenegro Montenegro 1
NiederlandeNiederlande Niederlande 2
NorwegenNorwegen Norwegen 1
PolenPolen Polen 4
RumänienRumänien Rumänien 1
SchwedenSchweden Schweden 1
SpanienSpanien Spanien 2
TschechienTschechien Tschechien 3
UkraineUkraine Ukraine 13
UngarnUngarn Ungarn 1
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 23
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 60

In einer gemeinsamen Erklärung vom 15. März 2018 verurteilten die Regierungen Frankreichs, Deutschlands, der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs „die erste offensive Verwendung von Nervenkampfstoffen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg“ und nannten dies einen Anschlag auf die Souveränität Großbritanniens. Es gebe zur Verantwortung Russlands für diesen Anschlag „keine andere alternative glaubwürdige Erklärung“.[95][96][97]

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sah am gleichen Tag den Anschlag auf Skripal „vor dem Hintergrund des Musters eines rücksichtslosen russischen Verhaltens seit vielen Jahren“. Dies reiche von der Annexion der Krim über die Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine und die russische Militärpräsenz in Moldau (Transnistrien) sowie Georgien (Südossetien und Abchasien) bis zur Einmischung in Montenegro und anderen Staaten des westlichen Balkan. Hinzu komme eine russische Aufrüstung von Nordeuropa bis zum Nahen Osten. Russland verwische zudem in seiner Militärdoktrin auf gefährliche Weise die Grenzen zwischen konventioneller und nuklearer Kriegsführung.[98][99]

Am 19. März verurteilten die Außenminister der EU den Giftanschlag scharf. Sie nähmen die britische Annahme ernst, dass wohl Russland hinter dem Anschlag stecke.[100] Am 22. März 2018 äußerte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach Beratungen beim EU-Gipfel in Brüssel, man stimme mit der britischen Regierung darin überein, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verantwortung für den Anschlag in Salisbury trage.[101][102]

Am 23. März 2018 beorderte die EU ihren Botschafter Markus Ederer aus Moskau für Konsultationen zurück nach Brüssel.[103] Am 26. März 2018 gab die Pressesprecherin des Außenministeriums der Vereinigten Staaten, Heather Nauert bekannt, dass die Vereinigten Staaten insgesamt 60 russische Bedienstete ausweisen werden, unter anderem aufgrund der Verletzung der Chemiewaffenkonvention. 48 davon seien zuvor für eine bilaterale Mission mit den Vereinigten Staaten eingeteilt gewesen, weitere 12 seien Geheimagenten der Ständigen Vertretung der Russischen Föderation bei den Vereinten Nationen. Außerdem wurde die Regierung der Russischen Föderation dazu aufgefordert, das russische Generalkonsulat in Seattle (Washington) bis zum 2. April 2018 zu schließen.[104] Insgesamt wiesen weltweit 27 Staaten aus Solidarität mit Großbritannien russische Diplomaten aus, darunter 18 EU-Länder.[105] Die NATO wies sieben Mitarbeiter der russischen Vertretung bei der NATO aus.[33][106]

Deutschland

Ende März wies Deutschland vier russische Diplomaten im Rahmen der Skripal-Affäre aus und bekundete nach den Worten des Außenministers Heiko Maas damit Solidarität mit Großbritannien. Fakten und Indizien würden nach Maas auf Russland weisen. Das Auswärtige Amt bemängelte eine mangelnde Unterstützung Russlands zur Aufklärung der Affäre und verwies zur Begründung der Ausweisung außerdem auf jüngste Hackerangriffe auf die IT-Infrastruktur des deutschen Bundestages, für die russische Quellen verantwortlich gemacht wurden.[107]

Der Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD Rolf Mützenich und die Politikerin der Linken Sarah Wagenknecht kritisierten die Ausweisung unter anderem wegen der in ihren Augen nicht ausreichenden Beweislage.[108] Unterstützung fand die Ausweisung beim außenpolitischen Sprecher der CDU Jürgen Hardt und der Grünen-Fraktion Omid Nouripour.

Am 6. Juni 2018 bestätigte die Bundesregierung dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages keinerlei Beweise für eine Verantwortung Russlands zu haben. Aus London sei bisher lediglich die Information gekommen, dass es sich bei dem verwendeten Gift um Nowitschok handelte. Darüber hinaus gebe es aber keine Beweise, dass das eingesetzte Gift aus Russland stamme. Auch gebe es keine Hinweise, dass der Kreml für den Anschlag verantwortlich sei. Die Bundesregierung erklärte ebenfalls, dass auch die deutschen Geheimdienste bis zu dem Zeitpunkt keine eigene Erkenntnisse hätten gewinnen können, dass Russland verantwortlich sein könnte.[109][110]

Österreich

Österreich unterstützte die Maßnahme, den EU-Botschafter aus Russland abzuziehen, beteiligte sich aber nicht mit eigenen Ausweisungen.

Schweiz

Die Schweiz verurteilte den Anschlag „in aller Schärfe“.[111]

Beratungen der OPCW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die OPCW ermittelt alleine die Verwendung und allenfalls die Herkunft von Giftstoffen, Täter und Urheber werden nicht ermittelt. Am 4. April 2018 fand in Den Haag auf Antrag Russlands und unter Ausschluss der Öffentlichkeit die erste Sondersitzung des OPCW-Exekutivrates statt. OPCW-Experten hatten Proben in Salisbury entnommen sowie auch Blutproben der Opfer bekommen; diese wurden in zwei gemäß Prinzip nicht benannten Labors analysiert. Russland wies die Britischen Vorhaltungen, für den Giftanschlag verantwortlich zu sein, als haltlos zurück und erklärte, an den Ermittlungen beteiligt werden zu wollen. Unterstützung für dieses abgelehnte Anliegen fand Russland bei China, dem Iran und einigen afrikanischen Staaten (6 Staaten für den Antrag, 15 dagegen, 17 Enthaltungen, 3 nicht teilgenommen). Russland stellte im Weiteren 14 Fragen, die unbehandelt blieben.[112][113][114] Der Vertreter der EU, der bulgarische Botschafter Krassimir Kostow, wiederholte auf der Sitzung den Standpunkt, dass höchstwahrscheinlich die Russische Föderation für die Anschläge verantwortlich sei, es keine andere plausible Erklärung gebe und es bedauerlich sei, dass Russland nicht positiv auf das ursprüngliche Ansinnen Großbritanniens reagiert habe, Informationen zur Verfügung zu stellen.

Die OPCW hatte am 16. März in Salisbury Proben genommen und zusammen mit Blutproben der Opfer zwei unabhängigen Laboren übergeben, deren Identität geheim gehalten wurde. Obschon diese Praxis der OPCW bekannt war, die Labore der Untersuchung nicht zu nennen, verlangte Russland vom Generalsekretariat der OPCW die Nennung der Labore. Das Generalsekretariat lehnte eine Nennung ab.[115] Am 12. April bestätigte die OPCW in einer ersten Stellungnahme die britischen Erkenntnisse über das verwendete Nervengift, ohne den Namen Nowitschok zu erwähnen. Sie bestätigten auch den hohen Reinheitsgrad fast ohne Verunreinigungen.[116]

Russischer Versuch, die OPCW via ein angebliches Untersuchungslabor zu kritisieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. April erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow, Kenntnis eines Papiers des schweizerischen Labors in Spiez zu haben, und behauptete, es sei eines der Labore, das Proben aus Salisbury untersucht hätte. Er warf der OPCW "Manipulation" vor, da dort der im Westen entwickelte chemische Kampfstoff BZ gefunden worden sei.[117]

Zu den Gepflogenheiten der OPCW gehört es jedoch die beauftragten Labore nicht zu nennen und diese außerdem darüber hinaus im Unklaren zu lassen, welche von mehreren übergebenen Proben tatsächlich die richtige ist. Es gehört zur Arbeitsweise der OPCW, mit der tatsächlichen Probe gleichzeitig auch abweichende Blindproben an das jeweilige Labor zu senden, um sicherzugehen, dass dort fehlerfrei gearbeitet wird.[118][119] Ein Labor ist somit entgegen der Aussage Lawrows grundsätzlich nicht in der Lage eine Aussage zur tatsächlichen Probe zu machen. Der einzige Kommentar aus Spiez war dementsprechend, dass nur die OPCW selber die Aussage Lawrows kommentieren könne. Am 18. April nannte die Schweizer Vertreterin bei der OPCW die russischen Äußerungen «absolut inakzeptabel». Russland schade so der Glaubwürdigkeit der OPCW.[117] An der Sitzung des Exekutivrats vom 18. April wurde bekannt gegeben, ein Vorläuferstoff des von Lawrow erwähnten 3-Chinuclidinylbenzilat sei Bestandteil einer negativen Kontrollprobe gewesen. Die Erklärung vermied wiederum die Nennung eines Labors.[119]

Der Leiter des Fachbereichs Chemie im Labor Spiez, Stefan Mogl, hatte schon in einem Interview am 5. April erklärt, er habe keinerlei Zweifel an den britischen Untersuchungsergebnissen.[120]

Das Auswärtige Amt veröffentlichte am 20. April 2018 eine Erklärung, dass es sich um eine gezielte Falschmeldung „staatlich kontrollierter russischer Auslandsmedien“ handle.[121]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen/Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Giftanschlag, der Befürchtungen weckt. Die Zeit, 15. März 2018.
  2. a b c d e Sergei Skripal – the Russian former spy at centre of poison mystery. In: BBC, 10. März 2018.
  3. Der Giftangriff, Der Spiegel, Nr. 12, 2018, S. 13.
  4. a b Who is former Russian intelligence officer Sergei Skripal? In: BBC News. 6. März 2018, abgerufen am 6. März 2018 (englisch).
  5. Sergei Skripal: Who is the former Russian colonel? In: BBC News. 5. März 2018, abgerufen am 6. März 2018.
  6. Großbritannien: Russischer Ex-Spion wegen Vergiftung im Krankenhaus. In: Die Zeit. 5. März 2018, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. März 2018]).
  7. Patrick Greenfield, Marc Bennetts: Who is Sergei Skripal, the ex-spy exposed to 'unknown substance'? In: theguardian.com. 5. März 2018, abgerufen am 6. März 2018 (englisch).
  8. Spektakuläre Mordfälle. FAZ, 19. März 2018
  9. https://www.independent.co.uk/news/world/europe/vladimir-putin-traitors-kick-bucket-sergei-skripal-latest-video-30-pieces-silver-a8243206.html
  10. Ermittler finden Nervengift in Pub und Pizzeria. In: Zeit Online. 11. März 2018, abgerufen am 14. März 2018.
  11. Russischer Ex-Agent wurde Opfer von Nervengift. In: Göttinger Tageblatt. 7. März 2018, abgerufen am 14. März 2018.
  12. Kim Segupta, Lizzie Dearden: Sergei Skripal: Former double agent may have been poisoned with nerve agent over 'freelance' spying, sources say, The Independent, 8. März 2018
  13. Ex-Spion offenbar Opfer von Nervengift: Ermittlungen wegen versuchten Mordes. orf.at, 7. März 2018, abgerufen 8. März 2018.
  14. Mysteriöse Vergiftung: Anschlag auf Ex-Spion? In: Frankfurter Rundschau. 6. März 2018, abgerufen am 9. März 2018.
  15. Russischer Ex-Spion in Großbritannien vergiftet? In: tagesschau.de. Abgerufen am 6. März 2018.
  16. FAZ.net: Russischer Ex-Doppelagent mit Nervengift angegriffen
  17. Ermittler weisen Nervengift bei russischem Ex-Agenten nach. In: Die Zeit. 7. März 2018, abgerufen am 8. März 2018.
  18. Spy mystery: Rare poison may be traced to single lab. In: The Times, 9. März 2018.
  19. Complex and dangerous, nerve agents are rarely used for assassinations. In: Reuters, 8. März 2018.
  20. Russian spy poisoning inquiry widens after medics treat 21 people. In: The Guardian, 9. März 2018.
  21. https://www.thetimes.co.uk/article/russia-salisbury-poison-fears-allayed-by-doctor-vf9v0zg0m In: The Times, 16. März 2018.
  22. Russian spy attack: police officer left ill named as DS Nick Bailey. In: The Guardian, 8. März 2018.
  23. Counter-terrorism police take over Sergei Skripal 'poison' case. In: The Guardian, 6. März 2018.
  24. Russian spy: Military deployed after poisoning. BBC News, 9. März 2018, abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  25. Russian spy: Traces of nerve agent found at Zizzi. In: BBC, 11. März 2018.
  26. Russian spy: Salisbury diners told to wash possessions. In: BBC, 11. März 2018.
  27. a b Sergej Skripal: Großbritannien stellt Russland Ultimatum. In: Zeit Online, 12. März 2018.
  28. Russia highly likely to be behind poisoning of spy, says Theresa May. In: The Guardian, 12. März 2018.
  29. a b Russian spy: Highly likely Moscow behind attack, says Theresa May. In: BBC, 12. März 2018.
  30. APA/Der Standard: Fall Skripal: Britisches Labor konnte Nowitschok-Herkunft nicht klären. 3. April 2018
  31. a b John Simpson, Deborah Haynes: Russian message intercepted after Skripal attack, The Times vom 9. April 2018, abgerufen am 8. April 2018 (englisch).
  32. Pippa Crerar: More than 130 people could have been exposed to novichok, PM says. In: The Guardian. 26. März 2018, abgerufen am 27. März 2018 (englisch).
  33. a b Das Nervengift an der Haustüre. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. März 2018, abgerufen am 29. März 2018.
  34. Russian spy: Yulia Skripal 'conscious and talking'. BBC News, 29. März 2018, abgerufen am 29. März 2018 (englisch).
  35. https://www.tagesschau.de/ausland/grossbritannien-nowitschok-103.html
  36. Julia Skripal aus Klinik entlassen, Süddeutsche Zeitung, 10. April 2018
  37. Großbritannien: Vergifteter Ex-Doppelagent Skripal aus Klinik entlassen. In: Spiegel Online. 18. Mai 2018, abgerufen am 18. Mai 2018.
  38. Die Tochter des ehemaligen GRU-Offiziers Sergei Skripal, Julia, gab das erste Interview, Echo Moskwy, 23. Mai 2018
  39. Ärzte rechneten mit Tod der Skripals orf.at, 29. Mai 2018, abgerufen 29. Mai 2018. – Mit Berufung auf einen BBC-Beitrag.
  40. Julia Skripal meldet sich: Rätselraten um erste Videobotschaft. Die vergiftete Julia Skripal hat sich erstmals in einem Video zu Wort gemeldet. Sie spricht von ihrer Genesung und einer möglichen Rückkehr nach Russland. Ihre öffentliche Botschaft lässt einige Fragen offen. 24. Mai 2018, abgerufen am 23. Juni 2018.
  41. Britin stirbt nach Nowitschok-Vergiftung. In: Spiegel.online. 8. Juli 2018, abgerufen am 5. Juli 2018.
  42. Amesbury poisoning latest: People in Salisbury should avoid picking up discarded objects after latest nerve agent incident, says Public Health England, The Independent, 5. Juli 2018
  43. Britin stirbt nach Gift-Kontakt, taz, 9. Juli 2018
  44. Novichok fear sends chill through Salisbury’s homeless, The Guardian, 8. Juli 2018
  45. "Ein neuer Fall Skripal" tagesschau.de vom 4. Juli 2018
  46. "Paar war Nervengift Nowitschok ausgesetzt" tagesschau.de vom 5. Juli 2018
  47. Amesbury poisoning: Couple exposed to Novichok nerve agent, BBC Online, 5. Juli 2018
  48. «Надо было навсегда лишить Россию ее секрета» (Übersetzung: „Es war nötig, Russland dauerhaft seines Geheimnisses zu berauben“). In: Nowaja Gaseta, 15. März 2018.
  49. Steven Morris: Police officer poisoned in Sergei Skripal attack leaves hospital. In: The Guardian. 22. März 2018, abgerufen am 27. März 2018 (englisch).
  50. Skripals Tochter ist außer Lebensgefahr. In: Spiegel Online. 29. März 2018, abgerufen am 29. März 2018.
  51. "BND beschaffte Probe von Nervengift Nowitschok" Der Spiegel online vom 16. Mai 2018
  52. Der Spiegel Nr. 21 vom 19. Mai 2018, S. 22.
  53. a b c d Der tschechische Präsident bestätigt die Herstellung von Nowitschok ausserhalb Russlands – nicht mehr und nicht weniger; NZZ, 4. Mai 2018; "Dennoch handelte der ebenso für seine prorussische Haltung wie seine Unberechenbarkeit bekannte Zeman mit seinem Interview wohl kalkuliert – und kaum aus den noblen Motiven, die er vorschiebt".
  54. Paul Kelso: Porton Down experts unable to identify 'precise source' of novichok that poisoned spy. sky.com, 3. April 2018, abgerufen am 3. April 2018.
  55. Rob Hastings: „Boutique“ form of Novichok used in Skripal spy attack allowed Russian agents time to escape, inews.co.uk vom 8. April 2018, abgerufen am 10. April 2018 (englisch).
  56. СМИ: экс-полковник ГРУ Скрипаль пострадал из-за воздействия неизвестного вещества. В 2006 году Сергей Скрипаль был приговорен к 13 годам тюремного заключения в колонии строгого режима по обвинению в госизмене. 5. März 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (Meldung TASS).
  57. Би-би-си сообщила об отравлении шпионившего в пользу Лондона россиянина. 5. März 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (Meldung RBK).
  58. Russian spy: State TV anchor warns 'traitors'. BBC News, 8. März 2018, abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  59. Salisbury nerve agent 'plot': new image shows police at scene unprotected against deadly toxin. In: Evening Standard, 8. März 2018.
  60. Trump says Russia must provide answers on poisoning of ex-Russian spy. In: USA Today, 13. März 2018.
  61. Moscow summons UK ambassador as it denies spy poisoning. In: Financial Times, 13. März 2018.
  62. Russia calls poisoning accusations by Britain ‚nonsense‘. In: The Washington Post, 13. März 2018.
  63. Moscow to London: Let us examine nerve agent used in spy poisoning. In: Reuters, 13. März 2018.
  64. Press release on summoning the UK Ambassador to the Russian Foreign Ministry. Außenministerium der Russischen Föderation, 13. März 2018, abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  65. Russian spy: Conspiracy theories and denial in Russia. In: BBC, 16. März 2018.
  66. Russia is pushing these 14 mutually contradictory theories to claim they weren't behind the nerve agent attack. In: Businessinsider, 20. März 2018.
  67. a b Russian media respond to poison attack on former spy with conspiracy theories. In: CBC News, 13. März 2018.
  68. Russia Accuses Western Media of Anti-World Cup Conspiracy After Ex-Spy's Poisoning. In: The Moscow Times, 13. März 2018.
  69. Putin bietet Hilfe bei Ermittlungen an. In: Zeit Online. 19. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  70. EU zeigt nach Giftanschlag Solidarität mit London, APA-Meldung auf derstandard.at vom 19. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  71. Putin-Team: Druck aus London trieb Wahlbeteiligung hoch., dpa-Meldung auf t-online.de vom 19. März 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  72. Fragen der russischen Seite an Großbritannien in Bezug auf den gegen Russland fabrizierten „Fall der Skripals“. Außenministerium der Russischen Föderation, 31. März 2018, abgerufen am 1. April 2018.
  73. 27 Fragen. Nervengifte wirken sofort. Warum nicht bei den Skripals? Welt online, 31. März 2018
  74. Fragen der russischen Seite an Frankreich in Bezug auf den durch Großbritannien gegen Russland fabrizierten „Fall der Skripals“. Außenministerium der Russischen Föderation, 31. März 2018, abgerufen am 1. April 2018.
  75. Fragen der russischen Seite an das Techsekretariat der OPCW in Bezug auf den durch Großbritannien gegen Russland fabrizierten „Fall der Skripals“. Außenministerium der Russischen Föderation, 1. April 2018, abgerufen am 1. April 2018 (russisch).
  76. Lawrow wirft Westen "Lügen und Desinformation" vor, Zeit Online, 2. April 2018.
  77. Peter Hille: Gift und Agenten: Bei Seitenwechsel Mord. In: Deutsche Welle. 7. März 2018, abgerufen am 8. März 2018.
  78. Factbox: From polonium to a poisoned umbrella – mysterious fates of... In: Reuters. 6. März 2018 (reuters.com [abgerufen am 10. März 2018]).
  79. Russian spy: Boris Johnson warns Kremlin over Salisbury incident. In: BBC News. 6. März 2018, abgerufen am 6. März 2018 (englisch).
  80. Review of deaths with allegations of state responsibility. 6. März 2018, abgerufen am 9. März 2018 (PDF, englisch).
  81. Heidi Blake, Jason Leopold, Jane Bradley, Richard Holmes, Tom Warren, Alex Campbell: Poison in the System. BuzzfeedNews, 12. Juni 2017, abgerufen am 9. März 2018 (englisch).
  82. Nach Vergiftung von Ex-Spion: May stellt Russland Ultimatum veröffentlicht am 13. März 2018 auf merkur.de (Münchner Merkur), mit Material der dpa
  83. UK to expel 23 Russian diplomats in retaliation over Skripal attack. In: Financial Times, 14. März 2018.
  84. Fall Skripal: Russland weist 23 britische Diplomaten aus. Spiegel-Online, 17. März 2018.
  85. Boris Johnson says Russia is 'not fooling anyone' with 'increasingly absurd' Salisbury nerve agent attack denials. In: The Independent, 19. März 2018.
  86. a b The Independent: Did Boris Johnson make false statements about Russia being responsible for Salisbury nerve agent attack? Abgerufen am 6. April 2018 (englisch).
  87. Britischer Minister nennt Putins Strategie „bösartig“. Zeit Online, 1. April 2018.
  88. Pipa Crerar:"Skripal poisoning: deleted Foreign Office tweet leads to awkward questions " Guardian vom 4. April 2018.
  89. Brief von Sedwill an NATO Generalsekretär Stoltenberg, 13. April 2018, öffentlich gemacht vom Guardian.
  90. Russia spy poisoning: Czechs angrily reject Russia claims. In: BBC, 17. März 2018.
  91. Spy poison claim against Sweden 'just a guess': Russia. In: The Local, 20. März 2018.
  92. Präsident Zeman: Auch Tschechien hat Nervengift Nowitschok hergestellt, Stern 4. Mai 2018
  93. Tschechien experimentierte mit Nowitschok : „Menge war angeblich klein“ orf.at, 4. Mai 2018, abgerufen 4. Mai 2018.
  94. Angela Dewan, Milena Veselinovic, Carol Jordan: These are all the countries that are expelling Russian diplomats. CNN, 28. März 2018, abgerufen am 20. März 2018 (englisch).
  95. Russia spy: Allies condemn nerve agent attack. BBC News, 15. März 2018, abgerufen am 15. März 2018 (englisch).
  96. siehe auch whitehouse.gov: Statement by the Press Secretary on the United Kingdom’s Decision to Expel Russian Diplomats
  97. FAZ.net / Klaus-Dieter Frankenberger: Russisches Muster (Kommentar)
  98. Alexander Menden, Daniel Brössler: Fall Skripal: „Einfach weggehen und die Klappe halten“. veröffentlicht am 15. März 2018 auf sueddeutsche.de
  99. siehe auch www.NATO.int 14. März 2018: Statement by the North Atlantic Council on the use of a nerve agent in Salisbury.
  100. EU unterstützt Großbritannien im Fall Sergej Skripal. In: Der Tagesspiegel. 19. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  101. FAZ.net / dpa
  102. http://www.consilium.europa.eu 22. März 2018 Schlussfolgerungen des Europäischen Rates zum Anschlag von Salisbury, 22. März 2018.
  103. EU zieht Botschafter aus Moskau ab.
  104. Holding Russia Accountable for Its Destabilizing Behavior. In: U.S. Department of State. U.S. Department of State, 27. März 2018, abgerufen am 27. März 2018 (englisch).
  105. spiegel.de 30. März 2018: Wie Trump sich zur Ausweisung russischer Diplomaten durchrang.
  106. NZZ.ch 27. März 2018: Giftanschlag: Auch die Nato lässt russische Diplomaten ausweisen.
  107. Deutschland weist vier russische Diplomaten aus, rp-online, 26. März 2018.
  108. SPD-Fraktionsvize kritisiert "übereilte Ausweisung", Zeit online, 26. März 2018.
  109. Michael Götschenberg: Berlin wartet weiter auf Beweise. Berlin hat bis heute keine Beweise aus London zum Fall Skripal bekommen. Auch haben die deutschen Nachrichtendienste keine eigenen Erkenntnisse, dass Russland für den Giftanschlag verantwortlich sein könnte. 7. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018.
  110. Keine Beweise für russische Verantwortung bei Skripal-Anschlag. Der Schuldige für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und seine Tochter stand für Großbritannien schnell fest: Russland muss es gewesen sein. Die Argumente dafür seien stichhaltig, hat man auch von vielen anderen europäischen Politikern gehört - unter anderem aus Deutschland. Doch die Bundesregierung hat bisher keine Beweise für die Verantwortung Russlands für den Anschlag, wie ARD-Geheimdienstexperte Michael Götschenberg berichtet. 7. Juni 2018, abgerufen am 6. Juni 2018.
  111. Tödliche Zusammensetzung des Giftes im Fall Skripal bestätigt, Tages-Anzeiger, 12. April 2018.
  112. Nervengift-Affäre: Warten auf Klarheit im Fall Skripal, Deutsche Welle, 4. April 2018
  113. Fall Skripal: Heftige Vorwürfe zwischen London und Moskau. In: Die Zeit. 4. April 2018, abgerufen am 5. April 2018.
  114. Russlands kuriose Fragen: „Wo sind die Haustiere, in welchem Zustand sind sie?“ In: Die Welt. 4. April 2018, abgerufen am 5. April 2018.
  115. Kein Zweifel am Nowitschok-Resultat, NZZ, 6. April 2018.
  116. Laura Smith-Park, Simon Cullen: 'Pure' Novichok used in Skripal attack, watchdog confirms, CNN, 12. April 2018.
  117. a b Russlands Behauptung über das ABC-Labor Spiez löst sich in Luft auf, Der Bund, 18. April 2018
  118. Andreas Rüesch: Russland greift die Skripal-Untersuchung frontal an und zieht die Schweiz in die Kontroverse hinein, NZZ, 15. April 2018.
  119. a b Russische Schlappe im Fall Skripal - OPCW entlarvt dreiste Desinformation, NZZ, 19. April 2018, Seite 1
  120. Andreas Rüesch: „Kein Zweifel am Nowitschok-Resultat“ NZZ, 5. April 2018.
  121. auswaertiges-amt.de: Falsche Gerüchte im Fall Skripal.
  122. Russischer Exilant in London tot aufgefunden. In: Spiegel Online. 13. März 2018, abgerufen am 14. März 2018.